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Erster Test Phono-Vorstufe SPL Phonos

Um die klanglichen Fähigkeiten der SPL Phonos gründlich auszuloten, entschlossen wir uns kurzerhand, den Hör- und Praxistest im Stuttgarter Refugium von Analog-Spezialist Thomas Fast (www.fastaudio.com) durchzuführen.

SPL Phonos im Hörtest: Vollreifes Bouquet und packende Dynamik

Hier fanden wir nicht nur vielfältige Vergleichsmöglichkeiten, sondern auch optimale Rahmenbedingungen: Beispielsweise diente als „Abhöre“ die Magnepan 3.7, die als Flächenstrahler dank ihrer ausgeprägten Richtwirkung zu höheren Frequenzen hin in der Lage ist, allfälliges Verstärkerrauschen auch über größere Distanzen hinweg ziemlich gnadenlos aufzudecken.

Als Vergleichsinstanzen zur SPL Phonos dienten dabei der kleine iFi Micro iPhono, die als Altreferenz gern genutzte, allerdings nicht mehr erhältliche Audiolab PPA 8000, sowie der in der Analog-Szene hoch gelobte, 2.400 Euro teure model blue Mk II vom süddeutschen Spezialisten Blue Amp.

Als Hochpegel-Vorstufe und Endverstärker brachte Thomas Fast jeweils röhrenbestückte Vertreter ins Spiel – namentlich den Tsakiridis Alexander sowie die martialische KR Audio Kronzilla VA 680i.

SPL Phonos zum Test im Analogstudio von Thomas Fast
Optimale Test- und Vergleichsbedingungen für die SPL Phonos fand LowBeats im Analog-Studio von Thomas Fast in Stuttgart (Foto: J. Schröder)

Um auch die feinsten Informationen aus der Plattenrille zu kitzeln, bestückte der Hausherr die beiden auf einem Feickert-Blackbird-Laufwerk montierten Kuzma-Stogi-313-VTA Tonarme mit zwei Top-Tonabnehmern aus dem Hause Lyra: Zum einen mit dem – man darf zweifellos sagen – „Erfolgsmodell“ Etna, zum anderen mit dem niederohmigen Etna SL (Single Layer), das aufgrund seiner ultrageringen Ausgangsspannung von lediglich 250µV (bei einer Schnelle von 5 cm/s) allerhöchste Ansprüche an den Noise Floor des Phono-Preamps stellt.

Laufwerk Feickert Blackbird mit Kuzma Stogi Tonarm
Mit dieser kompromisslosen Signalquelle haben wir getestet: Laufwerk Feickert Blackbird mit Kuzma Stogi VTA Tonarmen. Der hintere führte das Lyra Etna, der vordere das superleise Etna SL (Foto: J Schröder)

Es versteht sich von selbst, dass diese Hörtest-Anlage mit allen beteiligten Phono-Preamps superb klang – und damit natürlich auch die Unterschiede zwischen ihnen erkennen ließ. So hielt der mit 500 Euro günstigste Kandidat, der iFI Micro iPhono zwar sehr gut mit, konnte aber in Sachen Offenheit und Feinauflösung weder der SPL Phonos noch dem Blue Amp wirklich Paroli bieten.

Die letzteren beiden schenkten sich allerdings nichts, wobei sie durchaus ihre Paradedisziplinen hatten: Während der Blue Amp durch sein innerlich ruhiges, sehr transparentes Klangbild bei eindrucksvoller Stereoperspektive punktete, spielte die SPL Phonos etwas mehr aus der Mitte heraus und bot den farbenprächtigeren, gesättigteren Ton.

Auch in dynamischer Hinsicht zeigten sich Ausprägungen: Während der Blue Amp seine dynamische Spannung aus seiner enormen Rauscharmut gewann, zeigte sich die SPL Phonos in Sachen Eigengeräusch etwas unruhiger, schien jedoch in Richtung höchster Pegel keine Grenzen zu kennen.

Der Hörvergleich zwischen Lyra Etna und seiner superleisen SL-Variante an der SPL Phonos bestätigte das: Mit letzterer zeigte die Phonos bereits vernehmliches Rauschen und wirkte eher verhalten, wohingegen sie mit den dynamischen „Ausbrüchen“ des normalen Lyra wie entfesselt aufspielte.

Wie viel an eher unspektakulär dargebotener Feinauflösung in ihr steckt, zeigt die SPL Phonos, wenn man ihr gute Anschlusskabel gönnt: Mit dem hervorragenden Mogami 2803 als Kleinsignal-Verbindung zum Tsakiridis Alexander gab’s jedenfalls noch mal einen hörbaren Sprung nach vorn.

Fazit SPL Phonos: Packende Dynamik, super Preis/Leistungs-Relation

Dieser Test bestätigt einmal mehr, was Vinylfans ohnehin schon immer wussten: Als erster Verstärker in der analogen Signalkette nimmt der Phono-Preamp eine klanglich wichtige Rolle ein. Die SPL Phonos erfüllt diesen kritischen Part voll und ganz.

In ihrem Umfeld ist sie zwar nicht die rauschärmste Vertreterin, punktet jedoch mit feiner Zeichnung, natürlichen, vollen Klangfarben und knackiger, souveräner Dynamik – oder wie es LowBeats-TV-Moderator René Heller auf den Punkt brachte: sie „rockt“.

Hinzu kommt, dass sich die SPL Phonos dank ihres umschaltbaren Pegelniveaus vielerlei Einsatzbereiche im HiFi- und Tonstudio-Umfeld erschließt. Ein weiterer Pluspunkt sind die auch im laufenden Betrieb bequem erreichbaren Möglichkeiten zur Tonabnehmer-Anpassung.

Auch wenn sie für ultraleise Tonabnehmer nicht die ideale Spielpartnerin ist, hat sich die SPL Phonos unbedingt eine dicke Empfehlung verdient.

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SPL Phonos
2016/08
Test-Ergebnis: 4,4
überragend
Bewertung

Bewertungen:

Klang:
Praxis:
Verarbeitung:

Gesamt:

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Voller, energiereicher Ton und hohe Dynamik
Frontseitige Schalter zur Tonabnehmeranpassung
Dreistufige Pegelniveau-Umschaltung für Tonstudio und HiFi-Umgebung
weniger für ultraleise Tonabnehmer geeignet

Vertrieb:
SPL electronics GmbH
Sohlweg 80
41372 Niederkruechten
Germany
Tel. +49 2163 98340
Fax +49 2163 983420

Preis (Hersteller-Empfehlung)
SPL Phonos: 1.760 Euro