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German Physiks Borderland Mk V Ultimate
Die German Physiks Borderland Mk V in der Ultimate Version ist nicht nur wegen ihres Klavierlacks ein außergewöhnlicher Lautsprecher. Der pegelfeste Rundumstrahler kostet im Paar 14.900 Euro (Foto: H. Biermann)

Exklusivtest German Physiks Borderland Mk V Ultimate

Die Borderland Mk V Ultimate im LowBeats Hörraum
Die German Physiks Borderland Mk V Ultimate hat die Maße 40,4 x 123 x 40,4 cm (B x H x T) und wiegt 55 kg (Foto: H. Biermann)

Der Philosoph zählt im eigenen Lande ja gemeinhin nichts. Das gilt – wie wir schon bei der GP HRS 130 festgestellt haben – gerade und im Besonderen für Holger Müller, den Chef und Vordenker von German Physiks. In USA, China und Japan heimsen seine Lautsprecher regelmäßig die wichtigsten Awards für den besten Klang ein, in Deutschland hingegen spricht sich ihre spezielle Qualität nur sehr mühselig herum. Aber was macht Lautsprecher wie die hier getestete German Physiks Borderland Mk V Ultimate so besonders?

Es ist dieser DDD-Wandler. DDD steht für „Dick Dipol Driver“. Ein pfiffiger Tüftler namens Dick ersann einen rundumstrahlenden (deshalb Dipol) Wandler (englisch: Driver), dessen Grundidee German Physiks Chef Holger Müller so überzeugend fand, dass er das Konzept übernahm und den DDD anschließend über viele, viele Jahre immer wieder verbesserte.

Denn „die Tüte“, wie er despektierlich auch bei German Physiks genannt wird, ist der einzige Wandler weltweit, der nicht nur die komplette 360° Rundum-Abstrahlung ermöglicht, sondern auch noch bis in den Bassbereich läuft – also eigentlich ein Breitbänder ist und somit dem Ideal der Punktschallquelle sehr nah kommt.

Das Basshorn Unicorn, welches sich in Asien höchster Beliebtheit erfreut (hierzulande wegen optischer Einschränkungen aber nur wenig Freunde findet) arbeitet nur mit einem im Bass ungefilterten DDD-Wandler und klingt überragend.

Aber leider ist diese Variante nicht sonderlich belastbar, weshalb Geman Physiks in der Regel mehr oder minder potente Bass-Systeme hinzu kombiniert. Im Falle der hier vorgestellten German Physiks Borderland Mk V Ultimate ist es ein 30 Zentimeter Tieftöner in einem geschlossenen Gehäuse, der den Bereich unterhalb 170 Hertz übernimmt und zum Boden hin abstrahlt.

Der German Physiks DDD-Wandler
Klangliches und ideelles Zentrum eines jeden German Physiks Lautsprechers ist der in Maintal gefertigte, tütenförmige DDD-Wandler. Dessen Membran aus Carbonfiber ist lediglich o,15 Millimeter stark. Im Gegensatz zu früheren DDD-Wandlern sind bei der neuesten Version inwändig exakt links und recht von der nach vorn strahlenden Mitte Dämpfer aufgebracht. Die Abstrahlung erfolgt also nicht in einem makellosen Kreis, sondern in einem Kreis mit kleinen Dellen links und rechts. Das hat sich für die meisten Wohnräume als klanglich überlegen herausgestellt (Foto: H. Biermann)

Es ist gar nicht so einfach, zu erklären, wie dieser DDD-Wandler eigentlich Schallenergie erzeugt. Denn im unteren Übertragungsbereich bewegt er sich kolbenförmig wie ein klassischer Tieftöner (allerdings nach oben und nach unten), um dann zu den höheren Frequenzen hin immer mehr in einzelne, kleine Schallflächen „aufzubrechen“, die dann auch in der Lage sind, Frequenzen bis 25.000 Hertz abzugeben.

Bei der German Physiks Borderland MK V Ultimate werden sieben Oktaven von einem einzigen Treiber – und somit dem durchgehend gleichen Membranmaterial (Carbonfiber) abgestrahlt. Für die Homogenität der Wiedergabe sicher nicht die schlechteste Voraussetzung …

Das Prinzip des DDD-Wandlers
Das Prinzip des DDD-Wandlers: Er schwingt auf unterschiedliche Arten und schafft so die einzigartige Breitbandigkeit (Zeichnung: German Physiks)

Die Borderland ist das älteste Modell im German-Physiks Programm (die erste stammt aus dem Jahre 1992) und unterlag somit auch den häufigsten Überarbeitungen; sie ist so etwas wie der Technologieträger der in Maintal beheimateten Hessen.

Die hier vorgestellte neueste Version Mark V ist mit einem DDD-Wandler mit einer 0.15 Millimeter dünnen Carbon-Folie ausgestattet; die früher übliche Titan-Folie ist noch dünner, aber auch weniger belastbar. Wir hatten im Test die Borderland MK V sogar in der exklusiven Ultimate-Ausführung.

Im  Vergleich zur „einfachen“ Borderland verspricht die „Ultimate“ die bessere Qualität und Selektion bei den Frequenzweichenbauteilen und der Verkabelung sowie das fantastische Klavierlack-Finish in Hochglanz-Schwarz oder -Weiß. 14.900 Euro kostet das Pärchen Borderland in dieser Ausführung – wenn man eine beliebige RAL-Sonderfarbe möchte, noch einmal 2.000 Euro mehr.

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Socke und Tieftöner der German Physiks Borderland Mk V Ultimate
Der Sockel der German Physiks Borderland MK V Ultimate ist noch massiver als die Gehäusewände. Das eigentliche Gehäuse wird mit acht Streben auf Abstand gehalten, damit der Downfire-Tieftöner auf der Unterseite der Boderland ungestört seine Bassenergie abgeben kann (Foto: H. Biermann)
Der Tieftöner der German Physiks Borderland Mk V Ultimate
Der Tieftöner der German Physiks Borderland Mk V Ultimate ist – selten genug für eine moderne HiFi-Box – ein ausgewachsener 30 Zentimeter Bass. Er läuft von etwa 30 – 170 Hertz und sitzt in einem geschlossenen Gehäuse. Beste Voraussetzungen für ein präzises Fundament (Foto: H. Biermann)
Das Anschlussfeld der German Physiks Borderland Mk V Ultimate
Das Anschlussfeld auf der Rückseite bietet die Möglichkeit, Bass und Mittelhochton getrennt anzusteuern (Bi-Wiring oder Bi-Amping), weil beide Zweige galvanisch komplett getrennt sind. Die Anschlüsse gehören klanglich zum Besten, was der Edel-Zulieferer WBT zu bieten hat. Oberhalb der Lautsprecherklemmen kann man mittels eines Jumpers den Klangeindruck des DDD-Wandlers an die Wohnraumakustik oder den eigenen Geschmack anpassen, indem man den Pegel über den gesamten Bereich anhebt oder absenkt (Foto: H. Biermann)
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Hawaphon und interne Helmholtzresonatoren: das fast perfekte Gehäuse

Der Star der German Physiks Borderland Mk V Ultimate ist also der DDD-Wandler. Wären wir bei einer Filmpreis-Verleihung, ginge der zweite Oscar aber an das Gehäuse. Schon die achteckige Form mit Wandstärken zwischen 22 und 38 Millimetern ist eine Herausforderung für den Schreiner. Doch die inwändige Bedämpfung ist ebenso aufwändig – und sehr gut.

Die vielen Einzelflächen sind mit Hawaphon-Matten beklebt. Hawaphon ist eine Aneinanderreihung von kleinen Kunststoff-Kammern, die zu 2/3 mit Metallkügelchen gefüllt sind. Die Vibrations-Energie der Wände wird von diesen Kügelchen in Wärme-Energie umgewandelt.

Das macht das Gehäuse deutlich ruhiger, allerdings müssen die Kunststoffkammern der Hawaphon-Matten bedämpft werden. Das erledigt bei der German Physiks Borderland Mk V Ultimate eine dicke Schicht Filz. Auch sie sorgt für eine weitere Beruhigung des Achtecks.

Nicht verhindern kann der Filz allerdings die Längswelle, die in dem annähernd meterhohen Gehäuse entsteht. Die tritt in Standboxen üblicherweise auf und wird von vielen Lautsprecherherstellern unterschätzt, denn sie führt oft zu einem dröhnigen Klangbild.

In der German Physiks Borderland Mk V Ultimate kommt sie nicht zum Zuge, weil ein sogenannter, interner Helmholtz-Resonator für deren Unterdrückung sorgt. Dieser interne Resonator ist eine Kammer mit einer Öffnung – quasi ein Bassreflexgehäuse ohne Tieftöner. Kammer und Öffnung haben eine Tuning-Frequenz, die auf genau diese Längswelle abgestimmt ist und ihr so die Kraft nimmt.

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