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Beyerdynamic Aventho wireless MIY App
Die Funktionen der MIY-App (Foto: Beyerdynamic)

Was bringen klangliche Personalisierungen? Jan Plogsties im Interview

Mit dem Beyerdynamic Aventho wireless On Ear Hörer hatte LowBeats erstmals einen per App auf das eigene Gehör anpassbaren Kopfhörer im Test. Ist das die Zukunft? Und ist das überhaupt sinnvoll? LowBeats Autor Claus Dick interviewte Jan Plogsties, Head Of Mobile Audio Processing bei den Fraunhofer IIS in Erlangen.

Jan Plogsties
Sympathisch und kenntnisreich: Jan Plogsties (Foto: Fraunhofer)

Herr Plogsties, welche psychoakustischen Auswirkungen sehen Sie bei Klang-Personalisierungen wie der des Beyerdynamic Aventho wireless?

Jan Plogsties: Zunächst denke ich, dass es zu einem bewussteren Hören führen kann, und zwar zum einen, weil sich der Nutzer für eine Klangeinstellung entscheidet, anstatt eine durch die Elektroakustik oder den Hersteller vorgegebene zu nutzen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch unsere Kunden im Bereich der mobilen Audio-Anwendungen, wo auch über Parameter die Sprachverständlichkeit oder die räumliche Darstellung per App angepasst werden können. Hier wird das Hörvermögen ermittelt.

Das entspricht idealerweise einem Audiogramm, wie es auch der Hörgeräteakustiker macht. Andererseits muss die Anwendung auch intuitiv und einfach für den Nutzer sein.

Zum anderen wird es zu einem größeren Bewusstsein über die Hörgewohnheiten führen, die sich mit der App „tracken“ lassen. Das ist ähnlich wie bei einem Fitnessarmband.

Ein stärkeres Bewusstsein für Klang und Klangqualität halte ich in jedem Fall für sehr wichtig, vor allem weil in Zeiten von drahtlosen Kleinlautsprechern vielen Nutzern die Erfahrung einer hochwertigen Wiedergabe fehlt.

Welche Vorteile könnten solche Kopfhörer für sich verbuchen?

Jan Plogsties: Grundsätzlich wird Personalisierung ein Merkmal vieler neuer Audio-Produkte sein. Eine Anpassbarkeit würde ich mir bei vielen Produkten wünschen. Das wird auch einfacher, wenn es z.B. per App ein User Interface gibt.

Die Kunst wird darin bestehen, es dem Nutzer leicht zu machen, seine Einstellung zu finden. Dazu machen wir am Fraunhofer IIS auch Versuche mit Probanden.

Was wird das nächste Kapitel in puncto Personalisierung aus Ihrer Sicht sein?

Jan Plogsties: Personalisierung ist ein Thema, das vor allem im HiFi und ProAudio Markt relevant wird. Diese Kunden bringen ein großes Bewusstsein für den persönlich „richtigen“ Klang mit.

Wir beschäftigen uns am Fraunhofer IIS vor allem mit Breitenanwendungen wie TV und mobile Geräte. Auch da hält das Thema Personalisierung Einzug.

Zum Beispiel wird in der nächsten Generation des Fernsehtons die Lautstärke des Dialogs beim Film oder Sportkommentar individuell einstellbar werden.

Herr Plogsties, wir danken für das Gespräch.

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