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Beyerdynamic Aventho wireless On Ear
Der Beyerdynamic Aventho wireless ist ein klassischer On Ear Hörer, der auch wireless funktioniert. Kostenpunkt: 449 Euro (Foto: Beyerdynamic)

Test Beyerdynamic Aventho wireless: mobiler BT HiFi-Kopfhörer

Beyerdynamic macht mobil: Nach diversen kabelgebundenen In-, Over- und On-Ear-Kopfhörern für draußen kappt nun der auf der IFA vorgestellte Beyerdynamic Aventho wireless die Leinen und überträgt Outdoor-Sessions via Bluetooth. Und nicht nur das: Der On-Ear-Hörer lässt sich über eine App auf das jeweilige Gehör des Benutzers personalisieren. Ist er damit dennoch klanglich schwer auf Draht? Wir haben intensiv reingehört.

Im Vergleich zu früher gelten Kopfhörer längst als Lifestyle-Produkte. Das funktioniert per se natürlich nur, wenn man anderen seinen tönenden Kopfschmuck zeigen kann: draußen, unterwegs, in der U-Bahn, beim Joggen oder Gassigehen.

Was dabei noch bis vor kurzem für viele mit lästigem Kabelsalat in der Jacken- oder Hosentasche einherging, löst sich nun in kabellose Freiheit auf.

Dank Bluetooth spielen immer mehr mobile Kopfhörer völlig losgelöst vom Abspielgerät, welches bei den meisten wohl „Smartphone“ heißt. Das Design sollte dabei natürlich nicht die erste Geige spielen; wichtiger sind die inneren, klanglichen Werte.

Beyerdynamic Aventho wireless Ohrpolster
Die Ohrpolster sind aus Leder und somit gut zu säubern (Foto: C. Dick)

Die Heilbronner Studio- und HiFi-Experten von Beyerdynamic bringen nun ein solches Exemplar, das sie obendrein mit einem vielleicht wegweisenden Goodie aufwerten: einer Personalisierungsfunktion des jeweiligen User-Gehörs via App.

Vorweg sei gesagt, dass der Beyerdynamic Aventho wireless auch verdrahtet, sprich mit einem 3,5-Millimeter-Klinkenkabel musiziert. Die große (kabellose) Freiheit beschert er seinem User dann mit dem klanglich hochwertigen Bluetooth-Standard aptX HD/ AAC.

Ein sechssekündiger Druck auf das – leider zu klein und fummelig geratene – Ein-/Aus-Knöpfchen und die Mini-LED an der rechten Muschelunterkante blinkt rot und blau im Wechsel und die Suche nach einem Abspielgerät zum „Pairing“, in diesem Falle einem iPhone beginnt emsig.

Am Smartphone muss natürlich Bluetooth aktiviert sein, dann finden sich die beiden in Sekundenschnelle, quittiert mit einer dezenten Frauenstimme aus den Hörermuscheln „Pairing succesful, your headset is connected.“

Die MIY-App des Beyerdynamic Aventho wireless

Der zweite, rare Clou des Freiheitskämpfers ist die erwähnte Personalisierungsfunktion via App, die die Heilbronner im Aventho wireless zusammen mit der Berliner Firma Mimi Hearing auf den Weg gebracht haben.

Und weil wir schon mal beim Einrichten sind, wird die „MIY“-App (für iOS und Android) gleich gratis heruntergeladen. Das dauert nur wenige Sekunden, dann lässt sich der Hörer mit einem Tipp auf „Kopfhörer koppeln“ mit der App verbinden.

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Die MIY App: Auf der Verpackung des Beyerdynamic Aventho wireless steht, wie es funktioniert (Foto: C. Dick)
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MIY App Menü: Anpassung der Intensität der runden Bedienfläche auf der Ohrmuschel (Foto: C. Dick)
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MIY App Menü: Anpassung der Klang-Personalisierung (Foto: C. Dick)
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Unter „Profile“ steht nun das Personalisieren, sprich das Hörcheck-Prozedere an. Zunächst wählt die Software nach Eingabe des Geburtsjahres eine erste Vornivellierung.

Dann startet der Hörtest – ähnlich wie beim HNO-Arzt – sehr minutiös und ausführlich, getrennt fürs linke und rechte Ohr, mit diversen Fieps- und Tüt-Tönen. Solange man die Töne hört, bleibt der Finger auf dem reservierten Feld des Smartphones; hört man nichts mehr – Finger einfach wegnehmen.

Wer mag, kann zudem unter „Tracking“ seine Hörgewohnheiten speichern und auswerten lassen. Wie lange habe ich wie laut gehört? Wie viel Prozent meines „Tagespensums“ sind bereits erreicht?

Sei’s drum, ob’s Sinn macht oder nicht. Wichtig wäre, dass der Beyerdynamic Aventho wireless dank des individualisierenden Prozederes besser klingt.

Aber was ist „besser“? Kann man die klangliche Anpassung in etwas so betrachten wie eine Sehbrille oder Kontaktlinsen? Und riskiert man dadurch nicht eventuell eine im Wortsinne gewisse „Hörigkeit“ vom eingestellten Wohlfühl-Sound, der einem den normalen Alltag gehörig komisch und flau vorkommen lässt?

Fragen, die wir innerhalb des LowBeats Teams intensiv diskutiert haben und noch zu keinem definitiven Schluss kamen – weshalb wir uns damit an einen Profi wandten. Nämlich den Audio-Experten des Fraunhofer IIS für integrierte Schaltungen in Erlangen, Jan Plogsties.

Plogsties verspricht sich von der Personalisierung ein bewussteres Hören. Das wäre ja schon mal nicht schlecht… Das Interview finden Sie hier.

Die smarte Bedienung des Beyerdynamic Aventho wireless

Und die geht so: Zunächst ist es ratsam, innerhalb der gratis downloadbaren „MIY“-App von Beyerdynamic im Bereich „Touch“ die Empfindlichkeit des Touchpads auf der rechten Hörschale einzupegeln – fünf Stufen von starkem bis weichem Druck beim Wischen lassen keine Berührungsängste aufkommen.

Beyerdynamic Aventho wireless komplett
Das Bild zeigt die beiden Zugänge: einen für die 3,5 Millimeter Mini-Klinke und einen USB-Zugang. Die Oberfläche der Ohrmuschel dient als Bedienfeld (Foto: C. Dick)

Tatsächlich reagiert die runde Hörmuschelfläche dann (zumindest meistens) prompt so: Start und Pause: zweimal kurz tippen, nächster oder vorheriger Song: nach vorne oder hinten wischen.

Zum Vorwärts- und Rückwärtsspulen heißt es nach vorne oder hinten wischen und gut eine Sekunde halten. Die Lautstärke lässt sich mit einem Wisch nach oben oder unten dirigieren.

Schließlich ist der Aventho wireless auch noch kommunikativ – die persönlichen Naseweis-Assistenten Siri oder Google Assistant sind nach einem zweisekündigem Druck auf die Mitte des Touchfelds zur Stelle.

Die Anrufsteuerung inklusive Makeln ist ebenso mit wenigen Fingertipps regelbar. Freisprechen erlaubt dabei ein „hochwertiges“ Mikrofon.

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