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Miller & Kreisel MPS-2510P (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel MPS-2510P: Die Profi-Version des THX-Monitors S-150 MKII, 2.800 Euro (Foto: R. Vogt)

Test: Miller & Kreisel MPS2510P – THX Aktivmonitor

Eigentlich gehört der Aktivmonitor Miller & Kreisel MPS2510P eher in die Rubrik „Pro-Fi“, schlägt diese Satellitenbox mit ihrem Konzept doch recht erfolgreich die Brücke zwischen professioneller Studiotechnik und gehobenem Heimkino-Einsatz.

Miller & Kreisel MPS-2510P (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel MPS2510P mit roter LED zur Ausrichtung auf den Sweetspot (Foto: R. Vogt)

Konzeptionell basiert dieser Lautsprecher auf dem berühmten M&K S100 von 1988, der gerade 30 Jahre alt geworden ist. Man kann also das Konzept getrost unter dem Kapitel „bewährt“ abheften. Die Aufgabenstellung war damals wie heute: Wie bekomme ich gleichzeitig eine große Dynamik mit hohem Maximalpegel aus einem ultra-kompaketen Lautsprecher und eine starke vertikale Bündelung (um weniger Reflexionen von Boden und Decke zu bekommen), ohne dafür Hörner einzusetzen?

Die Lösung sieht man hier: Man nehme drei Hochtöner und bilde ein sogenanntes Array, eine Schallzeile, und platziere wenigstens zwei Mitteltöner in gleicher Weise. Damit möglichst wenig ungewollte Filtereffekte durch Interferenzen entstehen, rücke man die Mitteltöner so dicht wie irgend möglich zusammen. Es entsteht eine vergleichsweise winzige Box mit den Abmessungen 31,5 x 26,5 x 42 cm (H x B x T) und mit bombastischer Dynamik. Die Front des Miller & Kreisel MPS2510P ist kaum größer als ein DIN-A4-Blatt Papier, die akustische Potenz reicht aber für eine THX Ultra Zertifizierung und garantiert 112 Dezibel maximalen Schalldruck. Gleichzeitig demonstrieren 19,0 Kilogramm Gewicht, dass in dem kompakten Würfel mächtig Material verbaut ist.

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Miller & Kreisel MPS-2510P (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel MPS2510P mit aufgesteckter Frontbespannung (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel MPS-2510P (Foto: R. Vogt)
Die Miller & Kreisel MPS2510P hat entgegen früherer Versionen der S150 eine Quaderform mit gerader Front (Foto: R. Vogt)
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Frühere Versionen dieses Typs gab es nicht nur in einer linken und rechten Version, sie hatten auch eine angeschrägte Schallwand, sodass man die Gehäuse ungewinkelt (also gerade) aufstellen konnte. Zumindest theoretisch, denn zum genauen Ausrichten muss man die Box je nach Hörabstand ja trotzdem drehen. Aber egal: die aktuellen Miller & Kreisel MPS2510P haben eine plane Front.

Handy-Schnappschuß vom Hörplatz aus: Die roten LEDs zeigen korrekte Ausrichtung der Lautsprecher (Foto: R. Vogt)
Handy-Schnappschuss: Die roten LEDs belegen die korrekte Ausrichtung der Lautsprecher auf den Hörplatz (Foto: R. Vogt)

Und das exakte Ausrichten nehmen die Entwickler von M&K wirklich ernst. Die aktive MPS2150P hat eine rote, tief im Gehäuse versenkte LED, die man eben nur sehen kann, wenn der Lautsprecher auch tatsächlich exaktest auf den Hörplatz zielt. Nur wenige Grad daneben und das Licht verschwindet. Simpel, aber genial.

Die richtige Ausrichtung der Lautsprecher ist deshalb so wichtig, weil die Hoch- und Mitteltöner nebeneinander sitzen – was bei nicht optimaler Ausrichtung im Übergangsbereich zu Auslöschungen oder Überhöhungen führen kann. Einen dezidierten Center gibt es in diesem M&K System nicht, man kann hierfür ein linkes oder rechtes Exemplar verwenden, auch weil das akustische Zentrum genau in der Mitte der Schallwand liegt.

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Miller & Kreisel MPS-2510P (Foto: R. Vogt)
Die Rückseite mit der Elektronik mit manigfachen Consumer- und Profi-Anschlüssen (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel MPS-2510P (Foto: R. Vogt)
Neben XLR- und Cinch- Eingängen gibt es Ausgänge zum Durchschleifen. Empfindlichkeit und Richtcharakteristik lassen sich umschalten (Foto: R. Vogt)
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Das rückseitige Elektronikmodul demonstriert mit symmetrischen (XLR plus Klinke) und Cinch-Eingängen ausgiebig die Profi/Consumer-Doppelrolle der Miller & Kreisel MPS2510P. Wer mehr Schalldruck braucht, kann das Signal jeweils durchschleifen und eine zweite Box auf die erste stellen. Auch addieren sich die Hochtöner dann zu einem größeren und weiter „tragenden“ Array für größere Räume. Die Eingangsempfindlichkeit lässt sich regeln oder auf Normpegel schalten.

Dank eines schaltbaren 80Hz-Hochpassfilters kann man den Satelliten auch in Systemen ohne Bassmanagement betreiben. Sogar die vertikale Richtwirkung lässt sich umschalten, einen bedeutenden Unterschied konnte ich dabei aber nur sehr dezent messen und hören…

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Miller & Kreisel MPS-2510P (Foto: R. Vogt)
Horizontale Richtwirkung: 0° (rot) und ±30° (blau und grün) ohne signifikante Einbrüche (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel MPS-2510P (Foto: R. Vogt)
Vertikale Richtwirkung: 0° in Stellung „Wide“ (rot) und THX (grün) sind auf Hörachse praktisch identisch. Vertikal ±30° gemessen verringert sich Mittelton deutlich, in den Höhen im THX-Modus (magenta) deutlich mehr als bei Wide (blau) (Foto: R. Vogt)
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Die Messungen bestätigen den Hörendruck. Wer mit stärkeren Reflexionen an Boden und Decke zu kämpfen hat als im akustisch optimierten LowBeats-Testkino, sollte allerdings von der Möglichkeit der schaltbaren Bündelung Gebrauch machen.

Tiefen Bass macht der Lautsprecher naturgemäß als THX-Satellit nicht, er bremst vorschriftsmäßig unterhalb von 80 Hertz. Der Einsatz eines zusätzlichen Subwoofers ist Pflicht, und das sicher auch, um den etwas welligen Grundton noch glatt zu bügeln. Auch eine wandnahe Aufstellung dürfte helfen.

Hörtest: Knackig und dynamisch

Erst einmal am Referenz-Vorverstärker Marantz AV8802A symmetrisch verkabelt und in Kombination mit dem Miller & Kreisel V12 Subwoofer eingemessen, machten schon die ersten Musiktakte unmissverständlich klar: die klingt knackig. Mit schier ungezügelter Attacke im Mittelton haute die MPS2510P Klavieranschläge und Snare-Drum-Hiebe nur so raus. Das klang sehr realistisch. Aber die (auch gemessene) kleine Grundtonsenke führte zu etwas schwächerer Körperhaftigkeit und den Hochtönern merkte man ebenfalls Ihre Urheberschaft aus den 80ern an: Becken und S-Laute zeigten die richtige Energie, es mangelte aber gegenüber aktuellen Hochtönern an realer Feinzeichnung.

Wirklich verblüffend allerdings ist die unbändige Dynamik und Klirrarmut bei hohen Pegeln. Gerade bei Filmsequenzen (im Test als 2.1-Downmix) haut diese kleine Box ein Pfund raus, dass es nur so kracht – und das im besten und wörtlichen Sinne. Das wirkt alles sehr unangestrengt und locker.

Im Vergleich zur passiven Miller & Kreisel S300, die wir ja ebenfalls im Test hatten, würde ich – obwohl dsie größer, teurer und eben passiv ist – die S300 vorziehen. Sie klingt bei mindestens ebenbürtigen Dynamikfähigkeiten einfach noch müheloser.

Fazit: Knackig, Kompakt, dynamisch

Das Konzept von Miller & Kreisel geht mit dem MPS2510P immer noch auf: Man bestücke eine ultrakompacke Box mit drei Hochtönern und zwei Tief-/Mitteltönern, sodass man fast den Schalldruck und die Bündelung eines Horns erhält, ohne sich dessen Nachteile einzufangen. Und kann damit brachiale Pegel sauber in einem winzigen Formfaktor verpacken. Etwas mehr Grundton und feiner aufgelöste obere Oktaven hätte ich mir gewünscht, aber was da in knackiger Attacke an Impulsen und Pegel zu entfesseln ist, das gibt es nur selten – erst recht so klein verpackt. Das ist wirklich etwas für Dynamik-Liebhaber.

Weitere M&K Lautsprecher:
Test Miller & Kreisel S300 – passiver Frontspeaker mit höchster Dynamik
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Miller & Kreisel S300, MSP 2150P und V12 in der Übersicht

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M&K Sound MPS2510P
2018/03
Test-Ergebnis: 4,3
Sehr gut
Bewertungen
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Extrem kompakt und leistungsstark
Extrem dynamisch, riesen Pegelreserven
LED zum Ausrichten, Richtcharakter schaltbar
Hochtonauflösung dürfte feiner sein

Vertrieb:
Audio Reference GmbH
Alsterkrugchaussee 435
22335 HAMBURG
www.audio-reference.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
M&K Sound MPS2510P: 2.800 Euro