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Miller & Kreisel S-300 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S-300: Sehr kompakte THX-Frontlautsprecher, 3.600 Euro (Foto: R. Vogt)

Test: Miller & Kreisel S300 – Frontlautsprecher mit THX

Auf der High End in München, der größten Messe für bestes HiFi weltweit, wird die Fahne des hochwertigen Heimkinos nur von wenigen Spezialisten hochgehalten; für den Heimkino-Freund und Heimkino-Journalisten ist hier deshalb nicht so viel Neues zu entdecken. Umso erfreuter war ich, dass einer der größten HiFi-Vertriebe in Deutschland, nämlich Audio Reference, letztes Jahr den Vertrieb einer der bekanntesten Marken im Bereich Surround-Lautsprecher übernommen hat: Miller & Kreisel. Und fast noch schöner was die Vorführung, die Audio Reference mit einem kompletten Miller & Kreisel Set machten – das blies mir ordentlich die Ohren weg. Der zentrale Baustein dieses Vorführ-Sets war der Miller & Kreisel S300. Dieser passive Frontspeaker ist die erste komplette Neukonstruktion bei M&K seit langem und zeigt, wo man gerade technologisch und akustisch steht: nämlich ziemlich weit vorn…

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Miller & Kreisel S300 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 mit typischem M&K Sound Gesicht und dem klassischen Hochton Line-Array (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 mit dezent wirkender, magnetisch haftender Frontbespannung (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 (Foto: R. Vogt)
Das neue Logo der M&K Sound (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 (Foto: R. Vogt)
Das robuste Anschlussterminal der Miller & Kreisel S300 mit isolierten Schraubklemmen (Foto: R. Vogt)
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Schon die Front des Lautsprechers zeigt sich moderner als die konstruktiv traditionellere kleine Schwester S150 oder der Aktivmonitor MPS2150P. So liegen alle Verschraubungen der Front im Inneren; vorne sieht man keinerlei Technik außer den fünf Chassis.

Auch halten versteckte Magnete die Frontbespannung auf der Schallwand statt der üblichen Buchsen und Zapfen. Schrauben sieht man nur auf der Rückwand; sie ist wartungsfreundlich engmaschig verschraubt.

Mit ihren Abmessungen 39,5 x 34 x 33 cm (H x B x T) ist die Miller & Kreisel S300 zwar gegenüber den älteren Geschwistern größer, bleibt aber für die Leistungsklasse der THX Ultra2 Standards ausgesprochen winzig.

Fast wundert es, dass sie nur knapp über 18 Kilogramm wiegt, denn sie besitzt ein inneres und ein äußeres Gehäuse, die beide durch Bitumen-Matten voneinander entkoppelt sind. Und zusätzlich zum Gehäusegewicht kommen ja immerhin noch fünf Chassis mit ihren Magneten.

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Miller & Kreisel S300 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 Hochtöner-Trio mit Gewebekalotten aus Seide/Polyester-Mischgewebe (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel Hochtöner-Aufbau (Grafik: M&K Sound)
Miller & Kreisel Hochtöner-Aufbau mit riesigem Magnetsystem und eigenem Volumen hinter der Kalotte (Grafik: M&K Sound)
Miller & Kreisel S300 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 Tief/Mitteltöner aus kunststoffbeschichteter Glasfaser (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel Tieftöner-Aufbau (Grafik: M&K Sound)
Miller & Kreisel Tieftöner-Aufbau mit großem Magnetsystem. Dessen Polbohrung ist mit einem Trompetenmund strömungsoptimiert (Grafik: M&K Sound)
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Die komplett neu entwickelten Chassis sind mit komplexen Magnetsystemen und allerlei Tricks zur Dämpfung von verzerrungs-induzierendem rückwärtigen Schall clever designt. Der Doppelkonus ist innen auf einem dicken Stahlträger montiert. welcher wieder mit dem Sandwich-Gehäuse verbunden ist.

Die neuen Hochtöner teilen sich nun eine gemeinsame Frontplatte, welche die eher hässlichen, aufgeklebten Dämpfer der S150-Serie zur Minderung von Verzerrungen durch Kantenreflexionen nicht mehr benötigt.

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Miller & Kreisel S-300 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 Frequenzgänge der rechten Variante, Direktschall (rot) und unter Winkel (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S-300 (Foto: R. Vogt)
Vorbildlich: der bruchfreie Phasengang der Miller & Kreisel S-300 (Foto: R. Vogt)
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Die Frequenzgang-Messungen belegen die gezielte Richtcharakteristik zur Minderung der Reflexionen von Boden, Decke und Seitenwand, vor allem breitbandig im Mittelton. Ein Beleg für sorgfältige Entwicklungsarbeit ist der sehr homogene Phasengang, der für zeitrichtige Wiedergabe spricht und vor allem für eine bruchfreie Ankopplung an Subwoofer wichtig ist.

Entsprechend stellte sich das im praktischen Hörtest dar. Die Einmessung mit dem AV-Receiver passte auf Anhieb und sofort ließ sich die Weiterentwicklung der mechanischen Komponenten  gegenüber der ebenfalls getesteten MPS2510P nachvollziehen, die noch kurz zuvor an derselben Stelle spielte. Da spürte man in jeder Tonlage mehr Luft, mehr Dynamik und die Mühelosigkeit kaum ausschöpfbarer dynamischer Reserven.

Miller & Kreisel S300 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel S300 (Foto: R. Vogt)

Interessanterweise verschweigt Miller & Kreisel bei der S300 eine offizielle Angabe für den maximalen Schalldruck. Wenn ich schätzen müsste, sind es gewiss 4-6 Dezibel mehr als bei der kleineren Schwester.

Das kann man in gewöhnlichen Wohnräumen und selbst gut isolierten Kinos kaum an seine Grenzen bringen. Und ein Wirkungsgrad von immerhin 92dB reicht auch mit schwächeren Endstufen für Konzertatmosphäre und realistische Action.

Mir persönlich noch wichtiger als diese grobdynamischen Eigenschaften sind die feindynamischen – und da bietet die S300 signifikant mehr als die kleineren Modelle, sollte sie auch, kostet sie schließlich mehr als das Doppelte einer S150.

Tonal zeigen die zwei eine ähnliche, im Grundton etwas schlanke Statur, darüber aber eher vollmundige Klangfarben von reicher Textur und auch einen fein strukturierten Hochton. Eine wandnahe Aufstellung tut der tonalen Balance gut.

Das wirkte alles sehr anspringend impulsfreudig und leichtfüßig, egal ob nun musikalisches wie Rimmshots auf einer Snare-Drum oder Keith Jarretts Klavieranschläge oder staubtrockene explosive Schüsse im Actionfilm.

Auffällig: Selbst in dynamisch komplexen Arrangements oder Szenen behält die S300 stoisch die Übersicht und Balance zwischen Grob- und Feindynamik, egal ob man leiser oder sehr laut spielte. Das wirkte nie nervig oder auch nur angestrengt. Toll.

Fazit: Miller & Kreisel S300 – für Dynamik-Fans

Die Miller & Kreisel S300 ist erstaunlich kompakt, zeigt ausgeprägte Richtwirkung ohne Horneinsatz und bietet fast schon erschreckende Schalldruckreserven, die sie klanglich unbeeindruckt mühelos ausreizt.

Dabei klingt sie impulsiv und feinzeichnend zugleich. Allenfalls etwas mehr Volumen im Grundton könnte man sich wünschen, was sich aber mit wandnaher Aufstellung und entsprechender Abstimmung im Bassmanagement kompensieren lässt.

Gibt es noch etwas zu Meckern? Vielleicht ist die Lackoberfläche etwas sensibler als andere, nicht zu Unrecht liegen jedem Lautsprecher weiße Stoffhandschuhe bei.

Wem die S300 noch zu groß ist, dem bieten sich – besonders bei Platzierung hinter einer schalltransparenten Leinwand – die flachereren OnWall-Versionen MP300 oder die InWall-Einbau-Varianten IW300 an. Mit den neuen Miller & Kreisel S300 ist man in jedem Fall für Konzert und Hollywood gewappnet.

Weitere Miller & Kreisel Lautsprecher:
Test Miller & Kreisel MSP 2150P – Aktivmonitor mit THX
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Miller & Kreisel S300, MSP 2150P und V12 in der Übersicht

Weiter AV-Syteme:
Test: Teufel System 6 THX Select 5.1-Surround-Set
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Test Magnat Cinema Ultra: der Hollywood-Sound

M&K Sound S300
2018/03
Test-Ergebnis: 4,5
überragend
Bewertungen
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Extrem kompakt und leistungsstark
Extrem dynamisch, riesige Pegelreserven
gezielte Richtcharakteristik
OnWall und InWall Varianten

Vertrieb:
Audio Reference GmbH
Alsterkrugchaussee 435
22335 HAMBURG
www.audio-reference.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
M&K Sound S300: 3.600 Euro
M&K Sound MP300 (OnWall): 3.400 Euro
M&K Sound IW300 (InWall): 3.200 Euro
M&K Sound S300T (Surround-Tripol): 2.250 Euro