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Test Sonos One mit Amazon Alexa
Der Sonos One ist äußerlich unscheinbar, hat es aber faustdick hinter der Blende – zum Beispiel ist Alexa eingebaut. Der Sonos One kostet 230 Euro (Foto: S. Schickedanz)

Test: Was taugt Sonos One mit Amazon Alexa?

Der Auftritt des brandneuen Sonos One weckt hohe Erwartungen. Bereits die Box der Box ist jetzt noch stylischer gestaltet und reizt nach dem Aufreißen mit einem roten Schmollmund und dem Spruch: „Der Smart Speaker für Musikliebhaber.“ Das erinnert mich an die Quintessenz meines kürzlich auf LowBeats veröffentlichten PlayBase-Tests: Der Soundbar für Musik-Freaks.

Keine Frage, die junge amerikanische Marke hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Lautsprecher smarter wurden und trotzdem noch ganz schön natürlich klingen.

Wenn ich an den Anfang meiner Tester-Laufbahn denke: Da waren viele Lautsprecher reichlich hohle Holzkisten, die durch Einbau von kleinen Elektronikplatinen mit ein paar Kondensatoren, Spulen und Widerständen plus einer Hand voll Treibern im Gegenwert von unter 100 D-Mark zu begehrenswerten Objekten für Klangfetischisten mutierten, die dafür ein paar 1.000 Euro ausgaben.

Durch die im HiFi-Bereich konkurrenzlos große Gewinnspanne sahen die Händler sie als Begabe zur Elektronik, mit der sich verlockende Paketangebote mit satten Preisnachlässen schnüren ließen.

Und jetzt? Wenn einer nicht altmodisch ist oder fürs Ego (oder für den ultimativen Anspruch) ein paar riesige Endstufen braucht, dann ist die Box selbst die ganze Anlage.

Sonos One and only: Einer für alles

Statt Tapedeck, Plattenspieler, CD-Player und Verstärker genügt solche smarten Lautsprechern eine drahtlose Internetverbindung und die Dinger spielen alle Songs dieser Erde.

Doch das genügt den nimmersatten Gadget-Freaks schon nicht mehr. Jetzt sollen die Boxen nicht nur Krach machen, sondern auch noch aufmerksam zuhören, was ihr Gebieter sagt.

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Test Sonos One mit Amazon Alexa
Das Unboxing der Boxen wird von Sonos zum Erlebnis stilisiert (Foto: S. Schickedanz)
Test Sonos One mit Amazon Alexa
Nach dem Aufreißen der umlaufenden Lasche gibt es coole Muster und flotte Sprüche. Danach bereitete der neue Sonos One bei der Installation einige kleine Überraschungen, die der Sympathie weniger zuträglich waren (Foto: S. Schickedanz)
Test Sonos One mit Amazon Alexa
TruePlay spielt noch nicht mit dem neuen iPhone 8 zusammen… (Foto: S. Schickedanz)
Test Sonos One mit Amazon Alexa
Und tschüss: Wer alle Funktionen seiner kongenialen Verbindung aus Sonos-Box und Amazon-Assistenten ausschöpfen will, gibt bereits bei der Installation ein riesiges Bündel Daten preis (Foto: S. Schickedanz)
Test Sonos One mit Amazon Alexa
Ups, was ist das? Vielleicht ist die Sorge mit dem gläsernen Nutzer ja unbegründet. Der mit der Sonos One verknüpfte Amazon-Account ist eigentlich in Stuttgart, Baden-Württemberg beheimatet. Die Antwort beim ersten Versuch „Wie wird das Wetter heute“ ohne Ortsangabe bezog sich gar auf Seattle. Das ist zwar ulkig, aber hilfreich ist es nicht (Foto: S. Schickedanz)
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Lautsprecher mit Sprachsteuerung sind in aller Munde: The next big thing, wenn ich mir die Artikel der überwiegend begeisterten, teils euphorischen Kollegen betrachte. Was mich betrifft, stelle ich mir bei neuen Technologien immer die Sinnfrage. Einmal für mich selber und einmal, so gut es geht, nüchtern betrachtet für meine Leser.

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen. In meinem Auto ist die Sprachsteuerung gleich nach dem kräftigen Motor wirklich das Beste. Das liegt allerdings an der besonderen Situation hinterm Steuer und dem Mangel an sinnvollen Alternativen.

Gerade, wenn es um die Steuerung des Navigationssystems, allem voran bei der Zieleingabe, oder um das Einleiten von Anrufen geht, gibt es nichts Vergleichbares – wenn es gut gemacht ist – von der Sicherheit und dem Komfort her.

Doch zu Hause habe ich gewöhnlich die Hände frei und bin nicht gezwungen, die Augen zur Vermeidung von Unfällen immer geradeaus zu richten. Zudem habe ich für Fragen nach dem Wetter oder nach was auch immer das Handy in Reichweite. Soweit unterscheide ich mich wohl nicht von den meisten modernen Menschen.

Der Lautsprecher kann auch zuhören

Warum trotzdem alle anderen so scharf darauf sind, ihre Lautsprecher anzuquatschen, verstehe ich deshalb nicht.

Von Bedenken zum Datenschutz angefangen – schließlich sind die Dinger immer mit irgendwelchen Accounts verbunden – über den Umstand, dass während der Sprachinteraktivität die Musikwiedergabe unterbrochen oder zumindest beeinträchtigt wird bis zum Handicap, dass das Prinzip bei hohen Wiedergabepegeln gar nicht zuverlässig funktioniert. Als Relikt aus analogen Zeiten frage ich mich immerzu: Was soll das?

Dennoch stehe ich dem Ganzen nicht mit fundamentaler Ablehnung gegenüber und versuche objektiv, die Stärken und Schwächen der schönen neuen Technologie auszuloten. Und siehe da: Beim Test der Amazon Echo schnitt der hilfreiche Geist in der Dose besser als der eigentliche Lautsprecher ab.

So gesehen war diesmal von vorneherein klar, dass ein besseres Testergebnis herauskommen würde. Alexa zog nämlich bei keinem Geringeren ein als dem Nachfolger des beliebten, rund und harmonisch abgestimmten Sonos Play:1. Und wenn es ihr nach dem Umzug in eine bessere Box nicht die Sprache verschlagen würde, wäre ihr ein gutes Gesamtergebnis sicher.

Doch Sonos und Amazon machten die Sache erst mal spannend. Bis ich Alexa die ersten Befehle erteilen konnte (welcher Mann hätte daran keinen Spaß), war meine Stimmung – Geduld ist nicht unbedingt mein zweiter Vorname – schon so gereizt, dass die ersten Worte nicht druckfähig sind: „Spiel Musik, Du Sch… Ding!“ leitete den initialen Funktionstest ein.

Was die Reaktion auf derbe Worte betrifft, sind Computer eindeutig die besseren Menschen: „Entschuldigung, auf diese Frage habe ich leider keine Antwort.“ Allerdings war es keine Frage, sondern ein Befehl, weshalb mich Alexas besonnene Reaktion trotzdem nicht versöhnte.

Die Sache mit den Passwörtern

Selten musste ich während der Inbetriebnahme eines Testgeräts so viele Nutzernamen und Passwörter eingeben wie beim Zusammenspiel von Sonos und Amazon.

Dabei hatte ich mir die Sache mit dem WLAN-Router gespart, weil ich den Sonos One vorsorglich über LAN vernetzte. Diesmal war es anders als beim Soundbar PlayBase.

So genügte nicht die Anmeldung bei meinem nur zu Testzwecken eingerichteten Sonos Account. Ich musste mich außerdem bei meinem zum Einkauf genutzten, inzwischen für viele Tests ebenfalls unentbehrlichen Amazon Account anmelden.

Und zwar in den zuvor heruntergeladenen iOS-Apps von Amazon und Sonos, wo mich der Schlüsselbund meines iPhones im Stich ließ.

Ein böses Foul, das zu vielen extrem lästigen Tippereien auf der winzigen Touch-Tastatur und letztlich zum Zurücksetzen beider Passwörter führte.

Dann musste ich mich noch mal bei Amazon einloggen, um die Skills, die Alexa zum Steuern der Sonos-Lautsprecher und des Multi-Room-Systems befähigen, hinzuzufügen.

Mir graut schon davor, wenn die derzeit sehr gefragte Alexa im nächsten Jahr auch in BMW-Cockpits Einzug hält…

Test Sonos One mit Amazon Alexa
Der Sonos One hat nur einen LAN-Anschluss für Ethernet-Netzwerkkabel auf der Rückseite. Analog-Eingänge oder Bluetooth gibt es nicht. Dafür hat er WLAN mit einer Boost-Funktion (Foto: S. Schickedanz)

Nach Abschluss der von vielen Schikanen geprägten Installation des Sonos One mit Alexa war mein Aggressionspegel kurz vor dem roten Bereich.

Doch damit war der Frust lange nicht zu Ende: Zugriff auf die geniale TruePlay-Einmess-Automatik von Sonos wurde mir als Besitzer des neuen iPhone 8 verwehrt. Und das ist im Gegensatz zum iPhone X schon einen Monat erhältlich.

Klar, Sonos verwendet ein Profil des integrierten Mikrofons für seine Messung, aber wenn andere Hersteller sogar ihr Hardware-Zubehör rechtzeitig zur Markeinführung des neuen iPhone fertigkriegen, würde ich das hier erst recht erwarten.

Dann kam der nächste Klopfer, der diesmal auf das Konto von Amazon ging. Bei der Test-Frage nach dem Wetter erstattet Alexa Bericht über die Zustände in Seattle, USA, – bei meinem deutschen Amazon Account, der mit einer bestimmten Stadt verbunden ist.

Vielleicht sollte ich mir doch keine Gedanken über den Datenschutz machen? Die raffen ja gar nichts.

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