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Sonos Play:5
Das Sonos Play:5 bietet ein beeindruckendes Klangerlebnis aus einem kompakten Gehäuse. Mit der App lassen sich sogar zwei der WLAN-Lautsprecher als Stereo-Paar betreiben. (Foto: Sonos)

Test: Sonos Play:5 mit Trueplay-Einmessung

Was doch ein paar Jahre in der Computerwelt für einen Unterschied machen. Als ich vor langer Zeit das Multi-Room-System von Sonos für ein Home-Automation-Magazin testete, überzeugte mich das Konzept nicht übermäßig. Auch der Klang der damaligen Komponenten stimmte erst richtig, wenn man zwei Lautsprecher zum Stereopaar zusammenschaltete. Danach überzeugten mich die Produkte der Amerikaner mit jeder Begegnung ein wenig mehr. Doch mit dem gerade gehörten WLAN-Lautsprecher Sonos Play:5 kommt pure Begeisterung ins Spiel.

Der Lautsprecher machte bereits auf die ersten Takte klar, dass er ein echter Hammer ist. Er kann nun endlich mit brillanten Höhen und vor allem mit einem richtig tiefen, konturierten Bass aufwarten.

Der Sonos Play:5 klingt richtig erwachsen und ich vermag es mir gar nicht auszumalen, wozu er in Stereo in der Lage wäre – doch ich habe nur eine der WLAN-Boxen zur Hand.

Ehrlich gesagt reicht das für die meisten Räume, wenn man nicht andächtig davor hockt und eine breite Bühne vor dem geistigen Auge sehen will.

Sonos Play:5 überzeugte auf Anhieb

Von der Auflösung, vom Volumen, der Dynamik und dem Schalldruck ist alles da, was man braucht, um Spaß zu haben. Als Stereopaar dürften die Sonos Play:5 eine normale Stereo-Anlage mit Standboxen und vielen hässlichen Einzelkomponenten klanglich ziemlich in Zugzwang bringen.

Hier genügt ein Smartphone, um mit der kostenlosen Sonos Controller App (für iOS und Android) seine Musik über einen zwischengeschalteten Router abzuspielen. Selten war so viel Musikgenuss mit so wenig sichtbarem Aufwand möglich.

Wer mag, kann natürlich auch seine Netzwerkfestplatte (NAS) einbeziehen und Musik aus dem zentralen Musikarchiv wiedergeben. Oder aber eine ganze Latte von Streamingdiensten wie Spotify, Pandora, Deezer, TuneIn, SiriusXM, Google Play Music, SoundCloud, Amazon Music, iHeartRadio, Rhapsody, Radio oder Qobuz sowie Internet-Radio hören.

Auch das geht mit der Controller App, die von der Benutzerführung bei der Installation, der Handhabung im Betrieb und den technischen Möglichkeiten die lange Erfahrung des Marktführers spiegelt.

Sonos Play:5 Touch-Tasten
Touch-Tasten am Sonos Play:5 erleichtern die Bedienung (Foto: Sonos)

Für die neueste, spannendste Funktion gibt es in der App sogar einen Kurzfilm als Anleitung: Trueplay ermöglicht die Einmessung des Play:5 sowie der meisten älteren Komponenten unter Zuhilfenahme des Smartphone-Mikrofons (kompatible Geräte).

Wegen der Vielzahl unterschiedlicher Android-Handys gucken Google-User bei dieser Funktion in die Röhre, denn es gilt, die Fehler des Mikrofons zu kennen und automatisch zu kompensieren.

Also wedelte ich mit meinem iPhone wie im Film gesehen im Raum herum und nahm damit eine Reihe sehr kurzer Frequenz-Sweeps auf. Das ist ebenso narrensicher wie clever.

Denn mit Impulsen kann man im Gegensatz zu Rauschsignalen das Zeitverhalten optimieren, wobei Sonos keine Angaben zu diesem Punkt macht.

Vom Timing brachte die Einmessung in meinem Versuch gefühlt den größten Nutzen. Der Bass klang noch schneller ab, die Impulse kamen klarer. Es handelte sich – zum Glück – um eine eher subtile Korrektur, die dem Play:5 seinen breitbandigen, für diese Klasse überaus natürlichen Klang-Charakter lässt und gleichzeitig die Konturen nachschärft.

Die Attacke von Bassdrums war danach regelrecht verblüffend. Scharf angerissene, knochentrockene Bass-Saiten wie bei „Panther“ von Marcus Millers „The Ozell Tapes“ oder Gitarren-Saiten gingen unter die Haut. Wie schon beim neuen Bose SoundTouch 10 musste ich Luftgitarre spielen.

Nur klang alles noch eine ganze Klasse erwachsener, womit das 580 Euro teure Sonos Play:5 seinem höheren Preis und den deutlich größeren Abmessungen alle Ehre macht.

Sonos Play:5 Gehäuse, Hoch- und Tieftöner
Das Sonos Play:5 besitzt ein geschlossenes Gehäuse (perfekt für sauberen Bass) und je drei aktiv angesteuerte Hoch- und Tieftöner (Foto: Sonos)

Wenn ein Song geeignet ist, seinem Zuhörer Gänsehaut zu bereiten, wird das Ereignis mit dem Sonos Play:5 garantiert eintreten. Er spielt verzerrungsfrei sehr laut, schiebt da, wo andere Kompaktlautsprecher und auch zahlreiche passive Standboxen schon kapitulieren, im tiefen Frequenzkeller noch mit einer staubtrockenen Druckwelle nach.

Das ist meilenweit weg von den anderen Sonos-Speakern mit ihren reichlich kraftlosen, unkonturierten Bässen. Stimmen klingen zwar nicht ganz so natürlich wie mit einer Top-HiFi-Box üblicher Prägung mit einer tollen CD.

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