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Action für den entspannten Feierabend - Mission: Impossible 6 – Fallout 4K UHD (Foto: Paramount Pictures)
Action für den entspannten Feierabend - Mission: Impossible 6 – Fallout 4K UHD (Foto: Paramount Pictures)

4K UHD-Blu-ray: Mission: Impossible – Fallout

Die „Mission: Impossible“ Filmreihe gehört mittlerweile zu den Klassikern der kurzweiligen Kinounterhaltung mit Action-Betonung. Das taugt immer für einen Männerabend oder um einfach mal die Subwoofer mit ordentlich Geballer abzustauben. Dank Starbesetzung und der signifikanten Titelmusik ist auch Mission: Impossible: Fallout wieder so eine Art James Bond auf Steroiden und wirkt manchmal fast schon zu atemlos. Glaubwürdig machen die überzogene Handlung aber die meist real gedrehten Stunts ohne Computerhilfe, Knöchelbruch von Hauptdarsteller Tom Cruise inklusive. Ein Fest für Heimkinos mit Projektion und Dolby Atmos-Sound.

Unser Filmspezialist Timo Wolters analysiert Film und Technik von Blu-ray Disc und Ultra-HD Blu-ray – spannend.

Mission: Impossible 6 – Fallout 4K UHD (Foto: Paramount Pictures)
Mission: Impossible – Fallout 4K UHD (Foto: Paramount Pictures)

Hammer und Skalpell

Zum sechsten Mal schlüpft Tom Cruise in die Rolle des „unmöglichen“ Agenten Ethan Hunt.

Das Team ist wieder vereint (Foto: Paramount Pictures)
Das Team ist wieder vereint (Foto: Paramount Pictures)

Zwei Jahre ist es her, dass Ethan Hunt gemeinsam mit Ilsa Faust und Benji Dunn den Kopf des „Syndikats“, Solomon Lane, schnappen und unschädlich machen konnte. Die Zersplitterung der Organisation führte allerdings ehemalige Mitstreiter von Lane zusammen. Diese formierten eine Terrorgruppe, die unter dem Namen „Die Apostel“ ihr Unwesen treibt. Hunt indes wird zu einem Deal nach Berlin geschickt, wo er waffenfähiges Plutonium sicherstellen soll, das „Die Apostel“ für ihren Auftraggeber John Lark erwerben wollen. Hunt allerdings lässt sich das hochgefährliche Material abluchsen, weil Luther Stickell in Gefahr gerät und Ethan ihm zur Hilfe eilt. Jetzt müssen Hunt und sein Team dem Plutonium hinterher jagen, was sie ab sofort nur mit einem Aufpasser tun können. Denn CIA-Direktorin Sloane setzt den Spezial-Agenten Walker ein, der die Tätigkeiten von Ethan überwachen soll. Allerdings scheitert auch deren erster gemeinsamer Versuch, das Plutonium und Lark zu sichern. Auch deshalb, weil plötzlich wieder Ilsa Faust auf der Bildfläche erscheint. Außerdem tritt eine geheimnisvolle Fremde namens White Widow auf und „Die Apostel“ verlangen für die Herausgabe des Plutoniums die Freilassung Solomon Lanes – eine mehr als vertrackte Situation entbrennt …

Ilsa funkt dazwischen (Foto: Paramount Pictures)
Ilsa funkt dazwischen (Foto: Paramount Pictures)

Nachdem Tom Cruise seine Regisseure in der Regel wechselt wie andere Leute ihre Unterwäsche, muss man Christopher McQuarrie fast schon beglückwünschen, dass der am Set zu leichter Kontrollsucht neigende Actionstar nach dem direkten Vorgängerfilm sowie Jack Reacher nun schon zum dritten Mal mit dem gleichen Filmemacher zusammenarbeitet. Mittlerweile sind die beiden offenbar sogar richtige Buddies, wenn man bedenkt, dass McQuarrie noch vier weitere Drehbücher zu Cruise-Filmen schrieb, ohne selbst auf dem Regiestuhl zu sitzen. Der aus New Jersey stammende Filmdirigent ist nun der Erste, der zum zweiten Mal eine der M:I-Fortsetzungen drehen darf – und das mit wachsendem Erfolg. Spielte Teil IV, das „Phantom Protokoll“, noch 690 Mio. Dollar weltweit an, erreichte McQuarrie mit Rogue Nation bereits 700 Mio. Dollar und toppte auch das nun mit „Mission: Impossible 6 – Fallout“ noch einmal deutlich. Sensationelle 791 Mio. Dollar spielte der Actionfilm ein. Der finanzielle Erfolg ist erstaunlicherweise deckungsgleich mit den teils vorzüglichen Besprechungen der Filmkritiker. So erstaunlich es ist, so sehr scheint sich die Actionserie, die sich mehr und mehr vom eigentlichen Agenten-Thriller verabschiedet hat, auch qualitativ von Film zu Film zu steigern.

Walker soll auf Hunt aufpassen (Foto: Paramount Pictures)
Walker soll auf Hunt aufpassen (Foto: Paramount Pictures)

Inhaltlich hat „Mission: Impossible 6 – Fallout“ jedenfalls eine Menge zu bieten: Neue Figuren, alte Charaktere, Intrigen, doppeltes und dreifaches Spiel – an Verwicklungen und komplizierten Situationen mangelt es wie oben beschriben auch im sechsten Teil der Serie nicht. Viele halten ihn nicht nur für den besten Film der Serie, sondern für einen der besten Actionfilme überhaupt. Und das ist nicht mal übertrieben. Während andere Genre-Werke sich in ihren doppelten Böden verstricken, gelingt es Drehbuchautor/Regisseur McQuarrie tatsächlich für einen Moment, sogar den Zuschauer in den Glauben zu versetzen, dass Walker mit seiner Vermutung Recht haben könnte – eine wirklich kühne Vermutung, die aufgrund von Spoiler-Vermeidung hier nicht genannt werden soll. Gelingen tut dies in diesem Moment so gut, weil die Story hervorragend geschrieben ist und Walkers Argumente ziemlich nachvollziehbar sind.

Man muss zwar ein bisschen bei der Sache bleiben und zweieinhalb Stunden Laufzeit sind eben auch nicht „mal eben“ auf der linken Pobacke abzusitzen, aber „Mission: Impossible 6 – Fallout“ belohnt mit einer ungeheuer dichten Atmosphäre und atemlosen Action-Sequenzen. Dabei beginnt man nicht einmal allzu rasant, sondern im Verhältnis zu den bisherigen Eröffnungen des Franchise überraschend langsam. Dann allerdings geht es nach etwas über 20 Minuten mit einer Szene weiter, die vielleicht vordergründig nicht ganz so unglaublich spektakulär wirkt, wie das Festbinden am Airbus A400M im Vorgänger, doch wenn man auch nur ein bisschen über die Entstehung des HALO-Fallschirmsprungs erfährt, kann man nicht umhin, als mit offen staunendem Mund da zu sitzen. Cruise ließ es sich nicht nehmen, diese Sequenz eben nicht vor Greenscreen im Windkanal-Studio zu drehen. Das Ganze geschah live und erforderte über 100 Testsprünge, bevor das ganze Team soweit war. Ähnlich spektakulär gerät die Hubschrauber-Sequenz oder auch die sensationell choreografierte Kampfsequenz zwischen Hunt, Walker und dem Asiaten in der Toilette – lange schon war ein Film-Fight so großartig durchgeplant und machte so viel Spaß.

Dass sich Cruise beim Sprung über die Dächer von London den Knöchel brach und die Dreharbeiten deshalb für fünf Wochen unterbrochen werden mussten, zeigt nur noch mehr, wie wenig sich der Darsteller bei seiner Arbeit schont. Übrigens beließ man diese Szene genauso im Film – inklusive Weghumpeln auf dem Dach (94’37).

Die geheimnisvolle Weiße Witwe (Foto: Paramount Pictures)
Die geheimnisvolle weiße Witwe (Foto: Paramount Pictures)

Wer den Aussagen von Cruise im Bonusmaterial lauscht, weiß aber auch, dass er „Mission: Impossible 6 – Fallout“ als Kumulation aller bisherigen Teile sieht. Seiner Meinung nach steuern alle vorherigen Episoden auf diesen sechsten Teil hin, was auch die Möglichkeit bot, Hunts Ex-Frau Julia zu integrieren, um den Film zusätzlich emotionaler zu gestalten. Das passiert zwar erst spät, aber dann ziemlich intensiv. Die Tatsache, dass auch Ilsa Faust wieder mit von der Partie ist, aber nicht von Beginn an mit Hunt arbeitet, bzw. nicht den gleichen Auftraggeber hat, eröffnet ebenfalls eine spannende Möglichkeit der Interaktion.

Dazu angelte man sich mit Supermann-Darsteller Henry Cavill einen neuen Mitspieler, der einen soliden Counterpart und Aufpasser für Hunt gibt. Mit seinem Schnauzbart wirkt er zwar wie ein muskelbepacktes Agenten-Relikt aus den 70ern, setzt sich damit aber optisch gut vom smarten Ethan ab. Und er darf für ein paar gute Gags sorgen, wenn er Hunt ein rotziges „Hoffnung ist keine Strategie“ vor den Latz knallt.

Ach ja: Sean Harris als Solomon Lane war schon im Vorgänger ein Gewinn. Wenn er hier mit eiserner Miene und ohne mit der Wimper zu zucken neben Cruise sitzt, während dieser in einem alten 5er BMW seine Fahrkünste demonstrativ zum Besten gibt, ist das absolut großartig. Und es symbolisiert seine Skrupellosigkeit. Wenn er kurz darauf Hunt vom Verfall erzählt, nimmt man ihm ab, dass er jedes Wort davon selbst glaubt – Gift und Galle spuckt er aus über die Regierungen und Systeme der Welt.

Wir haben also eine packende Story, unglaublich gut getimte Action und tolle Darsteller-Leistungen. Das alleine würde schon ausreichen. Doch was den sechsten Teil noch einmal vom direkten Vorgänger abhebt, ist sein kongenialer Sound. Lorne Balfe, ein enger musikalischer Vertrauter (und Ghostwriter) von Hans Zimmer hat für den sechsten M:I-Film einen derart fiebrigen und flimmernden Soundtrack erschaffen, dass die isolierte Musikspur, die auf der BD enthalten ist, eine echte Empfehlung wert ist. Immer wieder treibt sie die Action vorwärts und macht das Geschehen noch rasanter als es eigentlich schon ist.

Und sie intensiviert die Spannung. Eine Spannung, die im Finale wirklich – und das ganz ohne Übertreibung – zum intensivsten gehört, was Actionfilme bisher zu bieten hatten. Die komplette Sequenz mit den Helikopter sowie der darauf folgende Zweikampf an der Felswand lässt den Zuschauer atemlos und schweißnass gebadet zurück. Viel mehr geht nicht.

Die fast unmögliche Action-Szene (Foto: Paramount Pictures)
Die fast unmögliche Action-Szene (Foto: Paramount Pictures)

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