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Ultra-HD-BD The Martian
Die Ultra-HD Blu-ray Disc "The Martian". Der Packung liegt auch eine konventionelle Blu-ray Disc bei (Foto: R. Vogt)

Ultra HD: Samsung UBD-K8500 + JVC DLA-X7000

Manchmal hilft der Zufall: Anlässlich eines Upgrades des Projektors JVC DLA-X7000 auf den so genannten BT.2020 Farbraum konnten wir zeitgleich für ein paar Stunden den Samsung UBD-K8500 ausprobieren, einen der ersten deutschen Ultra-HD Blu-ray Disc Player. Das konnten wir uns unmöglich entgehen lassen.

Es ist bei Heimkinofans mit die heißeste, aktuell geführte Diskussion: Wie viel bringt die Einführung von Ultra-HD mit mehr Dynamikumfang (Stichwort: High Dynamic Range / HDR) und mehr Farbsättigung durch den erweiterten Farbraum BT.2020? Denn eigentlich brauchen wir – meine These seit Jahren – primär nicht mehr, sondern bessere Pixel. Schließlich versuchen wir immer noch mit der herrschenden HD-Videonorm REC709 einen Röhren-Farbfernseher zu imitieren: Mit allen Limitierungen, die diese Technik bei ihrer Einführung vor gut einem halben Jahrhundert bereits hatte. Leider etablieren sich gerade einige Standards parallel, die sich auf die aktuellen Techniken der heutigen digitalen Displays einstellen, allen voran BT.2020 und Dolby Vision. Ärgerlich: Sie berücksichtigen nur selbstleuchtende Displays, aber keine Projektoren – zumindest was die Darstellung von Helligkeit (Gamma) angeht.

Samsung UBD-K8500 Rack
Samsung UBD-K8500 im Rack des LowBeats Testkinos gibt HDR wieder (Foto: R. Vogt)

Bits und Nits

Bislang arbeiten digitales Video und Fernsehen mit einer Quantisierung von 8 Bit und einer Gamma-Kurve, die bis vor ein paar Jahren einfach logarithmisch (Gamma 2.2) verlief oder seit 2012 adaptiv (BT.1886) an das logarithmische Gamma angenähert wurde, was die Charakteristik des meist verbreiteten Sony Studiomonitors nachahmt. Dies ermöglicht eine Schrittweite von maximal 255 Stufen zwischen Schwarz und Weiß, wovon nur die Stufen 16 bis 235 verwendet werden. Gut ein Dutzend HDR-Standards arbeiten dagegen mit einem Minimum von 10 Bit. Und da jedes Bit einer Verdoppelung entspricht, stehen nun mit maximal 1023 Stufen eine viel feinere Differenzierung von Helligkeits- und Farbschattierungen ins Haus und genügend Reserven, um sich an eine neue Verteilung der Helligkeitswerte zu wagen.

Das auf den Ultra-HD Blu-ray Discs bislang verwendete HDR-Gamma mit dem wenig klangvollen Namen ST2084, gerne auch HDR-10 genannt, versucht nun reale Helligkeitswerte zu reproduzieren statt relative, wie das bisher passierte. Ein normales Display, etwa ein Fernseher, sollte in einem gedimmten Raum eine Helligkeit von circa 100 Nit erreichen, entsprechend der ISO-Norm zur Leuchtdichte (1 Nit = 1 Candela pro Quadratmeter). Neueste, für HDR konzipierte Displays können aber – zumindest auf einem Teil ihrer Fläche – gleichzeitig Werte bis 1000 Nit erreichen, also immerhin das Zehnfache. HDR-Studiomonitore genauso. Nun legt HDR-10 fest, dass in der Reproduktion Graustufen und Farben exakt genauso hell dargestellt werden wie im Mastering festgelegt. Ganz wichtig: Der „normale“ Weißwert bleibt dabei auf 100 Nit festgelegt. Damit bleibt auch das Bild subjektiv genauso hell wie bisher. Nur für Spitzlichter und maximierte Farbhelligkeit werden die restlichen 900 Nit Reserve verwendet, also einen Glanzpunkt auf Autolack, eine Kerzenflamme in dunkler Szene oder die untergehende Sonne am Horizont. Das wirkt natürlicher und schlicht realistischer, denn solche Motive wurden in alter HD-Technik stets nur ausgebleicht oder übersteuert dargestellt.

JVC DLA-X7000 HDR-Gamma D
Der Gamma-Speicher „D“ ist für HDR-Wiedergabe vorgesehen (Foto: R. Vogt)

Problem: Heimkino-Projektionen sind viel dunkler. Ein moderner Projektor schafft auf einer typischen Heimkinoleinwand mit Bildbreiten zwischen 2,5 und 3,5 Metern statt der für HDR geforderten 1000 Nit nur um die 50 Nit! Da fehlen also nicht nur 90 Prozent zum Spitzlicht, selbst der normal belichtete Bereich bis 100 Nit wird nicht erreicht. Und das ist eigentlich auch nicht erwünscht, weil es auf der großen Fläche im komplett verdunkelten Raum zu hell ist. Es würde schlicht blenden. Daher sieht zum Beispiel die Digitalkino-Norm DCI auch für normales Weiß 48 Nit vor und für HDR lediglich eine Verdoppelung auf 96 Nit. Dumm nur, dass auf den neuen Ultra-HD Blu-ray Discs HDR-10 verwendet wird, nicht DCI-HDR. Und daher passt das auf die bisherigen Projektoren eben nicht oder nur mit Einschränkungen. Eine Lösung könnte sein, signifikant hellere Projektoren zu verwenden, etwa die neue Highend-Laser-Maschine Sony VPL-VW5000ES mit bis zu 5.000 Lumen. Die hat allerdings einen für die meisten von uns unerreichbaren Preis: 65.000 Euro.

Praxis: Der Samsung UBD-K8500

Samsung UBD-K8500 Lade mit Spiderman
Die schlanke Lade des Samsung Players (Foto: R. Vogt)
Ultra-HD-BD Spiderman und The Martian
Ultra-HD-Blu-ray-Scheiben  Spider-Man 2 und The Martian (Foto: R. Vogt)

Damit man das alles einmal ausprobieren kann, braucht es natürlich eine Quelle. Und die stand uns zumindest für ein paar Stunden in Form des bald für 500 Euro erhältlichen Samsung UBD-K8500 zur Verfügung – dazu zwei Ultra-HD Blu-ray Discs Spider-Man 2 und The Martian. In der Handhabung der neuen UBD-Scheiben ändert sich für den Anwender nichts gegenüber bisherigen Scheiben. Der Samsung Player folgt mit seiner gekrümmten Front der Linie der Curved-Displays des Herstellers und ist einfach, aber gut verarbeitet. Er bietet die nötigsten Anschlüsse mit optischem Tonausgang, Netzwerk und zwei HDMI-Ausgängen, die sich parallel oder nach Audio und Video separiert verwenden lassen. Die Fernbedienung wirkt dank weniger Tasten aufgeräumt, es mangelt aber an einer Beleuchtung für die Handhabung im dunklen Kino. Schon bei den ersten Versuchen mussten wir leider feststellen, dass auch der Player nicht für Heimkinos gedacht ist. Denn nicht nur der Handgeber ist unbeleuchtet: Auch wollte der HDMI-Ausgang keine langen Kabel zum Projektor treiben. Und das lag nicht an den Kabeln, wie sich schnell mit dem Murideo SIX-G Testbildgenerator prüfen ließ. Der nämlich entlockte bei identischer Signalart und Auflösung dem Projektor sofort ein Bild. Also platzierten wir den Player zunächst einfach neben dem Projektor.

Samsung UBD-K8500 Versuchsaufbau
Samsung UBD-K8500 und JVC DLA-X7000 im einfachen Versuchsaufbau mit kurzem Kabel unter dem Sony VPL-VW300ES des Testkinos (Foto: R. Vogt)

Die Kompatibilität der neuen Scheiben ist kein Problem. Trieb der Samsung den Sony VPL-VW300ES an, zeigte dieser ein gewöhnliches knackscharfes Ultra-HD (4K) Bild mit REC709 Farben und Gamma. Da er weder den vergrößerten Farbraum noch HDR bietet, rechnet der Player dies vor der Ausgabe um. Und das schien gut zu funktionieren. Erkennt der Samsung UBD-K8500 jedoch am anderen Ende der HDMI-Strippe ein HDR-taugliches Display an einer EDID (Extended Display Identification) Data-Kennung, gibt er in jedem Falle HDR aus. Manuell kann man das nicht wieder abschalten.

JVC DLA-X7000: HDR & BT.2020 Update

Einer der Projektoren, der die HDR-Kennung ausgeben kann, ist der JVC DLA-X7000BE mit seinen Geschwistern. Wie auch der LowBeats Test gezeigt hat, ist dieser Projektor überdurchschnittlich hell, aber auf der Testkino-Leinwand mit 2,66m Breite (und Gain 0,85) reicht es dann doch nicht für mehr als gute 60 Nit. Derzeit gibt sich der JVC auch in Sachen HDR-Gamma noch etwas kryptisch und schaltet weder automatisch in den entsprechenden Modus noch trägt die dafür vorgesehene Gamma-Kurve trägt „D“ einen einleuchtenden Namen. Auch gibt es bislang nur eine interne Anweisung, wie mit den Offsets (Helligkeit- und Kontrast-Einstellung) umzugehen ist, die keineswegs in Mittelstellung bleiben dürfen. Das klingt alles noch etwas nach Beta-Test.

JVC DLA-X7000 Update auf BT2020 Farbraum
Der neue erweiterte BT.2020-Farbraum lässt sich bei aktuellen JVC-Projektoren nachinstallieren (Foto: R. Vogt)

Auch gibt es erst ganz frisch ein fertig definiertes Farbmanagement für den erweiterten BT.2020 Farbraum mit angepasster Farbmatrix (Farbmischung).

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