Oppo UDP-205: Edelplayer HDR und 4K, Dolby Vision
Oppo UDP-205: Edelplayer für Audio und Video inkl. HDR und 4K, Dolby Vision und DSD-Streaming. 1.799 Euro (Foto: R. Vogt)

Test: Oppo UDP-205 – der audiophile Universalgelehrte

Seit Monaten wurde über diesen Player spekuliert, nun ist er endlich im LowBeats Testkino eingetrudelt: der Oppo UDP-205. Und obwohl die Maschine noch niemand in den Fingern hatte, wurde in den Foren schon im Vorfeld über den Preis genörgelt und die Frage gestellt, wann wohl das versprochene Update für Dolby Vision kommen würde. Wir können sagen: jetzt. Mit dem UDP-205. Und wir haben es ausprobiert.

Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Massive Front
Oppo UDP-205: Massive Front mit zentralem Laufwerk und klarem Display (Foto: R. Vogt)

Auf den ersten Blick ähnelt der Oppo UDP-205 dem Vorgänger Oppo BDP-105D, den LowBeats bereits in der in audiophil getunten Variante als Audiocom Signature testete. Doch wie schon die Bezeichnung „UDP“ (statt „BDP“) andeutet, handelt es sich wie schon beim kleineren Modell Oppo UDP-203 um eine komplette Neukonstruktion, die nur noch das grobe Konzept der Vorgänger aufgreift. Sonst wäre auch die Verarbeitung der Ultra High Definition Discs und Formate nicht möglich.

Die Sache mit den ultra-hohen Auflösungen gilt auch für die Audiosektion, denn via USB-2.0 Schnittstelle verarbeitet der Oppo UDP-205 sage und schreibe 768 kHz Abtastrate mit 32 Bit bei PCM und DSD512 – und damit die achtfache Auflösung einer SACD.

Ach ja, SACD und DVD-Audio spielt das Laufwerk natürlich auch – neben CD, DVD-Video und allen nur erdenklichen Blu-ray-Derivaten bis zur Ultra-HD Blu-ray, letztere inklusive aller neuen Videostandards mit HDR, erweiterten Farbräumen und – seit dem letzten Firmware-Update Anfang Juni 2017 – als erster Player am Markt auch inklusive Dolby Vision.

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Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Klar strukturiertes Innenleben mit großzügigem Netzteil
Oppo UDP-205: Klar strukturiertes Innenleben mit großzügigem Netzteil (Foto: R. Vogt)
Oppo UDP-205: Sandwich-Gehäuse
Oppo UDP-205: Vom Gehäuse getrennte innere Montageplatte (Foto: R. Vogt)
Oppo UDP-205: WLAN-Antenne
Oppo UDP-205: WLAN-Antenne abgeschirmt in seitlichem Metall-Käfig (Foto: R. Vogt)
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Betrachtet man den neuen Boliden etwas genauer, fällt dem geübten Auge schnell auf, dass die Verarbeitung an entscheidenden Stellen aufwändiger wurde.

Das beginnt beim schieren Gewicht: Der UDP-205 verwendet als erster Oppo eine dicke Grundplatte als reine Montagegrundlage und verbannt das Laufwerk und alle Baugruppen in eine vom Boden und Deckel mechanisch getrennte Kammer – womit er die sensiblen Baugruppen noch sehr viel konsequenter trennt als das kleinere Modell.

Wie auch beim UDP-203 sitzt die integrierte WLAN-Antenne auf der linken Seite in einer eigenen, elektromagnetisch zum Gerät hin abgedichteten Kammer im Seitenteil. Machen wir es kurz: Der gesamte innere Aufbau ist so piksauber und klar strukturiert wie bei keinem Oppo zuvor.

Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Kopfhörer mit Lautstärkeregelung
Oppo UDP-205: Massive Front mit vergoldetem, großen Kopfhörer-Anschluss mit eigener Lautstärkeregelung (Foto: R. Vogt)
Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Fernbedienung mit beleuchteten Tasten
Fernbedienung mit beleuchteten Tasten (Foto: R. Vogt)

An der Front finden Oppo-Routiniers Bekanntes. Das kristallklare Display ist wie immer dimmbar und abschaltbar. Ein USB-Eingang erlaubt das gelegentliche Anschließen einer Musik-, Video- oder Foto-Quelle und das darf sogar eine Riesenfestplatte oder ein Speicherkartenleser sein.

Die vergoldete Kopfhörerbuchse liefert stets einen gegebenenfalls von Surround auf Stereo reduzierten Klang von ausgezeichneter Qualität und mächtig Pegel, auch für schwierige Kopfhörer, dank eigenem, diskretem Verstärker. Pfiffig: Sobald man einen Kopfhörer anschließt, kann man dessen Pegel mit den Lautstärketasten der Fernbedienung dosieren, egal, ob die analogen Ausgänge auf fix eingestellt sind.

Der Kopfhörer-Verstärker ist beim 205er direkt an den Stereo-D/A-Wandler gekoppelt und klingt tatsächlich besser als seine Vorgänger: dynamischer, wuchtiger und dennoch klarer.

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Oppo UDP-205: Rückseite
Oppo UDP-205: Rückseite mit reichlich Ein- und Ausgängen (Foto: R. Vogt)
Oppo UDP-205: mit XLR und Audio-HDMI
Oppo UDP-205: Ausgangssektion mit XLR und separatem Audio-HDMI-Ausgang (Foto: R. Vogt)
Oppo UDP-205: Digital-Ein- und -Ausgänge
Oppo UDP-205: Digital-Ein- und -Ausgänge inklusive USB bis 768kHz und DSD512. Die SPDIF-Eingänge vertragen 192kHz, AAC, Dolby Digital und DTS (Foto: R. Vogt)
Oppo UDP-205 Mehrkanal-Analogausgänge
Oppo UDP-205: Separate und diskret verstärkte Mehrkanal-Analogausgänge plus Massekontakt mit Messingschraube (Foto: R. Vogt)
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Das rückseitige Anschlussfeld wirkt ebenfalls recht vertraut und bietet alle digitalen Anschlüsse mit neuesten Standards und höchster Geschwindigkeit, ob das nun zwei USB-3.0-Buchsen für externe Festplatten sind, der 1-Gigabit-Netzwerkanschluss oder die Digital Audio-Ein- und Ausgänge, die bis zu den erlaubten 192 Kilohertz Abtastrate plus Dolby Digital und DTS und auch AAC verarbeiten.

In Sachen Bandbreite schießt der USB-2.0-Audioeingang mit erlaubten Auflösungen bis zu 768kHz / 32 Bit und DSD512 in Stereo den Vogel ab.

Eine Einschränkung gibt es: Der Oppo UDP-205 arbeitet direkt auf den Stereo-D/A-Wandler. Das heißt: Diese Auflösungen kommen ausschließlich analog wieder aus dem Player. Das macht aber wenig, denn der integrierte hauseigene Mediaplayer verarbeitet ebenfalls alle gängigen Formate bis 192kHz und DSD128 – und das sogar mit bis zu 5.1 Kanälen. Dabei stellt er diese Signale analog und digital zur Verfügung.

DSD wird, falls erforderlich, auf bis zu 176,4kHz nach PCM konvertiert. Einen zusätzlichen Computer als Abspieler braucht man nicht, außer man möchte wirklich exotisch hoch auflösende Dateien spielen.

Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: ESS Technology ES9038PRO 32-bit HyperStream DAC mit Dämpfer plus gekühltem Takt-Quarz
Oppo UDP-205: ESS Technology ES9038PRO 32-bit HyperStream DAC mit Dämpfer plus gekühltem Takt-Quarz (Foto: R. Vogt)

Damit alles Digitale seinen Weg in die hörbare Welt des Analogen findet, kommen zwei ESS Technology ES9038PRO Wandlerchips mit 32Bit-Auflösung zum Einsatz. Und weil diese bis zu acht Kanäle verarbeiten können, verwendet der Oppo UDP-205 einen dieser Chips zum Befeuern der 7.1-Kanal-Platine für den Surround-Einsatz und den zweiten auf der Hauptplatine, zum Wandeln der Bits in Stereo in differenzieller Schaltung für die XLR-Ausgänge. Dazu bleiben immer noch Pins frei für die Stereo-Cinch-Anschlüsse und den Kopfhörerausgang.

Der gut Daumennagel-große Chip ist mit einer weißen Keramik zur Kühlung und zur mechanischen Dämpfung beklebt. Das jeweils direkt benachbarte Quartz mit seiner Schaltung für die Taktgebung versteckt sich unter einem Temperatur-ausgleichenden Kühlblech.

Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: besseres Jitterverhalten
Verbessertes Jitter-Verhalten des reinen HDMI-Audioausgangs (schmale Spitze) (Foto: R. Vogt)

Für Furore sorgte die Aussage Oppos, einen Jitter-optimierten reinen HDMI-Audio-Ausgang zu bieten. Diesen Ausgang besitzt das kleinere Modell Oppo UDP-203 zwar auch, aber keine zusätzliche Jitter-Schaltung.

Leider ließ sich weder auf der Platine erkennen, was die Entwickler sich da zusätzlich ausgedacht haben, noch verrät es das Whitepaper, das aber immerhin die erreichte Verbesserung erklärt und dies mit den oben abgebildeten Messungen demonstriert.

Der HDMI2-Ausgang bietet offenbar keinen kleineren, aber einen rauschärmeren Jitter, der damit nominell von 52 auf 50 Pikosekunden sinkt. Um ein Missverständnis zu vermeiden: 52 Pikosekunden ist für HDMI ein ohnehin sensationell winziger Wert. Jitter auf HDMI-Leitungen zeigt sich typischer Weise in drei- und vierstelligen Werten!

Dementsprechend schwer war der Unterschied zu hören: Man konnte gerade so wahrnehmen, dass die Raumabbildung beim reinen Audio-Ausgang einen Hauch aufgeräumter wirkte als beim HDMI1-Ausgang mit Bild.

Dazu habe ich den Oppo über zwei identische HDMI-Verbinder mit dem Marantz AV8802 des Testkinos verbunden und im „Pure Direct“ Modus verglichen. Der Unterschied ist winzig, aber reproduzierbar. Aus der Erinnerung liegt der neue Oppo klanglich via HDMI aber schon sehr dicht am getunten Vorgängermodel Oppo BDP-105D Audiocom Signature für 4.600 Euro.

Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Vier Basis-Setups wählbar
Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Vier Basis-Setups wählbar (Foto: R. Vogt)

Wirklich ungewöhnlich flexibel zeigt sich der Oppo bei analoger Mehrkanal-Ausgabe. Er bietet ein komplettes Signal-Decoding und -Management wie ein ausgewachsener AV-Receiver.

Das beginnt mit dem Up- und Downmix von Stereo bis 7.1 mitsamt Bassmanagement, geht über Pegel- und Laufzeiteinstellung sowie die Möglichkeit, den höherwertigen Stereo-Ausgang mit XLR-Ausgängen wahlweise separat oder als linken und rechen Kanal der Surround-Wiedergabe anzusteuern, bis hin zu feinstufig justierbaren Trennfrequenzen für den Subwoofer und nicht zuletzt einem großzügig anpassbaren Lipsynch-Delay zur Synchronisation von Bild und Ton.

Puristen betreiben den Oppo-Player daher sogar direkt an Endstufen oder Aktivlautsprechern ohne AV-Verstärker. Das geht gut. Zumal er mit einem HDMI-Eingang und HDMI-Audio-Return-Channel (ARC) den Ton des Fernsehtuners, eines Sat-Receivers, einer Spielekonsole, eines Streaming-Sticks oder von Digitalaudio (von extern per Cinch oder Toslink) wunderbar verdaut. Und bei analoger Ausgabe nimmt er – wie schon erwähnt – auch audiophilste HiRes-Signale per USB vom Computer.

Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Infomenü Metadaten
Oppo UDP-205 On-Screen-Menü: Das Infomenü mit reichlich Metadaten (Foto: R. Vogt)

Stets genial war schon seit je her Oppos integrierter Mediaplayer. Der spielt praktisch jede Datei, die man ihm vorsetzt. Gleich, ob es sich nun um Fotos, Audiodateien oder höchst-auflösende Videos handelt – er akzeptiert fast alles.

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Autor: Raphael Vogt

Raphael Vogt
Technischer Direktor bei LowBeats und einer der bekanntesten Heimkino-Experten der Republik. Sein besonderes Steckenpferd ist die perfekte Kalibrierung von Beamern.