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Wharfedale Dovedale
English pride: Die aktuelle Wharfedale Dovedale wird in neu erstellten Werkshallen in der Grafschaft Cambridgeshire produziert (Foto: Wharfedale)

Wharfedale Dovedale: Neue Lautsprecher-Ikone aus UK

Back to the Roots: Wharfedale Dovedale – Made in England (again). Ja, das neue Topmodell der Heritage Serie von Wharfedale wird wieder in Großbritannien hergestellt. Wir erinnern uns: Die englische Lautsprechermanufaktur wurde 1932 von Gilbert Briggs in Cross Gates (Leeds) gegründet, für die bis 1961 übrigens auch ein gewisser Raymond Cooke arbeitete, der Gründer von KEF. Zu den Innovationen, die von Wharfedale unter Briggs eingeführt wurden, gehörten grundlegende Entwicklungen, wie zum Beispiel der erste Zweiwege-Lautsprecher und der Keramikmagnet.

1996 ging das Unternehmen an die International Audio Group (IAG, in Deutschland IAD), die Produktion wanderte nach Shenzen im Süden Chinas. Design, Forschung und Entwicklung indes verblieben im Vereinigten Königreich. Seit 2020 investiert die IAG aber wieder in den Produktionsstandort Huntingdon in der Grafschaft Cambridgeshire. Neben Wharfedale haben dort auch die IAG-Töchter Quad, Mission, Audiolab und andere ihren Sitz.

Im Jahr 2021 nun die Rolle rückwärts, denn seitdem gibt es am englischen IAG-Stammsitz wieder eine Fertigungs-, Montage- und Endbearbeitung für ausgewählte – man kann es sich denken – also eher kostspieligere Produkte. Das bestehende Gebäude wurde dazu um eine Produktionsstätte erweitert, einschließlich eines neuen schalltoten Raums. Der erste Lautsprecher, der dort produziert wurde und wird, ist der neue Klassiker 770 von Mission, der Schwestermarke von Wharfedale. Nun also auch die neue Wharfedale Dovedale, die ebenso auf einen prominenten Vorfahren aufbaut, wie die 770er.

Die Gene der Wharfedale Dovedale reichen zurück in die 1970er-Jahre und das Wiederaufleben des Klassikers ist ein Herzensprojekt von Peter Comeau, dem Director of Acoustic Design. Comeau ist seit 1999 im Unternehmen und sein erstes Werk war eine Neuausgabe des Regallautsprechers Mission 780. Und auch die Wharfedale Dovedale ist für ihn keine Unbekannte. Bereits Anfang der 1970er-Jahre baute er sich ein Paar Dovedales aus einem Bausatzkit. Comeau: „Sie blieben viele Jahre meine Lieblingslautsprecher und zogen neidische Kommentare von Freunden und Bekannten nach sich, die sie hörten. Man könnte also sagen, dass die neue Dovedale eine Weiterentwicklung dieser alten Liebe ist.“

Wharfedale Dovedale
Optisch ein Klassiker, drinnen steckt jedoch aktuellste Technik, wie Kevlar-Membranen, die nicht nur eine hohe Steifigkeit aufweisen. Sie sind zudem besonders langlebig (Foto: Wharfedale)

Einen Bausatz liefern die Engländer zwar nicht mehr, aber dafür einen Klassiker mit aktueller Technik. Peter Comeau: „Um den Drei-Wege-Lautsprecher Dovedale für die moderne Ära neu zu konzipieren, haben wir uns über das Aussehen und den Klang des Originals Gedanken gemacht – über all die Dinge, die die Hörer seinerzeit an ihm schätzten – und jedes Element neu gestaltet, um die Leistung zu steigern und gleichzeitig dem Geist des Originals treu zu bleiben.“

Zum Einsatz kommen etwa eine 10-Zoll Tiefton- und 5-Zoll Mittelton-Einheit mit Membranen aus gewebtem Kevlar. Kevlar, ein Markenname vom Erfinder des Chemieriesen DuPont, ist eine Mischung aus hochfesten Aramidfasern, die bestens für den Lautsprecherbau geeignet sind und somit zu recht in der aktuellen Treibergeneration der Wharfedale Dovedale Verwendung finden. Bei Wharfedale heißt es dazu: „Die neuen Membranen zeichnen sich durch eine hohe Steifigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht aus. Dies gewährleistet beste Impulstreue bei geringsten Partialschwingungen.“

Wharfedale Dovedale
Die Wharfedale Dovedale ist derzeit ausschließlich in Walnuss-Echtholzfurnier zu haben und soll 6.500 Euro das Paar kosten (Foto: Wharfedale)

Auch der 25-mm-Gewebekalotten-Hochtöner mit Keramikmagnet, der in der gesamten Heritage-Serie von Wharfedale zum Einsatz kommt, wurde weiter verbessert. Eine gedämmte Kammer wurde integriert, um die Abstrahlung von der Rückseite der Kalotte zu absorbieren, so dass alle Hochtondetails und Obertöne voll zur Geltung kommen.

Augenfällig sind auch die optionalen Ständer, die den Vintage-Charakter der Wharfedale Dovedale noch unterstreichen und die für eine optimale Entkopplung vom Boden sorgen.

Preise und Verfügbarkeit

Die Wharfedale Dovedale sind ab sofort in Walnuss Echtholzfurnier verfügbar und kosten 6.500 Euro das Paar. Mehr Infos: https://wharfedale-deutschland.de/

Die technischen Daten

Wharfedale Dovedale
Technisches Konzept:3-Wege-Passivlautsprecher
Frequenzbereich:36Hz bis 20kHz
Wirkungsgrad:89 dB
Tieftöner:10″ (250mm) schwarz gewebte KevlarA®-Membran
Mitteltöner5″ (135mm) schwarz gewebte KevlarA®-Membran
Hochtöner:1″ (25mm) Gewebekalotte
Abmessungen (H/B/T):660 x 370 x (417+30) mm
Gewicht:26,2 kg (Stück)
Alle technischen Daten
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Autor: Andrew Weber