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Marantz PM 10 und SA 10
Das neue Referenz-Gespann bei Marantz: Vollverstärker PM 10 (8.000 Euro) und CD/SACD-Player SA 10 (7.000 Euro) (Foto Marantz)

Marantz PM 10 und SA 10: Die neue Referenz

Marantz Man Rainer Fink
Rainer Finck ist schon seit Mitte der 1980er Jahre einer der profundesten Digitalentwickler Europas – zuerst bei Philips, dann bei Marantz. Er erklärte die Besonderheiten des SA 10 (Foto: H. Biermann)

Eindhoven am 29. November 2016: Ein kleiner Zirkel von Journalisten kam hier im Headquarter von Denon/Marantz Europe zusammen, um das klanglich ehrgeizigste Marantz-Projekt der letzten Jahre intensiver begutachten zu können. Zu sehen und zu hören waren der Vollverstärker PM 10 und der CD/SACD-Player SA 10 zwar schon auf der High End in München. Aber erst jetzt sind alle Entwicklungen wirklich abgeschlossen und die Marantz Sound-Tüftler Ken Ishiwata und Rainer Finck haben die letzten Feinschliffe vollzogen. Sie sind, wie beide unterstrichen, „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis. Dabei hatte sich Marantz mit der Namenswahl eine ziemlich hohe Messlatte gelegt: Model 10 war in den 1960er einer der, wenn nicht DER weltbeste Tuner. Offenkundig ist man also von der Qualität von Marantz PM 10 und SA 10 so überzeugt, dass man sie in der Tradition dieses Über-Tuners sieht.

Der Anspruch ist hoch, der Aufwand ebenso. Die Besonderheiten der  Vollverstärker-Konstruktion hier einmal im Schnelldurchlauf:
• komplett symmetrisches Konzept vom Eingang bis zu den Lautsprecherklemmen
• Vier Endstufen mit Schaltnetzteil in Push/Pull-Anordnung für beste Kontrolle
• Hohe Leistung: 200 Watt pro Kanal an 8 Ohm; 400 pro Kanal an 8 Ohm

• die miniaturisierten Marantz Hyper Dynamic Amplifier Modules (HDAM) im Vorverstärker
• Doppelte Mono-Konfiguration in der Endstufe
• Drei potente Netzteile: 1 x Vorstufe, 2 x Endstufe
• Diskret aufgebaute Phonostufe für MC und MM in einem aufwändig gekapselten Käfig
• Extrem aufwändige Gehäusekonstruktion mit Doppelwandkonzept: 5 Millimeter Aluminium plus Kupfer
• Lautsprecherklemmen aus hochreinem Kupfer

Marantz Marken- und Sound-Botschafter Ken Ishiwata
Marantz Marken- und Sound-Botschafter Ken Ishiwata ist seit 1978 bei Marantz. Er hat noch mit Saul Marantz zusammengearbeitet (Foto: H. Biermann)

Nichts unbedingt ganz Neues also und doch das klanglich Ambitionierteste, was Marantz diesbezüglich in den dreizehn Jahren nach der großen Vor-/End-Kombination SC 7/MA9 entwickelt hat. Statt ein Technologie-Feuerwerk abzubrennen, haben Ken Ishiwata und Rainer Finck mehr oder weniger jedes Bauteil klanglich geprüft und sich dann gemeinschaftlich für die klanglich beste Lösung entschieden. Das ist High End. Was den Fan vielleicht etwas irritiert könnte: Der „große“ PM 10 ist dank der Schaltnetzteile seiner Endstufen um fast 5 Kilo leichter als der „kleinere“ PM 11. Aber auch das ist halt Fortschritt. Dass Marantz hier erstmalig Endstufen mit Schaltnetzteilen (Hypex) für seine neue Referenzlinie nutzt, ist durchaus als Ritterschlag für diese Konstruktionen zu verstehen, die in kleineren Verstärkern oder AV-Receivern ja schon lange zum Einsatz kommen.

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Der Marantz PM 10 von vorn
Der Marantz PM 10 von vorn in seiner ganzen Pracht– selbstverständlich mit dem Anzeigen-Bullauge (Foto: Marantz)
Dier Endstufen des Marantz PM 10 Vollverstärkers
Dir Endstufensektion des PM 10 zeigt den kraftvollen Trafo und das vielfach geschirmte Gehäuse (Foto: Marantz)
Die Lautsprecherklemmen des Marantz PM 10
Die Lautsprecherklemmen des Marantz PM 10 sind aus hochreinem Kupfer. Das garantiert den besten Signalfluss (Foto: Marantz)
Hypex Endstufenmodul des PM 10
Eines der vier Hypex-Endstufenmodule, die im PM 10 in Push/Pull-Anordnung für höchste Präzision sorgen (Foto: Marantz)
Die Rückseiite des Marantz PM 10
Die Rückseite des Marantz PM 10 zeigt keine allzu große Ausstattungsvielfalt. Aber alle Anschlüsse sind von allerfeinster Bauteilequalität (Foto: Marantz)
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Technisch fast noch interessanter ist der Player SA 10. Sein Laufwerk beruht auf dem hauseigenen Universallaufwerk des Denon DBT 3313 UD, einem der fraglos besten Laufwerke am Markt, welches D+M – ein großer Vorteil – selbst produziert. Das Laufwerk ist natürlich nach besten Wissen und Gewissen gegen Störungen geschützt. Klanglich entscheidend aber ist natürlich die Verarbeitung der aus CD oder SACD gewonnenen Signale. Übrigens: Von einer  Daten-DVD kann der SA 10 auch HiRes-Files lesen.

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Der Marantz SA 10 von oben.
Der Marantz SA 10 von oben. Auch hier ist das Gehäuse aufwändig mit Kupferplatten gegen Hochfrequenz von außen abgeschirmt (Foto: Marantz)
Der Marantz SA 10 von vorn
Der Marantz SA 10 ist der Super-Player aus dem Denon/Marantz-Konzern (Foto: Marantz)
Die Laufwerkseinheit des SA 10
Die Laufwerkseinheit des SA 10 stammt vom Denon DBT 3313 UD, dem hervorragenden Universallaufwerk des Konzerns (Foto: Marantz)
Die Rückseiite des Marantz SA 10
Die Rückseiite des Marantz SA 10 zeigt nicht nur symmetrische und asymmetrische Ausgänge (links), sondern auch etliche Digitaleingänge für den internen DAC (Foto: Marantz)
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Allerdings kann der SA 10 weit mehr als nur Disc-Wiedergabe: Er ist auch ein voll funktionsfähiger Digital-Analog-Wandler für klassische Digitalquellen und für Musik von Computer. Seine Eingänge – optisch und koaxial – können Dateien bis zu 192 kHz / 24 Bit verarbeiten. Und er kann über seinen asynchronen USB-B-Eingang PCM- und DXD-Musikdateien mit bis zu 384 kHz / 32bit sowie DSD64, DSD128 und DSD256 verarbeiten. Der DAC ist ein 1-Bitler, weil Multi-Bitler, so Rainer Finck, zwangsweise Unlinearitäten augweisen. Außerdem hat man bei Marantz seit jeher beste Erfahrungen mit dem Bitstram gesammelt. Wichtig ist, was danach geschieht. In über drei Jahren Entwicklungszeit haben Ishiwata und Fink die MMM Convention , die optimale Filterstruktur dahinter, entwickelt. Finck: „Diese MMM Convention ist der größte Schritt, den wir im Digitalbereich gemacht haben.“ Finks Ausführungen waren so plausibel und überzeugend, da wollte man gleich in den Hörraum…

 

Marantz PM 10 + SA 10 + Q Acoustics C 500
Im akustisch wirklich hervorragenden Hörraum der D+M Europe in Eindhoven kam es zu einer sehr beeindruckenden Hörprobe von PM 10 und SA 10. Wesentlichen Anteil an der gelungenen Demo hatten aber auch die neuen Q-Acoustics Lautsprecher C 500 – hier im Vordergrund (Foto: H. Biermann)

Die entsprechende Demo ließ nicht lange auf sich warten und verlief ausgesprochen überzeugend – was nicht zuletzt an den sehr guten Lautsprechern lag. Die nagelneuen Flaggschiffe von Q-Acoustics, die Concept 500, zauberten an der PM 10 + SA 10 Kombi Klangbilder von holografischer Plastizität und höchster Klangtreue. Das war, darin waren sich alle angereisten Journalisten einig, ein bärenstarker Auftritt von PM 10, SA 10 und C 500. Wie gut nun die einzelnen Komponenten wirklich sind, werden wir nächstes Jahr in Tests herausfinden. Als erstes wird im Februar der SA 10 kommen.

Wenn es läuft wie geplant, kommen Marantz PM 10 und SA 10 im Februar 2017 auf den Markt. Weitere Informationen unter www.marantz.de