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beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies: die Welt des Hörens
Das menschliche Hören ist mehr als nur Frequenzen. Die Kooperation von beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies versucht, dem gerecht zu werden (Foto: beyerdynamic)

beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies: bestes Hören

Guter Klang beruht keineswegs nicht nur auf eigenem Geschmack. Ist ja klar: Das Gehör verschiedener Hörer ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Wie will man da mit einem Kopfhörer allen Hörern gerecht werden? Geht nicht. Aus dieser Erkenntnis heraus kooperiert der Heilbronner Kopfhörer-Spezialist beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies.

Mimis Technologie zur Klang-Personalisierung kommt aus dem Bereich der Audiologie (Hörgeräte)  und ermöglicht die Erstellung eines individuellen Hörprofils. Über ein 6 Minuten kurzes Hörprogramm der “Make it yours“ App (MIY App) wird die individuelle Übertragungskurve direkt im beyerdynamic Aventho Kopfhörer abgespeichert. Das Konzept ist faszinierend, weil es viel weitreichender arbeitet als normalerweise möglich.

beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies: die App
In der App steckt die Intelligenz… (Foto: beyerdynamic)

Die Kooperation beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies ist eine vielversprechende: Mehr als eine Million Menschen haben mit Mimis Technologie bereits ihr Gehör getestet oder Klang auf ihr Gehör angepasst. Die Technologie ist als Medizinprodukt (CE) zertifiziert.

Bei Mimi arbeiten Audiologen, Psycho-Akustiker und Ingenieure zusammen, die sich auf die Simulation der Signalverarbeitung im menschlichen Gehör (insbesondere der Cochlea) spezialisiert haben. Deren Forschungen zeigen, dass es sinnvoll ist, manche Informationen hervorzuheben, um das Gehirn dabei zu unterstützen, besser zwischen unterschiedlichen Klangelementen zu unterscheiden und diese verarbeiten zu können.

Dabei, so der Mimi-Vertreter am beyerdynamic Stand, würden keineswegs nur wie beim Equalizer in verschiedenen Frequenzbändern die Lautstärken angepasst, sondern es würden auch – und dann wurde es etwas schwammig – altersbezogene psychoakustische Verhalten mit einbezogen.

Was genau gemeint war, erfuhr ich Minuten später, nachdem ich auf der App mein Alter eingegeben hatte. Das System schlug dem gestandenen HiFi-Redakteur Jahrgang 1962 gefühlt mal eben wenigstens 6 Dezibel mehr Schalldruck um 5 KHz auf die ursprüngliche Wiedergabekurve. Das klang äußerst irritierend. Und die erste Frage, die ich mir sofort stellte: Bin ich schon so taub? Oder überzieht das System? Natürlich Letzteres. Aber es ist trotzdem interessant, was im Laufe der Zeit doch alles an Hörvermögen auf der Strecke bleibt. Natürlich korrigiert und kaschiert unser Gehirn geschickt. Trotz aller erster Irritation ist dieser Ansatz extrem vielversprechend.

LowBeats Chefredakteur Holger Biermann mit beyerdynamic Aventh
Etwas irritiert: LowBeats Chefredakteur Holger Biermann mit beyerdynamic Aventho und der auf sein Alter angepassten Übertragungskurve (Foto: U. Hinkel)

Zumal auch die Kopfhörerbasis eine exzellente ist: Der erste Kopfhörer von beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies ist der geschlossene On-Ear Aventho wireless, dessen Verarbeitungs- und Anfassqualität exzellent ist .

Der beyerdynamic Aventho
Der beyerdynamic Aventho wireless ist der erste aus der Kooperation beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies. Er kostet 450 Euro (Foto: beyerdynamic)

Die Oberseite seiner rechten Ohrmuschel ist als Touch-Controller ausgelegt. Mit den Fingern können alle Funktionen einfach aufgerufen weden: Nächster Titel, lauter, Anruf annehmen, auflegen, leiser, Pause… Sogar die Empfindlichkeit der Touch-Steuerung kann über die MIY App an die individuellen Vorlieben angepasst werden.

beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies: Die Bedienung des beyerdynamic Aventho
Die Bedienung des beyerdynamic Aventho wireless läuft über die Bedienfläche an der rechten Ohrkapsel (Foto: beyerdynamic)

Der Aventho wireless ist – natürlich – kabellos: Das Projekt von beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies setzt auf das Bluetooth 4.2 Protokoll mit dem aptX™ HD Codec von Qualcomm®. Apple Geräte, die ja aptX nicht beherrschen, nutzen den AAC Codecs. Wireless aber erfordert eingebaute Akkus.

Die des Aventho sollen eine Spielzeit von zwanzig Stunden möglich machen – was ich auf der IFA nicht ausprobieren konnte. Und wie üblich bei modernen Mobilhörern, ist auch der Aventho mit einem Mikrofon ausgestattet und lässt sich als Headset nutzen.  

Dieses Kopfhörer-Projekt von beyerdynamic mit Mimi Hearing Technologies will ein durch und durch gesundes sein. Die ‚Sound Watching’ Funktion auf der App analysiert die Abhörpegel und Hördauer.

Sie ermittelt potenzielle Belastungen für das Gehör. Dabei soll der Tracking-Dienst nicht bevormunden – alles bleibt in der Hand der Hörer. Die App schaltet also nicht selbstständig ab…

Technische Daten Aventho wireless

WandlerprinzipDynamisch, Tesla
ArbeitsprinzipGeschlossen
Übertragungsbereich8 – 40.000 Hz (Kabelbetrieb)
Nennimpedanz32 Ohm
ÜbertragungBluetooth
CodecsaptX™ HD, aptX™, AAC, SBC
Übertragungsrate48 kHz/ 24 Bit
Fernbedienung & MikrofonTouchpad integriert in rechte Hörerschale inklusive Freisprechmikrofon
Art der Ankopplung an das OhrOn-Ear
AkkulaufzeitMehr als 20 h
Gewicht (ohne Kabel)240 g
Zubehör im Lieferumfang1,2 m steckbares Kabel mit 3,5 mm Klinkenstecker

Ladekabel von USB-A auf USB-C

Stofftasche

Kurzanleitung

Unverbindliche Preisempfehlung449 Euro

Mittlerweile ist der Aventho wireless in den Markt eingeführt und wir hatten einige Wochen Zeit, ihn gründlich auszuprobieren. Zum ausführlichen Test geht es hier:
Test beyerdynamic Aventho wireless: Mobiler Bluetooth-HiFi-Kopfhörer

Weitere Informationen zum Aventho unter www.beyerdynamic.de

Weitere Spitzen-Kopfhörer:

Test Sennheiser HD 800 S: der Maßstab
Test Focal Utopia: der beste Kopfhörer der Welt?
Test beyerdynamic T5 P2: der überlegene Mobilhörer

Mehr von der IFA:

Rückblick auf die Funkausstellung 2017: Die sprachgesteuerte Messe

Autor: Holger Biermann

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Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.