Audiolab M-one Aufmacher
Der Audiolab M-one ist ein genialer Mini DAC-Amp mit enormen Fähigkeiten. Der IAD Vertrieb hat seinen Preis jetzt um 60% auf 444 Euro gesenkt. Ein Super-Angebot (Foto: Audiolab)

Kauftipp der Woche: DAC-Verstärker Audiolab M-one

Als der Audiolab M-one im Jahre 2016 auf den Markt kam, war er im wahrsten Sinne des Wortes eine kleine Sensation: Ein bezaubernd klingender Verstärker im Zigarrenkisten-Format, mit komplettem DAC und Bluetooth an Bord. Und das alles für 1.200 Euro. Damals dachte ich: Oha, da kann sich die Konkurrenz ziemlich warm anziehen. Doch die Konkurrenz konnte locker bleiben. Der kleine Schatz blieb weitgehend unentdeckt, die Audiolab Kundschaft vertraute lieber auf die klassische 19-Zoll-Variante des „großen“ Bruders 8300 A. Und so kam es, wie es kommen musste: Nach mehreren Preissenkungen wird der unterschätzte M-one jetzt vom hiesigen Vertrieb (IAD) final rausgehauen: für unfassliche 444 Euro.

Audiolab M-one Seite
Kaum größer als eine Zigarrenkiste: der Audiolab M-one mit den Abmessungen 24,7 x 11,4 x 29,5 cm (B x H x T). Die Front ist schnörkellos-funktionell gestaltet (Foto: Audiolab)

Eine meiner Lieblingsseiten im Netz ist der AudioLust-Webauftritt von der IAD. Weil die IAD der deutsche Ableger der weltweit agierenden International Audio Group (IAG) ist, welche etwa 25 namhafte HiFi-Firmen unter ihrem Konzerndach versammelt hat, gibt es hier immer jede Menge günstigen HiFi-Stoff zu erstöbern. Und bei einer dieser Stöber-Touren stolperte ich über den Audiolab M-one. 699 Euro sollte er kosten. Ein klassischer LowBeats Kauftipp der Woche.

Doch zum finalen Ausverkauf der letzten 30 Stück senkte IAD den Preis abermals: auf verstörend niedrige 444 Euro. Ich meine, der Audiolab M-one ist der Inbegriff des kompakt-schnuckeligen, aber anspruchsvollen HiFi. Für so wenig Geld?

Der Aufbau des Audiolab M-one

Wer Audiolab kennt, weiß um das exzellente Preis/Leistungs-Verhältnis eigentlich aller Komponenten. Mein ewiger Favorit ist die Mono-Endstufe 8300MB. Aber auch der M-one ist ein randvoll gefülltes Paket. Das Gehäuse ist Audiolab-mäßig sehr gut verarbeitet, die 3 mm starken Bleche machen einen guten Eindruck, wie auch das Gesamtgewicht von 5,5 Kilo. Dennoch wirkt der kleine DAC-Amp auf den ersten Blick etwas karg. Werfen wir daher zunächst einen Blick ins Innere, wo es gar nicht karg zugeht:

Audiolab M-one innen
Ein kräftiger Ringkerntrafo sorgt in Verbindung mit der A/B-Schaltung für 60 Watt pro Kanal. Er hat mehrere Abgriffe, die die Verstärker- und die Digitalsektion separat versorgen (Foto: Audiolab)

Die Audiolab Ingenieure waren sicherlich in der Versuchung, auf so wenig Platz mit Digitalendstufen zu arbeiten. Aber das war gegen ihren Ehrenkodex. Audiolab steht für ehrliche, analoge Verstärkertechnik in AB-Schaltung. Und genau die finden wir auch hier: Diskret aufgebaut und mit einem stattlichen Ringkerntrafo im Rücken kommt die kleine Verstärkerkiste auf satte 2 x 60 Watt (an 4 Ohm). Das ist allerhand und reicht für kleine Lautsprecher und kleine Räume (und genau dafür ist der Audiolab M-one ja gemacht) allemal aus.

Beim Blick auf die Rückseite könnte man ernüchtert sein, muss es aber nicht. Denn neben zwei analogen Eingängen finden sich immerhin zwei klassische Digitaleingänge (Koax plus optisch) plus 2 USB-Ports. Und dann kommt noch die Bluetooth-Antenne hinzu, die auch aptX-Signale empfängt. Das ist alles in allem recht üppig für eine so kleine Maschine.

Audiolab M-one Rückseite
Hinten ist viel Platz: Zur Verfügung stehen sechs Eingänge und die Lautsprecher-Ausgänge. Interessant sind hier die beiden (!) USB-Anschlüsse. Der eine (USB-A) ist für den Kabelanschluss von iPhone und iPad, der USB-B für Rechner und Streamer (Foto: Audiolab)

Und der Audiolab M-one ist ja nicht nur ein entzückender Verstärker, sondern auch ein potenter DAC. Dieser Teil des M-one basiert auf dem M DAC+ von Audiolab und kommt bereits koaxial auf bis zu 192 KHz/32 Bit. Aber natürlich ist auch hier der USB-B-Eingang das Maß der Dinge für beste HiRes-Wiedergabe: Er verarbeitet PCM-Formate mit bis zu 382 kHz / 32 Bit, aber auch DSD bis  11,2 MHz. Man sollte das schnuckelige Kistchen also nicht unterschätzen.

Audiolab M-one DAC
Der ESS Sabre 32 9018 Chipsatz des Digitalexperten Sabre befähigt den Audiolab M-one zu bester HiRes-Wiedergabe (Foto: Audiolab)

Betrachten wir uns noch einmal die schlichte Front. Über die beiden großen Drehknöpfe wird alles erledigt. Rechts die Lautstärke, links der Quellenwahl- und Menü-Knopf. Wegen der Größe und der Nüchternheit der Front neigt man dazu, den kleinen Audiolab M-one zu unterschätzen. Das aber ist ein Fehler. Denn der kleine Allrounder versteckt in seinem Menü überraschende Möglichkeiten.

Audiolab M-one Display
Das Display ist auf Wunsch abschaltbar. Lässt man es an, gibt es Auskunft über die Quelle und – im Falle digitaler Signale – über das jeweilige Datenformat (Foto: Audiolab)

Wir reden hier nicht über Balance (hat der M-one) oder Klangeinstellungen im Bass- und Höhenbereich (hat er nicht). Sondern über unterschiedliche Digitalfilter: drei für PCM-Wiedergaben und vier für den DSD-Bitstream. Das ist ein herrliches Experimentierfeld. Auch dem Jitter kann man in drei Stufen zu Leibe rücken. Ob man das immer hört, wage ich zu bezweifeln. Die Optionen sind dennoch schön zu haben und auch bei größeren Wandlern keineswegs immer zu finden.

So klingt der Audiolab M-one

Es gibt nicht wenige Audiolab Kenner, die klanglich einen M-one dem doppelt so kräftigen 8300 A (zumindest in Normalpegelbereichen) vorziehen würde. Ich gehöre auch dazu. Der Klang des kleinen Kästchens ist angenehm unaufdringlich, zugleich detailreich, präzise und räumlich. Vielleicht könnte er ein wenig dynamischer sein, aber das ist von einem so kleinen Amp womöglich zu viel verlangt.

Der M-one verkörpert die sehr britsche Audiolab Klang-Philosophie in Reinkultur. Das heißt: Auch gegen die derzeit angesagte 19 Zoll Konkurrenz aus dem eigenen Hause, aber auch gegen die 700- bis 800 Euro-Konkurrenz von NAD oder Rotel schlägt er sich prächtig. Letztendlich aber es ist der integrierte DAC, der hier das Pendel eindeutig zu Gunsten des M-one ausschlagen lässt. Denn der klingt gerade über USB-B fantastisch – zumal man über die digitalen Einstellmöglichkeiten auch noch etwas Feinstjustage betreiben kann. Nein, dieser kleine DAC-Verstärker ist echt klasse. Und dass man – ein aptX-fähiges Sendegerät vorausgesetzt – auch noch hochwertiges Bluetooth zuspielen kann, macht die Sache nur umso schöner.

Man denke sich nur folgenden Fall: Das Zimmer ist nicht größer als 20 Quadratmeter. Die Lautsprecher sollen kompakt sein und müssen an der Rückwand stehen. Die Musik kommt überwiegend über das Handy (Bluetooth) oder per USB-B vom Rechner. Kombiniert man beispielsweise die vielleicht beste Box der 500-Euro-Liga, die B&W 607, mit dem Audiolab M-one, ergibt das eine gleichermaßen klangstarke wie modern-vielseitige Anlage. Für unter 1.000 Euro! Das ist ein absoluter Hammer und man wird auch im doppelten oder dreifachen Bereich recht lange suchen müssen, um diese Performance zu toppen.

Fazit Audiolab M-one

Kauftipp der WocheDer kleine M-one wurde stets unterschätzt. Dabei steckt er randvoll bester Audiolab Verstärkertechnik und hat einen DAC an Bord, der so manchen Spitzen-Wandler in den Sack steckt. Und dann ist da noch die praktische Bluetooth-Empfangs-Möglichkeit…

Zu seinen preislichen Spitzenzeiten lag der Zigarrenkisten-Verstärker bei 1.200 Euro. Nun kostet er für kurze Zeit nur noch 444 Euro. Das ist ein Hammer-Angebot, dem man als kühler Rechner kaum widerstehen kann – auch, wenn es ihn nur noch in Silber gibt. Dafür gibt der Vertrieb trotz des stark gesenkten Preises unverdrossen 3 Jahre Garantie.

Mit dem richtigen Lautsprecher an seiner Seite kann man eine bezaubernd kleine und bezaubernd klingende Anlage zusammenstellen, die nicht einmal 1.000 Euro kostet. Da wüsste ich im Moment keine Alternative. Kaufen!

 

Audiolab M-one
2020/06
Test-Ergebnis: 4,8
überragend
Bewertungen
Klang-Potenzial
Wert-Beständigkeit
Preis/Leistung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Natürlich ausgewogener „britischer“ Klang
USB-B bis 384kHz/32Bit
Erstaunlich kräftige 2 x 60 Watt
Sehr kompakter Aufbau, solide Verarbeitung

Angebot:
IAD GmbH
Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
02161 617830
www.iad-audio.de

Aktionspreis (zeitlich begrenzt):
Audiolab M-one: 444 Euro

Autor: Holger Biermann

Holger Biermann
Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.