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BMW 7er mit B&W- statt B&O-Anlage vor. (Foto: Dr. Ian Kuah)
Der neue BMW 7er fährt mit B&W- statt B&O-Anlage vor (Foto: Dr. Ian Kuah)

Schon gefahren: Neuer BMW 7er mit B&W-Diamond-Anlage

LowBeats Gast-Autor Dr. Ian Kuah, internationale Choriphäe in Sachen Autos und Car-HiFi, über den neuen BMW 7er:

Die glorreiche Sieben: Das neue Flaggschiff von BMW, die 7er Reihe, kam mit dem Anspruch auf die Welt, nicht nur technologische Standards in ihrer Klasse zu setzen, sondern auch in Sachen Fahrdynamik die Grenzen des Machbaren zu erschließen.

Und die Ingenieure haben ihre Aufgabe erfüllt: Wo die bisherige BMW 7er Serie im Fahrkomfort der Mercedes S-Klasse den Vortritt ließ, hat das neue Modell nun die Lücke geschlossen.

Mit mehr Leistung und einer Gewichtsersparnis von 130 kg ist das neue Auto schneller und agiler als sein Vorgänger. Noch viel wichtiger, weil es sich um eine Limousine handelt: Das gesamte Finish und das Fahrerlebnis wurden deutlich verbessert.

Um sicherzustellen, dass VIPs keine Beschwerden von sich geben, verbrachte ich die Hälfte der Zeit auf dem Rücksitz, der in der Standardausführung sehr komfortabel und großzügig ist und in der Langversion ein besonders eindrucksvolles Erlebnis bietet.

Schließlich hat die BMW 7er LWB-Variante (LWB = Long Wheel Base) im Fond 14 Zentimeter mehr Länge vorzuweisen. Auch alle unsere Testwagen mit kurzem Radstand verfügen über elektrisch verstellbare Rücksitze, welche die Reise noch komfortabler machten.

Doch in jedem Fall offerieren die optionalen Executive-Lounge-Sitze der LWB-Version die optimale Entspannung.

Der neue 7er BMW
(Foto: Dr. Ian Kuah)

Normalerweise muss man zur Verstellung eines solchen Sessels einen Knopf drücken und halten, um ihn in die Entspannungsposition zu bringen. BMW bietet dagegen eine bequemere One-Touch-Lösung.

Dabei ist es möglich den Verstellvorgang in verschiedenen Positionen anzuhalten. Und wenn der Beifahrersitz dabei automatisch in seine vorderste Position gefahren ist, geht der große Videobildschirm auf der Rückseite automatisch in eine vertikale Position über.

Rückbank-Transaktionen im BMW 7er

Weil die BMW-Kundschaft verschiedene Ansprüche stellt, gibt es Varianten von zwei verschiedenen Fond-Konfigurationen: entweder zwei separate Rücksitze oder eine dreisitzige Bank ohne die hintere Mittelkonsole.

Nun gibt es Fernbedienungen für die Lang- und die Standard-Version des 7er in Form eines Samsung-Tablets mit BMW-eigener Software, die Zugriff auf alle Fahrzeug-Systeme von der Audio-Anlage über Heizung bis zur Rücksitz-Massage-Funktion gewährt.

Apropos Audio-System: Während Harman/Kardon weiterhin die Einstiegslösung für den großen BMW anbietet, ersetzt am oberen Ende Bowers & Wilkins das bisherige System von Bang & Olufsen.

Mit einem im Heimbereich ganz an der Spitze etablierten High-End-Audio-Hersteller an Bord kommen 16 Lautsprecher und 1400 Watt ins Spiel. Das B&W Diamond System besitzt eine natürliche, sehr musikalische Abstimmung statt auf spektakuläre HiFi-Effekte zu setzen.

Die einzige Einschränkung: Es klingt vorne besser als hinten – wegen der Limits der passiven Frequenzweichen, die im System verbaut wurden. Sie erlauben nämlich keine Korrektur der Laufzeitunterschiede zwischen den Mittel- und Hochtönern.

Obwohl das System viel besser klingt als das bisherige von B&O, bleibt es damit unter seinen Möglichkeiten. Doch ich würde die Schuld dafür eher bei den Rotstiften der Kostenkontrolleure als bei B&W suchen.

Der neue 7er BMW
BMW meets B&W: Der neue 7er verwöhnt mit Diamond-Hochtönern. (Foto: Dr. Ian Kuah)

Viele Menschen setzen irrtümlicherweise eine weiche Fahrwerksabstimmung mit Komfort gleich. BMW setzt dagegen auf eine eiserne Kontrolle von Nickbewegungen um die Längs- und Querachse, die einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Fahrkomfort ausüben.

Ihre neue Luftfederung mit aktivem Wankausgleich knackt diese harte Nuss und erreicht damit beim neuen 7er den majestätischen Schwebekomfort der Mercedes S-Klasse, ohne das agile Handling zu opfern, für das BMW bekannt ist.

Im Comfort-Modus gleitet der neue BMW 7er über Bodenwellen in einer Weise, die von perfekter Rad- und Chassis-Kontrolle zeugt. Sogar im Sport-Modus wird die Federung nicht zu hart.

Für eine Extraportion Wohlfühlfaktor sorgt der zusätzliche Comfort+-Modus, der den Eindruck des Gleitens verstärkt. Aber wenn Sie es brennen lassen möchten, sollten sie dieses Feature besser deaktivieren.

Wenn die neue BMW 7er Reihe im Dezember an den Start geht – soviel steht jetzt schon fest –, wird der 730d das meistverkaufte Modell in Europa sein, während der 750i V8 in den USA und Asien die zentrale Rolle spielt.

In anderen von Benzin geprägten Märkten wie Japan und einigen Regionen Asiens wird der 3-Liter-Sechszylinder 740i mit 326 PS und 450 Nm das meistverkaufte Modell sein. Ich fuhr vor drei Monaten einen Vorserien-740i und stellte fest, dass er zwar nicht so drehmomentstark wie der Diesel auftritt, aber für die meisten Leute schnell genug sein dürfte.

Ein BMW 7er Plugin-Hybrid-Modell folgt unter der Typenbezeichnung 740e und wird  im nächsten Jahr eingeführt.

Der Hybrid wird von einer Kombination aus BMWs turbogeladenem 2-Liter-Vierzylinder und einem Elektromotor angetrieben. Zusammen ergibt sich eine Systemleistung von 326 PS und 500 Nm Drehmoment.

Der Verbrauchsdurchschnitt liegt bei 2,1 L/100 km und die Emissionen betragen lediglich 49 g/km, was den 745e zum Meister seiner Klasse bei Verbrauch und Emissionen macht. Nachteile? Der flache Kofferraumboden wie bei den Rivalen kostet BMW 90 Liter vom Kofferraumvolumen, das gewöhnlich bei 515 Litern liegt.

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