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SDHT 2019 Eingang
Am 7. und 8. September fanden zum zweiten Mal die Süddeutschen HiFi im Stuttgarter Holiday Inn statt. Wir fanden: ein äußerst gelungenes Event (Foto: Frank Borowski)

Highfideles Stuttgart: Rückblick auf die SDHT 2019

Schön wars. Irgendwie gemütlich und gleichermaßen interessant. Die Süddeutschen HiFi Tage, oder kurz SDHT 2019, hatten vielleicht nicht ganz den Besucherandrang, wie ihn die Norddeutschen HiFi Tage mittlerweile entfachen. Doch das hat durchaus seine Vorteile. Messen, bei denen wegen Überfüllung kaum noch was geht, sind weder für HiFi-Journalisten noch für den geneigten Besucher zielführend. Im Stuttgarter Holiday Inn blieb alles überschaubar. Und so hatten die LowBeats Kollegen Frank Borowski, Jürgen Schröder und ich ausreichend Zeit & Gelegenheit, vieles mit etwas mehr Muße als üblich zu hören und zu hinterfragen.

Das lag natürlich auch an der guten Messeorganisiation. Ivonne Borchert-Lima, die ja auch die Norddeutschen HiFi Tage verantwortet, hat hier schon zum zweiten Mal eine schlau zusammengestellte Leistungsshow für den Süden auf die Beine gestellt.

Ivonne Borchert-Lima auf den SDHT 2019
Die Messeleitung um Ivonne Borchert-Lima (Mitte) hatte die Sache super im Griff. Man spürte die Atmosphäre einer perfekt organisierten Messe (Foto: Frank Borowski)

Es fanden sich jedenfalls erstaunlich viele gut klingende Vorführungen in den Hotelräumen. Vor allem aber bewiesen die SDHT 2019 mit etlichen kleinen, oftmals unbekannten Firmen eine gewisse Eigenständigkeit. Vor dem Eingang zum Holiday Inn Messehotel standen nicht die üblichen Porsche- und Mercedes-Boliden mit Burmester Anlage ab Werk, sondern ein Lotus Elise mit dem überraschend guten Nachrüst-Einbau von Carhifi-Spezialisten Audiotec Fischer. Der hatte sich die Unterstützung von Renato Revic (X-Dreamcaraudio) gesichert, der unter den Einbauern Deutschlands als absoluter Meister gilt. Und auch den Lotus Evora hatte er in einem Maße hergerichtet, dass mir bei der Demo die Spucke wegblieb. Klanglich stimmte alles: Transparenz, Druck, Dynamik. Wenn man nur nicht so schwer aus diesem Auto wieder herauskäme…

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Lotus mit AudioTec Fischer Anlage auf den SDHT 2019
Macht schon was her: Der Lotus Evora mit einem Soundsystem von Audiotec Fischer (Foto: F. Borowski)
Renato Revic X-Dream
Einbau-Guru auf fremden Terrain: Renato Revic von X-Dreamcaraudio gab sich zu den SDHT 2019 die Ehre (Foto: Frank Borowski)
AudioTec Fischer im Lotus auf den SDHT 2019
Hochklassige Lautsprechertechnik so verbaut, dass eine perfekte Bühnenortung entsteht (Foto: Frank Borowski)
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Aber Audiotec Fischer schlug im Erdgeschoss auch eine sehr hübsche Brücke zum HiFi: Mit seinen Onwall-Lautsprechern der myaudioart (MA-) Serie schafft es der Autohifi-Profi geschickt, seine Kompetenz mit vollaktiven Systemen auch zu Hause unter Beweis zu stellen. Die Lautsprecher, hier im Bild die MA5, haben den linken und rechten Kanal eingebaut (können also durchaus so etwas wie Stereo vermitteln) und sind derart abgestimmt, dass sie ohne Subwoofer auskommen. Zugespielt wird per Bluetooth oder klassisch per Cinch. Der Preis des Flach-Lautsprechers liegt bei 1.700 Euro.

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MyArt Audio MA5 auf den SDHT 2019
Der vollaktive Flachlautsprecher MA5 von myaudioart. Die Abmessungen liegen bei 121,0 x 83,0 x 5,8 cm (B x H x T) Als Bespannung ist natürlich jedes gewünschte Bild möglich (Foto: F. Borowski)
MyArt Audio MA5 auf den SDHT 2019
Bestückt ist der MA5 mit 2 Hochtönern, 2 Mitteltönern und einem 16,5 cm Bass. Angetrieben wird das Ganze mit einer 6-Kanal-Endstufe (Foto: F. Borowski)
MyArt Audio MA5 auf den SDHT 2019
Nicht einmal sechs Zentimeter ist der MA5 tief. Das trägt kaum auf… (Foto: H. Biermann)
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Ansonsten dominierten im Eingangsbereich die Händler der Umgebung (sound@home, highfidelium). Auch das finde ich klasse: Denn all die schönen ausgestellten Dinge wollen ja eine Adresse haben, wo man sie erstehen kann…

Holiday Inn Eingang SDHT 2019
Der örtliche Handel war standesgemäß vertreten. Hier der Stand vom highfidelium (Foto: F. Borowski)

Die SDHT 2019 im alphabetischen Spaziergang

Der besseren Übersicht durchlaufen wir den Parcours der SDHT 2019 jetzt nach dem Alphabet – und starten so mit dem spannenden Projekt Arakas. Das Kürzel steht für „Akustische Raumklang-Systeme“ und nimmt sich des Themas „frühe Reflektionen“ an. Eine Art Spiegel wird auf oder neben den Lautsprecher gestellt, der den nach oben (oder zur Seite) abgestrahlten Schall in Richtung Hörer reflektiert; die üblichen (späteren) Reflektionen von der Decke oder der Seitenwand werden dadurch abgemildert. Ist ja klar, dass man das hört. In der Vorführung wurde der Klang etwas direkter und offener. Nicht schlecht. Ein schönes Tool zum Herumprobieren.

Arakas Klangspiegel auf den SDHT 2019
Mit Audio Spiegeln zum offeneren Klang: die Arakas Spiegel von Dipl.-Ing. André Grunewald (Foto: F. Borowski)

Als einer der größten High-End Vertriebe Deutschlands hatte Audio Reference wieder einmal einen der größten Auftritte. Im Saal Boticelli hatte ich die Möglichkeit, eine Kette um die Sonus faber Serafino zu hören. Für die Beschallung eines Raumes dieser Größe ist HiFi eigentlich nicht gemacht. Und dennoch klang es absolut stimmig und sehr natürlich. Auch im Bass fehlte es an nichts.

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Der Auftritt von Audio Reference auf den SDHT 2019
Großer Klang in großem Saal: Sonus faber Serafino an Krell Illusion II Vorstufe und Krell Duo 175 XD Endverstärker. Trotz der immensen Größe des Raums klang das sehr, sehr gut (Foto: F. Borowski)
Audio Reference auf den SDHT 2019
Der Blick aus dem Publikum… (Foto: AR)
Audio Reference auf den SDHT2019
…das in großer Zahl und sehr aufmerksam den Vorführungen lauschte (Foto: AR)
Sonus_faber_Sonetto6 auf SDHT 2019
Mir persönlich hat auch die kleinere Audio-Reference-Kombination, bestehend aus Sonus faber Sonetto 6, Krell Vollverstärker K-300i und Wandler von Acoustic Research, gut gefallen. Es klang ungemein harmonisch (Foto: Frank Borowski)
Mathias Böde auf den SDHT2019
Und auch immer zur Stelle, wenn es etwas vorzuführen gibt, ist stereo-Kollege Matthias Böde (zweiter von links), der hier einen seiner gefragten Workshops abhielt (Foto: AR)
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Ascendo war mit seinem Messe-Dauerbrenner Live 15 auf den SDHT 2019. Der in vielen Jahren auch optisch gereifte Hochpegel-Schallwandler schafft eine einzigartige Mischung aus Grobdynamik plus Feinzeichnung. Das sehr dynamische Ursprungsmodell hatte LowBeats schon vor drei Jahren im Test, doch der aktuelle Stand klingt noch um einiges geschmeidiger…

Ascendo Live 15 auf den SDHT 2019
Einer der lustvollsten Auftritte der SDHT 2019. Leider konnte hier bei Ascendo nicht so laut gehört werden, wie es das System wohl hergegeben hätte. Die Nachbarn… (Foto: F. Borowski)

Jörg Wähdel von Betonart hat ein altes Konzept wiederbelebt: das des Lautsprechers mit Betongehäuse. Aber anders als in früheren Versuchen mischt Wähdel seinem Beton noch Carbon bei: das erhöht die innere Dämpfung und macht das spröde Material besser verarbeitbar. Das Ergebnis ist schlichtweg überragend. Auf den SDHT 2019 spielte ein System aus Betonart Syno Supreme (Preis: 10.800 Euro) plus dem DSP-gesteuerten 21 Zoll Subwoofer Tyron 21 für 4.870 Euro.

Betonart Syno plus Subwoofer Tyron 21 auf den SDHT 2019
Die schlanken Säulen in Beton-Optik sind wie gemacht für das moderne Bauhaus. Aber auch klanglich überzeugen sie durch eine außergewöhnlich hohe Präzision und Dynamik (Foto: H. Biermann)

Die Kraft und die Stabilität, die dieses System in den Vorführraum der Messe gezaubert hat, empfand ich als maßstabsetzend – weshalb wir die außergewöhnlichen Beton-Speaker wohl schon bald im LowBeats Hörraum begrüßen dürfen…

Bohne Audio hat mit seinen vollaktiven und auf den Raum einmessebaren Konstruktionen (wie beispielsweise der BB-10) klanglich immer begeistert. Nur optisch waren die außergewöhnlichen Aktivlautsprecher etwas rustikal. Nun hat Firmenchef Jörg Bohne mit der Lifestyle-Serie auch das Thema „Design“ entdeckt und entsprechend machen jetzt die neuen Modelle auch äußerlich eine sehr elegante Figur. Auf den SDHT 2019 spielte Bohne die neue YOLO 1.7, deren dürre Bezeichnung uns einen kleinen Ausblick auf die Bestückung gibt. Es gibt 1 x das klassischen Bohne-Bändchen (1) plus 7 Bässe. Die sind zwar alle gleich groß (25 cm Durchmesser), haben aber unterschiedliche Funktionen. Es gibt einen Tiefmitteltöner, der wie das Bändchen als Dipol (also nach hinten offen) arbeitet. Und es gibt quasi einen eingebauten (geschlossenen) Subwoofer mit 2 aktiven (vorn) sowie vier passiven Bässen (zwei auf jeder Seite), der bis etwas 140 Hertz läuft. Der sorgt für mächtig Schub von unten.

Bohne Audio Yolo auf den SDHT 2019
Hightech trifft auf ein Gehäuse mit organischne Formen aus 3 cm starkem Echtholz: die vollaktive Bohne Audio YOLO hatte einen der überzeugendsten Auftritte der SDHT 2019 und macht auch äußerlich was her. Der Paarpreis liegt bei 30.000 Euro (Foto: F. Borowski)

Und wie immer bei Bohne war das Ergebnis begeisternd: Sehr dynamisch, sehr präzise und auch vielleicht auch deshalb noch etwas mitreißender als gewohnt, weil Jörg Bohne in der neuen Abstimmung ein bisschen mehr Wärme im Grundton vorgesehen hat…

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