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Die Canton Vento 886 DC im Größen- und Preisvergleich
Die Canton Vento 886 DC im Größen- und Preisvergleich (Foto: Canton)

Test Canton Vento 886 DC: Standbox mit feinem Klang

Canton Vento 886
Die zweitgrößte Standbox der Vento Linie: die 886 mit zwei 18 Zentimeter Tieftönern und ebenso großem Mitteltöner (Foto: Canton)

Die Canton Vento 886 DC ist der Kronprinz der Familie und mit zwei 18 Zentimeter Tieftönern plus einen 18 Zentimeter Mitteltöner nur unwesentlich weniger stattlich bestückt als die „große“ Vento 896 DC. Die Nummer 2 der Familie macht damit auf den ersten Blick deutlich, dass auch sie auch für die musikalische Beschallung größerer Räume geeignet ist. Auch der Preisunterschied von 2.800 Euro (Vento 886) zu 3.400 Euro (Vento 896) ist nicht so gewaltig, dass man nicht beide in Betracht ziehen könnte – oder sollte. Was also unterscheidet die zwei? Ist es tatsächlich nur die reine Bass-Power? Ist die Vento 886 einfach nur die etwas zivilere Variante der beeindruckenden 896?

So ungefähr. Alle entscheidenden Wesenszüge der Familie sind im Übersichtsbeitrag zur Canton Vento Serie ausgiebig beschrieben. Auch da zeigt sich, wie nah die 886 an der 896 liegt – vor allem auch wegen des großen Mitteltöners.

Aber die Canton Vento 886 ist mit 102 Zentimetern Höhe halt um knapp 10 Zentimeter kleiner als das Flaggschiff. Mit der geringeren Bauhöhe hat die Vento 886 als einziges Modell der Serie den Nachteil, dass ihr Hochtöner vergleichsweise niedrig sitzt – etwas auf 75 Zentimeter Höhe. Gemeinhin ist es von Vorteil, wenn sich der Hochtöner auf Ohrhöhe des Zuhörers befindet. 75 Zentimeter sind da recht tief gegriffen, denn so niedrige Sitzgelegenheiten sind selten.

In Bezug auf die Aufstellung ist die Canton Vento 886 kein Deut weniger anspruchsvoll als die große 896. Weil auch sie eine Menge Bass erzeugt und weil sie ebenfalls den Bassreflex-Port nach unten hat, muss man ein wenig experimentieren, bis die optimale Position gefunden ist. Ich verweise an dieser Stelle gern auf den Raumrechenservice von Dr. Hunecke.

Da bekommt man mit etwas Zeiteinsatz simuliert, wo die beste Aufstellung für einen perfekten Bass ist: In der Regel mit deutlichem Abstand zur Rück- und Seitenwand. Im LowBeats Hörraum beamen wir die besten Ergebnisse mit der 886 mit etwas über 50 Zentimeter Abstand zur Rückwand.

Hunecke Raumrechen service
Der Raumrechenservice von Dr. Hunecke: Gibt man die Daten seines Raumes ein, bekommt man recht zuverlässige Ergebnisse in Bezug auf die Halligkeit insgesamt und auf die beste Position des Lautsprechers. Hunecke arbeitet dabei mit Lautsprecher-Modellen: Man nimmt jenes, das dem Lautsprecher zu Hause am Ähnlichsten ist. Downfire-Varianten sind in diesem Modell leider nicht vorgesehen.
Yello: Toy. Das Cover
Das 13. Album von Yello. Alle waren extrem gut aufgenommen, dieses ist vielleicht das Beste (Cover: Amazon)

Die Unterschiede zur Vento 896 fielen im Hörtest gering aus. Beide haben diese unverzerrten, feinen, sehr geschmeidigen Mitten, die selbst Chöre in halligen Kirchen noch gut verständlich, aber nicht scharf klingen lassen. Eine Kunst. Beide ziehen eine recht große Bühne auf, bei der sich das Klangbild wunderbar fein und offen von den Gehäusen löst.

Und wie auch die große Vento 896 hat die 886 einen hammermäßigen Bass-Punch, der Alben wie die neue Yello Toy standesgemäß zelebriert und dank der kräftigen, aber durchaus kontrolliert zupackenden Bässe ein breites Grinsen in die Gesichter der Zuhörer zaubert. Man könnte der Canton Vento 886 unterstellen, dass sie trotz ihrer Offenheit und Transparenz in den Mitten manchmal etwas teilnahmslos spielt.

Aber das gilt für alle Vento-Modelle und ist Teil dieser absolut mehrheitsfähigen Abstimmung, mit der eine 886 wirklich jede Art von Musik schön und erlebnisreich klingen lässt.

Alles gut also? Jain. Denn mit dem langen Hören kommt die Erkenntnis: die Canton Vento 886 ist keine 896. Weder kommt der Bass-Punch mit der gleichen Überzeugung und der gleichen, satten Schwärze, noch überzeugt der obere Bass im selben Maße.

Erstaunlicherweise klingt die 886 im oberen Bass/Grundton etwas verhangener als die 896 oder auch die 876. Tiefe Männerstimmen wie die von Gregory Porter gefielen mir mit der 896 oder 876 noch ein Stückchen besser, weil sie mit den Schwestermodellen noch eine Spur akzentuierter klangen.

Das fällt nicht sofort auf, aber beim zweiten Hinhören dann doch: Wie fast alle Lautsprecher im LowBeats Test haben wir auch die Mitglieder der Canton Vento Familie im Hörraum aufgenommen.

Die Aufnahmen sind im LowBeats Klang Orakel abrufbar. Wer über einen ordentlichen Kopfhörerverstärker und einen guten Kopfhörer verfügt, sollte unsere Ergebnisse aus dem Hörraum gut nachvollziehen können.

Prinzipiell ist die 886 in Bezug auf die vorgeschalteten Verstärker erfreulich genügsam. Doch wie auch die große Schwester Vento 896 verlangt die 886 nach kräftiger Transistor-Elektronik, die die Bässe fest im Griff hat.

Richtig gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang die Kombination mit dem Exposure 3010 S2D aus dem Exposure Familientest. Der kam mit der 886 bestens zurecht und bot mit seinen kernigen Mitten auch ein schönes Kontrastprogramm zu den sehr harmonisch-freundlichen Mittellagen der 886.

Fazit: Die Canton Vento 886 im Familienvergleich

Wie auch alle anderen Vento Standboxen ist die Canton Vento 886 ein toller Lautsprecher – und doch nur zweiter Sieger in dieser Familien-Übersicht. Wie alle Vento Modelle der aktuellen 6er Linie ist auch sie ein Lautsprecher, der mit Breitbandigkeit, natürlicher Ausgewogenheit und Pegelfestigkeit beeindruckt.

Doch für nur 600 Euro mehr bekommt der geneigte Musikhörer eine 896, die fraglos noch mehr Schub im Bass und letztendlich auch die größere Souveränität und Durchsicht im Grundton hat.

Und wer die Bassfülle der 886 nicht braucht (oder nicht mag), ist mit der um 400 Euro günstigeren Vento 876 besser beraten. Deren Präzision und Struktur im gesamten Bereich unterhalb 300 Hertz macht die 876 zum Favoriten für alle, die in Räumen unterhalb 20 Quadratmetern hören.

Alle Canton Vento Beiträge:
Test Standlautsprecher Canton Vento 896 DC
Test Standlautsprecher Canton Vento 876 DC
Test Kompaktlautsprecher Canton Vento 836
Test Kompaktlautprecher Canton Vento 826
Test Kompaktlautsprecher Canton Vento 816

Familien-Test Canton Vento Serie
Hintergrund: Canton DC – mehr Bass, weniger Verzerrungen
LowBeats Klang Orakel Standlautsprecher

Canton Vento 886 DC
2017/01
Test-Ergebnis: 4,3
SEHR GUT
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Feiner, geschmeidiger Klang
Hohe Pegelfestigkeit, satter Bass
Perfekte Verarbeitung

Vertrieb:

Canton Elektronik GmbH + Co. KG

Neugasse 21 – 23
61276 Weilrod
www.canton.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Canton Vento 886: 2.798 Euro (Paarpreis)