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M&K Sound V-Serie: edle Subwoofer mit Kraft und Präzision. M&K Sound V12. M&K Sound V10 und M&K Sound V8 (800, 1.200 und 1.500 Euro) (Foto: R. Vogt)
Die Gentlemen-Subwoofer der M&K V-Serie sind nicht sehr laut, aber ungemein präzise. Sie kosten zwischen 900 (V8) und 1.500 Euro (V12)

Test: M&K Sound V-Serie – Highend-Subwoofer günstig

Im Rahmen eines größeren THX-Rundumschlags hatten wir bereits vor einem Jahr den M&K Sound V12 Subwoofer getestet. Der Test mit diesem ungemein vitalen 12-Zöller machte so viel Lust auf mehr, dass wir uns aus der gleichen Serie die kleineren Modelle M&K Sound V10 und M&K Sound V8 ebenfalls anschauen mussten. Ist deren Schnäppchen-Potential wegen des kleineren Preises womöglich noch höher? Das Ergebnis überrascht.

Miller & Kreisel V12 Test Aufmacherbild
Miller & Kreisel V12: THX Select2 zertifizierter aktiver, geschlossener 12-Zoll-Subwoofer (Foto: R. Vogt)

Zur Erinnerung: Subwoofer in dem Sinne, wie wir sie heute verstehen, sind tatsächlich eine Erfindung von Jonas Miller und Ken Kreisel, den Gründern von „Miller & Kreisel“, heute M&K Sound. Ursprünglich waren sie eine Entwicklung aus dem Jahre 1973 für das Tonstudio von Steely Dan. Die hier vorgestellten Woofer sind also von ältestem Adel.

Steely Dan's 1974er Album "Pretzel Logic" auf den ersten M&K-Monitoren gemischt
Subwoofer als Teil der Brezel-Logik? Steely Dan’s 1974er Album „Pretzel Logic“ wurde auf den ersten M&K-Monitoren gemischt (Cover: Amazon)

M&K Sound V-Serie: die Gemeinsamkeiten

Die V-Serie ist die kleine Subwoofer-Linie von M&K und die Namen verraten – wie bei Basswürfeln üblich– die Größe der Tieftöner: Der M&K Sound V12 ist mit einem 12-Zöller (≈30 cm) ausgestattet, der mittlere M&K Sound V10 mit einem 10 Zöller (≈25 cm) und der M&K Sound V8 mit einem 8 Zoll (≈20 cm) Bass.

Das Konzept von M&K Sound ist für die gegebene Preislage um die 1.000 Euro im Konkurrenzfeld recht ungewöhnlich. Optimieren die meisten Hersteller Subwoofer dieser Preislage eher auf maximalen Pegel, folgen die M&Ks einem highendigeren Ansatz: sie setzen auf geschlossene Gehäuse. Der Verzicht auf Bassreflex klingt meist etwas sauberer, kostet in der Regel aber ein paar Dezibel Maximalpegel.

Miller & Kreisel V12 Aufbau im Gehäusequerschnitt (Grafik: M&K Sound)
Miller & Kreisel V12 Aufbau im Gehäusequerschnitt. Auffällig: die mittlere Strebe stützt den Magneten des Tieftöners (Grafik: M&K Sound)

Auf Echtholz-Finish oder ähnlich Dekoratives verzichtet M&K bei der-V-Linie. Stattdessen kommt im sauber matt-glänzend lackiertem MDF-Gehäuse ein augenscheinlich sehr hochwertiges und hoch belastbares Chassis zum Einsatz. Dessen Pappmembran hat eine Prägung und eine Staubkalotte aus Glasfaser-Gewebe. Klopft man drauf, spürt man eine extrem hohe Festigkeit.

Pappe und Glasfaser (Foto: R. Vogt)
Ein Mix aus Pappe und Glasfaser macht die Membran der Subwoofer-Treiber extrem steif. Bei der  wulstigen Sicke handelt es sich um NBR (Nitril Butyl Rubber), ein hochbelastbares, Gummi-ähnliches Material. (Foto: R. Vogt)

Wie gut diese Treiber im geschlossenen Gehäuse sind, zeigt die folgende Messung:

M&K Sound V-Serie: Messung V10 (Foto: R. Vogt)
Verzerrungsverhalten M&K Sound V10: 100 dB Dauerpegel sind absolut kein Problem  (Foto: R. Vogt)

Wir haben hier stellvertretend nur die Messungen des mittleren V10 aufgeführt; die anderen beiden messen sich sehr ähnlich. Und alle drei zeigen ein für Subwoofer sehr ordentliches Klirrverhalten – was für eine hohe Präzisison bei der Wiedergabe spricht.

Bei einem geschlossenen Gehäuse treten prinzipbedingt im Inneren des Gehäuses noch größere Kräfte auf, als bei (ventilierten) Reflex-Konstruktionen, denn bei größeren Pegeln kann die Luft kann ja nirgendwo hin. Auch die auf das Chassis selbst wirkenden Kräfte sind enorm. Damit unter diesen Bedingungen der Tieftöner unverrückbar fest mit dem Gehäuse verbunden ist, kombinieren die M&K Ingenieure clever die Gehäuseversteifung mit einer zusätzlichen Befestigung des Treibers – siehe Aufriss oben – am Magneten. Tatsächlich kommen selbst bei grenzwertigen Membranbewegungen nur sehr geringe Störkomponenten aus den V-Woofern. Gut gemacht.

M&K Sound V-Serie: Dämpfer-Füße (Foto: R. Vogt)
Die Dämpfer-Füße der Woofer sind gleichermaßen weich und robust und verhindern zweierlei: die Übertragung der Gehäuse-Vibrationen auf den Untergrund und eventuelle Bewegungen der Woofer auf dem Boden (Foto: R. Vogt)

Prinzipiell sind V12, V10 und V8 gleich aufgebaut: Wandstärke, Versteifungen, Finish. Und mitgeliefert werden stets ein Quartett dicker Gummifüße zum Aufkleben, ein Markenenblem für die Stoffbespannung, Netzkabel und ein Paar weiße Baumwoll-Handschuhe zur Vermeidung erster Fingerabdrücke. Unterschiede gibt es bei der Treibergröße, dem Gehäusevolumen, der Verstärkerleistung und natürlich dem Preis.

Die M&K Sound V-Serie in der Übersicht:

Modell:M&K Sound V8M&K Sound V10M&K Sound V12
Treibergröße:20 Zentimeter25 Zentimeter30 Zentimeter
Empfohlene maximale Raumgröße (HiFi-System):15 Quadratmeter25 Quadratmeter35 Quadratmeter
Leistung (sinus 4 Ohm):150 Wattt200 Watt300 Watt
Gewicht:11,0 Kilo18,0 KIlo22,0 Kilo
Abmessungen (H x B x T):34 x 26 x D 29 cm40,5 x 31,5 x 35 cm46,5 x 36 x 40 cm
Preis:900 Euro1.200 Euro1.500 Euro

Bei der M&K Sound V-Serie verläuft der Subwoofer-Zugewinn also linear: mit jeweils 300 Euro mehr bekommt man den nächsten Schritt. Und jeder Schritt nach oben schlägt sich auch in den Messungen nieder – siehe Slideshow:

M&K Sound V-Serie Messungen:

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Miller & Kreisel V8 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel V8: Der Frequenzgang fällt unterhalb 50 Hertz erkennbar ab (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel V10 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel V10: Schon einiges mehr an Pegel im Tiefbassbereich. Der leicht abgesenkte Tiefbass wird typischer Weise vom Raum aufgefüllt (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel V12 (Foto: R. Vogt)
Miller & Kreisel V12: Vorbildlich linear von 20Hz bis über 400Hz (Foto: R. Vogt)
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Die Messungen belegen, was sich jeder denken kann: Größere Treiber und größere Volumina ergeben im relevanten Tiefbassbereich mehr Potenzial. Der V12 kann also am meisten. Doch wie genau sich die drei Modelle im Test schlugen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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Seite 2    V-Serie: Einzelbetrachtungen V8, V10, V12, Fazit