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Subwoofer Nubert nuPro AW-350
Subwoofer Nubert nuPro AW-350; 445 Euro (Foto: Nubert)

Test Nubert nuPro AW-350: der Wohlklang-Woofer

Eigentlich habe ich mir ja beim Auspacken des Nubert nuPro AW-350 für unseren großen nuPro Familientest im Zubehör-Pack endlich mal eine freundlich lächelnde Nubine erhofft, die als Maskottchen aller Nubert-Woofer auf einem solchen thront – Fehlanzeige. Es war wieder nur der freundlich lächelnde, männliche Nubi. Vielleicht liegt es daran, dass der hier vorgestellte nuPro AW-350 als Sitzmöbel nur bedingt geeignet ist: Mit seinen Gehäusemaßen von 24 x 39 x 24 Zentimetern (B x H x T) fällt er gerade mal halb so groß aus wie (m)eine Cajon.

Dass der AW-350 beinahe die gleiche Gehäusegröße aufweist wie die nuPro A-300, ist natürlich kein Zufall – wurde er doch primär dafür entwickelt, die kompakten Zweiwege-nuPros A-100, A-200 und A-300 im Tieftonbereich zu unterstützen. Dank seiner recht umfangreichen Anschlussmöglichkeiten lässt er sich jedoch problemlos auch in andere HiFi- oder AV-Systeme integrieren.

Nubert nuPro AW-350 amp block
Ausgerüstet mit einem Schraubklemmen-Terminal für Lautsprecherkabel, lässt sich der Nubert nuPro AW-350 auch an Verstärkern ohne Subwoofer-Ausgang betreiben (Foto: Nubert)

Natürlich findet der nuPro AW-350 seinen Wirkungskreis nicht im Umfeld ausgewachsener Home-Cinema-Systeme, in denen bereits die Frontlautsprecher mehr Membranfläche aufweisen als er selbst – für solche Anwendungen hat Nubert denn auch Passenderes im Programm. Dennoch sollte man den kleinen nuPro nicht unterschätzen: Sein 180-Millimeter Tieftonchassis mit Polypropylen-Membran erlaubt nämlich erstaunlich hohe Membranauslenkungen von bis zu +/- 15 Millimeter. Damit lässt sich bereits eine Menge Luft bewegen.

Angetrieben von einer Class-D-Endstufe mit einer Nennleistung von 150 Watt verhilft das langhubige Chassis dem nuPro AW-350 zu einem Schalldruckpegel von immerhin rund 100 Dezibel bei einem Meter Abstand – und das bei einer recht niedrigen Grenzfrequenz von unter 35 Hertz. Ein zuschaltbares Hochpassfilter schützt den AW-350 (aber auch die Ohren der Nachbarn) bei Bedarf vor tieffrequenten Membranauslenkungen, wie sie beispielsweise durch rumpelnde Plattenspieler hervorgerufen werden. Wie ich finde, eine sehr nützliche Einrichtung – mehr dazu im Hörtest.

Das allerfeinste und zweifellos wichtigste Feature beim nuPro AW-350 ist jedoch das nuPro familientypische Alleinstellungsmerkmal – sprich: die volle Fernbedienbarkeit in Verbindung mit dem hellen, kontrastreichen Display. Da nicht nur Übernahmefrequenz- und Lautstärke-Einstellung über den mitgelieferten IR-Geber erreichbar sind sondern auch seine in 20-Grad-Schritten schaltbare Phasenlage, lässt sich der nuPro AW-350 bequem vom Hörplatz einrichten und anpassen – besser geht’s nicht!

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Nubert nuPro AW-350 Remote Control
Der kleine Infrarot-Fernbedienungsgeber erlaubt das Einstellen des Nubert nuPro AW-350 bequem vom Hörplatz aus. Praktisch auch die drei Speicherplätze zum schnellen Aufrufen von Voreinstellungen (Foto: J. Schöder)
Nubert nuPro AW-350 Display
Das frontseitige Display zeigt sogar die einstellbare Phasenlage des Nubert nuPro AW-350 in 20-Grad-Schritten an (Foto: J. Schröder)
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Nubert nuPro AW-350: universell integrationsfähig

Der Anschluss des nuPro AW-350 an eine vorhandene Anlage ist auf zweierlei Weise möglich: Verfügt der ansteuernde Verstärker oder AV-Receiver nicht über einen Subwoofer-Ausgang, lässt sich der AW-350 auch über seinen Hochpegeleingang mit Lautsprecherkabeln ansteuern – beispielsweise aus dem häufig vorhandenen Speaker-B-Anschluss. Neben dem hierfür zuständigen Schraubklemmen-Terminal verfügt der kleine nuPro natürlich auch über einen normalen RCA-Hochpegeleingang – die Standardlösung zum Verbinden mit Subwoofer-Line-Outputs. Dieser ist zweikanalig ausgelegt, sodass sich der AW-350 sogar über einen stereofonen Vollbereichs-Vorverstärkerausgang speisen lässt – das zum Betrieb erforderliche Mono-Summensignal bildet der AW-350 dabei intern. Praktischerweise verfügt der nuPro über einen mit 80 Hertz hochpassgefilterten RCA-Line-Ausgang: Somit lässt er sich beispielsweise direkt zwischen Vor- und Endverstärker einschleifen, wobei letzterer dann nur noch die Satelliten-Lautsprecher oberhalb von 80 Hertz anzutreiben braucht.

Der Nubert nuPro AW-350 im Hörtest

Angelehnt an seine ursprüngliche Bestimmung, kombinierte ich den nuPro AW-350 im Hörtest mit seinen beiden nuPro Schwestern A-200 und A-300. Bei letzterer kann man sich durchaus die Frage stellen: Wozu eine Box mit einem Subwoofer ergänzen, der eine ähnlich tiefe, untere Grenzfrequenz aufweist wie die Box selbst?

Dafür gibt’s viele Gründe, die reichlich Stoff für eine eigene Geschichte bieten und daher den Rahmen dieses Test bei weitem sprengen würden. Hier nur der wichtigste: Wie unsere Messungen an der nuPro A-700 anschaulich zeigen, sinken die Verzerrungsprodukte im klanglich besonders wichtigen Mitteltonbereich deutlich ab, sobald man den Tiefmitteltöner von den im Bassbereich erforderlichen, großen Hüben befreit.

Und hierfür kommt der nuPro AW-350 gerade recht, verwendet er doch exakt das gleiche Langhub-Chassis wie auch die nuPro A-700 im Bassbereich. Ein Pärchen nuPro A-300 ergänzt um den nuPro AW-350 entspricht damit also zwei nuPro A-700 mit einem Viertel ihrer Membranfläche im Bassbereich – was für die meisten Anwendungen und Räume vollkommen ausreicht.

Was das klangliche Ergebnis betrifft, kann ich nur sagen: Ich habe die nuPro A-300 tatsächlich noch niemals so gut gehört wie im Zusammenspiel mit dem nuPro AW-350. Mit seiner sonoren, konturierten Tieftonarbeit integrierte er sich absolut nahtlos ins Klanggefüge der A-300 – die in der Tat nun noch etwas klarer und frischer wirkte als im Fullrange-Betrieb.

Tracks, bei denen es richtig tief runtergeht, wie etwa das acid-jazzy dahinfließende „Marching On“ von den Ballistic Brothers waren ein absoluter Genuss, der normalerweise weitaus teurere Lautsprecher erfordert. Meine Einstellungen für diese Kombination waren: Trennfrequenz (an der A-300): 60 Hertz; System-Hochpass (an der A-300): 60 Hertz;  Phasenlage (am AW-350): 0 Grad; Tieftonpegel (am AW-350): -17 Dezibel oder Vol 43.

Beinahe ebenso gute Klangresultate erzielte auch die Kombination mit der nuPro A-200 – bei ihr empfehlen sich als System-Hochpass- und Sub-Out-Frequenz jedoch mindestens 80 Hertz, um ihre kleineren Tiefmitteltöner nachhaltig zu entlasten.

Großes Lob verdient das zuschaltbare Low-Cut-Filter beim AW-350: Zwar machte es den oberen Bassbereich eine Spur fülliger, entfernte jedoch schonend raumbedingtes, tieffrequentes Dröhnen – und zwar ohne den Tiefbass nennenswert zu schwächen. Genauso würde ich es mir auch bei den großen nuPro Modellen A-600 und A-700 wünschen.

Nubert nuPro AW-350: Fazit

Der Nubert nuPro AW-350 rundet das nuPro Familienprogramm perfekt ab. Dank universeller Anschlussmöglichkeiten und geringem Raumbedarf stellt er jedoch nicht nur für kompakte Zweiwege-Aktiv- oder Passivlautsprecher aus dem Hause Nubert eine sinnvolle Ergänzung dar. Mit erstaunlich tiefreichender, sonorer Klangcharakteristik kann er diese in den tieferen Lagen spürbar entlasten, was das Gesamtklangbild nicht nur voller, sondern auch klarer macht.

So spielen speziell die kompakten Zweiwege-nuPros A-300 und A-200 kombiniert mit den nuPro AW-350 mindestens eine Klasse höher. Für alle A-300 und A-200 Eigner ist der AW-350 damit ein wärmstens empfohlenes Upgrade. Einsteiger mit kleinem Budget hingegen können mit den nuPro-Kompaktmodellen beginnen und diese später mit dem AW-350 ergänzen. Mit seinem Preis von 445 Euro ist der Nubert nuPro AW-350 ohnehin ein echter Kauftipp.

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Test Nubert nuPro AS-450: reduziert auf das Maximale
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Nubert nuPro AW-350
2017/09
Test-Ergebnis: 4,4
SEHR GUT
Bewertung
Klang:
Praxis:
Verarbeitung:

Gesamt:

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Sonore, dennoch konturierte Basswiedergabe
recht pegelfest
pralle Ausstattung, voll fernbedienbar
Sehr gutes Low-Cut-Filter

Vertrieb:
Nubert electronic GmbH
Goethestraße 69
73525 Schwäbisch Gmünd
www.nubert.de

Paarpreis (Hersteller-Empfehlung)
Nubert nuPro AW-350: 445 Euro