• OPPO BDP-105D Audiocom Signature, 4.599 Euro (Foto: R. Vogt)

  • Oppo-Power (Foto: R. Vogt)

  • Front-Display (Foto: R. Vogt)

  • HDMI-Front-Eingang (Foto: R. Vogt)

  • Oppo BDP-105D Front (Foto: R. Vogt)

  • Oppo BDP-105D Rückseite (Foto: R. Vogt)

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Test: OPPO BDP-105D Audiocom Signature

Der OPPO BDP-105D ist einer der universellsten Blu-ray-Player, D/A-Wandler, Audio-Streamer und Mediaplayer überhaupt. Die modifizierte Version, der Audiocom Signature, wurde an den meisten klangrelevanten Stellen deutlich aufgewertet, ist aber dadurch gut dreimal teurer als das Original. Ist er die universelle High-End-Digitalquelle?

Oppo BDP-105D Audiocom Signature Logo
Das Audiocom-Label steht für höchste Klanggüte (Foto: R. Vogt)

Audiocom sitzt am westlichsten Zipfel der englischen Hauptinsel und wurde 1996 gegründet. Die kleine Manufaktur bietet ein breites Sortiment an Tuningmittelchen und Bauteilen zur Verbesserung der Klangwiedergabe an. Von Anbeginn gab es aber auch komplette Komponenten, so war eine externe Masterclock das erste Audiocom-Gerät überhaupt.

Heute stechen die modifzierten Oppo Blu-ray-Player aus dem Portfolio hervor und versprechen, aus den gut klingenden, extrem universellen Abspielern wahre audiophile Füllhörner zu generieren. Dass sich auch größere, arrivierte Firmen dieser exzellenten Basis bedienen, zeigte schon die sehr aufwendige Modifikation des ersten Oppo Blu-ray-Players durch die amerikanische Firma Ayre, die zwar höllisch teuer geriet, aber sensationell klang. Dass hier trotzdem immer noch Preise mit Augenmaß aufgerufen werden, unterstreicht schon die schlichte Tatsache, dass die Produkte gemeinsam mit den originalen Oppo-Playern bei Heimkino Klohs vertrieben werden, der preislich als eher bodenständig gilt.

Um genau festzustellen, was die Engländer drauf haben, bestellte sich LowBeats die größte der vier möglichen Ausbaustufen, den OPPO BDP-105D in der Variante Audiocom Signature. Eine Nummer kleiner und primär auf der digitalen Seite modifiziert ist die Version Reference.

Diese zwei Tuning-Varianten gibt es ebenfalls vom kleineren Oppo Modell BDP-103D. Die kleinste Audiocom-Version kostet 1.899,- Euro, die größte, hier getestete, maximale Variante immerhin 4.599,- Euro.

Oppo BDP-105D Logo
Massiv verarbeitet und ungeheuer vielseitig: Oppo BDP-105D (Foto: R. Vogt)

Universell: Das Oppo-Original: Audiocom greift in keine Funktionalität des Oppos direkt ein; die fast schon unglaubliche Universalität der asiatischen Originale bleibt unangetastet. Deshalb werfen wir erst einmal einen Blick auf die Basis-Version, bevor wir zu den Modifikationen kommen. Von vorne betrachtet scheint es sich beim Oppo BDP-105D um einen gewöhnlichen Blu-ray-Player zu handeln, zumindest bis man einen näheren Blick auf die Details wirft.

Der Oppo spielt neben CD, DVD und Blu-ray auch die hochauflösenden Audioformate DVD-Audio und SACD, beide auch in den Mehrkanal-Versionen. Er bietet insgesamt drei Anschlüsse auf der Front: Der USB-Eingang ist auch bei anderen BD-Playern gängig, schon seltener und sehr löblich ist der ordentliche, in ausgewachsener 6,3mm-Klinkenbuchse ausgeführte Kopfhörer-Ausgang.

Oppo BDP-105D Audiocom Signature HDMI-Front-Eingang
Die Front bietet einem HDMI- oder MHL-Gerät Anschluss und ebenso einem guten Stereokopfhörer. (Foto: R. Vogt)

Die dritte Anschlussmöglichkeit bietet unter den Playern bislang nur Oppo: den HDMI-Eingang. Der ist sogar MHL-tauglich, zum direkten Anschluss von Tablets und Smartphones. Einen weiteren HDMI-Eingang bietet die Rückseite, neben zwei HDMI-Ausgängen, die sowohl Audio-Return-Channel-fähig (ARC) sind als auch wahlweise parallel arbeiten oder nach Audio- und Video separat konfiguriert werden können.

Dank dieser Konstellation ist es möglich, das exzellente Videoprozessing und gegebenenfalls auch die D/A-Wandlung und das Surround-Decoding des Oppos für weitere Quellen, etwa den Satelliten-Receiver, zu verwenden. Hinzu kommen Digital-Audio-Ausgänge (optisch/Cinch),  Digital-Audio-Eingänge (Cinch) sowie ein USB-Audio-Eingang nach 2.0-Standard, der in Stereo auch DSD-Signale verarbeitet.

Der integrierte Mediaplayer, der sich auch als DLNA-Renderer für Audio, Video und Fotos im Netzwerk anmeldet, kommt als weitere Signalquelle dazu. Er erhält seine Musik, Fotos und Videos per LAN-Kabel oder mittels serienmäßig mitgeliefertem WLAN-Stick.

Damit dieser gut positioniert ist und seine integrierte Antenne senkrecht stehen kann, bekommt er ein tropfenförmiges, massives Stativ. Die zwei USB-Anschlüsse auf der Rückseite erlauben, trotz Besetzung eines der beiden durch den WLAN-Stick, den Anschluss einer Festplatte als weiterer Programmquelle.

Und weil Oppo das immer noch nicht genug Programmquellen sind, gibt es ein paar vorinstallierte Apps mit Zugängen für diverse Audio-Streaming-Dienste, Youtube und die Berliner Philharmoniker.

Kurz gesagt, es ist fast egal, mit welchen Bits man den Oppo füttert oder durch welche Schnittstelle sie gelangen: Er verdaut praktisch alles, was Bild und/oder Ton beinhaltet. Dabei wurde noch nicht einmal erwähnt, dass er praktisch alle Formate nicht nur in zweikanaligem Stereo verarbeitet, sondern Formate, die dies prinzipiell zulassen, auch in nativem Surround wiedergibt.

Eine der wenigen Einschränkungen ist dabei, dass es per DLNA nicht möglich ist, aufeinander folgende Stücke unterbrechungsfrei, also gapless, wiederzugeben. Das gelingt nur per direkt angeschlossener Festplatte (oder USB-Stick) oder über das Netzwerk per CUE-Sheet, wenn also die Musik als ununterbrochene Datei plus CUE-Playliste angeboten wird. Dabei sei auch verraten, dass der Oppo direkt Netzwerkverzeichnisse (SAMBA) lesen kann und nicht auf DLNA oder UPnP angewiesen ist.

Oppo BDP-105D Audiocom Signature HDMI-Ausgänge
Das HDMI-Ausgangs-Doppel lässt sich parallel oder separat für Bild und Ton konfigurieren (Foto: R. Vogt)

Die Bildausgabe des Oppos kennt zwei Qualitäten. Der primär auf Audio spezialisierte HDMI-2-Ausgang liefert, was der MediaTek-Chipsatz ausgibt. Den verwenden praktisch alle Hersteller, deren Blu-ray-Player auch SACDs lesen können. Das Video ist knackscharf und ruhig: ein sehr gutes Bild. Der HDMI-1-Ausgang arbeitet mit einem nachgeschalteten Chipsatz von DVDO, dessen De-Interlacer die wohl beste Vollbildwandlung am Markt beherrscht und dessen Scaling bis Ultra-HD als eines der besten gilt.

Ein weiterer Trick steckt hinter dem „D“ im Produktnamen, das steht für „Darbee“. Der gleichnamige Videoprozessor vermag bei Bildbearbeitung und Skalierung verloren gegangenen Detailkontrast wieder hervor zu rechnen, zumindest, wenn man den Darbee vorsichtig dosiert. Ansonsten wird er zum kitschigen Geschmacksverstärker.

In der feinsten Einstellung „HD“ und einer mittleren Einstellung aber vermag er aus DVDs und Blu-rays eine Detailzeichnung zu zaubern, die sonst erst mit einer deutlich höheren nativen Auflösung möglich wäre. Das sieht schlicht sensationell und plastisch aus und hat nichts mit einer gewöhnlichen Schärfe-Anhebung zu tun.

DVDO-Scaling und Darbee lassen sich dank der beiden HDMI-Eingänge auch für externe Quellen verwenden, was uns im Test gerade beim Satellitenbild begeistern konnte, wenn wir die Dreambox des Testkinos auf native Ausgabe der jeweiligen Auflösung des Senders konfigurierten.

OPPO BDP-105D: Analoge Ausgabe in Stereo und Surround

Oppo BDP-105D Audiocom Signature Digital-Audio-Eingänge
Dank der Digital-Audio-Eingänge inklusive USB lässt sich der Player als D/A-Wandler nutzen. (Foto: R. Vogt)

Auch wer den Oppo nicht volldigital in eine Heimkino-Anlage integriert, kommt uneingeschränkt auf seine Kosten, denn der BDP-105D bietet sowohl einen analogen 7.1 als auch einen separaten Stereo-Ausgang an. Stereo kann dabei per Cinch oder symmetrisch über XLR angeschlossen werden. Hier liegt bei Surround stets ein 2.0-Downmix an.

Für den 7.1-Surround-Ausgang gibt es ein vollständiges Bassmanagement mit Pegel- und Laufzeiteinstellungen und für alle analogen Ausgänge gemeinsam eine globale Verzögerung zur Justage der Lippensynchronität und eine ausreichend feinfühlige (auch abschaltbare) Lautstärkeregelung. Damit lässt sich der Universalplayer sogar puristisch wie ein vollständiger digitaler Vorverstärker oder AV-Prozessor direkt an Endstufen oder Aktivlautsprechern verwenden.

All das in ein vergleichsweise übersichtlich bedienbares Menügerüst zu packen, dürfte eine ebenso große Leistung der amerikanischen und chinesischen Oppo-Entwickler sein wie überhaupt die ganze Funktions- und Medienvielfalt in ein einziges Stück Hardware gegossen zu haben. An genau dieser Aufgabe scheiterten bereits fast alle anderen Hersteller.

Das erklärt auch, warum sich der Oppo-Baukasten als der Highend-OEM-Player schlechthin etablierte und auf dieser Position eine echte Alleinherrschaft behauptet. Die meisten Hersteller von OEM-Varianten beschränken sich auf das Verbessern oder Ersetzen der analogen Seite oder der gesamten D/A-Wandler-Sektion. Eine Ausnahme bildet Cambridge, die ihre Player quasi als Sonderserie fertig von Oppo produziert bekommen.

Audiocom wiederum macht mit Unterstützung von Oppo-Europa klassisches Tuning und erhält fertige Serienplayer, die dann entsprechend um- und aufgearbeitet werden. Durch den Segen von Oppo bleibt die Garantie erhalten. Und weil die Tuningingenieure nur in die Signalverarbeitung und das Netzteil eingreifen und so die eigentlichen Funktionen des Players nicht verändern, bleiben auch der Support mit Firmwareupdates oder die Steuerung mittels Oppos MediaControl-App unbeeinflusst. Kurz: Der Audiocom Signature bleibt ein Oppo.

Audiocom Signature Tuning im Detail

Oppo BDP-105D Audiocom Signature Clock-Platine solo
Das hypergenaue, stabilisierte Quartz gibt den Systemtakt vielfach genauer vor als das serienmäßige. (Foto: Audiocom)

Zum Test stellte uns der Vertrieb das größte Modell zur Verfügung, den BDP-105D Signature, in dem alle optionalen Detailverbesserungen integriert sind. So ersetzen die Briten zunächst das für den Digitalteil serienmäßig verbaute Schaltnetzteil durch ein klassisches, analoges, lineares Netzteil mit dickem Ringkerntrafo.

Schon der alleine erklärt, warum wir das berechtigte Gefühl hatten, dass der Audiocom irgendwie schwerer wirkte als bisher ins Test-Rack gewuchtete Oppos. Dann wird statt eines konventionellen Gleichrichters je ein Board mit Schottky-Dioden für die digitale Audio- und Videoversorgung nachgeschaltet.

Vorher läuft der Strom aus der Dose durch „Super Effect AC Bullets“ der Firma Bybee, die durch nicht näher benannte Quanteneffekte (angeblich militärisch genutztes Knowhow und daher geheim…!?) den Netzstrom von Störungen befreien sollen. Selbst die Netzteilbuchse ist durch eine Version mit Rhodiumkontakten ersetzt und per hochreiner Kupferleitung statt einer Standardstrippe mit dem Netzteil verbunden. Eine nichtmagnetische Cryofuse ersetzt die Standardsicherung.

Im zweiten, großen Tuningschritt sockeln die Entwickler eine gut handtellergroße Platine auf, deren einziger Zweck es ist, den gesamten Digitalteil mit einem hypergenauen und extrem rauscharmen Systemtakt zu versorgen.

Die verbaute Femto-Referenz-Clock arbeitet mit einer Genauigkeit von nur 77 Femtosekunden und damit um einige Zehnerpotenzen genauer als die originale Systemuhr. Von diesem Referenz-Takt leiten sich alle digitalen Arbeitsschritte im Player ab, von der Video- und Audio-Signalverarbeitung bis zu den Digital/Analog-Wandlerchips. Die Laufwerkschublade wird mit einem mechanisch dämpfenden E-Pad +S von Steinmusic beruhigt.

Alle bis hierhin beschriebenen Maßnahmen betreffen sämtliche Gebrauchsaspekte des Players, die im Gegensatz zu praktisch allen anderen relevanten Oppo-Derivaten auch eine klangliche Verbesserung auf der digitalen Seite – SPDIF und vor allem HDMI – versprechen. Doch auch die analoge Ausgabe erfährt klangsteigernde Umbaumaßnahmen. Das Netzteil bekommt einige rauschärmere und breitbandigere Bauteile und liefert daher stabilere und sauberere Energie.

Des weiteren ersetzen die Tuner die Wandlerchips des Stereoboards durch handselektierte ES9018 Sabre DAC. Dazu bekommen alle D/A-Wandler nun eine eigene Taktversorgung mit einer Clock von sagenhaften 37 Femtosekunden Präzision. Schließlich stehen in den Spezifikationen noch nicht näher bezifferte mechanische Resonanz- und Dämpfungsmaßnahmen und elektromagnetische Abschirmungen, für die wir von außen keine Anzeichen erkennen konnten.

Leider wird von Audiocom der Deckel so versiegelt, dass man ihn nicht ohne Weiteres abschrauben kann. Da wir gebeten wurden, beim Testgerät das Siegel nicht zu brechen, musste uns der Blick durch die Kühlöffnungen und die Herstellerfotos der Innereien genügen.

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