Roon Nucleus Front
Mit dem Nucleus hat das geniale Musik-Verwaltungs-Programm Roon auch eigene Server mit im Angebot. Wir hatten den vielseitigen Nucleus+ für knapp 2.530 Euro im Test (Foto: Roon)

Test Roon Nucleus+: High End Musikserver für die ganze Familie

Roon, die wohl high-endigste und ausgereifteste Software zur Musikverwaltung und -wiedergabe, kennt inzwischen fast jeder. Voraussetzung für deren Nutzung ist neben einer Jahres- oder Lifetime-Lizenz immer auch ein spezieller Server, der sogenannte Core. Mit dem Nucleus bzw. Nucleus+ hält Roon dafür hauseigene Lösungen parat. LowBeats hat sich ausgiebig mit dem Nucleus+ befasst. Erfahren Sie hier, für wen sich die rund 2.500 Euro teure Musikverteilmaschine lohnt.

Mag sein, dass wir das Feld ein wenig von hinten aufrollen. In Sachen Roon hatten wir bei LowBeats nämlich bereits viele „Roon Ready“ zertifizierte Player, eine günstige Selbstbaulösung für eine Roon Bridge und einen Roon-Core-fähigen Server von Silent Angel im Test, aber noch nicht „das Original“, den Roon Nucleus.

Wer mehr Hintergrundwissen zu Roon und dem dazu nötigen Server benötigt, dem empfehle ich vorab diesen Artikel vom Kollegen Raphael Vogt und den zuvor schon erwähnten Test des Silent Angel Rhein Z1. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die besonderen Eigenschaften des Roon Nucleus+.

Roon Nucleus Seite

Unscheinbar, aber elegant. Das aktuelle Gehäuse des Nucleus mit umlaufendem Kühlrippen-Design (Foto: Roon)

Das Konzept des Roon Nucleus+

Wer sich mit den vielen Begriffen rund um Roon beschäftigt (Core, Bridge, Roon Ready, Roon tested, RAAT u.s.w.), wird von der Komplexität womöglich abgeschreckt. Aber lassen Sie mich Ihnen versichern: Es ist in der Praxis alles ziemlich einfach und komfortabel. Nur auf die damit einhergehenden Kosten muss man sich einlassen.

Viele High-Ender haben kein Problem damit, zig-tausende Euro in Verstärker oder Lautsprecher zu investieren. Nicht wenige geben solche Summen sogar für Zubehöre wie Kabel aus. Aber eine Software, die (umgerechnet) rund 600 Euro für eine Lifetime-Lizenz oder etwa 100 Euro jährlich kostet? Da machen viele dicht.

Okay, die Kosten für Hardware in Form eines Roon Core (den Server) kommen auch noch oben drauf. Im günstigsten Fall ist bereits ein Roon-fähiges NAS im Besitz oder es werden ein paar hundert Euro für einen selbst gebastelten NUC fällig. Im Extremfall eine vier- oder fünfstellige Summe für eine besonders exklusive Lösung, wie einen Innuos Statement Streamer, der gleichzeitig als Roon Core fungieren kann. Im mittleren bis gehobenen Preissegment bietet Roon selbst zwei äußerst praktische Lösungen an: Den Nucleus für rund 1.500 und den Nucleus+ für etwa 2.530 Euro.

Roon Nucleus Front

Die schlicht schwarze Front ist frei von Tasten und kommt auch ohne Statusanzeigen aus (Foto: Roon)

Der deutsche Roon/Nucleus-Vertrieb ATR – Audio Trade hat uns für diesen Test das Plus-Modell zur Verfügung gestellt – was übrigens keine Größenangabe ist. Beide Modellvarianten nutzen das selbe relativ flache Gehäuse mit einer Stellfläche von 26,5 x 26,5 cm. Darin ist neben dem NUC genügend Platz für eine SSD oder Festplatte (bis 3,5“). Das Netzteil ist extern.

Zur Verbindung stehen neben der obligatorischen RJ45 Netzwerkbuchse zwei HDMI-Ports bereit. Eine für Ton, die andere kann auch genutzt werden, um zum Beispiel Songtexte auf dem TV anzuzeigen. Die Ausgabe erfolgt in der Regel über das Netzwerk an entsprechende Roon-Ready-Geräte. Es gibt aber auch einen USB-Port, über den der Nucleus Musik an jeden beliebigen DAC mit einem USB-Audio-Input ausgeben kann. Eine weitere USB-Buchse dient zum Anschluss externer Massenspeicher. Die On-Off-Taste leuchtet im Betrieb weiß. An der Front verzichtet Roon auf eine Statusanzeige.

Roon Nucleus Anschlüsse
Im Normalfall werden für den Betrieb nur Power und die LAN-Buchse benötigt. Wer mag, kann den Ton auch direkt per USB oder HDMI an einen geeigneten DAC oder AV-Verstärker ausgeben (Foto: Hersteller)

Der Blick ins Innere des Nucleus+ zeigt, dass hier ein praktisch unveränderter Intel NUC mit Core i7-Prozessor zum Einsatz kommt. Möglicherweise ein NUC7N5DNBE (oder ähnlich), der im Nucleus+ mit 128 GB SSD und 8 GB DDR4 RAM ausgestattet ist. Das kleinere Modell muss sich mit einem Core i3 und nur halb so großer Speicherausstattung begnügen.

Roon Nucleus innen
Luftig: Ein Intel NUC ist das Herz des Nucleus. Wobei NUC hier für „Next Unit of Computing“ steht. Das ist ein spezieller Small-Form-Factor-Computer von Intel. Das Gehäuse bietet Platz für eine SSD oder HDD bis 3,5“. Das Steckernetzteil ist extern (Foto: F. Borowski)

Tech-Nerds werden hier vermutlich den virtuellen Bleistift spitzen und nachrechnen. Die NUC-Hardware samt Speichermodulen ist im Handel für zusammen unter 500 Euro erhältlich. Dazu kommt noch ein Gehäuse und ein externes Netzteil, das auch nicht die Welt kostet. Da erscheint der UVP für den Nucleus+ von rund 2.500 Euro ziemlich üppig, zumal weder eine Roon-Lizenz noch ein Massenspeicher für die Musik darin enthalten sind.

Roon Nucleus innen Beschreibung
Der NUC im Detail. Die SSD (obere rote Markierung) dient als Speicher für das Betriebssystem. Als Arbeitsspeicher stehen 8 GB zur Verfügung (untere Markierung). Diese ließe sich aufrüsten, was aber nicht viel bringen dürfte (Foto: F. Borowski)

Aber wer so rechnet, sollte besser gleich eine Selbstbaulösung in Betracht ziehen. Das schicke Gehäuse des Nucleus werden Sie dafür jedoch nicht bekommen und erst recht nicht den Plug-and-Play-Luxus, für den er konstruiert ist. Geräte wie der Nucleus/Nucleus+ wenden sich ganz gezielt an Nutzer, die ein durchdachtes und auch optisch/haptisch kompromissloses All-Inclusive-Erlebnis erwarten. Einfach den Core beim Händler mit dem gewünschten Massenspeicher bestellen (oder extern eine Festplatte per USB anschließen) und ihn binnen Minuten ganz stressfrei in Betrieb nehmen.

Das geht so: Nucleus per LAN-Kabel mit dem Router verbinden, Netzteil (und ggf. Festplatte anschließen) einschalten. Hardware-Einrichtung abgeschlossen!

Nun gilt es, die Roon-App auf dem Mac/PC oder iDevice zu starten, in den Einstellungen den dort angezeigten Nucleus als Core zu aktivieren, Musik auszuwählen (z. B. auf einer internen oder externen Festplatte) und schon kann der Musikspaß beginnen.

Roon Nucleus App Setup

Nucleus+ als Core aktivieren. Im Falle eines Wechsels des Core muss auf dem vorherigen Core die Software-Lizenz deaktiviert werden – es sei denn, man ist im Besitz mehrerer Lizenzen. Natürlich ist auch der Wechsel zurück jederzeit möglich (Screenshot: F. Borowski)

Roon Nucleus+ und Nucleus: Die Unterschiede

Die Benutzung ist mit jedem sauber konfigurierten Roon Core im Wesentlichen gleich, denn sie erfolgt immer über die Roon Remote App, entweder auf einem Mac/PC oder einem Smart-Device. Da spielt es auch keine Rolle, ob es sich um eine Selbstbau- oder eine Fertiglösung handelt. Praxisunterschiede ergeben sich primär aus Speicherausstattung und Rechenleistung, die ihrerseits Auswirkungen auf Nutzungserlebnis und Klang haben.

Manche Roon-fähige Server beherrschen auch andere Netzwerkprotokolle, wie UPnP oder AirPlay. Außerdem gibt es verschiedene NAS (Network Attached Storage), die als Roon Core und gleichzeitig als allgemeiner Datenlieferant im Heimnetz und online dienen können. Der Nucleus konzentriert sich hingegen ganz puristisch auf die Musikverwaltung und Verteilung im Heimnetz mittels Roon und dessen RAAT-Protokoll.

Frei heraus: Die allermeisten Nutzer dürften mit dem kleineren Nucleus (ohne Pluszeichen) völlig ausreichend versorgt sein. Ein paar Dinge sprechen aber durchaus für die höhere Rechenleistung des Roon Nucleus+:

+ Der Nucleus+ kann mehr als fünf Zonen verwalten.
+ Der kleine Nucleus ist für Musiksammlungen bis ca. 10.000 Alben oder 100.000 Titel ausgelegt. Der Nucleus+ verwaltet auch weitaus größere Sammlungen.
+ Während der kleine Nucleus Roon DSP-Features zur Klang/Raum-Optimierung nur mit 24Bit/96kHz verarbeitet, erledigt der Plus dies mit 192kHz und für bis zu 32 Zonen gleichzeitig. Beide können übrigens auch DSD256 verarbeiten.
+ Der Nucleus+ ist deutlich schneller beim Einlesen der Musik-Library – was aber höchstens beim ersten Scannen von sehr großen Musiksammlungen relevant ist.

Demgegenüber steht ein Preisunterschied von über 1.000 Euro. Im täglichen Betrieb spürt man als Nutzer in der Performance kaum einen Unterschied.

Roon Nucleus mit NuPrime Omnia SW-8 Switch.
Der Roon Nucleus+, hier huckepack mit dem NuPrime Omnia SW-8 Switch. Der große Puck dient nur zur Beschwerung (Foto: F. Borowski)

Ein Vorteil der Roon-Nucleus-Lösungen ist der recht einfache Einbau von Massenspeichern. Dafür müssen lediglich an der Unterseite vier Schrauben gelöst werden. Im Inneren des Gehäuses ist Platz für eine eSATA-SSD oder -Festplatte bis 3,5“. Natürlich lassen sich Musikspeicher auch extern per USB anstecken, doch aus klanglichen Gründen (um das USB-Interface zu umgehen), ist die interne Lösung zu bevorzugen. Eine externe Platte kann beispielsweise als Backup-Speicher zusätzlich verwendet werden.

Der Roon Nucleus+ in der Praxis – set and forget

Je komplexer eine Technologie, desto schwieriger wird ihre Beherrschung. Die Kunst besteht darin, Komplexität (oder Vielseitigkeit) überschaubar und einfach kontrollierbar zu machen. Das ist unter anderem eines der Geheimnisse des iPods und später des iPhones von Apple: Jeder konnte diese Geräte sofort und rein intuitiv verstehen und bedienen. Auch wenn man von Technik keine Ahnung hat.

Beim Nucleus+ ist die Sache ähnlich gelagert. Minimales Grundwissen in der Bedienung von Computern und Apps reicht aus, diesen Server ohne fremde Hilfe in Betrieb zu nehmen, wie weiter oben schon beschrieben. Danach ist alles eigentlich nur noch eine Frage der Software-Bedienung, die wir ja schon ausführlich abgehandelt haben. Der Nucleus selbst ist also im besten Sinne eine Black Box, die unauffällig und zuverlässig im Hintergrund ihren Dienst verrichtet.

Roon Nucleus Kabel
Im günstigsten Fall reichen zwei Kabel für den Betrieb: Strom und Netzwerk (Foto: F. Borowski)

Die hier beschriebene Plus-Version des Nucleus ist dann eine hervorragende Wahl, wenn es darum geht, große Häuser beziehungsweise Familien musikalisch zu bespaßen. Auch für gewerbliche Nutzung bietet sich der Nucleus+ an, wobei in dem Fall natürlich auf die Gema-Bestimmungen geachtet werden muss.

Wer Musik zu dem im Roon Nucleus+ installierten Datenspeicher hinzufügen möchte, kann dies ganz einfach über die Gerätefreigabe auf dem Mac oder PC erledigen. Beispiel Mac: Im Finder taucht der Nucleus in der linken Spalte unter Freigaben auf. Dort finden sich verschiedene Unterordner, darunter einer mit Namen „Storage“, in dem die Musik abgelegt ist. Einfach neue Musik per Drag-and-Drop dorthin kopieren und den Rest Roon machen lassen. Die App scannt den Ordner regelmäßig und ergänzt die Neuzugänge, sofern es sich um kompatible Dateien handelt, automatisch samt Metadaten.

Wer sich etwas näher mit der Roon-Installation auf dem Core beschäftigen möchte, kann durch Eingabe der IP-Adresse auf das Web-Interface des Nucleus zugreifen:

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Roon Nucleus App Webinterface
Über das Webinterface des Nucleus kann die installierte Software verwaltet werden… (Screenshot: F. Borowski)
App Update
… Updates werden aber auch in der Roon App angezeigt und lassen sich darüber bequem und schnell installieren (Screenshot: F. Borowski)
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Nur eine Sache würde ich mir wünschen: Eine Zeitschaltung, programmierbar über das Webinterface oder noch besser über die Roon Remote-App.

Wie alle anderen mir bislang begegneten Roon Cores ist auch der Roon Nucleus+ als Always-On-Gerät ausgelegt. Selbst wenn klar ist, dass beispielsweise nachts zwischen 24 und 6 Uhr definitiv keiner Musik hört, wartet der Nucleus dennoch ständig in voller Bereitschaft auf Aktivität und verbraucht dabei (in meinem Beispiel mit einer 2,5“ HDD installiert) ständig um 7-8W. Das ist zwar nicht viel, aber dennoch im Zeitalter nachhaltigen Denkens zu gewissen Tageszeiten unnötig. Im Standby benötigt der Nucleus nur rund 0,5 W.

Sollte doch mal wegen einer Party oder Schlaflosigkeit Musik rund um die Uhr gewünscht sein, lässt sich Roon auf dem Nucleus+ in weniger als einer Minute manuell booten.

Serverklang? Unterschiede ja, aber nicht groß

Als digitaler Datenlieferant, der rein gar nichts mit der „Endverarbeitung“ der Musik zu tun hat (etwa D/A-Wandlung oder Verstärkung), sollte ein Musikserver wie der Nucleus+ eigentlich keinen Einfluss auf den Klang haben. Hat er aber – wenn auch hier in geringem Maße.

Wie wir aus Erfahrung mit zahlreichen unterschiedlichen Lösungen wissen, können digitale Audiokomponenten sehr wohl einen teils erheblichen klanglichen Unterschied innerhalb der Kette bewirken. Wir haben das zu verschiedenen Gelegenheiten näher beschrieben. Den Nucleus+ konnte ich in meiner Kette mit dem Silent Angel Rhein Z1 vergleichen; es trafen also zwei rein auf Audio spezialisierte Core-Lösungen aufeinander.

Mit den Børresen 02 Lautsprechern habe ich hier Schallwandler als Abhör-Referenzen, die in Sachen Detailauflösung und Präzision kaum zu übertreffen sind und auch in anderen Bereichen nur wenig ebenbürtige Gegner finden. Als prominenter Stargast sind außerdem aktuell die Wilson Audio TuneTot Kompaktlautsprecher im Hörraum. Der ausführliche Testbericht folgt demnächst. Dazu kamen der Trinnov Amethyst mit seiner sagenhaft guten Raumeinmessung und die Kombi Exogal Comet und Ion PowerDAC zum Einsatz. Also wenn es Klangunterschiede zwischen zwei Roon-Servern gibt, sind diese Komponenten die idealen Messwerkzeuge.

Kühlrippen Detail
(Foto: F. Borowski)

Kleine Hürde: Ein absolut zeitnaher A/B-Vergleich durch direktes Umschalten war nicht möglich. Mit nur einer Roon-Lizenz muss zum Wechsel der Hardware immer erst ein Core abgemeldet und der andere angemeldet werden. Da hektisches Hin- und Herschalten insbesondere bei sehr diffizilen Klangunterschieden ohnehin nicht immer sehr aufschlussreich ist, weil unser Gehirn die Tendenz hat, gewisse Unterschiede einfach zu kompensieren, habe ich vor allem Langzeitversuche vorgenommen. Also erst ein paar Stunden oder Tage mit diesem, dann mit jenem Server hören. Nach meiner Erfahrung ist diese Methode sowieso meistens (nicht immer) die Bessere.

Die Unterrschiede sind jedoch sehr fein. Erst nach mehrmaligem Wechsel wurden die Dinge etwas besser definierbar. So erwies sich der silberne Alu-Quader von Silent Angel als behutsamer im Umgang mit den Daten, was sich akustisch durch eine noch etwas bessere Durchhörbarkeit, dagegen schienen die Bässe über den Nucleus+ etwas schwärzer zu sein, Stimmen hatten einen Hauch mehr natürlicheren Schmelz.

So oder so gestattet Roon in Verbindung mit einem dezidierten Audio-Core wie dem Nucleus und in einer entsprechend hochwertigen Wiedergabekette selbst anspruchsvollsten Hörern ein grandioses Musikerlebnis. Perfektionisten sollten zur Optimierung aber unbedingt versuchen, im Bereich Netzwerk etwas zu verbessern. Beispielsweise durch Einsatz eines guten Audio-Switch, wie dem Melco S100.

Fazit Ein Quell der (Musik-) Freude

Sie haben eine große digitale Musiksammlung und vielleicht einen Qobuz- oder Tidal-Account? Sie verfügen über Wohnraum mit vielen Zimmern? Sie haben eine große Familie mit unterschiedlichen Musikgeschmäckern? Sie möchten einfach komfortabel und klanglich bestmöglich Musik mit der wohl komfortabelsten aller Apps genießen? Oder Sie wollen schlicht auf schnellstem Wege in den Genuss einer zuverlässigen Lösung für diese Zwecke kommen? Dann ist der Roon Nucleus+ für Sie erste Wahl.

Mit den im Text genannten Einschränkungen könnte selbst der „kleine“ Nucleus für die meisten Nutzer vollkommen ausreichend sein. Sicher aber ist: Wer einmal vom Roon-Virus infiziert ist, dem kommen andere Audio-Netzwerklösungen wahrscheinlich sehr überholt vor.

Schön wäre es, wenn Roon den Nucleus wahlweise im Bundle mit einer Roon-Lizenz anbieten würde. Je nach Gerät – Nucleus+ oder Nucleus – zu entsprechend attraktiveren Preisen. Eine Gutscheinlösung böte sich da an. Für diejenigen, die sich eine echte Roon-Komplettlösung wünschen, wäre das womöglich ein guter Anreiz.

Zusammenfassung und technische Daten:

• Verwaltet Musikbibliotheken aus Netzwerk, USB, Internet
• Nutzbar für „Roon-ready“ Netzwerkspieler (>60 Marken) & Sonos, Devialet AIR, Meridian, Squeezebox sowie AirPlay-taugliche Endgeräte
• Steuerung über Android, Apple, Windows
• „Roon“-Softwarelizenz erforderlich
• RJ45-Ethernet Netzwerkanschluss
• 2x USB 3.0 Highspeed Schnittstellen
• 2,5“ Festplatte integrierbar (nicht im Lieferumfang)
• Audioanschluss per HDMI oder USB (DAC)
• Wohnzimmergeeignet, da ohne Lüfter
• Vollmetallgehäuse
• Externes Netzteil (im Lieferumfang)

Eingänge und Ausgänge:
• 2x USB 3.0 für Festplatten oder DACs
• HDMI (Stereo und Mehrkanal)
•Gigabit Ethernet LAN
•Internes Laufwerk
• 2,5″ SATA SSD oder HDD mit bis zu 9 mm Bauhöhe
• Größe der Musikbibliothek: auch für Sammlungen über 10.000 Alben oder 100.000 Titel
• Multiroom
• mehr als 5 Zonen gleichzeitig
•DSP Funktionalität
• komplette DSP Funktionalität, wie z.B. Upsampling oder Raumakustikkorrektur
• Stromversorgung: 12-19V DC

Roon Nucleus+
2020/09
Test-Ergebnis: 4,3
SEHR GUT
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Einfache Installation und Einrichtung
Beschallung von mehr als fünf Zonen gleichzeitig
Zum Verwalten auch riesiger Musiksammlungen geeignet
Schnelle Hardware

Vertrieb:
ATR – Audio Trade
Schenkendorfstraße 29
45472 Mülheim an der Ruhr
www.audiotra.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Roon Nucleus+: 2.533,47 Euro (ohne HDD/SSD)
Roon Nucleus: 1.462,18 Euro (ohne HDD/SSD)

Im Beitrag erwähnt:

Test Trinnov Amethyst: Digitale Traumvorstufe mit Profi-Einmessung
Test: Exogal Comet und Ion PowerDAC
Test Music-Server Silent Angel Rhein Z1 – sichere Bank für Roon-Musik
Test Melco S100: der audiophile Netzwerk-Switch
Roon – der geniale Musikserver im Videotest

Autor: Frank Borowski

Frank Borowski
LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.