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KEF Reference 5 im LowBeats Test
Die R5 im KEF Reference Familientest. Das Flaggschiff ist 1,4 Meter hoch und 47 Zentimeter tief. In der Standardversion kostet sie 14.000 Euro Paarpreis (Abbildung: KEF)

Test KEF Reference 5 – Koax-Standbox mit Sub

Die Gehäuse der KEF Reference
Das Gehäuse der KEF Reference 5 ist mit einer Holz-Matrix extrem versteift. Hier die Reference 5 in einer Aufriss-Zeichnung. Gut zu erkennen ist, wie engmaschig die Gehäuseversteifung angelegt ist. Da wackelt nichts (Animation: KEF)

Die KEF Reference 5 war der Anstoß für unseren Familientest der KEF Reference Familie. Wir brauchten beim Test der Quadral Aurum Titan 9 eine qualitativ gleichwertige und ebenfalls sehr basskräftige Vergleichsbox – und fanden sie in diesem schlanken Lautsprecher. Die Mitglieder der KEF Reference Familie, so unsere Überlegung, unterscheiden sich ja nur im Bassbereich. Wenn sich eine Lautsprecherfamilie so einfach skalieren lässt, kann man ja die technischen Charakteristika in einem Übersichtsbeitrag zusammenfassen und zu den einzelnen Modellen dann nur noch die Besonderheiten beschreiben. Wir haben über diese ganz besondere Familie auch einen Youtube-Film mit Sound-Beispielen gedreht – siehe KEF Reference auf LowBeats TV.

Natürlich hat auch die KEF Reference 5 diese überragende Verarbeitung (die man High End aus Großbritannien bis vor noch wenigen Jahren gar nicht zugetraut hätte) und den einzigartig guten, weil mittlerweile akustisch perfekt optimierten koaxialen Mittelhochtöner namens Uni-Q. Die R5 unterscheidet sich vor allem in zwei Punkten von ihren beiden kleineren Geschwistern R1 und R3: Bei gleicher Schallwandbreite (20,5 Zentimeter) ist sie immerhin 1,40 Meter hoch und mit gleich vier der Flachmembran-Tieftöner im 16,5 Zentimeter Format bestückt. Die Fläche der vier Bässe addiert auf die eines 30 Zentimeter Tieftöners. Damit kann man also ganz schön viel Luft bewegen … Der Vorteil gegenüber einem einzelnen, sehr großen Tieftöner ist die Verteilung der vier Bässe auf der gesamten Bauhöhe. Somit werden die Raumresonanzen (die so genannten „Raummoden“)  gleichmäßiger angeregt als bei nur einem Bass.

Doch trotz dieses theoretischen Akustik-Vorteils bin ich geneigt, der KEF Reference 5 etwas zu viel des Guten (Bass) zu attestieren. Ich möchte deshalb eine „Warnung“ aussprechen: Entweder man hat einen Hörraum jenseits der 40 Quadratmeter oder einen Hörraum mit einer erkennbaren Basssenke oder man steht einfach auf ziemlich viel Bass: Freunde von Reggae Musik vielleicht… Ansonsten muss man sich mit diesem Lautsprecher einfach viel Mühe geben. Wir haben jedenfalls relativ lang gebraucht, um einen guten Einstellungs-Kompromiss für den LowBeats Hörraum hinzubekommen. Punkt 1: Obwohl ich eigentlich kein großer Freund von Spikes bin – bei der R5 ging es nicht ohne. Glücklicherweise ist die Einstellung der Spikes mit dem Zugriff von oben recht einfach. Punkt 2: Die Aufstellung in direkter Wandnähe verbietet sich bei einem solchen Klasse-Lautsprecher sowieso. Bei der R5 aber erst recht. Der geneigte Besitzer ist gut beraten, jene Positionen herauszubekommen, an denen die dröhnanfälligen Raumresonanzen nicht sehr ausgeprägt sind. Der RaumRechenService von Dr. Hunecke verhilft da im relevanten Tieftonbereich schnell zu viel Erkenntnis. Und ganz nebenbei erfährt man  – die penible Eingabe von Möbeln und dämpfenden Elementen vorausgesetzt – auch ein Menge über die prinzipielle Akustik des eigenen Hörraums.

Die Oberfläche des Lautsprecher-Rechners von Dr. Hunecker
Die Oberfläche des Lautsprecher-Rechners von Dr. Hunecker. Damit kann man kostenlos und online viel über die Akustik des Hörraums und die optimale Aufstellungsposition des Lautsprechers erfahren.

Punkt 3. Wie auch R1 und R3 hat die KEF Reference 5 eine veränderbare Bassreflexabstimmung – mit Bassreflexrohren unterschiedlicher Längen: einem kürzeren (= mehr Bassenergie um 50 Hertz), einem längeren (= weniger Bassenergie um 50 Hertz, dafür ein ausgeweiteter Tiefgang). Der Unterschied ist wirklich hör- und spürbar. hörbar. Im LowBeats Hörraum ergab 2x lang die beste Performance – nämlich  besonders tiefe und sauber-druckvolle Bässe. Die KEF-Simulation unten zeigt, wie sich der Austausch der BR-Rohre klanglich niederschlägt.

KEF Reference BR Abstimmung
Die Simulation zeigt in etwa die Wirkung der unterschiedlich langen Bassreflexrohre: das Längere bedeutet tieferen Bass mit weniger Energie im Bereich um 50 Hertz, das Kürzere erzeugt „mehr“, aber nicht ganz so tiefen Bass (Simulation: KEF)

Punkt 4: Das Anschlussfeld der KEF Reference 5 kann man mit einfacher oder Bi-Wiring-Verkabelung ansteuern. Auch hier haben wir viele unterschiedliche Kabel ausprobiert und letztendlich erwies sich das eher „schlank“ klingende Nordost Valhalla 2 als beste Verbindung.

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Die Spikes der KEF Reference Standboxen
Die Spikes der KEF Reference Standboxen sind von oben zugänglich und so einfach einzustellen (Foto: H. Biermann)
Die Libelle am Sockel der KEF Reference 5
Die Libelle am Sockel der KEF Reference 5 hilft schnell, die Säule perfekt auszurichten (Foto: H. Biermann)
Der Anschlus der KEF Reference Lautsprecher
Der Anschluss der KEF Reference Lautsprecher ist tricky: Sind die beiden Schrauben in der Mitte herausgedreht, fungiert der Anschluss im Single-Wire-Modus. Sind diese Schrauben indes festgedreht, wird das Terminal zum Bi-Wiring -Terminal (Foto: H. Biermann)
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Yello: Toy. Das Cover
Das 13. Album von Yello. Alle waren extrem gut aufgenommen, dieses ist vielleicht das Beste (Cover: Amazon)

Punkt 5 sei noch angemerkt: Die Endstufe sollte nicht unter 200 Watt pro Kanal haben und möglichst stabil sein, denn die Impedanz der KEF Reference 5 geht runter auf 3 Ohm. Mit den Monos von Cambridge (851 W) und AudioLab (8300 MB) klang es schon ausgezeichnet. Erstaunlich gut gefiel mir eine Kombination, die ich von den jeweiligen tonalen Charakteren her nicht unbedingt als passend eingestuft hätte: KEF Reference und der McIntosh MA 7900 AC. Mit ihm zeigte die R5 eine höchst überzeugende Souveränität. Und das auch bei sehr hohem Pegel: Die wabernden Basslinien auf der neuen Yello Toy hatten regelrecht eine feste Struktur und ich hatte nicht das Gefühl, es gäbe ein Lautstärke-Limit. Die Nachbarn unseres HiFi-Hörraums hatten während der R5-Testphase nicht viel Freude…

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