Home / Test / Verstärker / Vollverstärker / Test: DAC-Vollverstärker Elac EA101EQ-G

Test: DAC-Vollverstärker Elac EA101EQ-G

Beim Lautsprecher-treibenden Endverstärker setzt BASH auf das analoge, ausgereifte Class-AB-Prinzip. Dieser jedoch arbeitet nicht wie üblich mit einer konstanten Versorgungsspannung: Vielmehr wird er von einem Schaltregler gespeist, der eine vom Eingangssignal gesteuerte, proportionale Ausgangsspannung liefert.

Mit dieser Huckepack-Anordnung kombiniert BASH die Vorteile von analoger und (quasi) digitaler Arbeitsweise – nämlich bekannt gute Klangeigenschaften mit hohem Wirkunsgrad und damit einhergehender, geringer Erwärmung.

Dadurch können die bei herkömmlichen Class-AB-Verstärkern erforderlichen, großen Kühlkörper entfallen, so dass sich BASH-Verstärker ebenso kompakt bauen lassen wie Schaltverstärker. Wie BASH genau funktioniert, zeigt untenstehende Bildergalerie.

Vorwärts Zurück
BASH Amplifier; functional diagram
Blockschaltbild des BASH-Konzepts: Gut zu erkennen die enge Kopplung zwischen dem eigentlichen Class-AB-Verstärkerblock (STA575) sowie dem Bash-Converter. Dieser liefert die Signal-abhängige Betriebsspannung für den Class-AB-Amp (Grafik: Indigo; archive.is)
BASH Amplifier; voltage supply vs output signal (sinewave)
Wirkungsweise beim BASH-Konzept: Positive und negative Versorgungsspannungen (roter und grüner Kurvenzug) werden vom BASH-Konverter so nachgeführt, dass sie stets knapp über dem Ausgangssignal des Verstärkers liegen. Dadurch entfällt nur eine geringe Verlustleistung auf die Endtransistoren, die somit kaum Kühlung benötigen (Grafik: Indigo; archive.is)
BASH Amplifier; voltage supply vs output signal (music)
Gleiche Darstellung wie vorhergehende Grafik, diesmal jedoch mit Musiksignal. Die beiden gegenphasigen Ausgangssignale (blauer und violetter Kurvenzug) machen deutlich, dass BASH-Verstärker stets in Brückenschaltung arbeiten. Daher kann die Betriebsspannungsnachführung durch den BASH-Konverter für den positiven und negativen Zweig stets symmetrisch erfolgen. (Grafik: Indigo; archive.is)
BASH Amplifier; efficiency BASH vs class ABvs
Vergleich des Wirkungsgrades von BASH- und herkömmlichen Class-AB-Verstärker: Speziell bei geringen Leistungen erweist sich das BASH-Konzept hier als deutlich überlegen. (Grafik: Indigo; archive.is)
BASH Amplifier; efficiency vs fidelity
Performance-Vergleich von Verstärkern in Class-AB-, Class-D- und BASH-Technik hinsichtlich Tonqualität und Wirkungsgrad. Laut seinen Erfindern vereinigt BASH das Beste aus beiden Welten. (Grafik: Indigo; archive.is)
Vorwärts Zurück

Für Verstärker-Techies nicht minder interessant ist die Kleinsignal-Verarbeitung beim Elac EA101EQ-G. Für diese ist nämlich im Wesentlichen nur ein einziger Baustein zuständig – namentlich der CS47024 vom amerikanischen Digital-Audio-Spezialisten Cirrus Logic.

Diese hochintegrierte „System-on-a-Chip“(SoC-)-Lösung vereinigt unter anderem sämtliche A/D- und D/A-Wandler einschließlich Abtastraten-Konverter, den S/P-DIF-Interface-Controller sowie einen flexibel programmierbaren 32bit-Signalprozessor mitsamt der dazugehörigen Datenspeicher.

Elac EA101EQ Innenansicht
Innenansicht des Elac EA101EQ-G: Gut zu erkennen die BASH-Verstärkeranordnung (Bildmitte unten). Darüber befindet sich das Schaltnetzteil für die gesamte Stromversorgung. Das linke Bilddrittel zeigt das Board für die Digital- und Kleinsignalverarbeitung. (Foto: J. Schröder)

Elac EA101EQ-G: Hörtest

Einem BASH-Verstärker – noch dazu wie beim Elac als Fullrange-Konzept – begegnet man nicht alle Tage. Drum war ich diesmal besonders neugierig auf den Hörtest, für den ich sowohl Standlautsprecher wie die Canton Vento 886 als auch Kompaktboxen wie die Elac Uni-Fi BS U5 heranzog.

Dabei zeigte der Elac EA101EQ-G durchaus Klangpersönlichkeit im positiven Sinne: Mit sonorem Timbre im Oberbass spielte der kompakte Kieler schön „punchy“ und groovte bei Dancefloor-füllenden Tracks wie Maceo Plex‘ Remix von Royksopp’s Sordid Affair mächtig drauflos.

Tendenziell malte er dabei eher warme Klangbilder mit einem Anstrich, den man gemeinhin als „analog“ bezeichnet. Den Hochtonbereich reproduzierte der Elac dabei eher unaufdringlich und fein durchzeichnend.

Damit schlug der EA101EQ-G tatsächlich eine andere Klangrichtung ein als die in seiner Klasse üblichen Class-D-Schaltverstärker: Diese spielen nach oben hinaus zumeist extrem durchsichtig und luftig, lassen es jedoch mitunter ein wenig an innerer, tonaler Substanz vermissen – in dieser Hinsicht zeigte der Elac EA101EQ-G deutlich bodenständigeren Charakter.

Bei Lautsprechern mit gängigem Wirkungsgrad reichen Verstärkerleistungen von kaum mehr als einem Watt pro Kanal völlig aus, um in normalen Wohnräumen HiFi-gerechte Lautstärken zu erzeugen. Insofern lässt sich mit dem immerhin 2 mal 80 Watt starken Elac EA101EQ-G in Sachen Dynamik bereits ordentlich „Alarm“ machen – was mit den oben erwähnten Lautsprechern selbst im schon eher bedämpften LowBeats-Hörraum gelang.

Klar ist aber auch, dass man dem Elac nicht unbedingt wirkungsgradschwache und/oder leistungszehrende Lautsprecher mit 2-Ohm-Impedanzsenken zumuten sollte – dann nämlich gerät er bei höheren Pegeln in Leistungsnot, woraufhin seine Schutzschaltung dem Treiben ein Ende macht.

Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, während der Hörtests auch die App-gesteuerte Auto Blend & Calibrate(ABC-)-Einrichtung auszuprobieren. Um ihre Flexibilität zu checken, wählte ich als Ergänzung für die Elac Uni-Fi BS U5 einen Aktiv-Subwoofer von einem anderen Hersteller – den für Wand- oder Bodenmontage gedachten T4000 von Teufel.

Das klangliche Ergebnis konnte sich durchaus hören lassen: ABC sorgte für einen nahtlosen Übergang zwischen Subwoofer und den Hauptlautsprechern und setzte zudem in der 50-Hertz-Region ein kräftiges Filter, um die hier tatsächlich vorhandene Raummode ein wenig zu zähmen – die Automatik tat also genau das, was sie sollte.

Klanglich war aus dem Lautsprecher-Trio per manueller Einstellung mit viel Fingerspitzengefühl, Zeitaufwand und akustischer Erfahrung zwar noch einiges mehr rauszuholen – die Automatik indes arbeitet schneller, smarter und erfordert zudem kein akustisches Wissen.

Elac EA101EQ-G: Fazit

Man kann trefflich darüber streiten, ob ein solch kleines und zudem preisgünstiges Gerät wie der Elac EQ101EQ-G derart ausführlich wie im Vorangehenden besprochen werden muss. Meine Meinung dazu: Unbedingt – denn bei näherer Betrachtung merkt man schnell, dass der EA101EQ-G nicht bloß ein weiterer, kompakter Verstärker, sondern der Protagonist einer neuen Generation von HiFi-Geräten ist.

Durchdacht im Konzept, clever in Sachen Technik, smart im Auftritt und funktionell in der Praxis – das alles kombiniert mit sehr ordentlicher Klangqualität und nicht zuletzt einem bodenständigen Preis.

Damit lässt der Elac EA101EQ-G übliche Vollverstärker im klassischen Format im wahrsten Wortsinn ziemlich alt aussehen. Mit dem EA101EQ-G gelingt Elac genau das, wovon viele andere Anbieter nur träumen – nämlich die junge, musikbegeisterte Kundschaft abzuholen. Gratulation nach Kiel!

Ähnliche Themen:
Test Streaming-DAC-Preamp TEAC NT 503DAB
Test SPL Director: ProFi DAC-Preamp für zuhause

Mehr zu Elac:
Test Netzwerkspieler-Controller Elac Discovery DS-S101-G
Test Kompaktbox Elac Uni-Fi BS U5: Koax für 700 Euro
Test aktiver Nahfeld-Monitor Elac AM-200
Test Elac Debut B6: Top-Klang für unter 400 Euro

Elac EA101EQ-G
2017/02
Test-Ergebnis: 4,7
Überragend
Bewertung

Bewertungen:

Klang:
Praxis:
Verarbeitung:

Gesamt:

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Hervorragendes Bedienkonzept
Sehr gute Klangeigenschaften
Geringer Platzbedarf
Günstiger Preis

Vertrieb:
Elac Electroacustic GmbH
Fraunhoferstraße 16
24118 Kiel
www.elac.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Elac Element EA101EQ-G: 699 Euro