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Teac HA-P5 on MacBook Pro
DAC-Kopfhörerverstärker Teac HA-P5; 599 Euro (Foto: J. Schröder)

Test: Mobiler DAC-Kopfhörerverstärker Teac HA-P5

Mit dem Teac HA-P5 erweitert der japanische Audio-Spezialist sein Portfolio um einen weiteren, mobilen Kopfhörer-Verstärker mit integriertem D/A-Konverter. Unterwegs-Telefonierer wie ich könnten dieser Produktgruppe in Sachen Nutzwert durchaus kritisch gegenüberstehen, lässt sich doch mit ihnen das ins Kopfhörerkabel integrierte Mikrofon-Dongle nicht nutzen: Telefonieren oder Skippen in der Playlist ist mit ihnen also nicht möglich. Zudem bieten die Kopfhörerausgänge üblicher Smartphones mittlerweile sehr ordentliche Klangqualität und in den meisten Fällen auch ausreichend Lautstärke – sofern man mobile Hörer mit der hierfür üblichen Impedanz von 16 bis 32 Ohm verwendet.
Dass mich der Teac HA-P5 dennoch neugierig machte, hat gleich drei Gründe: Zum einen lässt sich um ihn herum mit Aktiv-Lautsprechern eine universelle Desktop-Anlage aufbauen – außerdem stammt er von Teac und damit von einem Hersteller, mit dessen Produkten (inklusive derjenigen von Teac’s Profi-Schwester Tascam) ich schon seit Jahrzehnten stets grundseriöses und durchdachtes Engineering mit einer gekonnten klanglichen Abstimmung verbinde.
Dritter Grund ist der ungewöhnliche optische Auftritt des HA-P5: Natürlich sind mobile Devices wie er auch immer Fashion-Produkte, aber mit seiner betont organischen Formgebung ragt er unter seinesgleichen dennoch heraus. Assoziationen an „personal devices“ wie Sonnenbrillen-Container, Flachmann oder Feuerzeug sind dabei sicher nicht unbeabsichtigt. Was auch immer – man nimmt ihn jedenfalls gern in die Hand, weil auch die Verarbeitung entsprechend hochwertig ist: Nicht ohne Grund also prangt auf der Gehäuserückseite stolz der Schriftzug „Made in Japan“. Wer’s mag, kann sich für den kleinen Handschmeichler sogar eine handgefertigte Echtholz-Ablageschale zulegen (www.koma.gs) oder ihn in eine der in sechs Farbtönen erhältlichen Lederhüllen vom japanischen Spezialisten VanNuys (www.vannuys.co.jp) kleiden.

Teac HA-P5 Front
Die LED-Kette auf der Vorderseite des Aluminiumbodys signalisiert den Akku-Füllstand sowie die aktuelle Abtastfrequenz. (Foto: Teac)

Desweiteren glänzt der HA-P5 mit für einen mobilen DAC-Kophöreramp vielfältigen Anschlussmöglichkeiten. Laptops beispielsweise docken über das beigepackte Kabel an die rückseitige Micro-USB-Buchse an, während neben Android-Mobilisten sogar mobile Zuspieler von Apple (iPad, iPhone und iPod) mit ihren hauseigenen 30-Pol– oder Lightning-auf-USB-Kabeln direkt an der USB-A-Buchse Anschluss finden – und zwar ohne das hierfür häufig notwendige Apple Camera Connection Kit.

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Teac HA-P5 Topside
Der Lautstärkesteller ist geschickt in die Gehäuseform integriert. Er dient gleichzeitig auch als Ein/Aus-Schalter (Foto: Teac)
Teac HA-P5 switch side
Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich drei Schiebeschalter zur Verstärkungseinstellung, Eingangswahl und Lademodus (Foto: Teac)
Teac HA-P5 Bottom
Über die große USB-A-Buchse verbindet sich der Teac HA-P5 direkt mit Apple iOS-Geräten. Die Micro-USB-Buchse ist zum Anschluss von Laptops vorgesehen (Foto: Teac)
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Ein echtes Multitalent ist der frontseitige Universaleingang: Zum einen nimmt die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse digitale S/P-DIF-Signale entweder optisch (ja, es gibt tatsächlich Opto-Kabel mit in 3,5-Millimeter-Buchsen passenden Steckern) oder per beigelegtem Adapter auch koaxial entgegen. Stellt man den seitlichen Schiebeschalter von „Opt/coax“ auf „Line“, so verwandelt sich der Digital- dagegen in einen analogen Hochpegeleingang, der Signalspannungen bis zu 2 Volt verkraftet.
Ebenfalls auf der Frontseite befindet sich der Kopfhörerausgang. Dieser ist als 4-polige 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse ausgeführt (dazu später mehr), harmoniert aber problemlos auch mit üblichen dreipoligen Anschlusssteckern. Praktisch: Über den rückseitigen Fixpegel-Analogausgang lässt sich der Teac HA-P5 auch als reiner D/A-Wandler in einer HiFi-Anlage nutzen.

Teac HA-P5: die Technik

Apple iPhone & Co sind aus Akkuschutzgründen in ihrer Stromabgabe für externe USB-Geräte auf ca 25 Milliampere begrenzt – definitiv zu wenig zum Betrieb externer DAC-Preamps. Deshalb hat der Teac HA-P5 seine eigene Stromquelle an Bord: Der integrierte Lithium-Ionen-Akku lässt sich entweder via USB-Anschluss bei Computerbetrieb laden, oder aber über die rückseitige 5-Volt-Netzgerätebuchse per (nicht mitgeliefertem) USB-Lader – ein passendes Kabel liegt allerdings bei. Die Akkukapazität reicht dabei für etwa 5 Stunden Spielzeit in Verbindung mit einem iOS-Gerät.

Wie das untenstehende Blockschaltbild erkennen lässt, hat Teac beim HA-P5 in Sachen Hardware einigen Aufwand getrieben. Herz der Schaltung ist der 32-Bit-Wandlerchip PCM 1795 von Burr Brown, der nicht nur bei Teac/Tascam ein bewährter, gern eingesetzter Baustein ist. Als „Vorgesetzter“ für den D/A-Wandler-Baustein fungiert ein Dual-Core-Mikroprozessor aus der Blackfin-Familie von Analog Devices (BF606). Er dient als digitaler Oversampling-Filter und steuert zudem den asynchronen Datentransfer der USB-Schnittstelle. Auf diese Weise kann der HA-P5 unabhängig von der Taktgenauigkeit der Tonquelle besonders jitterarm mit seiner eigenen Zeitbasis arbeiten. Hierfür stehen ihm gleich zwei hochstabile Quarzoszillatoren zur Verfügung: Einer ist zuständig für die Abtastfrequenzreihe von 44,1 bis 176,4 Kilohertz (einschließlich DSD64 und 128), der zweite hingegen für die Gruppe von 48 bis 192 Kilohertz.

Teac HA-P5 block diagram
Das Blockschaltbild schafft einen guten Überblick über die recht aufwändige Hardware des Teac HA-P5. Nicht eingezeichnet ist der analoge Lautstärkesteller: Er befindet sich direkt vor der Kopfhörer-Ausgangsstufe rechts oben (Grafik: Teac)

Eine weitere Spezialität des HA-P5 ist seine Kopfhörer-Ausgangsstufe. Hierfür kommt pro Kanal jeweils ein sehr hochwertiger Doppel-Operationsverstärker-Chip (OPA 1602) zum Einsatz, der um zusätzliche Leistungstransistörchen zur Vergrößerung der Stromlieferfähigkeit ergänzt ist. Pro Kanal ist einer der beiden Zweige für das eigentliche Signal zuständig, während der andere eine aktive Entkopplung der Signalmasse vornimmt – die kanalgetrennten Massen bedingen auch die vierpolige Anschlussbuchse.
Der Gedanke dahinter: Diese Konfiguration schafft einen quasi symmetrischen (floatenden) Kopfhörerausgang – freilich nur dann, wenn die beiden Wandlersysteme des angeschlossenen Hörers über ihre jeweils eigene Masseleitung verfügen. Besitzt der Kopfhörer nur einen dreipoligen Stecker, werden beide Massen automatisch miteinander verbunden – dann arbeitet der HA-P5 als Verstärker mit herkömmlichen Ausgang. Bei einem symmetrischen Verstärker hingegen würde in diesem Fall ein Kurzschluss der beiden Phasen-invertierenden Zweige stattfinden, was größeren Strombedarf und erhöhte Verzerrungen mit sich brächte.

Um Dynamikverluste auf der digitalen Ebene gar nicht erst entstehen zu lassen, erfolgt die Lautstärkeeinstellung komplett auf analogem Wege. Dafür kommt ein Präzisions-Stereopotentiometer zum Einsatz, das gleichzeitig auch als Ein/Ausschalter dient. Um jegliche Beeinflussungen des internen analogen Singalpfades durch äußere Anschlussbedingungen auszuschließen, arbeiten sowohl der analoge Hochpegeleingang als auch der analoge Fixpegel-Ausgang mit aktiven Pufferstufen. Hierfür kommen ebenfalls sehr hochwertige Doppel-Operationsverstärker zum Einsatz (OPA 1652), die sich durch hochohmige FET-Eingangsstufen und kräftigen Ausgangsstrom auszeichnen.
Viel Liebe zum Detail lässt der kleine Teac auch an kaum sichtbaren, aber nicht unwichtigen Stellen erkennen: So zeichnet sich beispielsweise die von einem japanischen Spezialhersteller stammende Multilayer-Leiterplatte durch besonders hochwertige Durchkontaktierungen und ultraplane Lötkontakte aus, was einen optimalen Signalfluss sicherstellen soll.

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