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Ultrasone Performance 880
Der Ultrasone Performance ist ein geschlossener Over Ear Hörer mit Bluetooth-Adapter und beachtlichem Klangpotential für 469 Euro (Foto: C. Dick)

Test Ultrasone Performance 880: Over Ear mit Bluetooth-Adapter

Die Kopfhörer-Spezialisten von Ultrasone schicken mit dem Ultrasone Performance 880 einen spielfreudigen Oberklasse-Kopfhörer für Heim- und Outdoor-Sessions ins Rennen – im Bundle mit dem neuen Bluetooth-Adapter „Sirius“ gibt der 880er sogar kabelfrei den Ton an. Und das auf eine mitreißende Art – wie LowBeats Autor Claus Dick befand. Hier ist sein Bericht.

Im Weiler Wielenbach, nahe des Starnberger Sees, lässt man sich – schließlich ist man im selbstbewussten Oberbayern – schon seit langem kein X für ein Muh vormachen: Dort droben, auf dem Gut Raucherberg, steht die Kopfhörermanufaktur Ultrasone bereits seit Jahren für technologische Innovationen nebst Dutzenden an Patenten in puncto guter HiFi-Ton.

Mittlerweile beliefert Ultrasone aus seinen Produktionsstätten in Deutschland und Taiwan Audiophile verschiedenster Couleur in rund 50 Ländern.

1997, sechs Jahre nach der Firmengründung, entwickelten die Bayern ihr erstes Kopfhörermodell mit der sogenannten „MU“-Metallabschirmung, im Grunde eine weichmagnetische Nickel-Eisen-Legierung.

Zweck: Schutz vor unerwünschter, respektive eventuell schädigender elektromagnetischer Strahlung – schließlich geht es ja um die sehr nahe liegende und sensible Region des erhobenen High-Ender-Hauptes.

Das Thema ist wichtig. Viele Menschen haben ein Unwohlsein bei der Vorstellung, starke Neodym-Magneten direkt am Kopf sitzen zu haben. Vor allem bei ausgedehnten Sessions wie im Studio, aber auch bei langanhaltendem Musikgenuss ist es sicherlich von Vorteil, die Magnetfelder vom Kopf wegzulenken.

Ultrasone Performance 880: das Familienoberhaupt

Verschiedene Ultrasone-Modellreihen sprechen verschiedenste Gemüter an. Die vierköpfige Performance-Serie soll beispielsweise Ein- und Aufsteiger beglücken; vor allem das Familienoberhaupt Ultrasone Performance 880, mit gut 270 Gramm ein Leichtgewicht für einen geschlossenen Over Ear Kopfhörer.

Über die Optik lässt sich – nicht – streiten: Der mattglänzende, grauschwarze Kunststoff-Mix mit “Gun-Metal-Black“-Appeal soll wohl weniger Rotwild-Jäger als jüngere Jam-Fans ansprechen. Sei’s drum.

Stabil und wertig wirkt das Federgewicht allemal, auch die Verarbeitungsqualität geriet sauber und ansprechend. Seine Entwickler-Väter konzipierten den 880 als Home- und Mobil-Begleiter.

Dazu passt auch die niedrige Impedanz von 32 Ohm. Damit der 880 auf Reisen gut aufgehoben ist, darf er es sich im schicken Softcase mit umgeklappten Bügeln bequem machen – flach und platzsparend.

Die Reisetasche des Ultrasone Performance 880
Der Performance 880 findet während der Reise einen leichten, aber guten Schutz in der beigelegten Reisetasche (Foto: C. Dick)

Für gute Connections sorgen eine drei Meter lange Home-Leitung mit 3,5-Millimeter-Klinke plus vergoldetem 6,3-mm-Adapter sowie ein 1,2 Meter langes dünnes Käbelchen mit einer Knopf-Fernbedienung fürs Musik-Dirigieren und Telefonieren: Eingehende Gespräche am Smartphone übernimmt der 880er ebenso smart-zuverlässig – und beendet sie mit einem sanften Knopfdruck.

Die Fernbedienung des Ultrasone Performance 880
Das Kabel mit der Fernbedienung gewährt eine Basisbedienfunktion des Kopfhörers (Foto: C. Dick)

Wer anstelle der weichen Ohrpolster aus Memory-Schaum und „Protein-Leder“ lieber Velours an die Ohren ranlassen möchte – bitteschön: Wechsel-Polster liegen bei. Übrigens schmeicheln beide der Ohrregion sanft.

Und auch der Bügel aus Kunststoff trägt dank gefütterter Innenpolsterung zu einem wackelfreien, dennoch recht unaufdringlichen Sitz bei. Für mich hat die Balance aus angenehmen Sitz und Sitzfestigkeit perfekt gestimmt. Aber er sitzt fester, als von den meisten Kopfhörern am Markt gewohnt.

Der Ultrasone Performance 880 – mit S-Logic und aptX

Für eine wohlklingende Performance des 880 arbeiten seine 40-Millimeter-Wandler aus Titanfolie im Team mit dem hauseigenen „S-Logic-Plus“.

Viele Kopfhörer-Kenner wissen um die patentierte Technologie, die seit vielen Jahren für ein authentisch-räumliches Klangbild sorgen soll: Die Membranen ordnen die Ingenieure vom Starnberger See leicht versetzt schräg vorn an.

Gleichzeitig verbinden sie sich durch ein spezielles Bedämpfungsband mit dem Bufferboard (quasi der Schallwand). Zusammen mit dem sehr kleinen, geschlossenen Gehäuse der Ohrmuschel entsteht so ein Schwingsystem, das von etwa 10 bis über 30.000 Hertz spielt.

Die Treiber des Ultrasone Performance 880
Ist der Ohrpolster abgenommen, lässt sich die Technik erahnen: Hinter dem schwarzen Stoff sitzt der 4 cm große Treiber. Die vier Löcher dienen der aperiodischen Bedämpfung des nach hinten geschlossenen Gehäuses (Foto: C. Dick)

Spätestens an diesen klangrelevanten Punkten kommen wir wieder zum X – ohne Muh – zurück, das ein Licht auf den „Sirius“-Bluetooth-Adapter wirft: Das nordirische Technikunternehmen aptX gilt als Hoffnungsträger für erwachsen klingenden, drahtlosen Klang via Bluetooth, auch dank Studien der dortigen Queen’s Universität Ende der 80er Jahre.

Heute hat der IT-Riese Qualcomm die Marke unter seine Fittiche genommen. AptX setzt auf einen gleichnamigen Audiokompressions-Algorithmus, der Bluetooth mit Wohlklang befeuern soll. Die Signale kommen in einen Container, der auf der „ADPCM“- oder Delta-Pulse-Code-Modulation basiert.

Das erlaubt bei limitierter Bandbreite eine höhere Datenübertragungsrate. Schade nur, dass Apple hier noch nicht mitspielen will: iPhone & Co müssen derzeit noch auf den besseren kabellosen Klang verzichten. Da gibt es sicherlich Gründe, aber ist es ein Dauerärgernis.

Aber wie wird der Ultrasone Performance 880 kabellos? Mit einem kleinen, nur zwölf Gramm leichten Kunststoffteil, fein gebogen wie ein Bamberger Hörnchen. „Sirius“ heißt das gerundete Funk-Teilchen, das sich an den 880er – und andere Ultrasone-Modelle – kinderleicht an der Kabelbuchse der linken Ohrmuschel anstöpseln lässt und die musikalische Freiheit einläutet.

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