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AVM Ovation A8.3 im LowBeats Horraum
AVM hat zwei neue Vollverstärker im Programm: den Ovation A6.3 und den fast baugleichen A8.3. LowBeats hatte beide Spitzen-Amps im Hörraum (Foto: H. Biermann)

Test Vollverstärker AVM Ovation A8.3 und A6.3

Der Malscher High End Spezialist AVM wird mehr und mehr zum Vollsortimenter. Kürzlich stellte der Verstärkerspezialist selbst entworfener Plattenspieler vor – siehe Test des R5.3 und des R2.3. Und zur HIGH END 2019 sollen wohl, glaubt man den Gerüchten, die neuen AVM-Lautsprecher serienfertig sein. Aber zwischendrin machen die Badenser das, was sie traditionell am allerbesten können: nämlich hochklassige Verstärker bauen. Rechtzeitig zu den Norddeutschen HiFi-Tagen hatte die Manufaktur die dritte Generation der Ovation-Vollverstärker fertig. Dahinter verbirgt sich eigentlich nur ein Verstärker, der aber unter den Namen AVM Ovation A8.3 und AVM Ovation A6.3 angeboten wird. Beide ähneln sich in Ausstattung, Leistung und Aussehen wie ein Paar eineiige Zwillinge. Und doch haben sie einen eklatanten Unterschied: der A6.3 ist ein reiner Transistor-Verstärker für 10.000 Euro, der „größere“ A8.3 hat ein feines Röhren-Tuning in der Vorstufe und kostet 2.700 Euro mehr. LowBeats hatte natürlich beide Varianten im Test.

AVM Ovation A8.3 Verpackung
So kommt der AVM Ovation Vollverstärker zum Kunden: in einem endlos wiederverwertbaren, stoßsicheren Flightcase (Foto: AVM)

Schon das Auspacken ist eine Freude. Die Verpackung besteht aus einem professionellen Flightcase, das sich kinderleicht öffnen lässt und das alle eventuellen Stöße sicher abfängt. Eine adäquate Hülle für ein so edles Stück. Das Flightcase ist natürlich im Preis inklusive, wem das Ding aber zu groß ist, kann es gern an AVM zurückgeben. Ein bisschen schwieriger wird das Heraushieven, immerhin wiegt der neue AVM-Topverstärker deutlich über 20 Kilo. Man ahnt: Die kräftigen Endstufen sind noch nach guter Väter Sitte in A/B-Technik ausgelegt. Recht so. Beim Herausheben ging mir AVM Chef Udo Besser zur Hand, der den AVM Ovation A8.3 in der Redaktion vorbeibrachte und sich die Zeit nahm, das komplexe Gerät ausführlich zu erklären.

AVM Ovation A8.3 Udo Besser
Selbst verwundert über die Vielseitigkeit des AVM Ovation A8.3: Firmenchef Udo Besser im LowBeats Redaktionsbüro (Foto: H. Biermann)

Das technische Grundkonzept des Ovation der 3. Generation hat Martin van der Grinten ersonnen. Allerdings hat er größere Teile des Leistungsbereichs der bewährt-bekannten AVM Endstufe SA 6.2 entliehen. Das heißt: 20 MOS-Fets (je 10N und 10P Typen) pro Kanal sorgen für stabile 200 Watt an 8 Ohm, beziehungsweise für einiges oberhalb 300 Watt an 4 Ohm. Für zwei Ohm macht AVM keine Angaben. Aber wir haben den neuen Ovation natürlich auch an Impedanz-kritischen Boxen gehört, die im Bassbereich bis knapp 2 Ohm reichen und ich kann versprechen: da fließt noch viel mehr Leistung.

AVM Ovation A8.3 MOS-FETs
20 MOS-FETs pro Seite, jede Menge Siebkapazität und ein riesiger Neztrafo garantieren maximal 180 Ampere und viele stabile Watt pro Kanal (Foto: H. Biermann)

„Und Leistung ist ja auch nicht alles“, wirft Udo Besser ein. „Aus unserer Erfahrung heraus ist es fast noch wichtiger, wie schnell er diese Leistung zur Verfügung stellen kann.“ Da hat er Recht. Es gibt diese Verstärker, die vor Kraft nicht laufen können. Zu denen gehört der neue Ovation auf keinen Fall. Doch dazu später mehr.

AVM Ovation A8.3 innen
Biltzsauberer Aufbau und kein Fake: die Bedienelemente sind tatsächlich so solide, dass man den Ovation daraufstellen kann. Beherrschender Faktor im Ovation ist der große 1.000 VA Trafo. Ein doppelter Abgriff macht es möglich, dass der Ovation A Doppel-Mono aufgebaut ist. Oben, beziehungsweise hinten sieht man die Bluetooth-Antenne (Foto: AVM)

Die Ausstattung des A8.3

Sieht man das Bild vom geöffneten Ovation, wird auch die exzellente Verarbeitung erkennbar. Das Gewicht habe ich schon erwähnt: 22 Kilo. Das ist eine Menge Metall und Elektronik, die hier sauber geordnet zusammenkommen. Allein schon die gebürstete Aluminium-Front ist ja über 10 mm stark.

AVM Ovation A8.3 Front
Handfeste Solidität: die Front des AVM Ovation A8.3. Der Lautstärke-Regler steuert einen Prozessor, der die Lautstärke feinfühlig in 256 Schritten angeht (Foto: H. Biermann)

Aber das kennen und erwarten wir von AVM – zumal bei einem solchen Flaggschiff-Projekt. „Bei uns vollzieht sich aber ein gewisser Philosophie-Wandel“, sagt Besser. „Früher haben wir ausschließlich auf den besten Klang hingearbeitet. Heute wollen wir auch Menschen gerecht werden, die eine möglichst moderne und einfache Bedienung haben möchten.“

Was das heißt? Zum Beispiel hat dieser absolute Top-Verstärker einen Bluetooth-Eingang. Highender wie die Leute von Hegel würden einen solchen Kabellos-Eingang nie einbauen – aus Angst, den Gesamtklang zu beeinträchtigen. Doch Besser beschwichtigt: „Sobald ein anderer Eingang angewählt ist, wird die Bluetooth-Sektion komplett abgeschaltet.

AVM Ovation A8.3 Anschluss
Anschluss garantiert: 4 analoge Cinch- und 1 vollsymmetrische XLR-Eingänge, alles komplett DC-gekoppelt. Hinzu kommen 2 variable Vorstufenausgänge (XLR und RCA/Cinch), 1 Fix Line Out Festpegelausgang (RCA/Cinch). Gut gemacht sind auch die hochstabilen Lautsprecherklemmen (Foto: H. Biermann)

Auch ein Durchschleifen (Pass-Thru) des Signals ist möglich; so kann der Ovation zum zweikanaligen Teil einer Heimkino-Anlage werden. Sogar ein ARC- (Audio Return Chanel-) Modul wird ab Juni erhältlich sein. Ein weiteres, nettes Feature ist die hohe Sensitivität der Eingänge. Man könnte sich mit dem Ovation sogar wecken lassen…

AVM Ovation A8.3 Digital-Eingänge
5 Digitaleingäge: 1 x RCA/Cinch Coax, 2 x TOSLINK Opto, 1 x USB. OBen zu sehen der Schlitz für weitere Module (Foto: H. Biermann)

Ein wichtiger Baustein dieser Ovation-Generation ist die eingebaute Digital-Sektion. USB- und DAC-Baustein sind modular, können also jederzeit nach- oder aufgerüstet werden. Das macht den Ovation der 3. Generation zukunftssicher. Aber schon jetzt kann man die zugespielte Musik down- oder upsamplen. Bis maximal 384 kHz/32 Bit respektive DSD sind möglich.

Ziehen wir bis hierher ein Zwischenfazit: Die beiden Ovation-Modelle der 3. Generation sind moderne, top-ausgestattete und auch äußerlich attraktive Vollverstärker. Punkt. Aber da gab es ja noch diesen Unterschied mit dem Röhren-Tuning…

AusAVM Ovation A6.3 wird AVM Ovation A8.3

Zu Erinnerung: die 6er-Linie von AVM basiert ausschließlich auf Transistor-Schaltungen, die 8er-Linie hat ein Röhren-Tuning eingebaut. Der Umbau von A6.3 auf A8.3 ist tatsächlich ziemlich simpel und jederzeit machbar; man könnte also einen A6.3 kaufen und später auf A8.3 aufrüsten.

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