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ZeroUno DAC ganz
Wunderbar gefertigt und vor allem lackiert, aber notorisch staubempfindlich ... (Foto: R. Kraft)

Test: ZeroUno DAC – Hören auf neuem Niveau

Jetzt ist gleich im ersten Satz eine Entschuldigung fällig. Weil dieser Bericht nicht das sein wird, was Sie gewohnt sind. Nämlich eine unvoreingenommene Berichterstattung. Nach ein paar Stunden Musikgenuss mit dem ZeroUno DAC hat der völlig be- und entgeisterte Autor dieser Zeilen nämlich keine große Lust mehr, Sie völlig objektiv über die klanglichen und technischen Eigenschaften dieses brandneuen Röhren-DACs zu informieren! Wobei Sie natürlich stöhnen werden: „Ein neuer DAC? Schon wieder ein DAC?“

Okay, da haben Sie wahrscheinlich Recht. Digital-/Analogwandler scheinen momentan geradezu explosiv aus dem Boden zu schießen, genauso wie neue Kopfhörer-Verstärker. Und schön langsam wird das Thema ein ganz klein wenig nervig. Zumal, wenn es Ihnen so geht wie mir: Ich kann die vielen Kürzel, die man dabei um die Ohren gehauen kriegt, nicht mehr ganz so begeistert hören. PCM. DSD. 2x DSD. Hi-Res-PCM. DSD64. ASIO. WASAPI. USB. MP3. Und so weiter und so fort. Denn wir wollten doch nur … Was eigentlich? Musik genießen, genau! Nicht Computer konfigurieren, nicht Software-Player installieren und nicht Treiber ausprobieren! Und deshalb kürzen wir diese Story über einen neuen, wunderbaren DAC jetzt gleich mal ganz gewaltig ab. Und konzentrieren uns auf das Wesentliche. Denn Ingenieur Mario Canever von Canever Audio, der beruflich ein Vollprofi in Sachen Digitaltechnik ist, hat den armen Windows-Usern schon im Vorfeld ganz gewaltig auf die Sprünge geholfen. Mit seinem umfangreichen, 13-seitigen pdf-Werk, Titel: „Driver Installation for Windows“, das fester Bestandteil jeder Audio-Bibliothek werden sollte, kann nun jeder (na gut, fast jeder) die zum Betrieb des brandneuen ZeroUno DAC nötigen Treiber installieren und sich anschließend an den zahlreichen Software-Playern erfreuen, die die Windows-Welt bereit hält.

Darunter sind ziemlich nerdige Alleskönner, die unbedarfte User aber den letzten Nerv kosten (etwa Foobar), als auch für Laien brauchbare Programme (etwa J. River). Typisch Computer halt. Eine komplette Übersicht findet man etwa hier bei Wikipedia.
Aber was rede ich da, ich bin als Mac-Besitzer ja auch nicht mehr wie bisher wunschlos glücklicher, sich gerne dumm stellender User von Audirvana Plus und iTunes. Apple hat mich, genauer gesagt, viele DACs mit dem Update auf das neueste Betriebssystem größtenteils einfach rausgeschmissen, weil offenbar im Betriebssystem geänderte USB-Treiber montiert wurden; ein ganzer Haufen DACs wird nun von Apples OS nicht mehr erkannt. Wenigstens laufen noch die üblichen XMOS-USB-Treiber, womit auch der ZeroUno DAC Gnade vor den Augen von El Capitan fand.

ZeroUno DAC
Eine kleine Zierde im Drehknopf des ZeroUno DAC (Foto: R. Kraft)

Aber, Entschuldigung, ich bin Ihnen ja quasi mit der Türe ins Haus gefallen. Also, worum geht es? Es geht um einen absoluten Newcomer: Der ZeroUno DAC ist das Erstlingswerk einer neuen italienischen Audio-Manufaktur, die von Mario Canever gegründet wurde. Beruflich ein Digitalspezialist, frönt Mario Canever privat einer umfangreichen röhrenbestückten HiFi-Anlage nebst, wie man hört, ziemlich ausladenden Hornlautsprechern. Und letztlich ist der ZeroUno DAC wohl das Ergebnis von Unzufriedenheit mit dem Klang zahlreicher D/A-Wandler, die mit dem Aufkommen von Computer-HiFi ja zu einer Kernkomponente wurden. Und falls wir uns eingangs falsch verstanden haben sollten: Ich bin ein riesengroßer Fan von Computer-HiFi. Nicht in erster Linie wegen der Möglichkeit, Hi-Res-Auflösung zu hören, sondern vielmehr wegen der unglaublichen Bequemlichkeit, die damit verbunden ist. Weniger erfreuen mich die den Computern geschuldeten, möglichen Kalamitäten bei der Installation und schlechte Software. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.