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30 Lautsprecher, 30.000 Watt: das aktuell beste Heimkino Deutschlands steht bei My Sound in Starnberg (Foto: W.LInhard)

Das My Sound Heimkino – ein ultimatives Erlebnis

In meiner Wahlheimat München gibt es eine Menge guter Kinos mit fantastischem Bild und, den richtigen Film vorausgesetzt, beeindruckendem (zertifizierten) 3D-Sound. Und doch reichen selbst die großen Säle der Filmhäuser nicht annähernd an das heran, was Wolfgang Linhard im nahegelegenen Starnberg installiert hat. Linhard ist der Betreiber von Deutschlands schönstem HiFi-Laden My Sound und hat in dessen Keller mit dem My Sound Heimkino zumindest republikweit das wohl eindrucksvollste Kino seiner Art geschaffen.

Mysound Heimkino Wolfgang Linhard
Hat mit viel Aufwand und highendigem Händchen das beste Heimkino in Deutschland installiert: My Sound Chef Wolfgang Linhard (Foto: H. Biermann)

Wer Wolfgang Linhard näher kennt, weiß, dass er es darunter auch nicht gemacht hätte. Der Mann ist Perfektionist und hat nicht nur sehr viel Geld investiert, sondern sich auch viel Zeit gelassen.

Seit dem ersten Einbau ist das My Sound Heimkino über Monate immer weiter verfeinert worden und bekam jüngst noch einen 32 Zoll Subwoofer eingebaut. Um es sich auf der Zunge zergehen zu lassen: Wir sprechen hier über einen Subwoofer mit einem Durchmesser von über 80 Zentimetern. Jeder Besuch des My Sound Heimkino wird schon deshalb zu einem tiefschürfenden Erlebnis. Versprochen…

Betritt man den Raum, spürt man, dass hier Besonderes schlummert, aber man sieht es nicht sofort. Denn My Sound ist zwar ein High End-, aber auch ein Installing-Spezialist. Und My Sound hat Uwe Eichfelder im Team. Eichfelder ist ein Handwerks-Genie und findet immer einen Weg, auch die klobigsten Gerätschaften so elegant einzubauen, dass man sie nicht einmal erahnt – und ihre Funktion trotzdem nicht eingeschränkt ist.

Mysound Heimkino Aufbau Uwe Eichfelder
Multitalent und Einbauspezialist: Uwe Eichfelder beim Aufbau der abgehängten Decke des My Sound Heimkino (Foto: W. Linhard)

Ein modernes Kino, das den heute angesagten 3D-Sound-Anforderungen (also Dolby Atmos, Auro 3D und DTS X) genügen will, braucht mindestens 11 Satelliten-Lautsprecher und einen Subwoofer : 3 x Front, 2 x Front Heights, 2 x Rear-Effekt und 4 Deckenlautsprecher. Und einen Subwoofer für alle Frequenzen unterhalb 80 Hertz.

Die Lautsprecher des My Sound Heimkino

Das sind wie gesagt die Mindestanforderungen, damit kommt das Mysound Heimkino natütlich nicht aus. Zählen wir einmal kurz zusammen, welche Lautsprecher hier bestens versteckt installiert sind:
3 Ascendo CCRM12 als Front-Speaker

20 Ascendo CCRM6 (3 als Heights Front,  7 als Atmos-/Auro-Speaker in der Decke, 10 als Surrounds)

6 Ascendo SMSG15WL Subwoofer
sowie der schon erwähnte 32-Zöller Ascendo SMSG32

Summa summarum also 23 Satelliten-Lautsprecher und sieben Subwoofer. Nur sind das nicht irgendwelche Lautsprecher und Subwoofer von der Stange, sondern die Spezialboxen der Ascendo Immersive Audio- (AIA-) Line.

Alle CCRM Satelliten sind 2-Wege Lautsprecher, die mit einem Mittelhochton-Koax aus dem professionellen Beschallungsbereich arbeiten. Schon ein einziger CCRM6 kann unverzerrte Pegel erreichen, bei denen HiFi -Lautsprecher dieser Größe längst aussteigen. Umso mehr gilt das natürlich für die CCRM12 mit ihrem 30-Zentimeter-Tiefmitteltöner.

Mysound Heimkino Wolfgang Ascendo CCRM12
Ein Koax aus der Beschallungstechnik mit 12 Zoll Tiefmitteltöner und integriertem Hochtonhorn ist die Basis des CCRM12, wovon drei Exemplare die klanglich relevanten Frontspeaker des My Sound Heimkino stellen (Foto: Ascendo)

Diese Lautsprecher des My Sound Heimkino sind aktiv geregelt (mindestens 500 Watt pro Endstufe) und über ein trickreiches BUS-System (AVB) mit dem Internet und untereinander verbunden. Jeder Lautsprecher ist also einzeln ansteuerbar.

Das Konzept haben wir vor drei Jahren schon ausführlich beschrieben (3D-Klangwelt mit 20.000 Watt), aber faszinierend (vor allem aber praxisfreundlicher als jedes andere mir bekannte System) ist es nach wie vor.

Mysound Heimkino Planung Lautsprecher
Mit einer speziellen Software werden die Platzierungen der einzelnen Lautsprecher in Bezug auf den Hörplatz geplant. So können die Dolby-, Auro- oder DTS- Vorgaben präzise umgesetzt werden – die Grundlage für den begeisternden plastischen Klang (Skizze: My Sound)

Ich muss an dieser Stelle einige Worte über Ascendo verlieren. Die württembergischen Boxenspezialisten begannen Mitte der Neunzigerjahre mit außergewöhnlichen, weil Impuls-optimierten High-End-Lautsprechern und entdeckten knapp 20 Jahre später ihr Faible für Kino mit bestem 3D-Sound.

Aus etlichen Kino-Projekten entstand die Tochterfirma Ascendo Immersive Audio (AIA) und mit ihr mit die besten Heimkino-Speaker überhaupt. Die Ascendo Macher haben einfach das richtige Händchen, denn sie sind in beiden Welten – pegelfestes Heimkino und anspruchsvolles HiFi – zuhause und vereinen die Anforderungen so gekonnt wie kein anderer mir bekannter Hersteller.

Eine weitere Spezialsparte von AIA habe ich noch gar nicht erwähnt: die Subwoofer. Schon die unscheinbaren SMSG 15 WL Subwoofer (mit 38 Zentimeter Bass) gehören zu den pegelfestesten, präzisesten und kochentrockensten Woofern, die ich je gehört habe. Davon sind im My Sound Heimkino gleich sechs verbaut. Und dann ist da noch dieser 32-Zöller für alles unterhalb 40 Hertz…

Der 32er Zöller sitzt auf der Rückseite des My Sound Heimkino und wurde für meinen Besuch einmal kurz entkleidet. Sonst sitzt der Monster-Bass hinter einer akustisch transparenten Abdeckung (Foto: W. Linhard)

Ich hatte das Kino schon ohne diesen Monster-Bass gehört und war auch „ohne“ schon echt begeistert. Aber durch den 32-Zöller, der die anderen Subwoofer unterhalb 40 Hertz entlastet, spielt das ganze System noch einmal viel lockerer und vor allem sehr viel tiefer…

Im AIA Programm gibt es ja sogar einen 50 Zöller, mit dem die nun in Ansbach ansässige Firma den Weltrekord für Serien-Subwoofer aufstellt. Aber der wäre für die gut 40 Quadratmeter des My Sound Heimkino wohl doch des Guten zuviel gewesen. Schon so kommen ja 30 Lautsprecher mit einer Gesamt-Endstufenleistung von 30.000 Watt zusammen. Ist das nicht etwas überzogen?

Man darf die Dynamik im Heimkino nicht unterschätzen. Denn die Mastering-Studios machen ja nur einen Mix – den fürs Kino. Und diese Dynamik ist auch auf den Blu-rays für das Heimkino. Da können schnell mal Schallereignisse um 20 Hertz (Donner, Kanonen) mit vollem Pegel auftreten – was viele Systeme nicht mal bei Wohnzimmerpegel leisten können.

Wer sich immer gefragt hat, warum ihn der Heimkinoklang letztendlich doch nicht überzeugen konnte, findet hier eine der Antworten: Die meisten Systeme sind schlicht von der extremen Dynamik des Film-Tons überfordert. Dieses My Sound Heimkino aber – man ahnt es – kennt den Zustand der Überforderung nicht.

Die Raumakustik

Wer jemals bei My Sound in Starnberg war (dringlichst empfohlen), stellt spätestens beim zweiten Hinhören fest, dass jeder der schönen Räume penibel akustisch getunt ist. Dann schaut man sich um und mit etwas Glück entdeckt man einen oder mehrere der meist elegant verborgenen Diffusoren, Absorber und Bassfallen. Das gilt auch im Heimkino: hier wird so gut wie jede freie Fläche für Raumakustik genutzt.

Mysound Heimkino Aufbau Decke1
Die Decke des My Sound Heimkino im Fast-Fertig-Zustand. Gut zu erkennen sind die speziellen Diffusoren (mit konzentrisch angeordneten quadratischen Elementen), die die Hochtonenergie trotz des klassischen Kinoteppichs im Raum erhalten (Foto: W. Linhard)

Beispiel: die abgehängte Decke. Sie ist fester Bestandteil der Kino-Akustik. Die einzelnen Quadrate beherbergen entweder Diffusoren (die mit den quadratischen Elementen), Leuchten, Absorber oder Lautsprecher – kein Quadratzentimeter bleibt ungenutzt. Der Plan zeigt die Belegung der einzelnen Quadrate:

Mysound Heimkino Planung Decke
Darstellung der Decke: schwarzer Punkt = Lautsprecher, graue Fläche = Absorber, schraffiertes Quadrat = Diffusor. Kurz: die gesamte Decke wird genutzt (Skizze: My Sound)

Fast alle Absober und Diffusoren beziehen Linhard und Team aus Schweden vom Akustik-Spezialisten SMT. Doch bei den Bassfallen (Helmholtz-Absorbern) haben die überzeugten Raumakustiker von My Sound längst eigene, sehr pfiffige und flexible Lösungen erdacht, die man in fast beliebiger Größe (je größer, desto effizienter) aufbauen kann. Da alle Formen möglich sind, kann man die My Sound Bassfallen perfekt in Wände und Decken einbauen. Und weil sie über ein pfiffiges Schiebesystem verfügen, lassen sie sich recht einfach auf die jeweilige Dröhnfrequenz einstellen.

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