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Das Beste aus 2017: die HiFi-Favoriten der LowBeats Redakteure

8.) Tonmeister und Studio-Spezialist Jürgen Schröder über den Questyle CMA600i

In meiner langjährigen Beschäftigung mit dem Thema Audio haben mich stets solche Gerätschaften interessiert, denen eine besondere Idee zugrunde lag und liegt: Sei es nun der Air Motion Transformer von Oskar Heil, breitbandige Verstärker wie die wegweisende Citation-Serie von Harman/Kardon, das Grounded-Bridge-Endstufenkonzept von Crown/Amcron oder elektrostatische Kopfhörer à la Stax – das ist der Stoff, aus dem klangliche Legenden entstehen.

Der integrierte DAC-Headphone-Preamp Questyle CMA600i ist ein solches Produkt, dem eine spezielle Philosophie zugrunde liegt. Wie schon Dr. Matti Otala Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts postulierte, entlarvte auch Questyle-Mastermind Wang Fengshuo aka Jason Wang in intensiver Forschungsarbeit transiente Intermodulations (TIM-)-Verzerrungen als Hauptursache für verschleierten Verstärkerklang.

Aus diesem Grunde entwickelte Jason Wang ein mittlerweile patentiertes Schaltungskonzept, das in den Signal-verstärkenden Stufen nicht wie üblich mit Spannungen, sondern mit Strömen arbeitet – daher auch der Name „Current Mode Amplification“. Hauptvorteil: Durch seine enorm hohe Bandbreite erlaubt CMA stabile, gegengekoppelte Verstärker mit hoher Klirrdämpfung ohne die Gefahr klangschädlicher TIM-Verzerrungen.

Der CMA600i zeigt denn auch sehr deutlich, was Current Mode Amplification zu leisten vermag: Auch in deutlich höheren Preisklassen wird man nur schwerlich einen DAC-Headphone-Preamp finden, der eine solch natürliche, unaufdringliche Transparenz bei absoluter Stringenz an den Tag legt. Der CMA600i zieht unmittelbar in die Musik hinein und damit den Zuhörer in seinen Bann. Das liegt sicherlich nicht nur an seiner CMA-Schaltungstechnik, sondern auch am integrierten, exquisiten D/A-Wandler (AKM 4490).

Auf der Ausstattungsseite punktet der Questyle CMA600i mit symmetrischem Kopfhörer- und Hochpegel-Ausgang sowie einem analogen Hochpegeleingang: Damit lässt er sich auch als echter DAC-Preamp in hochwertigen HiFi-Anlagen verwenden – selbstverständlich mit fernbedienbarem Lautstärkesteller.

All dem Vorangehenden steht ein Preis von 1.300 Euro gegenüber – somit stellt der Questyle CMA600i ein beinahe schon unverschämtes Angebot dar und macht ihn zu meinem HiFi-Favoriten des Jahres, zumal er auch in Sachen Verarbeitungsqualität seinesgleichen sucht. Auf diesen Amp bekommen Sie von mir denn auch eine persönliche Wohlklang-Garantie.

LowBeats HiFi-Favoriten 2017: Questyle CMA600i: front panel rigt view
LowBeats HiFi-Favoriten 2017: DAC-Pre- und Headphone-Amp Questyle CMA600i, 1.299 Euro (Foto: Questyle)

9.) Heimkino-Experte Raphael Vogt über den Oppo UPD-203

Für mich gehört, wenn ich es auf ein einzelnes Produkt aus dem getesteten Repertoire 2017 picken müsste, der Oppo UDP-203 mit Schleifchen unter den Baum. Er ist klar DER Player schlechthin, wenn jemand ein Universalwerkzeug in seinem Heimkino benötigt, das gilt für physische Medien aller Art (außer Vinyl natürlich…) genauso wie für Streams oder Dateien per USB-Stick oder Festplatte und alles nur Erdenkliche, was man lokal streamen kann: von schnödem MP3 bis zu superhochauflösendem DSD128, oder auch hochauflösende FLAC oder WAV Aufnahmen in Surround, Fotos mit realer 8-Megapixel-Darstellung auf dem TV oder der Leinwand und natürlich Video aller nur erdenklichen hochaufgelösten Bild- und Tonformate. Neben DLNA/UPnP spielt er Musik ja seit kurzem auch als ROON-Client ab, was mir als begeistertem ROON-Anwender sehr angenehm ist. Der chinesisch-amerikanische Player zeigt trotz seiner breiten Anwendbarkeit und Komplexität kaum Schwächen und die stete Weiterentwicklung und Pflege mit Firmware wirkt vertrauenerweckend. Mit dem Oppo kann man wirklich wenig falsch machen, erst recht, wenn man ihn sich selbst schenkt. ;-)

LowBeats HiFi-Favoriten 2017: Oppo UDP-203 Front
LowBeats HiFi-Favoriten 2017: Oppo UDP-203 in gewohnt präziser Verarbeitung (Foto: R. Vogt)

10.) Auto-Experte Stefan Schickedanz über das Mercedes-Benz E-Klasse 4Matic Cabriolet mit Burmester Surround-Sound-System

Als Weihnachtsempfehlung hätte der JBL Flip 4 als genialer kleiner Bluetooth-Lautsprecher eigentlich im wahrsten Wortsinne auf der Hand gelegen. Doch neben Gadgets bin ich bei LowBeats auch für Autos mit tollen Anlagen verantwortlich. Und in dieser Eigenschaft bin ich im abgelaufenen Jahr auf etwas gestoßen, das mich weit mehr begeisterte als etwas, das nur relativ gesehen im Hinblick auf Preis und Größe beeindruckend war: Der Mercedes E400 4Matic Cabriolet für rund 70.000 Euro hinterließ einen überwältigenden Eindruck. Dabei war in das rund fünf Meter lange Auto nur das „kleine“ Burmester Surround-Sound-System für 1.000 Euro eingebaut. Doch das Gesamtergebnis hatte an den letzten warmen Tagen im Herbst etwas geradezu Berauschendes, wenn man mit dezenter Musikuntermalung und dem Gefühl, einen fliegenden Teppich zu reiten, auf den Landstraßen der Schwäbischen Alb unterwegs war. Diese Geschmeidigkeit von Auto und Anlage, dieser entschleunigende Luxus mit Massagesitzen und Beduftung der Innenraumluft (sofern man nicht wie ich mit offenem Dach den Geruch der Natur aufsog) sind so unbeschreiblich, dass der Test auch zwei Monate danach noch nicht fertig ist. Das lag auch an der Ästhetik der offenen E-Klasse. Nachdem ich stundenlang allein an einem politisch korrekten Einstieg über Schönheit philosophiert hatte – Man(n) darf dafür heute nicht mehr einfach „abwertende“ Komplimente über das Aussehen machen – legte ich das heiße Eisen erst einmal auf Eis. Als guten Vorsatz fürs neue Jahr habe ich mir allerdings einen Neustart der Geschichte vorgenommen und wir alle dürfen gespannt sein, was dabei herauskommt. Soviel schon vorweg: Das kleine Sound-System macht gerade in diesem Modell besonders Sinn, denn normale Sterbliche werden den letzten Pfennig zusammenkratzen müssen, um sich den einzig wahren Motor für diese Extra-Klasse zu gönnen: Den 3-Liter-Sechzylinder mit 333 PS – DER Motor für den E400 Cabriolet. Die Vierzylinder holen nicht alles aus dem Gesamtkunstwerk heraus, weil ihnen die Kraftreserven und das Flair fehlen, die dicken AMG-Versionen tragen zu dick auf und machen mit ihren Sportfahrwerken und den rustikalen Boller-Triebwerken den genialen Schwebeeffekt zunichte. Der begeisternde Benz hat überhaupt nur einen Nachteil: Er passt nicht unter den Weihnachtsbaum, selbst wenn Sie das nötige Kleingeld dafür übrighätten. Macht nix. Wer nicht den Autoschlüssel als Geschenk verpacken will, bekommt direkt bei Mercedes das E-Klasse Cabriolet als Modell im Maßstab 1:43. Mehr werde ich mir als Erinnerung an den Mega-Mercedes auch nicht leisten können.

UND HIER geht’s zum zwischenzeitlich erschienenen Test.

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Mercedes-Benz E 400 Cabriolet mit Burmester
Soooo schön und so geschmeidig kann man eigentlich derzeit nur im Mercedes E400 4Matic Cabriolet unterwegs sein (Foto: S. Schickedanz)

 

Mercedes E 400 4MATIC Cabriolet mit Burmester Sound-System
LowBeats Automotive Favoriten 2017: Gerade ein Audiophiler wird angesichts des nur ausgehauchten, edlen Motoren-Sounds des E400 mit seinen sechs Zylindern im Zweifelsfall lieber das „kleine“ Burmester Surround-Sound-System empfehlen als das „große“ Burmester High-End-System mit einem kleinen Vierzylinder-Motor. (Foto: S. Schickedanz)
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