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Test Q Acoustics C 500 – beste Standbox unter 5.000 Euro

Die Mechanik des Lautsprechers ist oft der am sträflichsten vernachlässigte Punkt: Das Gehäuse soll eben nicht mitschwingen, mitvibrieren oder an dünnwandigen Stellen Schallenergie aus dem Gehäuse-Inneren nach außen lassen. Es handelt sich dabei ja nicht der Korpus eines Musikinstruments, der mit seinem Eigenklang zum Gesamtklang beiträgt. Das Gehäuse eines klassischen Lautsprechers sollte absolut neutral klingen. So wie das der Q Acoustics C 500.

Q Acoustics C 500: Selten konsequenter Gehäuse-Aufbau

Nach zahllosen Simulationen und Laserscan-Durchgängen des FAC-Spezialisten Markus Strunk wurden die Gehäusewände der C 500 nicht als schlichte Anhäufung von Masse auf Masse konzipiert, sondern als Kombination aus dämpfenden und steifen Schichten.

Das Gehäuse der Q Acoustics C 500
Drei unterschiedlich starke Schichten MDF werden jeweils durch eine gleichförmige Fläche dauerelastischen Gels (im Bild grün) effizient beruhigt. Die Wände kommen so auf eine Gesamtstärke von 30 mm (Animation: Q Acoustics)
Das Gehäuseinnere der Q Acoustics C 500
Die weißen Stelen zwischen den linken und rechten Wandseiten reduzieren die Gehäusevibrationen punktuell (Animation: Q Acoustics)

Wer mit den Fingerknöcheln auf die C 500 klopft, bekommt eine Idee davon, wie effizient diese Gehäuse in sich bedämpft sind. Zu der stattlichen Wandstärke kommt eine ausgeklügelte, punktuelle Versteifung: Strunk fand heraus, dass die üblichen Ringversteifungen (in der Regel ein Querbrett mit großen Öffnungen) oftmals die Sache nur verschlimmbessern, weil damit die Resonanzen auf alle Wände übertragen werden. Bei der Q Acoustics Concept 500 hat er einige klangrelevante Punkte gefunden, bei denen es sich lohnt, sie gezielt ruhig zu stellen. Das geschieht mit massiven viereckigen Leisten, die innen an der gegenüber liegenden Wand befestigt sind (deshalb der Name: Point-to-Point, kurz: P2P) und hier die partiellen Resonanzherde an beiden Seitenteilen im Zaum halten.

Eine weitere Besonderheit der Q Acoustics C 500 sind die internen Helmholtz-Resonatoren namens HPE (Helmholtz Pressure Equalizer). Sie sollen den Gehäuse-Längsresonanzen, die bei Standboxen so gut wie immer auftreten und zu unangenehmen Dröhn-Beimischungen führen, ihre Kraft nehmen. Die C 500 ist nicht der erste Lautsprecher mit solchen internen, mechanischen Filtern. Wo aber andere Hersteller gern abgeschlossene Kammern nutzen – quasi eine „Bassreflexbox in der Box“, fanden die Entwickler bei FAC heraus, dass zu beiden Seiten offene Röhren sich für diesen Zweck besser eignen.

Q Acoustics C 500 HPE
Die Animation zeigt den Einfluss der HPE Resonatoren auf das Resonanzverhalten des C 500 Gehäuses – in diesem Falle quer liegend. Links ohne HPE ist die Dröhnwirkung (rote Bereiche) sehr viel höher als mit HPE-Röhren (Animation: Q Acoustics)

Es ist vollkommen gleich, wo man bei der C 500 hinschaut: Alles ist mit extrem viel Liebe zum Detail, mit immensem Knowhow und mit hoher Konsequenz gelöst. Ich kenne wirklich eine Menge Lautsprecher, aber selbst bei Modellen, die das drei- oder vierfache der C 500 kosten, habe ich so etwas noch nicht gesehen.

Auf- und Einstellung der Q Acoustics C 500

Es gibt so etwas wie Verpackungs-Intelligenz. Auch davon bewiesen die Q Acoustics Produktentwickler eine Menge, als sie den C 500 Karton entwarfen. Ich habe die stattliche Box (Gewicht: 42 Kilo) problemlos allein aus der Verpackung bekommen und war froh zu sehen, dass der fast kreisförmige Fuß mit den Spikes bereist vormontiert war.

Der runde Fuß der Q Acoustics C 500
Auch total chic: Der hochglanzpolierte, ringförmige Fuß mit den höhenanpassbaren Spikes (Foto: H. Biermann)

Das große Bassreflexrohr der Concept 500 ist an beiden Öffnungsseiten verrundet, um Wirbelgeräusche zu vermeiden. Seine Bass-verstärkende Funktion kann durch mitgelieferte Schaumstoff-Pfropfen eingeschränkt oder komplett unterbunden werden, allerdings – lag es an der von mir vorgezogenen Lautstärke? – flogen die eingesetzten Pfropfen des Öfteren im hohen Bogen wieder heraus. Allerdings bin ich eh kein Freund solch nachträglicher Abstimmungsveränderungen und im LowBeats HiFi Hörraum gefiel mir die Variante mit freiem BR-Kanal eindeutig am besten.

Die Bassabstimmung der C 500 ist zwar noch satt, aber eher auf der präzisen Seite. Ich hatte mit der Aufstellung an verschiedenen Stellen im Hörraum kein Problem. Auch mit der variablen Wand im Rücken klang die Concept 500 sehr ausgewogen und dröhnfrei.

Die Q Acoustics C 500 von allen Seiten
Die C 500 von allen Seiten und in der zweiten Bicolor-Ausführungsvariante Hochglanzweiß plus Furnier (Foto: Q Acoustics)

Wie oben schon angedeutet, spielt die Q Acoustics C 500 auch mit leistungsschwächeren Verstärkern schon recht gut. Damit aber die BR-Pfropfen tatsächlich aus den Rohren geschossen kommen, braucht auch die C 500 eine Menge Leistung. Die bei uns häufig und gern genutzte Zweikanalendstufe Nubert nuPower A, angeschlossen an der Vorstufe SPL Director bewegte hier schon einiges. Diese Kombination nutzte ich gern und häufig bei Hörtests. Aus der Riege der Vollverstärker, die wir an fast allen Lautsprechern ausprobieren, gefiel mir der energisch-kraftvolle und doch sehr fein zeichnende Atoll IN 300 (Preis: 2.800 Euro) am besten. Das ist eine echte Hammer-Kombination.

So klingt die Q Acoustics C 500

Eigentlich habe ich gegen symmetrische D’Appolito-Konstruktionen wie bei der Concept 500 starke Vorbehalte, weil die meisten von ihnen etwas muffig klingen. Das ist für die C 500 überhaupt kein Thema. Die schlanke Standbox klingt ungemein offen, frisch und locker – einfach spielfreudig. Dynamische Live-Aufnahmen wie Frank Zappas Live in New York, vor allem das treibende Schlagzeug und die dominierende E-Gitarre des Meisters kamen mit einem solchen Drive und einer solchen Klarheit, dass es einen förmlich in die Aufnahme zog.

Nun lassen zwei 16,5 cm Tieftöner keine wirkliche Urgewalt im Bass erwarten, er läuft nach Messung auch nur bis etwa 45 Hertz. Und dennoch schafft die C 500 auch bei den tiefen Bassdrum-Hieben ein sehr kraft- und machtvolles Fundament, was die Natürlichkeit der Wiedergabe eindrucksvoll unterstreicht. Auch das von mir fürs Testen so gern genommene Yello Album Toy hatte von unten dermaßen viel Nachdruck, wie man es von einer solch eleganten Erscheinung wie der C 500 kaum für möglich hält.

An dieser Stelle noch einmal das Thema „herausgedrückte Bassreflex-Pfropfen“: Dieser Lautsprecher kann auch ziemlich laut. Ich hatte große Freude, mir die Basswellen von Yello Mastermind Boris Blank über die C 500 auf das Zwerchfell drücken zu lassen. Aber die Q Acoustics C 500 beherrscht auch die feinen, leisen Töne ganz hervorragend. Selbst bei Flüsterlautstärke spielte sie Tori Amos‘ neues Album Native Invader wunderbar verständlich. Die Concept 500 arbeitete die Eigenheiten der Stimme genau heraus, war ungemein informativ und klang zudem ausgesprochen natürlich. Sie ist auch ein Lautsprecher zum Genießen.

Unterstützt wird der Wohlfühlfaktor bei der C 500 von ihrer wohldosierten und sehr glaubhaften Abbildung auch in der Tiefe. Es macht einfach Spaß, mit ihr solch tiefe Aufnahmeräume wie die von Claudio Abbados legendärer Einspielung Mahlers Fünfter Symphonie akustisch abzuschreiten.

Der Vergleich mit anderen Lautsprechern ist gar nicht so einfach. Zum einen ist das Gros der Mitbewerber um einiges leiser; wir mussten beim Umschalten auf die C 500 den Pegel immer kräftig senken. Das ist von großem Vorteil, weil es die Endstufen der angeschlossenen Verstärker schont und so von vornherein die Verzerrungen geringhält. Zum anderen klingt die C 500 einfach überragend. Die etwa gleich laute Heco Direkt Zweiklang ist ja auch ein immens dynamischer Lautsprecher, beherrscht aber die ganz feinen Details nicht in dem Maße wie die Q Acoustics.

Ich hatte zur Zeit des C 500 Tests auch einige Modelle im Preisbereich um 8.000 Euro im Hörraum. Selbst die taten sich gegen die C 500 ganz schön schwer. Um in etwa ihre Qualitäten auszuloten, verglich ich die Q Acoustics mit der gleichteuren, in den Mitten überragenden Kompaktbox Dynaudio Contour 20. Doch auch die ungemein stimmige Dynaudio hatte in Sachen Spielfreude und Grob-, wie Feindynamik nur wenig gegen die C 500 auszurichten.

Fazit Q Acoustics C 500

Dieser Lautsprecher sieht aus und fühlt sich an, als würde er 10.000 Euro oder mehr kosten. Die Mechanik, die Verarbeitung und das akustische Konzept – wo man auch hinschaut, alles wirkt absolut überzeugend, hochwertig und edel.

Und die Q Acoustics C 500 klingt auch so: Derart viel Spielfreude, so viel Energie und so viel Natürlichkeit gab es in dieser Preisklasse bislang noch nicht. Der nörgelige HiFi Tester in mir ist ja eigentlich erst froh, wenn er ein Haar in der Suppe gefunden habe. Hier will sich einfach keines finden lassen, zumal ihr Wirkungsgrad außergewöhnlich hoch ist und die Q Acoustics C 500 auch mit vergleichsweise wenigen Watt gut zurechtkommt. Machen wir es kurz: In der Kategorie Standboxen unter 5.000 Euro kenne ich nichts Vergleichbares.

Die Mit- und Gegenspieler im Test:
Test Standbox Dynaudio Contour 20 – Referenz in der Mitte
Test Standbox Heco Direkt (Zweiklang) – hohe Effizienz und Klangkunst
Test Endverstärker Nubert nuPower A – das Kraftwerk
Test SPL Director – Studio-Vorstufe für zu Hause
Test Atoll IN 300 – Top-Amp mit DACs inklusive

Im Beitrag erwähnt:
Test Marantz SA-10: Top-DAC/SACD-Player
Hier hört man alles: Der LowBeats HiFi Hörraum

Mehr von Q Acoustics:
Test Q Acoustics Media 4: Der audiophile Soundbar

Q Acoustics C 500
2017/12
Test-Ergebnis: 4,7
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Sehr offener, natürlicher Klang
Bass nicht sehr tief, aber präzise-druckvoll
Hoher Wirkungsgrad
Exzellente Mechanik, fantastische Verarbeitung

Vertrieb:
IDC Klaassen International Distribution & Consulting oHG
Am Brambusch 22
44536 Lünen
www.idc-klaassen.com

Paarpreis (Hersteller-Empfehlung)
Q Acoustics Concept 500: 4.498 Euro