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Test Teac NR-7CD – alles drin

Aus eigener Produktion stammt auch eine echte Seltenheit des Teac NR-7CD: das CD-Laufwerk. Teac ist einer der wenigen HiFi-Hersteller, der sich noch die Produktion eines speziell für die Audiowiedergabe konzipierten Laufwerks leistet. Andere Hersteller lassen dies mittlerweile entweder ganz weg oder müssen es zukaufen – zum Beispiel bei Teac.

Teac NR-7CD CD-Laufwerk
Das CD-Laufwerk des NR-7CD wird bei Teac noch selbst hergestellt (Foto: H. Biermann)

Gerade in Verbindung mit der RDOT-NEO-Technolgie ergibt der Einbau eines CD-Laufwerks einen Sinn. Wobei RDOT-NEO jedes digital anliegende Audiosignal aufwärtskonvertieren kann, auch via NAS zugeführt oder per Streaming von Qobuz oder TIDAL.

Bei letzterem findet auch das jüngst eingeführte Hi-Resolution Audioformat MQA (Master Quality Authenticated) Berücksichtigung, das wesentlich geringere Bandbreiten zur Übertragung benötigt. Der Teac NR-7CD ist zudem Roon-zertifiziert und kann als Roon-Endpoint eingesetzt werden: vor dem Hintergrund der fantastischen Roon-Möglichkeiten ein echter Pluspunkt.

Die Bedienung ist noch nicht ganz rund

Neben der beigelegten Fernbedienung, mit der alle wichtigen Funktionen des All-in-One-Systems bedient werden können, kommt hier die App „HR-Streamer“ zum Einsatz. Hier zeigt sich auch die unmittelbare Nähe zur Schwester Esoteric, denn in der Hilfefunktion zur App verlinkt diese auf die Internetseite von Esoteric.

Da wundert es wenig, dass die Esoteric Sound Stream App auf dem iPad ebenfalls anstandslos funktioniert. Die Funktionalitäten sind identisch, die Bedienung ist überwiegend selbsterklärend. Praktisch, dass in der Playlist nicht nur die einzelnen Titel angegeben werden, sondern auch die Tracks pro Album und das jeweilige Cover zu sehen sind.

Teac NR-7CD App-Menue
Das Setup-Menü für den Teac NR-7CD via App ist übersichtlich gestaltet. Neben den Musikstreamingdiensten Qobuz und Tidal lässt sich auch ein NAS mit einbinden (Foto: A. Weber)

Gewöhnungsbedürftig ist, dass ein gesamtes Album nur dann abgespielt wird, wenn man den Finger einen Augenblick länger darauf ruhen lässt, bis ein weiteres Menüfenster aufpoppt. Dann ist eine Auswahl möglich, ob das Album sofort, als nächstes, als letztes, oder ob die Playlist gelöscht und das Album allein abgespielt werden soll.

Klingt möglicherweise komplizierter, als es ist. Zwar ist die Einbindung von NAS, Streamingdiensten und Internetradio gut gelöst, zur Eingangswahl muss jedoch die Fernbedienung bemüht werden.

Teac NR-7CD Plattencover
App HR-Streamer (iOS): Ruht der Finger länger auf einem Albumtitel, poppt ein Auswahlmenü auf. Nun steht zur Entscheidung an, wie und wann das komplette Album abgespielt werden soll: entweder als nächstes, als zweites, oder als letztes – stets mit der Integration des Albums in die Playlist. Der vierte angebotene Menüpunkt löscht die bisherige Wiedergabeliste und fügt stattdessen das neugewählte Album hinzu und spielt dieses gleich ab (Foto: A. Weber)

Der Teac NR-7CD im LowBeats Hörraum

Ascendo D7 Active – Hörtest Musik
Eine großartige Live-Aufnahme aus einem relativ kleinen Konzertraum: James Blood Ulmer Live At Bayerischer Hof

Im Hörraum schließlich musste der Teac NR-7CD beweisen, ob all die Ingredienzien gut zusammenpassen und ein großes Ganzes geschaffen wurde.

Zum Anfang verkabelten wir dazu den All-in-One-Verstärker mit den „Special Forty“ Kompaktlautsprechern von Dynaudio, die sich gerade im LowBeats Hörraum warmliefen und deren Test bald ansteht. Das ist eine Kombination, die mir sehr, sehr gut gefiel.

Aber der Großteil des Hörtests lief dann natürlich doch an den LowBeats Lautsprecher-Referenzen Wolf von Langa Chicago. Obwohl die Dynaudio tonal wie die Faust aufs Auge passt, hört man über die Chicago dann doch noch – vor allem dynamisch – einiges mehr.

Und es brauchte nicht lange, um zu erkennen, dass Teac seine Hausaufgaben mit Sternchen absolviert hat und dass die 100 Watt Sinus pro Kanal ausreichen, um mit der (allerdinsgs recht Wirkungsgrad-starken) Chicago richtig Alarm zu machen.

Bei James Blood Ulmers „Crying“ hämmerten die Bassdrum-Hiebe mit großer Präzison aus den Lautsprechern.  Bei jeglichem Material, das wir dem NR-7CD anboten, holte er alles raus. Tatsächlich erinnerte mich der Teac NR-7CD an die vielen Vorführungen, die ich bei Esoteric schon mitgemacht hatte: Alles klingt extrem sauber, ohne Verschmierungen und mit einem wunderbar feinen, mühelosen Hochton gesegnet.

Ein dynamischer Pop/Rock-Klassiker, wie das Stück „Overkill“ von der australischen Band Men at Work bereitete ihm dabei ebenso wenig Mühe wie das verzaubernde Vibrato von Lianne La Havas. Dies kam in einer solchen Authentizität (Titel „Wonderful“, Album Blood, via Qobuz Hi-Res) rüber, dass man die Britin zum Greifen nah glaubte – einfach, weil auf der Aufnahme und in der Stimme der Soul-Sängerin so viel passiert. Überall kleine Kiekser, die feinen Schnipser – herrlich.

Kollege Bernhard Rietschel hatte vor kurzem ja den Naim Audio Uniti Nova im Test und war absolut begeistert. Also war auch der Naim der angemessene Gegenspieler im Hörraum, der sich ebenfalls erst einmal an der Stimme von Lianne La Havas abarbeiten musste.

Und da war erst einmal Erstaunen: Dass der Teac unserem favorisierten Vorzeige All-in-One so nahe kommt, hätten wir nicht gedacht. Der Naim rockt ein bisschen mehr, zeigt mehr Grip und nimmt den Zuhörer mit seiner höheren inneren Dynamik gefangen. Der Teac dagegen klingt insgesamt etwas „cleaner“ und agiert im Hochton noch ein bisschen feiner und geschmeidiger.

Teac NR-7CD DSD Upsampling
Mit der Taste UPCONVERT am Gerät oder auf der Fernbedienung, kann das Oversampling in vier Stufen bis einschließlich DSD eingestellt werden. Das Signal enthält dann das 256-fache mehr an Daten als auf der Original-CD vorhanden sind (Foto: H. Biermann)
Cover ASrt: Morphine Cure For Pain
Etwas düster, aber große Musik: Morphine Cure For Pain (Cover: Amazon)

Aber was bringen die Digitalfilter und die Oversampling-Möglichkeiten des NR-7CD?  Morphines Cure For Pain ist einfach eine geile Scheibe, die wegen ihrer tiefen Saxophon-Töne viele Systeme an den Rand ihrer Möglichkeiten bringt und in Bezug auf Detailauflösung exterm anspruchsvoll ist.

Schon nach kurzer Zeit bestätigte sich, was wir schon im Vorfeld getippt hatten: der Short Delay Slow Filter erwies sich in unseren Ohren als am natürlichsten klingend. Aber die Unterschiede sind ehrlich gesagt nicht sehr groß und wenn man einen Blindtest mit mehreren Leuten von der Straße machen würde, käme – so glaube ich – kein einheitliches Ergebnis dabei heraus.

Etwas deutlicher war der Unterschied beim Uspsamplen. Das Umschalten auf DSD brachte immer eine hörbare Veränderung und die meisten Leute, die ich hinzuzog, empfanden den Unterschied als klanglichen Fortschritt.

Im DSD-Modus kamen die Höhen noch feiner und etwas prägnanter. Weniger auffällig und unter musikalischen Gesichtspunkten vielleicht noch „richtiger“ arbeitet das achtfache Oversampling. In unserer Hörrunde nutzte ich wieder und wieder Gunar Letzbors Aufnahme der Sonata da camera von Carlo Ambrogio Lonati.

Mit 8-fach Oversampling schien die Violine noch einen Hauch näher zu rücken; die Aufnahme gewann an Intensität. Und dieser Eindruck bleibt: Fast immer gewann das zugeführte Material durch die Hochkonvertierung, egal ob von CD, der NAS oder dem Streamingdienst. Teac, das hast du richtig gut gemacht.

Teac NR-7CD im LowBeats hörraum
Der NR-7CD im LowBeats Hörraum. An den Wolf von Langa Chicago (im Hintergrund) beeindruckte er mit schlackenlosem, extrem feinen Klang (Foto: H. Biermann)

Fazit Teac NR-7CD

Der Vorbote aus Teacs neuer 7er Serie schlägt sich vorbildlich. Der NR-7CD ist eine „Ich-kann-alles-Maschine“, wie man sie sich nur wünschen kann: Er hat Leistung genug, um selbst auf Partys länger durchzuhalten, ist dank diverser Digitaleingänge für die Zukunft gerüstet und hat ein exzellentes CD-Laufwerk.

Vor allem aber ist die Verarbeitung fast schon Esoteric-mäßig perfekt und der Klang wunderbar fein und sehr geschmeidig. Wer sich mit der sehr eigenständigen Optik anfreunden kann, bekommt mit dem Teac NR-7CD für 4.000 Euro ein in vielen Belangen wirklich pralles Paket.

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Teac NR-7CD
2018/05
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Geschmeidiger, fein aufgelöster Klang
Vielfältige Digitalfilter-Möglichkeiten
Hervorragende Verarbeitung
Recht wenige Ein- und Ausgänge

Vertrieb:
Pioneer & Onkyo Europe GmbH
Gutenbergstr. 3
D-82178 Puchheim
Telefon: +49-8142-4208-10
www.eu.onkyo.com

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Teac NR-7CD: 4.000 Euro