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Rega Planar 2-2016 mit Tonabnehmer carbon
Der neue Rega Planar 2-2016 mit dem vormontierten MM-System Rega Carbon ist in seiner Klasse fraglos eine der besten Empfehlungen für Analog-Ein- und Aufsteiger. Im Plug&Play-Komplettpreis kostet er 520 Euro (Foto: C. Bussler)

Test Rega Planar 2-2016 – Neuauflage des Klassikers

Der Zweier ist wieder da: Mit dem Rega Planar 2-2016 schließen die Engländer eine Preislücke und machen damit das wohl beste und musikalischste Komplett-Plattenspielerangebot um 500 Euro – wie der LowBeats Autor Carsten Bussler meint.

Als Rega Anfang des Jahres 2011 zuletzt seine erfolgreiche Plattenspielerreihe Planar einem evolutionären Facelift unterzog und die mit den damals neuen Kürzeln RP1 und RP3 bezeichneten Modelle auf den Markt brachte, stellten die Briten die Produktion des Planar 2 einfach ein. Dafür gab es nun einen RP1 Performance, einen „getunten“ RP1 quasi, der die Lücke zum RP3 schließen sollte. Mir erschien diese Produktphilosophie etwas unausgegoren, gleichwohl hakte ich sie einfach als typische englische Schrulligkeit ab. Diese Zeiten sind nun vorbei: Rega überarbeitete kürzlich erneut seine „1-2-3-Brot-und-Butter-Klasse“ und so dürfen sich Fans der Marke (zu denen ich mich durchaus auch zähle) wieder über einen neuen Rega Planar 2-2016 freuen. Augenfälligstes Merkmal des neuen Modells ist die Hochglanzzarge mit Acrylbeschichtung. Oder besser gesagt: das Hochglanzbrett. Regas Wettbewerber (zum Beispiel Pro-Ject) punkten an dieser Stelle ja schon lange mit etwas mehr optischer Finesse. Jetzt hat Rega also in diesem Punkt nachgezogen, was mir ausgesprochen gut gefällt; die matt gehaltene Oberfläche der alten Modellserie mutet dagegen mittlerweile doch etwas bieder an. Überhaupt wurde der Kunde im Einsteigersegment andernorts in Sachen Verarbeitungsqualität bislang stets etwas mehr verwöhnt als bei Rega – hier hat man sich womöglich nicht zuletzt aus Marketinggründen eines Besseren besonnen. An der Verarbeitung des neuen Rega Planar 2-2016 gibt es denn auch nichts zu meckern, in dieser Preisklasse geht sie insgesamt mehr als in Ordnung. So sind beispielsweise die Klebekanten der seitlichen Leisten an der Zarge mittlerweile deutlich sauberer ausgeführt als bei früheren Modellen (wie z.B. meinem RP1).

Stichwort Preisklasse: Der Rega Planar 2-2016 kommt mit neuem Tonarm RB 220 und vormontiertem Carbon-MM-System daher, dieses Rundum-sorglos-Paket kostet laut Liste 520 Euro. Damit wird nun sowohl numerisch als auch preislich die Lücke zwischen der „Eins“ und der „Drei“ geschlossen; psychologisch dürften die gut fünf grünen Scheine ein markantes Limit für viele (Wieder-)Einsteiger sein. Womit aber rechtfertigt die neue Nummer „Zwei“ ihre Daseinsberechtigung und wo reiht sie sich zwischen den Nachbarmodellen ein – genau in der Mitte?

Das Rega Carbon auf dem Rega Planar 2-2016
Das Rega Carbon ist ein recht ordentliches Einsteiger-MM-System und auf dem Rega Planar 2-2016 vormontiert (Foto: C. Bussler)

Rega wirbt in seiner Produktbeschreibung mit einem „nochmals vibrationsärmeren“ 24V-Motor. Das „nochmals“ kann sich ja eigentlich nur auf den RP1 beziehen, doch das optimistisch formulierte „vibrationsarm“ eher nicht – hier bin ich als RP1-Besitzer durchaus ein gebranntes Kind und ich habe den Planar 2 diesbezüglich gleich sehr genau unter die Lupe genommen. Und in der Tat: Selbst in unmittelbarer Nähe zum Dreher sind so gut wie keine Motorgeräusche wahrnehmbar. Pflicht erfüllt!

Ach ja, Geräusche: Die Abdeckhaube wirkt im Betrieb stets als Resonator für Motorbrumm – egal ob hochgestellt oder heruntergeklappt – und sollte daher zum Hören entfernt werden. Potenziell fällt die Haube bar Arretierung bei unvorsichtiger Handhabung ohnehin mit einem satten „Rumms“ auf die Zarge, schlimmstenfalls bei laufendem Teller und auf der Platte aufliegendem Pickup … Meine Frau würde argwöhnen, derlei Ungeschicke seien allein der mir typischen Schusseligkeit geschuldet; Recht hat sie. Und um diese Schwäche wissend, muss ich den Rega Planar 2-2016 eben vor mir schützen. Die Haube kommt als Staubfänger nur wieder drauf, wenn die Hörsession vorüber ist. Den Plattenteller lasse ich übrigens immer drehen, was mir bei einer Leistungsaufnahme in niedrigen einstelligen Wattbereich auch unter Umweltgesichtspunkten keine schlaflosen Nächte bereitet.

Der neue Tonarm RB 220 ist eine weitere Evolutionsstufe des Urvaters aller Rega-Tonarme, dem RB 250. Er verfügt über neue, spielfreie Kugellager und erweckt haptisch im Vergleich zum RB 101 meines RP1 einen deutlich besseren Eindruck. Gegengewicht, Lagergehäuse, Handhabung beim Bewegen des Arms, das alles vermittelt hier einen weitaus stabileren Eindruck. Ebenso wie der RB 101 verfügt der RB 220 leider über keine Möglichkeit zur Höhenverstellung. Hier bleibt für das Ausprobieren unterschiedlich hoch bauender Tonabnehmer weiterhin nur der Einsatz von Distanzplättchen, die nach Lösen der Verbindungsschrauben zwischen Zarge und Tonarmbasis geschoben werden. Entfallen ist die manuelle Einstellung des Antiskatings, das hat mich dann doch überrascht. Was beim RB 101 mittels kleinem Schieberegler gut funktioniert, soll beim RB 220 über eine automatische, integrierte Antiskating-Mechanik erfolgen. In der Praxis konnte ich feststellen, dass sie auch recht gut funktionierte: Der Tonarm verweilte wiederholt einige Plattenumdrehungen auf dem planen Segment meiner Testschallplatte, welche mir stets zum Überprüfen des Antiskatings dient. Dennoch hätte ich mir eine manuelle Einstellmöglichkeit für das Antiskating gewünscht – korrekt eingestellte Dreher verlassen diesen Bereich gar nicht. Plug & Play in Ehren, aber ein gewisses Mindestmaß an Beschäftigungswillen der Kunden mit ihrem Dreher darf Rega meines Erachtens schon voraussetzen, auch im Einsteigersegment.

Rega Tonarm RB 220
Der neue Tonarm RB 220 ist in seiner Klasse herausragend. Er arbeitet mit einer automatischen Anti-Skating-Funktion (Foto: C. Bussler)

Der Rega Tonabnehmer Carbon ist ein altbekanntes Moving Magnet System, was im Paket und für diesen Preis in Ordnung geht – mehr aber auch nicht. Hier bieten sich aus meiner Sicht am ehesten Upgrade-Optionen an, um das hohe Potenzial der Dreher-Arm-Kombi voll auszureizen. Für den Test allerdings blieb das Carbon-System am RB 220 (zunächst) befestigt, schließlich werden die meisten Kunden, die dieses günstige Paket erwerben, wahrscheinlich auch nicht sofort munteres Pickup-Rolling betreiben …

Was mich am neuen Rega Planar 2-2016 sofort begeistert hat, ist sein Plattenteller aus 10 mm dickem, geschliffenem Glas. Kein MDF, kein Acryl, kein Phenolharz (auch bekannt als „Bakelit“), nein: Glas – das ist mir bisher in dieser Preisklasse noch nicht untergekommen. Augenscheinlich der gleiche wie beim größeren Modell Planar 3, allerdings nur auf den ersten Blick: Der Glasteller des „Dreiers“ ist mit 12 mm etwas dicker. Als Auflage dient eine im Lieferumfang enthaltene dünne Filzmatte. Eine von mir probehalber aufgelegte etwas dickere Filzmatte brachte hier übrigens leichte Verbesserungen, wogegen eine Korkmatte kaum zu nachvollziehbaren Änderungen führte. Der Betrieb gänzlich ohne Auflage (die Vinylscheiben also direkt auf den Glasteller zu legen) empfiehlt sich übrigens nicht!

Der 10 Millimeter starke Plattenteller des Rega Planar 2-2016
Der 10 Millimeter starke Plattenteller hebt den Rega Planar 2-2016 über das Gros seiner Klasse (Foto: C. Bussler)

Die tieferen Geheimnisse des neuen (zum Patent angemeldeten), selbstsichernden Tellerlagers erschließen sich mir nicht im Detail. In der neu konstruierten Lagerbuchse befindet sich eine Kugel, auf der die abgeflachte Spitze der Stahlachse des (mir sehr bekannt vorkommenden) klassischen Kunststoffsubtellers sitzt. Das alles soll jetzt passgenauer sein als früher, was ich wohlwollend zur Kenntnis nehme, ohne es überprüfen zu können.

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