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KEF R-Serie Uni-Q in R11
Für die neue R-Serie wurde die 12. Generation des Uni-Q aufgelegt. Er klingt fantastisch (Foto: H. Biermann)

Die neue KEF R-Serie: 1043 Änderungen

Nun ist es raus: KEF kündigt die Markteinführung einer grundlegend überarbeiteten R-Serie an. „R“ ist für KEF wesentlich: In den sechs Jahren ihrer Laufzeit machte die alte KEF R-Serie im Durchschnitt 15% des Konzern-Umsatzes aus – eine Menge Holz. Kein Wunder also, dass sich die KEF-Entwickler bei der Neuauflage besonders ins Zeug legten. Nicht weniger als 1043 Änderungen gegenüber der Vorgänger-Serie wurden aufgezählt. Das klingt nach ziemlich viel, aber auch nach ziemlich viel Marketing.

KEF R-Serie Veränderungen zur Vorserie
Alle veränderten/verbesserten Bauteile an der Wand vor den neuen R11 (Foto: KEF)

Aber schauen wir uns die relevanten Veränderungen zur neuen KEF R-Serie an. Der vielleicht wichtigste Punkt: Für die Neu-Interpretation von „R“ hat Entwicklungsleiter Dr. Jack Oclee-Brown die nun 12. Generation des KEF Uni-Q-Treibers entworfen.

Der neue Uni-Q ist natürlich das Herzstück der gesamten Flotte. Neueste Analyse-Methoden erlaubten hier, den Antrieb noch verzerrungsfreier zu gestalten – wichtig, weil der koaxiale Uni-Q ja auch den hörrelevanten Mittenbereich mit abdeckt. Zudem zeigten Messungen, dass der schmale Spalt zwischen Hochton-Schallführung und Mitteltonmembran zu akustischen Verwerfungen führt. Beim neuen Uni-Q dichtet eine Art Gummiring diesen Spalt ab.

KEF R-Serie Uni-Q Veränderungen 2
Es geht um den kleinen Spalt zwischen Hochton-Waveguide und Mitteltonmembran. Beim neuen Uni-Q ist dieser Spalt geschlossen (Foto: KEF)

Die Schallführung um den Uni-Q, einer Art sehr dezentem Waveguide, wurde nochmals genauer angepasst, um Schallwandreflektionen noch weiter abzumildern. Hier gibt es leider noch keine Bilder.

Auch die Tieftöner der neuen KEF R-Serie sind um einiges besser geworden: ein größerer Membranhub, ein verzerrungsärmerer Antrieb sowie eine neue, steifere Membran. Das könnte schon einiges bringen…

KEF R-Serie R11 Aufriss
Aufwändig vielfach versteift: das Flaggschiff namens R11 der neuen KEF R-Serie (Foto: KEF)

Und das war nur die Technik. Denn auch mechanisch, heißt am Gehäuse, hat sich einiges getan. Hier kam die Erfahrung aus der genialen KEF LS 50 zum Tragen.

Bei dem kleinen Monitor stellte sich nämlich heraus, dass Verstrebungen sinnvoll, aber noch wirksamer sind, wenn sie nicht hart an die Wände angekoppelt sind. Also sind Dämpfer zwischen den Wänden und den Verstrebungen angebracht.

Wie klingt die neue KEF R-Serie?

Die neue KEF R Serie ist ja nagelneu und die einzelnen Modelle kommen erst mit dem heutigen Tag in die Läden. Deshalb kann ich zu dem meisten Modellen nichts sagen.

Aber bei einem Event bei Hegel in Oslo (wir berichteten) stand wie hingezaubert plötzlich eine R11 dort und wir konnte sie ausgiebig an einem Hegel H590 Vollverstärker (zum Test hier klicken) hören.

KEF R-Serie R11 und Hegel H 590 Anders Ertzeid
Das passt bestens: KEF R11 mit 10.000-Euro-Amp Hegel H 590. In der Mitte erklärt Hegel-Mann Anders Ertzeid die Vorzüge des ebenfalls noch ziemlich neuen H590 (Foto: H. Biermann)

Da der H590 sowohl mit der KEF Blade 2 als auch mit der R11 gehört wurde, kann ich sagen: ich war baff. Der H590 ist ja ein exzellenter Vollverstärker und treibt selbst die gar nicht so anspruchslosen KEF-Lautsprecher ungemein leichtfüßig an. Dass da ein Unterschied von mehr als 15.000 Euro spielte (Blade 2 versus R11), hätte man mit verbundenen Augen niemals geglaubt.

LowBeats hatte für lange Zeit die gesamte KEF Reference-Linie im Hörraum stehen (was zu einem ausgiebigen Familientest führte) und ich würde nach diesen Erfahrungen die R11 durchaus als in dieser Klasse spielend einstufen.

Im Bass – wie üblich bei KEF – etwas zu mollig. Aber Mittel- und Hochton mit einer leuchtenden Farbkraft, mit einer solch überragenden Plastizität, dass ich hier noch Stunden mit ihr hätte weiterhören wollen. So überzeugend spielte die alte R-Serie nicht.

Die neue KEF R-Serie besteht aus den Standlautsprechern R11, R7 und R5, dem R3 Regallautsprecher, dem R2c Centerlautsprecher sowie dem R8a, dem Dolby Atmos Aufsatzlautsprecher.

KEF R-Serie R5 mit DA-Aufsatz
Macht unauffällig aus Standboxen Dolby-Atmos-Speaker: die KEF R8 hier auf der Standbox R5 (Foto: KEF)

Insgesamt kann man sagen, dass die neue R Serie optisch deutlich mehr in Richtung KEF Reference geht: der satte Lack, die klaren Linien – das ist schon alles sehr chic. Hier die Modelle in der Übersicht:

NameR11R7R5R3R2c
BauartStandboxStandboxStandboxKompaktboxCenter
Bestückung
(in Zoll)
1 x 5” Uni-Q
+ 4 x 6.5” TT
1 x 5” Uni-Q
+ 2 x 6.5” TT
1 x 5” Uni-Q
+ 2 x 5.5” TT
1 x 5” Uni-Q
+ 1 x 6.5” TT
1 x 5” Uni-Q
+ 2 x 5.25” TT
AusführungHochglanz weiß + schwarz;
Nussbaum
Hochglanz weiß + schwarz;
Nussbaum
Hochglanz weiß + schwarz;
Nussbaum
Hochglanz weiß + schwarz;
Nussbaum
Hochglanz weiß + schwarz;
Nussbaum
Preis (Stück2.500 Euro1.600 Euro1.200 Euro800 Euro1.000 Euro
Abmessungen
(H x B x T)
125 x 20 x 36 cm106,2 x 20 x 36 cm102,5 x 17,5 x 36 cm42,2 x 20 x 31,2 cm17,5 x 55 x 28,5 cm
KEF R-Serie komplett
Die gesamte neue KEF R-Serie: R11, R7, R5, R3, R2c, R8 (Foto: KEF)

Wie gesagt: Ab September werden die neuen KEF R-Serie Modelle ausgeliefert. Was ich von der R11 gehört habe, fand ich so vielversprechend, dass umgehend ein Testpaar geordert wurde.

Aber auch die kleineren, ebenfalls auf dem Hegel-Event ausgestellten Modelle, einen echt guten Eindruck. Da darf man sich drauf freuen…

Weitere Informationen zur neuen R-Serie finden Sie hier

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Im Beitrag erwähnt:
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