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Erste Fahrt: Mercedes A-Klasse 2018 mit Burmester und KI

Als nächstes zeigte mir der Ingenieur den Telefonmodus. „Hey, Mercedes, bitte ruf Miguel an“, sagte er. Diesmal bemerkte ich, dass er nicht auf die Antwort der KI antwortete, sondern seine Anweisung ohne den Dialogschritt abschloss. Sobald man mit dem System vertraut ist, lernt man Zeit zu sparen und kann diesen zusätzlichen Schritt vermeiden.

SMS oder Navigation im Mercedes A-Klasse 2018: Die Hände bleiben immer am Lenkrad

Und noch ein Punkt: Man kann auch Textnachrichten mit Sprache eingeben. „Hey, Mercedes, sende eine SMS an Miguel“, sagte der Ingenieur. „Hallo Miguel, ich bin gerade in Las Vegas.“ Die Textbotschaft erscheint dann auf dem Bildschirm.

Wenn Sie jedoch während der Fahrt einen längeren Text erstellen, wird dieser aus Sicherheitsgründen verborgen bis der Wagen angehalten wird. Und sobald die Geschwindigkeit 5 km / h überschreitet, verschwindet sie wieder aus dem Display der neuen Mercedes A-Klasse.

Das Durchskippen von Radiosendern ist eigentlich eher störend. Glücklicherweise gibt es ja die Sprachaktivierung. Wenn man zum Beispiel die Mediensteuerung verwendet und „Hey, Mercedes, Radiosender Air One“ sagt, oder die Lieder eines bestimmten Interpreten fordert, wird das System diese Auswahl suchen und – wenn sie verfügbar ist – abspielen.

Das Navi-Display der Mercedes A-Klasse 2018 nutzt die 1.920 x 720 HD-Bildschirmauflösung, seine 3D-Karten-Renderings sind sehr gut. Man kann Bilder auf dem Bildschirm sogar vergrößern und mit den Fingern drehen.

Das System ist auch für „what3words“ aktiviert, das über eine kostenlose mobile App oder über eine Online-Karte gesteuert wird. „what3words“ teilt die Welt in ein Raster von 3 m x 3 m großen Quadraten und weist jedem Quadrat eine eindeutige Adresse zu – damit ist die Navigation präziser als je zuvor.

Da traditionelle Straßenadressen nicht immer für die Spracheingabe geeignet sind, gibt es Unklarheiten – zum Beispiel mit der Aussprache englischer Zahlen wie „Fifteen“ und „Fifty“. An manchen Orten wie London oder Mexiko-Stadt gibt es viele Straßen mit gleichem Namen, was ebenfalls zur Verwirrung beiträgt.

Aber wenn man den Zielort mit drei Wörtern umschreibt, wird es keine Verwirrung mehr darüber geben, ob derjenige, den man treffen möchte, am Eingang des Einkaufszentrums Nord, Süd, Ost oder West wartet. Das Navigationssystem nimmt einen wörtlich und wird den Wagen bis an die richtige Stelle pilotieren.

Erster Fahreindruck: Neue Mercedes A-Klasse 2018
LowBeats Autor Dr. Ian Kuah zeigte sich tief beeindruckt von der Mercedes A-Klasse, die noch 2018 an den Start gehen wird. Das Burmester-Sound-System konnte er leider noch nicht hören. Doch bereits die auf Nachfrage von LowBeats entlockte Ankündigung ist eine kleine Sensation… (Foto: Mercedes-Benz)

Mit „what3words“ kann man zu jeder Adresse in dem Land navigieren, in dem man sich gerade befindet, in unserem Fall den USA, sowie in Nachbarländer wie Kanada oder Mexiko. Ich sagte: „Hey, Mercedes, navigiere zum Aquarium von Vancouver“, und das System fragte sofort, ob ich jetzt gleich losfahren wollte.

Als letzten Test für die KI in der Mercedes A-Klasse 2018 dachte ich an meinen Magen: „Hey Mercedes, ich habe Hunger.“ Das System platzierte sofort eine Liste mit lokalen Restaurants auf dem Bildschirm und sagte: „Bitte wählen Sie einen Eintrag.“

Die KI und Deep Learning-Fähigkeit bedeutet, dass das System sogar indirekte Formulierungen wie „Ich bin hungrig“ versteht. Früher wäre maximal ein „Restaurants in der Gegend auflisten“ möglich gewesen. Und als Bonus gibt es sogar deren Öffnungszeiten und Preise.

So wie ich es sehe, ist MBUX genau die Sorte Überraschung, die dem ältesten und innovativsten Autohersteller der Welt gut zu Gesichte steht.

Zurück auf dem Mercedes Messestand konnte ich meine neue Begeisterung für das MBUX-System kaum für mich behalten und war gespannt auf die Hintergrundgeschichte von Sajjad Khan, Daimlers überschwänglichem Vizepräsidenten von Digital Vehicle & Mobility.

Und der hatte noch ein ganzes Bündel voller Informationen zur neuen Mercedes A-Klasse, vor allem aber zu MBUX und dem langen Weg dorthin.

‚Ola‘-la: MBUX vermeidet Menüs und Verwechslungen

Sajjad Khan: “MBUX hat neben den oben bereits genannten Vorzügen auch eine globale Suchfunktion, was bedeutet, dass das System keine Menüs benötigt.

Wenn ich zum Beispiel ‚Ola‘ in das System eingebe, werden verschiedene Optionen angezeigt. Ola ist eine Stadt in Arkansas, es ist auch der Name meines Chefs, Ola Kaellenius, den ich am Telefon anrufen kann, wenn ich will, und wenn es ‚Ola‘ im Internet gibt, wird es auch gezeigt.

Also, dieses eine Wort gibt mir Optionen in Satellitennavigation, Telefon und so weiter, was bedeutet, dass ich nicht in ein bestimmtes Menü gehen muss, um zu suchen.

Wir haben auch an der Integration von verbundenen Funktionen gearbeitet, sodass auf häufig verwendete internetbasierte Anbieter wie Yelp, Google, Apple Carplay usw. zugegriffen werden kann. MBUX ist einfach und benutzerfreundlich.

Jedes dieser Systeme basiert auf dem aktuellen Wissensstand und stützt sich auf die aktuell vorhandenen Technologien. MBUX setzt auf innovative Grafikcontroller, die in enger Zusammenarbeit mit NVIDIA entwickelt wurden.

Auf der CES 2107 haben der NVIDIA-Geschäftsführer Jensen Wang und ich angekündigt, dass wir in den nächsten 12 Monaten etwas Tolles auf die Straße bringen würden.

Bis dahin waren wir gut mit dem Projekt vorangekommen und waren zuversichtlich, dass wir innerhalb der nächsten zwölf Monate liefern können.

Der Grafik-Controller und die Leistung des NVIDIA Parker-Chips, der bis zu 1.5 Teraflops Leistung für auf Deep Lerning basierende, selbstfahrende KI-Cockpit-Systeme bietet, bringen zwischen 50 und 100 Prozent mehr Leistung als andere mobile Prozessoren.

Daimler hat stark in die Erforschung von KI und Deep Learning investiert. Wir haben eigene Teams in Sunnyvale, Kalifornien, China und natürlich in Stuttgart.

Wir konnten die Spracherkennung in verschiedenen Sprachen dramatisch verbessern; derzeit kann MBUX 23 Sprachen bewältigen. Unsere Teams haben die Algorithmen entwickelt, um die verfügbare Rechenleistung und Sprachverbesserung, die wir mit Deep Learning erreicht haben, voll auszuschöpfen.”

Erster Fahreindruck: Mercedes A-Klasse 2018 in Las Vegas
Nach dem begeisterten Fahrbericht von Dr. Ian Kuah können wir bei LowBeats es kaum erwarten: im Laufe des Jahres werden wir den neuen Baby-Benz mit seinem vielversprechenden Burmester-System ausführlich testen (Foto: Mercedes-Benz)

Sajjad Khan erklärte zum Thema Updates, das vollständig Cloudbasierte MBUX-System im Mercedes A-Klasse 2018 böte sowohl Onboard- als auch Off-Board-Konnektivität und habe genügend Spielraum in der Rechenleistung des On-Board-Moduls, um Updates auszuführen.

„Mercedes ist sehr daran interessiert, Feedback von den Besitzern der A-Klasse zu bekommen und hat bereits einige neue Ideen, an denen wir basierend auf dem Kunden-Feedback arbeiten.

Einige dieser Ideen können teilweise in dieses System integriert werden, das noch Luft nach oben für Updates hat“, sagte Sajjad, „aber mit anderen Dingen werden wir auf das System der nächsten Generation warten müssen. Wir können Software in drei Monaten und Elektronik innerhalb zwei Jahren aktualisieren. Dies zeigt die veränderte, schnellere Entwicklungsgeschwindigkeit bei Mercedes im Vergleich zu vor ein paar Jahren. “

Angesichts der Zeit und des Aufwands, MBUX so einfach und intuitiv wie möglich zu machen, überrascht es nicht, dass „what3words“ Teil des Systems ist. Damit wird Mercedes der erste Automobilhersteller, der diese revolutionäre Navigationssoftware ins Auto übernimmt.

In den alten Tagen wurde immer die fortschrittlichste Technologie in Flaggschiffmodellen vorgestellt und der Rest der Reihe hatte dann den Trickle-Down-Effekt.

MBUX wird sofort die jüngere, smarte Generation ansprechen, welche die größte Zielgruppe für die Mercedes A-Klasse ist. Dennoch steht außer Frage, dass die einfache und intuitive Benutzeroberfläche auch bei älteren Kunden schnell Anerkennung finden wird, die normalerweise von solchen High-Tech-Funktionen verschont bleiben wollen.

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