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Sony VPL-VW360ES (Foto: R. Vogt)
neue 4K-Projektoren mit HDR/HLG. Sony VPL-VW360ES: 6.990 Euro. Sony VPL-VW260ES 4.990 Euro (Foto: R. Vogt)

Erster Test: Sony VPL-VW360ES & VPL-VW260ES

Patrick Schappert von Grobi.tv (Foto: R. Vogt)
Patrick Schappert von Grobi.tv (Foto: R. Vogt)

Gerade noch auf der IFA in Premiere gezeigt und schon bei LowBeats im Testkino: Wir konnten die neuen „kleinen“ 4K-Modelle der Sony Projektoren ausprobieren. Sony VPL-VW360ES und Sonys neuer Benjamin VPL-VW260ES. Die hatte mir netterweise Patrick Schappert von Grobi.tv zum Filmdreh mitgebracht und ein kleines Weilchen zum Ausprobieren dagelassen.

Wie schon in unserer News zu den Sony Neuheiten während der Messe aufgelistet, hat Sony damit nun insgesamt sechs „echte“ 4K-auflösende Projektoren im Programm und das Sortiment damit übersichtlich neu geordnet und abgestuft. Und: Der Einstieg liegt nun 2.000 Euro günstiger als bislang.

Der Über-Beamer Sony VPL-VW5000ES liegt bei 65.000 Euro. Darunter folgt nun der im November erscheinende Sony VPL-VW760ES, der das Signalmanagement vom großen Highend-Bruder erbt und die Laser-Lichtquelle vom Kurzdistanz-Projektor Sony VPL-VZ1000ES, die Panels und das Objektiv aber von den kleinen Geschwistern. Der Sony VPL-VW550ES zu 9.990 Euro bleibt unverändert im Programm.

Sony VPL-VW360ES (Foto: R. Vogt)
Sony VPL-VW360ES, auch in Weiß zu haben. Sony VPL-VW260ES optisch identisch bis auf silbernen statt goldenem Zierkranz um das Objektiv (Foto: R. Vogt)

Den bisherigen Sony VPL-VW320ES für bislang 6.990 Euro ersetzen der Sony VPL-VW360ES zum gleichen Preis und das neue kleine Modell Sony VPL-VW260ES für 4.990 Euro.

Wenn man es sehr grob zusammenfasst, dann ist der 360er ein 550er mit etwas schwächerer Lampe und der neue Einsteiger VW260 der alte 320er mit der Elektronik der größeren Geschwister – und damit nun auch mit aller HDR-Funktionalität.

Was wirklich gut gelöst ist: Die aktuellen Modelle werten die Metadaten eintreffender Videosignale korrekt nach Farbnorm aus.

Ebenso schalten sie  – so denn die Quelle das auch korrekt ausgibt – zwischen dem konventionellen Farbraum und Gamma (REC709) und den zwei High Dynamik Range Normen HDR10 und HLG (frisch eingeführter Fernseh-Standard) sowie gegebenenfalls dem erweiterten Farbraum BT.2020 von selbst um.

Das funktionierte im praktischen Test fehlerfrei. Im HDR-Menü kann man bei Fehlkommunikation der Geräte aber auch manuell zwischen den Standards umschalten.

Sony VPL-VW360ES: HDR Menü (Foto: R. Vogt)
Sonys HDR Menü (Foto: R. Vogt)

Dabei gibt es aber zwei ärgerliche Einschränkungen: Trotz korrekter Analyse und Auflistung im Info-Menü verwendet der Projektor HDR und erweiterten Farbraum bei Full-HD-Auflösungen nicht.

Und die Signalverarbeitung ist mit einer Bandbreite von 13,5 Gigabit statt der eigentlich erforderlichen 18Gb in Farb-Unterabtastung und Quantisierungstiefe beschränkt.

Das heißt in der Praxis: Die Farbauflösung bei UHD- und 4K-Auflösungen mit 50 oder 60 Bildern pro Sekunde (etwa von einer Spielekonsole oder entsprechenden Ultra-HD Blu-ray Discs) ist auf 4:2:0 eingeschränkt und die Helligkeit pro Pixelkomponente auf 8 Bit.

Letzteres bedeutet, dass der eine oder andere Player (oder eine Konsole) gar kein HDR ausgibt, weil dies eigentlich wenigstens 10 Bit erfordert. Dafür gibt es eine erweiterte HDMI-Einstellung, etwas versteckt im Menü, die der Quelle eine Ausgabe von 10 Bit erlaubt.

Der Flaschenhals im Datenbus aber bleibt erhalten: Es kommen nun zwar 10Bit an, verarbeitet werden weiterhin nur 8. Damit aber ist eine HDR-Darstellung oft überhaupt erst ermöglicht. Eine Krücke also, aber besser als eine Sperre. Zum Glück gibt es bei Videos von 24-30 Hertz keine derartigen Einschränkungen.

Weiterhin ist aber auch beim Sony VPL-VW360Es und beim VW260ES die entruckelnde Zwischenbild-Interpolation, bei Sony „Motion Flow“ genannt, nur bei Auflösungen bis Full-HD zuschaltbar.

Für UHD/4K bieten das erst die drei Topmodelle ab Sony VPL-VW760ES. Wer auf den aalglatten Look auch in den unteren Preisklassen steht, der braucht einen JVC.

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Sony VPL-VW360ES (Foto: R. Vogt)
Sony VPL-VW360ES: Anschlussfeld mit USB für Updates (Foto: R. Vogt)
Sony VPL-VW360ES (Foto: R. Vogt)
Sony VPL-VW360ES: Minimales Bedienfeld (Foto: R. Vogt)
Sony VPL-VW360ES (Foto: R. Vogt)
Sony VPL-VW360ES: Rückseite mit Einlässen für die Kühlluft (Foto: R. Vogt)
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Das Chassis der Projektoren ist nun schon in der vierten Generation das gleiche. Das wuchtige, aber elegant geschwungene Gehäuse bietet eine raue Oberfläche wahlweise in Matt Schwarz oder Matt Weiß. Es saugt hinten die Kühlluft an und bläst sie vorne seitlich wieder aus. Ds eierlaubt eine Positionierung nahe der Rückwand.

Das seitliche, nach innen gerückte Anschlussfeld bietet zwei gleichwertige HDMI-Eingänge, zwei Trigger-Ausgänge zur Steuerung von Leinwand, Anamorphot oder Lift. Kontrolle hat man via LAN, RS-232 oder IR-Miniklinke. Der USB-Anschluss dient Firmware-Updates.

Sony VPL-VW360ES (Foto: R. Vogt)
Sony VPL-VW360ES: die traditionelle Fernbedienung mit Leuchttasten (Foto: R. Vogt)

Die grundsätzliche Handhabung bleibt wie das Objektiv und die Fernbedienung unverändert. Letztere ist relativ groß und liegt ergonomisch in der Hand, die Tasten leuchten auf Wunsch angenehm gelb, ohne zu blenden.

In Sachen Objektiv bietet der Sony VPL-VW360Es – wie auch seine großen Geschwister – eine adaptive Iris zur Verstärkung des sequenziellen Kontrasts. Sie mindert den Lichtstrom entsprechend während dunkler Szenen.

Für Fans von CinemaScope-Leinwänden ist das Lensmemory ein unschätzbarer Komfort, denn die Linse merkt sich verträglich wiederholgenau die Einstellungen für die verschiedenen Bildgrößen und Positionen.

Beim VPL-VW260Es muss man, wenn auch komfortabel per Fernbedienung, jeden Formatwechsel manuell einstellen und auf die adaptive Iris verzichten.

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