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JVC DLA-N5B Test Aufmacherbild
JVC setzt wieder Maßstäbe: der DLA-N5B, mit diskreter 4K-Auflösung und HDR-Auto-Tone-Mapping. Erhältlich in Schwarz und Weiß. Kostenpunkt: 6.000 Euro (Foto: R. Vogt)

Exklusiv-Vorabtest: JVC DLA-N5 – Die 4K-Einsteiger-Referenz

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, mich zumindest für ein paar Stunden mit dem JVC DLA-N5B zu beschäftigen. Als kleinster unter den drei neuen JVC Projektoren nutzt er das neue, größere Chassis und die neuen D-ILA Panels, die nun echte 4096 x 2160 Pixel auflösen. Kostet das Topmodell JVC DLA-NX9 mit dem Highend-Objektiv und 8K e-shift rund 18.000 Euro, ist der DLA-N5 mit 6.000 Euro quasi die Einsteiger-Variante.

JVC DLA-N5B (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-N5B: komplett neu entwickelts Chassis und D-ILA Panels mit 4K-Auflösung (Foto: R. Vogt)

Von JVCs schon seit Jahren bewährter X-Serie erbt die Neukonstruktion aber so einiges. Das beginnt beim grundsätzlichen Aufbau und dem Konzept des Chassis.

Die Kühlluft wird durch rückseitige Gitter angesaugt und vorn neben dem Objektiv als erwärmte Abluft wieder ausgeblasen. Das geschieht durch Führungsgitter, die den warmen Luftstrom vom Lichtstrahl wegleiten, damit man keine Schlieren im Bild bekommt.

Das neue Gehäuse ist größer und eleganter geraten als das alte, kantige X-Design. Der gewonnene Platz ermöglicht einen langsameren und damit akustisch unauffälligeren Luftstrom. Beim Herumschleichen um den Projektor schien mir das Geräusch hinter und neben dem Gehäuse jedenfalls spürbar unauffälliger zu sein als bei den alten Modellen.

Direkt vorne wirkt es subjektiv gleichlaut. Ganz genau lässt sich das aber erst feststellen, wenn man bei Gelegenheit mal zwei Exemplare nebeneinander aufgestellt unter denselben Bedingungen testet.

JVC DLA-N5B (Foto: R. Vogt)
Anschlussfeld des JVC DLA-N5 mit 2x HDMI bis 4K/60p, 3D-Sender und Steuersignale plus Bedienfeld (Foto: R. Vogt)

Ein Teil der angesaugten Luft strömt nun durch ein zum Reinigen entnehmbares Filter, das zentral auf der Rückseite hinter einer Klappe steckt. Die Anschlüsse der N-Serie gleichen bisherigen X-Modellen, nur die Anordnung ist anders.

Da gibt es links eine Mini-DIN-Buchse für den Sender zur Synchronisation der 3D-Shutter-Brillen, gefolgt von zwei gleichwertigen HDMI-Eingängen, die alle aktuellen Auflösungen bis 4K/UHD mit 60 Bildern pro Sekunde (18Gps) verarbeiten.

RS-232, USB und LAN dienen der Steuerung des Projektors und Firmware-Updates. Der Trigger-Ausgang liefert 12 Volt als Schaltspannung zur Kontrolle von Lift, Leinwand oder Anamorphot-Schlitten. Das Bedienfeld ist minimalistisch, erlaubt aber die komplette Kontrolle aller Menüs und Funktionen.

Hinter der Rückwand des JVC DLA-N5 verbirgt sich eine modellgepflegte Hauptplatine, die alle Funktionen bis zur Maximalauflösung und bei allen Frequenzen erlaubt. Das gilt auch für die von vielen so geliebte Zwischenbildberechnung zur Glättung der Bewegungsdarstellung.

Bei JVC nennt man das Clear Motion Drive und es ist spürbar besser als bei bisherigen Modellen. Selbst bei kritischen Sequenzen mit chaotischen oder gar entgegengesetzten Bewegungen kam die Schaltung kaum aus dem Tritt. Alle Achtung: so kann man das nutzen.

JVC DLA-N5B (Foto: R. Vogt)
Knackig scharf: Das bewährte Objektiv des JVC DLA-N5 ist von der X-Serie geerbt (Foto: R. Vogt)

Ebenfalls aus der schon sehr lange bewährten X-Serie ist das gute und sehr flexible Objektiv. Ich wusste ja schon von früheren Tests, dass dieses Objektiv sehr scharf bis in die Ecken ist. Aber nun muss es sich mit diskreter 4K-Auflösung und daher mehr als viermal so vielen Pixeln beweisen. Und das machte es gut.

Klar, es erreicht nicht ganz die Qualität des Mega-Objektivs vom bereits getesteten großen Bruder JVC DLA-NX9B, aber es kommt doch erstaunlich nahe heran und zeichnete bis in die Ecken alle acht Millionen Pixel als klare, winzige Quadrate. Erst bei starkem Lensshift lässt die Schärfe zum Rand der Linsen naturgemäß etwas nach. So ließen sich auf Testbildern selbst Schriften mit nur wenigen Pixel Auflösung kristallklar lesen.

Absolute Messwerte der optischen Parameter spare ich mir dennoch an dieser Stelle. Denn unser JVC DLA-N5 Testgerät war – wie erwähnt – noch ein Null-Serien-Gerät – Seriennummer 0004 – und auch die Firmware erst in einem Beta-Stadium mit der Versionsnummer 0.54 – also noch lange keine 1.0. Die soll es dann mit der Auslieferung ab November 2018 geben.

HDR: beim JVC DLA-N5 automatisch und adaptiv

JVC DLA-N5B (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-N5B: neue Features zur besseren HDR-Darstellung (Foto: R. Vogt)

Ein Thema, auf das JVC seit der Einführung großen Wert legt und bei dem die Japaner mit ihren Projektoren absolute Vorreiter waren, ist die High Dynamic Range, kurz HDR.

Es wird gerne als „mehr Kontrast“ vermarktet, aber das ist eigentlich falsch. Im Grunde nutzt man nur den möglichen Kontrastumfang cleverer; das primär „bessere Pixel“ (nun 10 statt 8 Bit) wird als konventionell verwendet und vergrößert so vor allem das Farbvolumen.

Damit sind, neben größerer erreichbarer Farbsättigung (Farbraum) auch viel hellere satte Farben darstellbar, die sonst stets in die Übersteuerung gerieten. Problem: Die Norm ist für Displays in einem normal hellen Raum gedacht, nicht für Blickfeld-ausfüllende Leinwände in einem verdunkelten Raum.

Deshalb müssen einige Parameter angepasst werden, insbesondere müssen mittlere Bildhelligkeiten und Spitzlichter näher aneinanderrücken, damit der Zuschauer nicht geblendet wird. Hierzu muss man wissen, dass sich das Bild für das gängige HDR10 Format in zwei Hälften teilt: Bis 50% Signalpegel spielt sich das konventionell belichtete Bild ab.

Ab 50% Signalpegel beginnen die HDR-„Effekte“. Bis etwa 60% darf das noch großflächig sein, etwa für Gegenlicht in einem Motiv, und darüber mit maximal 10% der Bildfläche für Spitzlichter, etwa die Sonne, Reflexionen, eine Leuchtreklame in der Nacht, oder was sonst noch übersteuern würde.

...oder dynamisch anhand der Metagaten (Max CLL/FALL) automatisch anpassen (Foto: R. Vogt)
HDR-Metadaten: JVC passt nun die Helligkeitskurve an den Film an (Foto: R. Vogt)

Diese Reserve wird dynamisch über die Metadaten kontrolliert, im Grunde eine Helligkeitstabelle, die parallel zu dem Video geliefert wird. Die Metadaten enthalten Angaben, wie hell das Mastering-Display maximal leuchten konnte und wie dunkel dessen Schwarz war.

Dazwischen und für die Projektion relevant sind die Werte für die hellste Durchschnitts-Helligkeit und die maximale Spitzenhelligkeit. Max CLL und Max FALL heißen diese beiden Werte, an die sich JVCs N-Serie Projektoren erstmals automatisch anpassen. Der Fachbegriff hierfür ist Auto-Tone-Mapping, im Menü wird dies etwas unglücklich mit Automatische Dynamikkompression übersetzt.

JVC DLA-N5B (Foto: R. Vogt)
Auto-Tone-Mapping mit verschiedenen Metadaten (Foto: R. Vogt)

Ich habe mal verschiedene Metadaten eingespielt und die Reaktion des JVC DLA-N5B gemessen. An der EOTF (Gamma) sieht man eindeutig die Reaktionen des Bildes auf die unterschiedlichen Aussteuerungen.

Dabei traf das Testgerät die unterschiedlichen Grenzen sehr genau und beginnt bereits in Stellung „Aus“ mit einer leichten, gleichförmigen Aufhellung des Bildes (Messung in Grau über der Referenz in Gelb) und adaptiert dann die Werte abhängig der Daten des Films, oder hier des Testbild-Generators.

JVC DLA-N5B (Foto: R. Vogt)
JVC DLA-N5B (Foto: R. Vogt)

Um die grundsätzliche Helligkeit zu kontrollieren, gibt es den manuellen Regler Kompressionsstufe. Dieser regelt, wie in der Messung zu sehen, primär die Helligkeit des „normalen“ Bildes bis 50% Signalpegel und verändert die Spitzlichter kaum. Das ist clever und hat man es einmal verstanden, ist der DLA-N5 sehr leicht bedienbar und für einen Projektor echt innovativ.

Hier kann man nur sagen: Gratulation an die JVC-Entwickler. Einziger kleiner Wehrmutstropfen (zumindest in der Beta-Software): Mittels Gamma-EQ vorgenommene Farbkalibrierungen werden im Auto-Tone-Mapping ignoriert.

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