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KEF Reference – die komplette Übersicht

Das Gehäuse eines KEF Reference Lautsprechers ist ein Kunstwerk. Im Inneren ist ein engmaschiges Holzkonstrukt (ähnlich der B&W Matrix), das mit einem sehr festen Dämmstoff gefüllt ist – siehe auch Bild. Ich vermute in den gefüllten Säckchen ein Aktivkohle-Granulat.

Die Konstruktion der KEF Reference Lautsprecher

Schon Mitte der 1990er Jahre experimentierten die KEF-Entwickler mit „Acoustic Compliance Enhancement“ (ACE). Dahinter verbirgt sich dieses Granulat, das dem Treiber aufgrund seiner sehr porösen Struktur ein deutlich größeres Volumen suggeriert, als tatsächlich vorhanden.

Ich habe mir ACE in verschiedenen Anwendungsbereichen vorspielen lassen und es funktioniert erstaunlich gut.

Die Schallwand der KEF Reference
Das Bild zeigt den vielschichtigen Aufbau der Schallwand: Die Treiber sitzen auf noch einmal entkoppelten Ringen (schwarz), die massive Alu-Blende auf speziellen Dämpfern (gelb). Im Inneren ist die Holzmatrix zu erkennen, die das Gehäuse hochgradig versteift (Foto: S. Herx)

Eine Besonderheit der KEF Reference Modelle ist die veränderbare Bassreflex-Abstimmung. Auch Dr. Jack Oclee-Brown und George Perkins, die Leiter der KEF Akustik-Abteilung, wissen um das wichtige Zusammenspiel von Hörraum, Lautsprecher, dessen Bassabstimmung und Aufstellung.

Jedem KEF Reference Modell (Ausnahme: die Center, die sind geschlossen) liegen deshalb zwei verschieden lange Bassreflexrohre aus einer festen Kautschukmischung bei. Hat man zu viel Bass, setzt man das längere ein, hat man zu wenig, nimmt man das kürzere BR-Rohr.

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KEF Reference BR Abstimmung
Die Simulation zeigt in etwa die Wirkung der unterschiedlich langen Bassreflexrohre: das längere bedeutet tieferen Bass mit weniger Energie im Bereich um 50 Hertz, das kürzere erzeugt „mehr“, aber nicht ganz so tiefen Bass (Simulation: KEF)
Umbau der BR-Längen bei KEF Reference
Jeder KEF Reference liegen zwei unterschiedliche BR-Längen bei; der Austausch ist ausgesprochen einfach zu bewerkstelligen (Foto: J. Schröder)
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Der Klangcharakter der KEF Reference Familie

Weil sich die Mitglieder der aktuellen KEF Reference Linie so ähnlich sind, ist auch der Familien-Klangcharakter eines jeden Mitglieds sofort erkennbar. Das Klangbild aller KEF Reference Modelle ist eher warm und basskräftig – das gilt auch für die kleine R1 – gepaart mit einer überragenden Plastizität und Raumausleuchtung sowie einer hohen Dynamik und Spielfreunde.

In den oberen Lagen wirken die Reference Modelle ein wenig zurückgenommen; es zählt nicht das schnelle Spektakel sondern der lang anhaltende Genuss. Im direkten Vergleich zu Mitbewerbern im HiFi-Laden ist das erst einmal kein Vorteil, weil viele Menschen mehr Hochton mit mehr Auflösung gleichsetzen und dieses Erlebnis dann besser finden.

Aber sie liegen falsch. Die KEF Reference Modelle schaffen diese Transparenz, die man sich wünscht und bleiben dennoch dezent und völlig ermüdungsfrei. Die neue Aurum Quadral Titan, die wir kürzlich im Test hatten, ging ähnlich beeindruckend-zurückhaltend mit dem Musikprogramm um. Darüber hinaus aber kenne ich nur wenige Lautsprecher, die diesen Spagat so gut hinbekommen.

Übergreifend über alle Kriterien – Aussehen, Verarbeitung, Praxistauglichkeit, der überragend  natürliche und plastische Klang und die hohe Preiswürdigkeit – ist die KEF Reference Familie mit das Attraktivste, was im vernünftigen High End zu bekommen ist.

Kein Wunder also, dass LowBeats bei fünf Modellen gleich 3 x eine überragende Benotung vergeben hat. Dass die beiden größeren Lautsprecher (R5, R4c) „nur“ einen sehr gute Bewertung erhielten, liegt nicht an ihrer Performance – ihre Bass-Potenz war nur für alle der von uns bespielten Hörräume einfach ein bisschen zu hoch…

Wie gesagt: Für einen schnellen Eindruck haben wir den Film auf Youtube. Die Einzelbewertungen der Lautsprecher sind unter den entsprechenden Link zu finden.

Und es gibt auch noch einen sehr viel genaueren Klang-Eindruck als den aus dem Video: In unserem Soundarchiv namens Klang-Orakel findet man die wichtigen Reference Modelle, mit bester Aufnahmetechnik eingefangen im LowBeats Hörraum.

Einen guten Kopfhörerverstärker und einen guten Kopfhörer vorausgesetzt, kann man hier die Eigenheiten einer jeden Reference gut heraushören und sie mit den Modellen der Mitbewerber vergleichen. Die entsprechenden Links zum Klang-Orakel sind bei den Einzelbesprechungen angehängt.

Ein Wort noch zum Verstärker: Weil wir nun schon so lange mit den KEF Reference arbeiten und viel Erfahrung ansammeln konnten, plädiere ich für alle KEF Reference auf stabile, kräftige und nicht übermäßig „warm“ klingende Endstufen.

Mit Röhren hat keine der Reference wirklich gut gespielt, mit den Mono-Endstufen von AudioLab, AVM oder Cambridge dagegen sehr.

Und alle Surroundset-Konfigurationen, die möglich waren, klangen mit der fast hauseigenen Elektronik, dem Arcam AVR850, absolut überzeugend.

Die Einzeltests der KEF Reference Familie:
Test Reference 1: die überragende Kompaktbox, 7.000 Euro / Paar
Test Reference 3: Standbox mit Koax, ab 10.000 Euro / Paar
Test Reference 5: Koax-Standbox mit Sub, ab 14.000 Euro / Paar
Test Reference 4c: Center mit viel Bass, 6.000 Euro / Stück
LowBeats Youtube-Film zur Reference Serie von KEF

Nachhören und Vergleichen:
LowBeats Klang Orakel Lautsprecher