Auch Elac hat nun eine "smarte" Wireless-Aktivbox. Die Navis ARB-51 hat einen koaxialen Mittelhochtöner, klingt sehr herzhaft und kostet pro Paar 2.000 Euro (Foto: F. Borowski)

Test Aktiv-Kompaktlautsprecher Elac Navis ARB-51

Elac hat sich etwas länger bitten lassen. Doch nun haben auch die Kieler Boxenspezialisten einige der derzeit so angesagten „smarten“ Aktivboxen im Programm, die mehr oder minder die ganze Anlage ersetzen sollen. Bei Elac heißt diese Linie Navis. Und die kompakte Elac Navis ARB-51 (Paarpreis: 2.000 Euro) haben wir jetzt auf Herz & Nieren, vor allem aber natürlich auf Klang & Bedienung intensiv geprüft.

„All-In-One“ lautet für viele HiFi-Hersteller das Zauberwort, wenn es darum geht, neue Käuferschichten zu erobern. Insbesondere solche potentiellen Kunden, die sonst nicht viel mit dem Thema „HiFi“ am Hut haben und die einfach nur Musik in allen Lebenslagen genießen wollen, ohne sich das Haus mit telefonzellengroßen Boxen und sargähnlichen Verstärkermonstern vollzustellen. Allerdings bedeuten die scheinbar so praktischen All-In-One auch, dass man sich auf eine Friss-oder-stirb-Lösung einlässt. Wenn von der Quelle über die Verstärker bis zu den Schallwandlern alles in einer Kiste steckt, gibt es praktisch keinen Spielraum für spätere Änderungen. Kommt beispielsweise eine neue Digital- oder Streamingtechnologie auf den Markt, lässt sich diese in aller Regel nicht einfach nachrüsten. Dann muss möglicherweise das komplette System inklusive der Schallwandler ersetzt werden.

Das genaue Gegenteil davon wäre der Aufbau einer klassischen HiFi-Kette aus Einzelkomponenten für jede Aufgabe. Dieser Weg bietet maximale Flexibilität, erfordert aber auch mehr Einsatz (und entsprechend Erfahrung) bei der Auswahl möglichst gut miteinander harmonierender Komponenten und Kompromissbereitschaft aufgrund aufwändigerer Verkabelung und größerem Platzbedarf.

Mit der neuen Lautsprecherserie Navis, die zur Zeit einen Kompakt- und einen Standlautsprecher umfasst, bietet Elac einen überlegenswerten Mittelweg an. Es handelt sich bei den Navis-Boxen um Stereo-Aktivlautsprecher. Soweit nichts wirklich Außergewöhnliches. Wirft man beispielsweise einen Blick auf meinen Testkandidaten, könnte man einwenden, dass es ähnliche Boxen ja schon von KEF, Nubert und vielen anderen gibt. Ja und nein. Die Detail-Lösungen machen den Unterschied und heben die Elac Navis aus der Masse hervor.

Das Konzept der Elac Navis ARB-51

Nebenbei bemerkt: „Navis“ hat nichts mit der Kurzform für Navigationssysteme im allgemeinen Sprachgebrauch zu tun, und auch nichts mit den blauen Typen aus Avatar, sondern ist schlicht Latein für „Schiff“. Die in Kiel ansässige Traditionsfirma ELAC nutzt ja seit geraumer Zeit bevorzugt maritime beziehungsweise nautische Begrifflichkeiten für ihre Produkte, wie die Vela-Serie, was für „Segel“ (Mehrzahl) steht. „Navis“ spricht sich daher auch etwas anders, mit einem kurzen, statt einem langen „i“.

Was Insidern sofort auffällt, ist die Treiberbestückung, bestehend aus einem koaxialen Mittel-/Hochtöner, plus ein Alu-Basstreiber pro Box (beim Standmodell sind es derer drei). Nun sehen Sie sich die ARB51 mal im Vergleich zu meinen (passiven) KEF Reference 1 an:

Elac Navis B51 vs KEF Reference 1
ELAC ARB-51 neben dem Referenz-Lautsprecher des Autors, der KEF Reference 1. Beide Systeme verfügen über einen ähnlichen 3-Wege-Aufbau mit koaxialem Mittel-/Hochtöner plus Basschassis (Foto: F. Borowski)

Die Ähnlichkeiten sind gar nicht so zufällig. Die Elac Navis ARB-51 stammt aus der Feder des Wahl-Amerikaners Andrew Jones, der lange Zeit bei KEF Entwicklungsleiter war und dort den Koax (KEF Jargon: Uni-Q) eingeführt und zum zentralen Baustein einer jeden KEF gemacht hat.

Das Drei-Wege Prinzip mit Koax für Mitten und Höhen funktioniert in der KEF Reference-Serie so ausgezeichnet, dass ich die KEF 1 als Abhörmaßstab für mich angeschafft habe. Preislich liegen die Elac mit rund 2.000 Euro (aktiv!) und die KEF mit etwa 7.000 Euro (passiv!) das Paar allerdings weit auseinander. Eher vergleichbar wären im KEF-Portfolio die aktiven Streaming-Speaker KEF LS 50 Wireless (2.300 Euro), die jedoch ohne separaten Bass auskommen müssen.

Auch bei anderen Herstellern findet sich keine exakte Entsprechung zur Navis ARB-51. Entweder ist das Treiberkonzept völlig anders, oder Elektronik und Funktionen sind abweichend ausgeführt.

Zu den Merkmalen, welche die Elac Navis von anderen abgrenzen, gehört zum Beispiel das interne Verstärkerkonzept. Elac setzt hier auf die schon in dem Vollverstärker namens „EA101EQ-G“ (699 Euro) eingesetzte „BASH“ Schaltungstechnik. Die soll, vereinfacht gesagt, die Vorzüge von Class A/B (Klang) und Class D (Effizienz) miteinander vereinen. ELAC erklärt das Prinzip wie folgt:

„BASH steht für „Bridged Amplifier Switching Hybrid“. Dahinter steckt eine Verstärkertypologie, die sich aus einem Schaltnetzteil und einem Class A/B-Verstärker zusammensetzt. Das Schaltnetzteil, welches die Versorgungsspannung für den Class A/B-Verstärker bereitstellt, wird vom Musiksignal moduliert, womit realisiert wird, dass die Versorgungsspannung gerade einmal 1-2 Volt über der vom Verstärker benötigten Spannung liegt, um das Signal verzerrungsfrei wiedergeben zu können. Somit arbeitet ein BASH-Verstärker mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad als ein klassischer Class A/B-Verstärker, da deutlich weniger Verlustleistung anfällt, die in Wärme umgesetzt werden muss.“

160 W für den Tieftöner, 100 W für den Mitteltöner und 40 W für den Hochtöner stehen pro Box bereit. Per Cinch oder XLR-Eingang können analoge Eingangssignale rein analog verarbeitet werden. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Aktivlautsprechern mit Wireless-Funktion werden analoge Eingangssignale in den Navis nicht erst digitalisiert, durch einen DSP gejagt und anschließend wieder analog gewandelt. Nur wenn die Lautsprecher drahtlos angesteuert werden, kommt der interne DAC der Navis zum Einsatz. Wer schon einen hochwertigen DAC/Vorverstärker sein Eigen nennt, sollte dessen Analogausgang zum Anschluss an die Navis verwenden.

Elac Navis B51 Aufriss vorn
Das Schnittbild zeigt die soliden Wandstärken des Gehäuses. Der Mittel-/Hochtöner arbeitet auf eine eigene, abgeschlossene Kammer. Die Verstärkerelektronik ist im Gehäusefuß untergebracht (Foto: Elac)

Für drahtlose Ansteuerung verfügen die Navis-Speaker über ein integriertes AirX Funkmodul mit On-Board D/A-Wandler. Mit dem optionalen AirX² Transmitter, der sich an jede HiFi-Anlage mit analogem Hochpegelausgang anschließen lässt, kann das Signal an die ARB51 oder ihre große Schwester ARF51 gefunkt werden. Eine weitere Wireless-Verbindungsmöglichkeit bietet der neue Discovery Connect DS-C101W-G. Das ist ein LAN- und WLAN-fähiger Hub mit diversen Ein- und Ausgängen und Support für AirPlay und Bluetooth.

Die Elac Navis ARB-51 in der Praxis

An dieser Stelle wird es leider etwas verwirrend. Elac hatte früher bereits ein Funksystem namens Air-X (bitte achten Sie auf die Schreibweise). Die jetzt eingesetzten und für die Navis-Speaker erforderlichen Module werden aber zum Teil AirX² genannt und sind mit früheren Air-X Komponenten nicht kompatibel. Die teilweise noch im Handel angebotene Air-X Base kann für die Navis Lautsprecher also nicht genutzt werden. Um diesem Durcheinander zu begegnen, verzichtet Elac bei Navis auf die Bezeichnung mit „AirX“. Das optionale Funkmodul heißt daher einfach nur „Navis Transmitter“.

Elac Navis B51 AirX Transmitter
Der optionale Navis Transmitter nimmt nur analoge Eingangssignale entgegen, wandelt diese digital und funkt sie an die Speaker (Fotos: F. Borowski)

Von dieser kleinen Unstimmigkeit abgesehen, macht die Kombination aus drahtgebundener, rein analoger Wiedergabe oder kabelloser Funkverbindung die Navis-Boxen ziemlich einzigartig und lässt dem Nutzer viele Freiheiten bei der Wahl der Ansteuerung.

Diese Flexibilität wird durch die auf der Rückseite beider Speaker zugänglichen Ortsfilter noch erhöht. Der Besitzer der Elac Navis ARB-51 hat über diverse Schalter die Möglichkeit, Tiefen, Mitten und Höhen an den Raum und den Aufstellungsort anzupassen. In besonders stark bedämpften Räumen kann beispielsweise der Hochton um 1 dB angehoben, oder bei wandnaher Aufstellung der Bass um 4 dB abgesenkt werden. Weitere Schalter dienen zur Eingangswahl (RCA, XLR oder WLAN), zur Festlegung, ob der Lautsprecher den linken oder rechten Kanal wiedergeben soll (nur im Drahtlosbetrieb erforderlich) und zur Anpassung der Eingangsempfindlichkeit (GAIN).

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Elac Navis B51 Level Control
Die potenziellen Einstellmöglichkeiten der Elac Navis B51 zeigen auch die Möglichkeit einer Hochpassfilterung für die Kombination mit einem Subwoofer (Simulation: Elac)
Messung Elac Navis B51 Einzelzweige
Die Realität sieht etwas anders aus. Die Messungen der Einzelzweige machen deutlich, dass die Navis ARB-51 – bei allen Einstellmöglichkeiten – einen Hang zu kräftigen Bässen und einem eher britischen Klangbild mit leicht abfallenden Höhen hat.
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Das alles geht ganz ohne App. Elac hat bewusst darauf verzichtet, aus der Navis einen „Smart Speaker“ zu machen, bei dem ohne Unterstützung einer begleitenden App und eines Smartphones gar nichts geht. Gute Entscheidung!

Elac Navis B51 Anschlüsse
Das Anschlussfeld beider Lautsprecher ist identisch. Die Ansteuerung erfolgt analog per Kabel oder drahtlos per AirX²-Modul. Der Klang kann über Schalter für Tiefen, Mitten und Höhen an die Aufstellung und den persönlichen Geschmack angepasst werden (Foto: F. Borowski)

Und noch ein dickes Lob: Die Navis besitzen eine automatische Standby-Schaltung mit Signalerkennung. Im Betrieb leuchten an der Front der Lautsprecher nach unten gerichtete, weiße LEDs. Das reicht zur Erkennung, ist aber angenehm dezent. Man wird nicht ständig von einem in die Augen pieksenden weißen Spot genervt.

Ohne Signal schalten sich die Lautsprecher nach etwa 30 Minuten in Standby. Dabei wird die LED nicht etwa auf Rot oder eine andere Farbe umgeschaltet, sondern einfach abgeschaltet. Danke! Nicht noch ein lästiges und überflüssiges Standby-Licht. Sobald wieder ein Signal anliegt, sind die Navis binnen einer Sekunde wieder wach und spielen los.

Elac Navis B51 logo
Die Betriebsanzeige strahlt nach unten und stört im Betrieb nicht. Im Standby erlischt die Anzeige (Foto: F. Borowski)

Bei alledem soll auch die tolle Verarbeitung der Navis nicht unerwähnt bleiben. Die Gehäuse sind wahlweise in Hochglanz Weiß oder Schwarz erhältlich. Der Sockel, welcher einen Großteil der Elektronik beherbergt, ist immer in einem dezenten Grau ausgeführt. Ordentlich dicke Gehäusewände mit abgerundeten Kanten gegen akustische Beugungseffekte und die sich nach hinten leicht verjüngende Form runden das Gesamtbild zu einem stimmigen Ganzen ab.

Nachdem die Navis ARB51 auf soliden Standfüßen den Platz meiner KEF REF 1 eingenommen hatten, mit Strom versorgt und per XLR mit dem Exogal Comet DAC/Vorverstärker verbunden wurden, mussten die Speaker gleich einen Härtetest bestehen.

Hörtest

Es mag zwar merkwürdig anmuten, aber wenn ich neue Lautsprecher zum Test bekomme, nutze ich diese – auch wenn Sie zuvor schon eingespielt wurden – die ersten ein oder zwei Tage erst mal nur für TV-Ton, bevor ich meine Musik-Favoriten auf sie loslasse. TV ist zwar keine audiophile Tonquelle, eignet sich aber bestens, um beispielsweise die bekannte Stimme der Tagesschau-Sprecher, immer wiederkehrende Jingles oder Vorspann-Melodien für die grobe Einordnung des Klangcharakters zu nutzen. Man hört sofort, in welchen Bereichen sich die Speaker von den bestens bekannten Referenz-Lautsprechern unterscheiden.

Doch obwohl beide Lautsprecher konstruktive Ähnlichkeiten aufweisen, bedeutet das keineswegs große klangliche Gemeinsamkeiten. Gut, hier und da sind schon gewisse Charakterzüge erkennbar, die sich beide teilen. Beispielsweise die gute Ablösung des Klangs von den Gehäusen und das akustisch gute Timing, welches auf die Koax-Treiber zurückzuführen ist. Auch ihr homogenes Abstrahlverhalten teilen sich die beiden. Außerhalb des Stereodreiecks fällt das Klangbild nicht gleich wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Ansonsten liegen aber doch Welten zwischen den zwei Konzepten. Und das ist angesichts des Preisunterschiedes auch nicht verwunderlich. Es wäre daher nicht wirklich fair, ausführlich zu beschreiben, wo die KEF (am Exogal Comet und Ion PowerDAC) die kleinen Elacs überall abledern. Zumal die REF 1 auch ein gänzlich anderes Volumen mit deutlich größerem Tieftöner aufweisen.

Elac Navis B51 auf Ständer
Trotz Ortsfilter sollten die Navis, wenn möglich, auf soliden Standfüßen mit etwas Abstand zu den Wänden positioniert werden. Nur so kann sich das Klangbild optimal entfalten (Foto: F. Borowski)

Lassen Sie mich stattdessen die Besonderheiten der Navis ARB51 in ihrer Preisklasse hervorheben. Denn davon hat sie reichlich zu bieten. Da wären zunächst ihre dynamischen Qualitäten. Die ARB51 klingen weitaus erwachsener, als ihre physische Erscheinung vermuten lässt. Bei gehobenen bis lauten Pegeln zaubern die Navis eine überzeugende Klangbühne vor den (im Stereodreieck sitzenden) Zuhörer. Zwar nicht mit der beeindruckenden Tiefe und Trennschärfe der KEFs, aber in den Dimensionen doch sehr realistisch.

Der Bass reicht bis knapp 40 Hz hinab. Tatsächlich können die ARB-51 in diesem Aspekt Lautsprecher wie die KEF LS 50 Wireless, die ohne dedizierten Basstreiber auskommen muss, übertrumpfen. Allerdings ist die Grundabstimmung für meinen Geschmack im mittleren bis oberen Bass etwas zu kräftig gewürzt, was feinere Geschmacksnoten etwas überdeckt. Wenn beispielsweise in dem Song „R.E.M“ von Ariana Grande (Album Sweetener) die Bassline von einem relativ klar definierten Pumpen plötzlich mittels Phasen-Effekt auf einen eher diffusen Effekt wechselt, wirkt das in Neutralstellung über die Elac nur noch brummig und übertrieben.

Ariana Grande „Sweetener"
Ariana Grande Sweetener  (Cover: Amazon)

Erst durch Absenkung um 4 dB wird annähernd der umhüllende sonore Ton erreicht, den ich an dieser Stelle von den KEF gewohnt bin. Auch sonst gewinnt das Bassspektrum durch die Absenkung deutlich an Authentizität. Entweder zielt Elac mit der Basiseinstellung auf ein eher jüngeres oder weniger HiFi-erfahrenes Publikum ab, das einfach mehr Kawumm erwartet, oder es soll bei niedrigeren Pegeln für einen gewissen Loudness-Effekt sorgen. Oder beides. Aus meiner Sicht klingen die ARB51 mit der -4 dB Einstellung im Bass deutlich natürlicher, ohne dabei zu sehr an nötiger Bassenergie zu verlieren. Natürlich hängt das auch von der Aufstellung ab, aber bei meiner Positionierung auf Stands mit ausreichend Wandabstand hätte ich in Normalstellung einen neutraleren und besser definierten Bass erwartet.

Mitten und Höhen kommen in der Grundeinstellung in meinem auf mittlere Nachhallzeit optimierten Hörraum klar und entspannt rüber. Vielleicht sogar eine Spur zu relaxed. Mit der Anhebung der Mitten um 1 dB wird das Klangbild zwar spritziger und anspringender, bei höheren Pegeln aber auch etwas anstrengender. Hier muss jeder für sich und seinen Raum die optimale Einstellung finden. Bei mir blieben Mitten und Höhen am Ende in Neutralstellung. In Puncto Feinauflösung und zartem Hochtonschmelz gefallen mir nicht nur die KEF, sondern auch Elacs waschechte Kieler Produkte mit JET-Hochtöner noch eine Schippe besser. Die Treiber der Navis entsprechen weitgehend denen der passiven Lautsprecherserie UNI-FI.

Nachdem die richtige Einstellung gefunden war, überzeugte die ARB51 mit für diese Preisklasse sehr ordentlichen Gesamtqualitäten. In Teilbereichen empfand ich (aus der Erinnerung heraus) die KEF LS 50 Wireless als noch etwas musikalischer und vor allem in der Abbildung holografischer – was in noch größerem Maße auch auf meine REF 1 zutrifft. Aber die Elacs bieten, nach Absenkung des Basspegels, ein stimmiges Gesamtbild mit mehr Körperhaftigkeit und Pop-Qualitäten, was sie nicht nur beim konzentrierten Hören im Stereodreieck zu einer echten Unterhaltungsmaschine macht.

Navis ARB-51: das Fazit

Wenn ich heute mit einem Budget zwischen ca. 2-3.000 Euro vor dem Kauf eines Musiksystems stehen würde, wären die Elac Navis ARB-51 weit oben auf meiner Kandidatenliste zu finden. Jedenfalls weit vor jeder Single-Box-Lösung. Kombiniert mit einem ordentlichen DAC/Vorverstärker plus ggf. einen Streamer wie den Elac Discovery Music Server ergibt sich damit eine moderne Kette, deren Geräteaufwand und Verkabelung sich in Grenzen hält und deren Klang jedes All-In-One Lautsprechersystem weit in den Schatten stellt.

Ich persönlich würde die Lautsprecher per Kabel mit einem guten DAC verbinden. Das klingt eindeutig besser, als die Funkverbindung per AirX²-Modul. Wem es jedoch nicht auf den letzten Feinschliff ankommt, der ist mit der Drahtlosverbindung immer noch ausgezeichnet bedient. Das Gute ist: bei den Elacs hat man die Wahl, ohne Kompromisse eingehen zu müssen, wenn analoge Verbindung gewünscht ist.

Und noch etwas macht die Elac Navis für mich so sympathisch, nämlich dass sie nicht zwanghaft auf „Smart“ getrimmt sind. Nur weil es hip ist, alle möglichen Gadgets mit seinem iPhone oder per Stimme steuern zu können, ist das noch längst nicht immer praktisch. Die Elac Navis ARB-51 funktionieren auch ganz ohne Netzwerkverbindung, verschließen sich der Möglichkeit zur drahtlosen Ansteuerung und Einbindung in ein Multiroom-System aber auch nicht.

Elac Navis ARB-51
2019/06
Test-Ergebnis: 4,3
SEHR GUT
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Erwachsener, sehr lebendiger Klang aus kompakten Speakern
Gute Verarbeitung und hohe Materialqualität
Funkmodul und DAC integriert, Ortsfilter zur Klanganpassung
In Grundeinstellung zu kräftiger Bass

Vertrieb:
Elac Electroacustic GmbH
Fraunhoferstraße 16
24118 Kiel
www.elac.de

Paarpreis (Hersteller-Empfehlung)
Elac Navis ARB-51: 2.000 Euro
Navis Transmitter: 150 Euro
Discovery Connect: 450 Euro

Die Mit- und Gegenspieler im Test:
Familientest KEF Reference-Serie
KEF LS 50 Wireless: die geniale Aktivbox
Test Exogal Comet und Ion PowerDAC

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Test aktiver Nahfeld-Monitor Elac AM-200
Test DAC-Vollverstärker Elac EA101EQ-G
Test Netzwerkspieler-Controller Elac Discovery DS-S101-G

Autor: Frank Borowski

Frank Borowski
LowBeats Experte für Schreibtisch-HiFi und High End kennt sich auch mit den Finessen der hochwertigen Streaming-Übertragung bestens aus. Zudem ist der passionierte Highender immer neugierig im Zubehörbereich unterwegs.