Test Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost 2017
Vor allem die Anlage hat richtig Qualm: Ford Fiesta mit B&O Play macht viel Spaß für wenig Geld (Foto: S. Varga)

Test Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play: Freude am Feiern

Wo kriege ich nur eine blonde Perücke her? Um die Story zum Fahrtest des Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play Premium Sound irgendwie aufzuhübschen, gingen mir sämtliche Klischees durch den Kopf, die ich mit dem zu sechzig Prozent von Frauen bevorzugten Bestseller verbinde. Selbstverständlich fiel mir dazu auch Rallye-Legende Ken Block ein, der ebenfalls gerne Fiestas zum Driften verwendet. Doch mit dieser Fiesta-Version war trotz erfolgreich absolvierter Rallye-Schule Drift & Drive bei Uwe Nittel nicht einmal an eine kleine Hommage an den Großmeister zu denken.

Schließlich fand ich eine kreative Klammer. Köln, wo ich den mintgrünen Fünftürer abholte, liegt auf Spritztour-Distanz zum Nürburgring. Warum nicht zum Mittagessen in der Pistenklause vorbeischauen? Die gehört der Familie der Ring-Königin Sabine Schmitz („Speedbee“), die ihre Rennsportkarriere mit dem Gesamtsieg im Ford Fiesta Cup 1992 auf Touren brachte.

Die Idee fand Beifall beim Beifahrer. Der verantwortliche Entwickler für das Sound-System von B&O Play Stefan Varga begleitete mich bei der Ausfahrt, weil wir beschlossen hatten, dass es besser wäre, die System-Details live auf der Straße zu erörtern als im Konferenzraum.

Für Varga erforderte es auch nicht viel Mut, sich nebendran zu setzen: Der Ford Fiesta 1,0-l-EcoBoost verfügte lediglich über 100 PS aus einem Liter Hubraum – und ein wenig sportliches 6-Gang-Automatik-Getriebe. Für den kleinen Ford stellte die Ausfahrt aber den ultimativen Härtetest dar. Um das Gute mit dem Nützlichen zu verbinden, nutzte ich nämlich meinen Testwagen Porsche 718 Cayman S mit der Burmester-Anlage als Transportmittel von Stuttgart nach Köln, um dabei gleich wertvolle Praxiserfahrungen mit dem Mittelmotor-Sportwagen für meinen Bericht sammeln zu können.

Test Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit BeoPlay Sound
Das BeoPlay System des Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost besitzt sogar einen Center-Speaker, um die Hörbühne über dem Armaturenbrett zu stabilisieren (Foto: S. Schickedanz)

Dadurch waren meine Ohren fast 400 Kilometer weit 821 Watt ausgesetzt, mein Popometer 350 PS, die nicht mal 1.400 Kilogramm zu schleppen hatten. Für die Bandscheiben bedeutete der Umstieg von der flachen, harten Rennsemmel auf den rund 4 Meter langen Kleinwagen zunächst mal etwas Entspannung. Der Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost ist komfortabel abgestimmt, wirkte aber niemals schwammig. Schnell stand für mich fest, dass man der Presse doch noch trauen kann. Bisher hatte ich immer nur gelesen, dass Ford tolle Fahrwerke bauen kann.

Klassenbester Motor trifft Top-Sound

Selbst der bis zum Geht-nicht-mehr downgesizete 3-Zylinder-Turbo-Benziner machte seinen zahlreichen internationalen Auszeichnungen als Klassenbester alle Ehre. Ich hatte nicht das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen. Gerade beim Mitschwimmen im Verkehr wirkte das auf äußerste Sparsamkeit gezüchtete Aggregat richtig erwachsen.

Womit ich allerdings gar nicht gerechnet hatte: Auch die Bremsen überzeugten mich durch gute Verzögerung bei einer nicht erwarteten Standfestigkeit und ordentlichem Druckpunkt. Schließlich darf man nicht vergessen, dass der zuvor gefahrene Porsche nicht nur üppig dimensionierte Brembo-Bremsen – meiner liebsten „Spaß-Bremse“ – besitzt, sondern durch seine Gewichtsverteilung und die geringere Bauhöhe gegenüber dem kleinen Ford massiv im Vorteil war.

Test Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play Sound
Mittagessen in der Pistenklause am Nürburgring – adäquater Auslauf für den Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost (Foto: S. Schickedanz)

Nicht falsch verstehen, man kann die beiden grundverschiedenen Fahrzeuge, zwischen denen auch preislich Welten liegen, nicht einmal im Ansatz vergleichen. Aber die Erwähnung soll verdeutlichen, vor welchem Hintergrund der neue Fiesta bei mir bestehen musste. Man darf ja auch nicht vergessen, dass man auch aus dem Motor meines Alltagsfahrzeugs drei Fiesta-Triebwerke machen könnte und ich es schon gerne zügig angehen lasse.

Deshalb hielt ich selbst vor der Ausfahrt schon die Luft an, denn Ford hatte mir einen ganz normalen Fünftürer ohne irgendwelche auch nur im Ansatz sportlichen Accessoires gegeben. So rechnete ich schon mit dem Schlimmsten für meine Art von Erlebnisbericht, wurde aber angenehm enttäuscht.

Der kleine Kölner – er läuft tatsächlich dort vom Band – bereitete einem, ich zögere nicht vor dem Gebrauch des Wortes, Gourmet, der in Sachen Leistung ein Gourmand ist, durchaus ein gerütteltes Maß an Fahrfreude.

Daran hatte – und das war nach dem stationären Hörtest in Kopenhagen nun keine Überraschung mehr – das Sound-System einen entscheidenden Anteil. Sagen wir so: Seine Performance war dermaßen gut, dass der Fiesta sich nur Patzer verkneifen musste, um eine gute Bewertung nach Hause zu fahren.

Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost: Drei Zylinder und 675 Watt für ein Halleluja

Vor allem durfte er nicht mit den Lebensäußerungen seines winzigen Triebwerks der Musikwiedergabe in die Quere kommen. Das gelang ihm sehr überzeugend. Zwar war er das, was Shakespeare in MacBeth einen Zweideutler nannte: Er befördert das Verlangen und dämpft das Tun. Soll heißen, wenn du ihn nicht forderst, erweckt er den Anschein, vor Kraft zu strotzen. Doch wehe, wenn du dich davon anstacheln lässt, dann kommt nicht mehr viel.

Diese Charakteristik ist für einen zeitgemäßen Stadtflitzer äußerst adäquat, aber ziemlich diametral zum Porsche 718, mit dem ich zur Probefahrt gekommen bin. Gerade die im Testwagen verbaute 6-Gang-Automatik dämpfte sportliche Ambitionen. So konnte an diesem Auto rein gar nichts dem richtig amtlichen Sound-System die Schau stehlen.

Die 10 Lautsprecher und ihre 675 Watt-Verstärkerleistung genossen meine volle Aufmerksamkeit. Und wenn eine Frage aufkam, konnte ich gleich den Entwickler auf dem Beifahrersitz fragen. Dazu musste ich nicht Dänisch lernen. Stefan Varga ist Österreicher und arbeitet in Köln. Harman, offizieller Lizenznehmer von B&O Play für den Automotive-Sektor, hat dort seine Entwicklungskapazitäten rund um Ford ganz in der Nähe des Werks gebündelt. Denn die seit kurzem mit Samsung verbundene Marke hat mit Ford noch viel vor.

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Test Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play Sound: Lautsprecher-Verteilung
10 Lautsprecher inklusive Center und Subwoofer mit 20-cm-Tieftöner und Doppel-Schwingspule holen Oberklasse-Klang in einen Kleinwagen (Foto: S. Schickedanz)
Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mIt B&O Play: Subwoofer-Tieftöner
Der stattliche, grundsolide 20er-Tieftöner des Subwoofers hat eine Doppelschwingspule für hohe Belastbarkeit und großen, gleichmäßigen Hub (Foto: S. Schickedanz)
Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost: B&O Einbau-Lautsprecher
Neun Lautsprecher bedeuten viel Aufwand für einen Kleinwagen wie den Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost (Foto: S. Schickedanz)
Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play: Class-D Verstärker
Der kompakte Class-D-Amp hat reichlich Power. Die Systemleistung des B&O Play Surround-Systems liegt bei 675 Watt (Foto: S. Schickedanz)
Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play: Koaxial-Mittelhochtöner
Für Hinterbänkler gibt es Koaxial-Mittelhochtöner (Foto: S. Schickedanz)
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Seit der Bekanntgabe der Kooperation mit dem Autobauer geht es Schlag auf Schlag. Den Anfang machte der Bestseller, zum Jahresende kommt noch der neue Lifestyle-SUV Ford EcoSport dazu, den wir in Kürze ebenfalls unter die Lupe nehmen werden.

Damit ist die Kooperation zwischen Ford und Sony ein Auslaufmodell. Noch 2015 berichteten wir über den Ford Mondeo Vignale mit Sony-Sound, doch  jetzt will Ford als exklusiver Partner von B&O Play im Automobilbereich sein Profil schärfen.

Die Zeitenwende beginnt nicht umsonst mit dem beliebten Kleinwagen. Mini hat vorexerziert, dass die Verbindung aus Premium-Ausstattung und Kleinwagen perfekt in die Zeit passt (abgesehen davon, dass die Minis mit jedem Modellwechsel immer größer werden).

Da trifft sich gut, dass ich den aktuellen Mini Cooper S mit seinem Harman Kardon System bereits für LowBeats getestet habe. Schließlich war dessen äußerst gelungenes Sound-System die Benchmark für die Entwickler. Der Mini kommt auf 400 Watt, verteilt auf 12 Lautsprecher. Außerdem hat er die genialen Zentralbässe unter den Sitzen statt der üblichen Subwoofer im Kofferraum – das heißt, wenn überhaupt Bass-Module zum Einsatz kommen. Viele geben sich nämlich mit reinen Türbässen zufrieden. Ein Unterfangen, dem gerade im Kleinwagensegment durch Bauraum und Stabilität der Türverkleidungen enge Grenzen gesetzt sind.

Um da mitzuhalten, betrieb Ford gerade in Sachen Subwoofer großen Aufwand. Das großzügige Kunststoffgehäuse füllt die gesamte Reserveradmulde des Fiesta aus und beherbergt einen 20-cm-Tieftöner mit großem Magneten und verwindungssteifem Metallkorb. Sein Doppelspulen-Antrieb wird aus zwei der insgesamt 9 Verstärkerkanäle gespeist.

Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play: Subwoofer mit 20-cmTieftöner
Reserven für die Anlage, kein Reserverad: Der Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost hat einen amtlichen Subwoofer mit großem Gehäuse und 20-cm Tieftöner mit solidem Metallkorb (Foto: S. Schickedanz)

Im Bass ist der Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play also gut gewappnet, was die Räumlichkeit betrifft, verspricht er sogar Vorteile gegenüber dem Mini. Er bietet nämlich richtigen Surround-Sound statt Stereo für hinten und vorne. Dieses Konzept führte nämlich beim bayerischen Briten zu frequenzabhängigen Sprüngen in der Abbildung. Der Fiesta verfügt dagegen über eine stabile Bühnenabbildung, die mancher ausgewachsenen Limousine gut zu Gesicht stünde.

Die einzelnen Stimmen und Instrumente lassen sich breit aufgefächert vorne über dem Armaturenbrett des Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost orten. Zudem kann man für diese Klasse erstaunlich tief in den imaginären Raum hineinhören und kriegt viele Details wie Verstärkerbrummen bei manchen Live-Aufnahmen mit.

Dazu kommt eine vorbildliche Neutralität, die jedoch nicht zu Lasten des Spaßfaktors bei elektronischer Pop-Musik geht. Mit dem Fiesta lässt sich also auch Party machen. Weil der Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost ein Auto für junge Leute ist, probierte ich mal aus, was passiert, wenn jemand nach dem Disco-Besuch die Bässe voll reindreht. Das System verkraftete diese Tortur selbst bei hohen Lautstärken sehr souverän und neigte auch nicht zum Dröhnen.

„Kein Wunder, dass das System Spaß macht, ich bin schließlich Österreicher“, kommentierte Stefan Varga trocken. Im folgenden Gespräch stellte sich nebenbei heraus, dass er auch noch Drummer mit reichlich Studio-Erfahrung ist. Statt der üblichen audiophilen Aufnahmen, die Entwickler gewöhnlich mit sich herumschleppen, spielte Varga vom USB-Stick eigene Einspielungen mit seiner Band. Varga versicherte: „Also wenn etwas auf der Anlage richtig gut klingt, dann Schlagzeug. Das ist mein Instrument!“

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B&O Play Sound: Touchscreen
Via 8-Zoll-Touchscreen lassen sich die Einstellungen des B&O Play Sounds leicht vornehmen (Foto: S. Schickedanz)
B&O Play: Einstellungen
Wer den Bassregler des 3-Band-Equalizers voll reindreht, kriegt trotz fettem Sound keine Probleme mit der Belastbarkeit (Foto: S. Schickedanz)
 BeoPlay Sound: Apple CarPlay
Apple CarPlay und Android Auto werden vom Entertainment und Kommunikations-Paket für den Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost unterstützt, zu dem auch das B&O Play Premium-Sound-System gehört (Foto: S. Schickedanz)
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Dabei zeigte sich einmal mehr, dass der Subwoofer´, unterstützt von großzügigen 16-cm-Tiefmitteltönern in allen vier Türen, einen tollen Job machte. Und Varga hatte nicht zu viel versprochen: Der Kick der Drums stimmte, die Musik hatte Drive und Seele. Dabei kam der Bass zwar nicht ganz tief in den Keller, hatte aber den nötigen Punch und bot viel Präzision.

Auch die Playlist von meinem iPhone, das sich über USB anbinden und via AppleCar-Play auf dem hoch angebrachten 8-Zoll-Touchscreen bedienen ließ, machten richtig Spaß. Entspannt und gut gelaunt erreichten wir das Ziel.

Lediglich der Motor des Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost wurde mit Autobahntempi jenseits der 160 km/h und zügigem Kurvenschwingen auf der verwinkelten Landstraße gefordert. Dass er dabei einen guten akustischen Eindruck hinterließ, spricht für die Eco-Boost-Motoren von Ford. Das Aggregat klang vergleichsweise sonor und ließ nur vereinzelt auf seine 3-Zylinder-Konstruktion schließen, was Sound und Schwingungen betraf.

Nach dem Essen in der Pistenklause zeigte sich, dass der seltene Umstand, mit einem Porsche 718 Cayman S zum Test eines Kleinwagens anzureisen, keine Widersprüche befördert, sondern Gemeinsamkeiten. Wenn du im Porsche sitzt, erscheinen dir die ganzen vom Werkstuner aufgepimpten Sportlimousinen der anderen süddeutschen Premiummarken mit einem Mal nur albern. Ist euch mal aufgefallen, dass man einige dieser vorläufigen Höhepunkte des Wettrüstens mit ihren bis zu 600 PS in der Werbung nur noch quer mit qualmenden Hinterrädern abgelichtet sieht?

B&O Play Sound: Tiefmitteltöner
Die Tiefmitteltöner in den vorderen Türen des Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost haben immerhin 16 cm Durchmesser. Das ist nicht nur mehr als im direkten Rivalen Mini Cooper, sondern auch mehr als beim BMW 7er (Foto: S. Schickedanz)

Besser kann man Übermotorisierung, Überfluss und Ressourcenverschwendung kaum auf den Punkt bringen. Immerhin machen die Zuffenhausener so einen Quatsch nicht mal mit ihrem Panamera mit – was ich ihnen hoch anrechne. Diese große Limousine macht eben auch selbst in der „kleinen“ Ausführung mit „nur“ 440 PS einen Heidenspaß.

Spontan entschloss ich mich mit dem totalen Gegenteil eines hinterradgetriebenen 600-PS-Boliden zu einer entlarvenden Protestaktion auf einem der leeren Nürburgring-Parkplätze: Drifteinlagen mit qualmenden Hinterrädern. Mit einem 100-PS-Fronttriebler! Der Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost hat zwar keine Leistung, aber er hat im Gegensatz zu den für die meisten Besitzer nur über umfangreiche elektronische Fahrhilfen beherrschbaren Dumm-Dumm-Geschosse noch eine richtige Handbremse. Und mein Österreicher ist leidenschaftlicher Fotograf, wenn er gerade mal nicht an Sound-Systemen tüftelt.

Ladies & Gentlemen, we proudly present den virtuellen Hinterradantrieb. Die Methode hatte ich mit meinen eigenen beiden Minis dermaßen kultiviert, dass ein Freund, der sogar in der Fahrzeug-Erprobung eines bekannten Premium-Herstellers arbeitet, auf einer verschneiten Straße wirklich darauf hereinfiel. Doch diesmal sitze ich in einem Vernunftauto, das ich gerade erst übernommen habe.

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Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play Sound
Trotz seiner weichen Abstimmung bietet der Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost ein agiles, sicheres Fahrverhalten (Foto: S. Varga)
Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play Sound
Unser Autor konnte sich eine Persiflage auf die Werbung gewisser Sportlimousinen mit Teilzeit-Hinterradantrieb nicht verkneifen. Die qualmenden Reifen kommen allerdings von der Handbremse. Der Ford Fiesta hat nämlich Frontantrieb (Foto: S. Varga)
Stefan Varga vom Harman Entwicklunszentrum für Ford in Köln
Stefan Varga ist für das B&O Play Sound-System im Ford Fiesta verantwortlich. Er arbeitet im Harman Entwicklungszentrum in Köln, das für Ford eingerichtet wurde. Der leidenschaftliche Fotograf schoss auch die Fahraufnahmen vom Fiesta bei unserer Testfahrt (Foto: S. Schickedanz)
Autotester und Autor Stefan Schickedanz
Erlebte Freude am Feiern im Fiesta: Autor Stefan Schickedanz ist sonst mit deutlich mehr PS unterwegs, doch gerade auch die großartige Anlage lässt ihn sichtlich strahlen (Foto: S. Varga)
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Diese absurde Intervention brachte den Durchbruch für meine Story: Erstens bekam ich trotz knapper Zeit und biederem Fünftürer ohne die schicke Vignale-Ausstattung ein paar spektakuläre Bilder. Zweitens muss ich bekennen, dass sich Fahrwerk und Handling abgesehen von der komfortbetonten weicheren Abstimmung und der fehlenden, bei der Leistung aber nicht erforderlichen mechanischen Differenzialsperre, durchaus nicht hinter meinen einstigen knochenharten Minis verstecken brauchen.

Auf dem kurzweiligen Rückweg nach Köln wuchsen meine, an die vielfache Motorleistung sowie schnelle Schaltvorgänge gewöhnte Fahrweise mit den Möglichkeiten des 1-Liter-Aggregats und seinem (im Vergleich zum Porsche Direktschaltgetriebe PDK oder meiner eigenen 8-Gang-ZF-Automatik behäbigen) Drehmomentwandler nahtlos zusammen. Durch die Methode, direkt nach dem Bremsen vor engen Spitzkehren in der malerischen Eifellandschaft voll aufs Gas zu gehen, lag die nötige Leistung zum flotten, flüssigen Herausbeschleunigen genau am Scheitelpunkt an.

Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play Sound
Den Nürburgring ersparte unser Tester dem Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost – oder sich selbst, denn der Kleinwagen hatte nur 100 PS und ein Komfortfahrwerk zu bieten. Ein Foto mit der Nürburg musste aber sein (Foto: S. Schickedanz)

Untermalt vom angenehmen Motorgeräusch und Songs wie „I Feel It Coming“ von The Weeknd  (feat. Daft Punk, Album: Starboy) oder „Thunder“ von den Imagine Dragons  bot der Ritt im praktischen Fiesta erstaunlich viel Fahrspaß. Das ist etwas, das mit modernen Sportwagen innerhalb der STVO kaum möglich ist und genau genommen schon eine Rennstrecke erfordern würde.

Als wie den Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost am späten Nachmittag wieder auf dem Ford-Parkplatz abstellten, bereitete der Bordcomputer eine letzte Überraschung, die aber durchaus ins rundum positive Bild passte. Obwohl der kleine Motor mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h auf der Autobahn und hoher Leistungsabfrage in Folge digitaler Fahrweise auf verwinkelten Landstraßen ständig bis an seine Grenzen gefordert wurde, fing er nicht an zu trinken: Knapp über 7 Liter Superbenzin sind ein Wert, den ich mit dem kleineren, spartanischeren und zudem bei 150 km abgeregelten Smart fortwo auch nicht unterbieten konnte.

Fazit Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play Premium Sound System

Mit dem neuen Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost macht Ford einen riesigen Schritt in die richtige Richtung. Sein Cockpit wirkt übersichtlich und hochwertig zugleich, keine Spur mehr von den früheren Knöpfchen-Feldern im Space-Look. Der in zwei Größen lieferbare zentrale Touchscreen ist höher angebracht als die Pendants von VW, sein Sprachassistent taugt etwas, auch wenn man etwa bei der Eingabe von Navi-Zielen nicht nach Belieben in freien Sätzen sprechen kann wie in einigen Premium-Autos. Aber hey, der Fiesta fängt auch bei unter 13.000 Euro an und das B&O Play ist Teil umfangreicher Ausstattungspakete mit allem Drum und Dran.

Zwar gibt es im gegenwärtigen Programm noch kein Pendant zum rund 200 PS starken, sportlich knackigen Mini Cooper S. Mit den kleineren 3-Zylindern der Briten kann der Ford Fiesta es aber als komfortable, preisgünstige Alternative durchaus aufnehmen, wenn man nicht auf verspieltes Innenraum-Design und charismatischen Auftritt steht. Sein Sound-System spielt sich mit seiner breiten, stabilen Bühnen-Abbildung in dieser Klasse an die Spitze, auch wenn wir den Mini in den Höhen noch etwas spritziger in Erinnerung haben. Zu anderen Kleinwagen wie dem Nissan Micra mit seinem günstigen, aber weniger ambitionierten Bose-Audio-System fällt der Sprung in Sachen Sound sogar richtig deutlich aus.

Der berühmte erste Schritt für Ford mit seinem neuen, exklusiven Partner B&O Play ist zugleich ein neuer Meilenstein in diesem immer heißer umkämpften Fahrzeugsegment. Aus Freude am Fahren ist der Mini in seinen Top-Ausführungen für uns immer noch der Größte unter den Kleinen. Neben der Freude am Sparen bietet der B&O-Play-Fiesta mit seinem 5-Sterne-Klang aber einen triftigen Grund zum Feiern.

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Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost mit B&O Play Surround
2017/11
Test-Ergebnis: 4,7
ÜBERRAGEND
Bewertung
Anlage
Auto
Fahrspass

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Homogene Klangabstimmung, hervorragende Räumlichkeit, satter Bass, Top-Bedienung
Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis
Sparsamer Antrieb mit guten Manieren, tolles Fahrwerk und prima Bremsen
 Wenig sportliche Fahrleistungen

Preis (Herstellerempfehlung): Ford Fiesta 1.0-l-EcoBoost ab 13.000 Euro, das B&O Play Premium Sound System ist Bestandteil diverser umfangreicher Infotainment-Pakete ab ca. 1.500 Euro Aufpreis

Vertrieb:
Ford Werke GmbH
Henry-Ford-Str. 1
50735 Köln
www.ford.de

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