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McIntosh MX122 von vorn
McIntosh MX122 AV-Vorverstärker im Retro-Look, aber mit neuester Video- und Decodertechnik. 8.990 Euro (Foto: R. Vogt)

Test McIntosh MX122: High End AV-Vorstufe mit 3D Audio

Mit dem Namen McIntosh verbindet der routinierte deutsche Hifi-Fan coole Retro-Optik und klassischen Verstärkerbau, vielleicht sogar mit Röhren. Weniger durchgedrungen ist hierzulande, dass die New Yorker auch Pioniere in Sachen Multiroom und vor allem Heimkino sind. Bei McIntosh gab es schon vor rund 25 Jahren THX-Geräte und Laserdisc-Spieler. In dieser Tradition steht der McIntosh MX122. Er ist aktuell die „kleine“ AV-Vorstufe im Programm.

McIntosh MX122
McIntosh MX122 (Foto: R. Vogt)

Die gläserne Front verrät bereits in gelben Logos, dass im Inneren ein hochmoderner Kern steckt, mit allem, was man heute im Heimkino und für hochwertige Musikwiedergabe erwartet. Die vier SHARK-DSPs des von D&M (Denon & Marantz) stammenden Prozessorboards sind potent genug, um neben allen Standard- und High-Definition-Decodern auch Immersive Audio per Auro-3D, Dolby Atmos und DTS:X zu verarbeiten.

Streamingplayer und Internetradio sind selbstverständlich und die zwei Antennen bringen Bluetooth und WLAN mit AirPlay an Bord. Wem das alles bekannt vorkommt, hat Recht: das Motherboard mit Video- und Decodertechnik stammt von Marantz. Der Rest, inklusive der kompletten Analogtechnik, ist ein echter McIntosh.

McIntosh MX122 Front Display
McIntosh MX122 Ansicht im dunklen Kino (Foto: R. Vogt)

Was natürlich insbesondere im Heimkino zum Tragen kommt, ist die Lightshow, die den McIntosh so unverwechselbar macht. Cooler geht es nicht. Immerhin das zweizeilige Matrixdisplay lässt sich dimmen. Auch die Fernbedienung lässt sich durch eine Taste an der typischen Daumenposition (eines Rechtshänders) illuminieren.

Sie sieht auf dem ersten Blick der Marantz-Fernbedienung ähnlich, ist aber etwas anders belegt. So gibt es beispielsweise neben der bei beiden vorhandenen Info-Taste (die am Bildschirm aktuelle Audio-Informationen einblendet) beim Mac die Taste „Status“, die neben Audio-Infos bei Musik auch durch die Metadaten wie Interpret, Album Titel, Dateiformat et cetera leitet – und zwar direkt auf dem Frontdisplay. Praktisch, wenn man zum Musikhören keinen Fernseher einschalten möchte.

McIntosh MX122 Rückansicht
McIntosh MX122, voll bestückt mit XLR-Ein- und Ausgängen, Phono und 7×3 HDMI (Foto: R. Vogt)

Die Anschluss-Vielfalt des McIntosh MX122

Die Rückseite protzt mit einer gigantischen Zahl vergoldeter Buchsen. Auffällig viele analoge Audio- und Video-Quellen finden hier gleichzeitig Kontakt, darunter auch noch bis zu drei HD-fähige Component-Videoquellen. Sieben HDCP2.2 entschlüsselnde HDMI-Eingänge und drei -Ausgänge sollten ebenfalls für große Anlagen reichen.

Immerhin ein symmetrisches, analoges Eingangspaar steht den 13 XLR-Ausgängen gegenüber. Per Cinch gibt es einen analogen 7.1-Eingang und 15 Vorverstärkerausgänge. Worauf McIntosh verzichtet, sind Fronteingänge. Das gilt auch für einen Analogtuner. Kein Wunder, UKW ist in den USA de facto ausgestorben. Dafür gibt es einen bestens sortierten Internetradio-Service. Was manch einen eher schmerzen könnte, ist McIntoshs Verzicht auf einen Kopfhöreranschluss.

McIntosh MX122 On-Screen-Display Lautsprecherkonfigurationen
McIntosh MX122 On-Screen-Display: Lautsprecherkonfigurationen (Foto: R. Vogt)
McIntosh MX122 Mikrofon-Stativ
Mit im Karton: ein ausgewachsenes Mikrofon-Stativ zur Audyssey-Einmessung (Foto: R. Vogt)

Konfiguration und Kalibierung

In der Konfiguration, Kalibrierung und alltäglichen Handhabung tut die Abstammung der Signalplatine aus der Großserie gut. Alles funktioniert geschmeidig, wie von modernen AV-Receivern gewohnt und die Menüs sind ergonomisch, aufgeräumt und anschaulich. Auto-Kalibrierung und Raumkorrektur erfolgen beim McIntosch MX122 per Audyssey MultEQ XT32.

Dazu liegt das übliche Plastikmikrofon mit langem Kabel bei, das per Miniklinke rückseitig eingesteckt wird. Professionell: In der riesigen Verpackung des Mac gibt es einen ebensogroßen, flacheren Karton, der ein vollwertiges Mikrofonstativ preis gibt. Vorbildlich, denn damit erfasst man die Eigenschaften des Raumes und nicht nur die Resonanzfrequenz der Sofalehne.

McIntosh MX122 Streamingplayer
McIntosh MX122 Streamingplayer im Webmenü (Foto: R. Vogt)

Löblich und in diesem Falle auch wichtig, weil es keine App gibt: Das Webmenü. Auf jedem Webbrowser im gleichen Netzwerk lässt sich die komplette Bedienoberfläche aufrufen. Die Bedienung ist so ausgelegt, dass sie auch per Touchscreen und auf Mobilbrowsern uneingeschränkt funktioniert.

Insbesondere das Musikstreaming gelingt so angenehm anschaulich und flott, egal, ob man den Browser vom Computer, Tablet oder Smartphone verwendet. Und: Via Webmenü lässt sich ein Backup der Konfiguration der gesamten Maschine sichern und gegebenenfalls zurück spielen.

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