Nubert nuPro Aktivlautsprecher-Familie
Aktivlautsprecher-Familie Nubert nuPro, Stückpreis von 285 bis 1.265 Euro. (Foto: J. Schröder)

Familientest Nubert nuPro Aktivboxen – die Übersicht

Auf der High End 2009 als Prototyp vorgestellt und im Jahre 2011 am Markt eingeführt, existiert die Nubert nuPro Aktivboxen-Familie nunmehr in ihrer dritten Generation.

Ursprünglich bestand sie aus nur zwei Modellen – den beiden kompakten Aktivlautsprechern nuPro A-10 und nuPro A-20. Die aber waren derart erfolgreich, dass die Nubert nuPro Familie mittlerweile auf nicht weniger als neun Mitglieder angewachsen ist.

In aufsteigender Reihenfolge sind dies die kompakten Zweiwege-Aktivlautsprecher nuPro A-100, A-200 und A-300, gefolgt von der schon ziemlich großvolumigen, noch gerade als Kompaktlautsprecher durchgehenden Dreiwege-Aktivbox nuPro A-600.

Zur Standlautsprecher-Zunft gehören dagegen die Dreiwege-Aktivboxen nuPro A-500 und A-700, während die beiden Soundbars nuPro AS-250 und AS-450 als highfidele Unterbauten für Flatscreen-TVs gedacht sind.

Last but not least gehört zur nuPro Familie auch der Aktiv-Subwoofer AW-350, der sich vornehmlich als Tiefton-Unterstützung für die Zweiweg-Monitore A-100, A-200 und A-300 anbietet.

Größenvergleich A-100 und A-700
Alles nuPro oder was: Die nuPro Aktivlautsprecher-Familie von Nubert deckt von der winzigen Desktop-Box A-100 (links) bis hin zur stattlichen Standbox A-700 fast jede Größenklasse ab (Foto: J. Schröder)

Die grundsätzliche Entscheidung „nuPro oder Contra“ fällt nicht schwer, denn ausgelegt als Aktiv-Lautsprecher kann die gesamte nuPro Familie komplett auf externe Voll- oder Leistungsverstärker verzichten.

Durch ihre universellen Anschlussmöglichkeiten für analoge und digitale Tonquellen können sich die nuPros sogar direkt mit den entsprechenden Zuspielern verbinden, sodass nicht mal ein Vorverstärker oder DAC-Preamp zum Musikhören erforderlich ist – Tonquelle anschließen und los geht’s.

Was die Entscheidung für ein bestimmtes Modell angeht, so gilt für die recht umfangreiche Nubert nuPro Familie zum einen „für jeden etwas“, zum anderen aber auch „die Qual der Wahl“.

Daher empfahl sich das nuPro Familienportrait für LowBeats als ideales Pilotprojekt für unsere neu gestalteten Lautsprecher-Familientests. Zunächst mal sind nun alle Lautsprecher des Familientests in einer gemeinsamen Playlist im LowBeats Klang Orakel zusammengefasst, so dass man ihre Klangprofile per Mausklick direkt miteinander vergleichen kann.

Darüber hinaus gibt es eine Premiere zu feiern: Erstmals bei diesem Test gelangt unser neues Lautsprecher-Messverfahren zum Einsatz, auf dessen Basis wir konkrete Empfehlungen für den oberen, HiFi-gerechten Lautstärkepegel aller getesteten Lautsprecher geben können – eine ideale Entscheidungshilfe also bei einem Familientest. Die genauen Angaben dazu finden Sie in der Übersichtstabelle unten.

Mit Ausnahme der beiden Soundbars nuPro AS-250 und nuPro AS-450, die wir bereits vor einiger Zeit getestet haben und die einer anderen Produktgruppe angehören, haben wir daher die gesamte nuPro Familie zusammengetrommelt – obwohl wir bereits einige Familienmitglieder (neben den Soundbars die A-500 und die A-600) im Einzeltest hatten.

Nubert nuPro Familie: Konzept und Technik

Zunächst mal zeichnen sich die nuPro Aktivlautsprecher in ihrem Umfeld durch ein echtes Alleinstellungmerkmal aus: So verfügen alle Modelle über ein frontseitiges Bedienungs-Panel mit Cursortasten-Kreuz nebst einem gut lesbaren und sehr hellen Display zur Statusanzeige.

Damit ersparen sie ihrem Besitzer beim Einrichten das übliche, lästige Gefrickel mit Taschenlampe und Pinzette an auf der Boxenrückseite befindlichen Mini-DIP-Schaltern (Mäuseklavieren).

Darüber hinaus lassen sich die Schlüsselfunktionen wie Standby, Tonquellenwahl, Lautstärkepegel und Klangbalance bei allen nuPro Modellen über einen mitgelieferten IR-Fernbedienungsgeber auch vom Hörplatz aus einstellen.

Vorwärts Zurück
Display
Augenfälligstes Ausstattungsmerkmal aller nuPro Lautsprecher ist das frontseitig angeordnete Bedienpanel mit Cursortastenkreuz und dem sehr gut lesbaren Display – hier bei der Nubert nuPro A-600 (Foto: J. Schröder)
Infrarot-Fernbedienung
Jedem nuPro Lautsprecher liegt diese kleine, dennoch handliche Infrarot-Fernbedienung bei. Außer dem System-Setup beherrscht sie alle wichtigen Einstellungen (Foto: Nubert)
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Fallen Gehäusegröße, Chassis-Anzahl- und Durchmesser sowie Verstärkerleistung bei den nuPro Mitgliedern recht unterschiedlich aus, so zeigen sich alle Modelle – der Subwoofer nuPro AW-350 natürlich ausgenommen – hinsichtlich Anschluss- und Konfigurationsmöglichkeiten bis auf geringe Abweichungen identisch.

Wenn es also das passende Modell für Ihre jeweilige Anforderung ist, kann man ungestraft selbst zum kleinsten Modell nuPro A-100 greifen, ohne Abstriche hinsichtlich Connectivity oder Bedienungskomfort machen zu müssen: Das nennen wir kundenfreundlich.

Möglich macht das eine gemeinsame, im Hause Nubert entwickelte Elektronikplattform, die sich alle nuPro Modelle teilen. Bei ihr erfolgt die Signalaufbereitung mittels einer digitalen Signalprozessor-Einheit. Diese ist zuständig für die Aktiv-Weiche, also die Frequenzbereichsaufteilung vor den Lautsprecherchassis sowie deren aktive Frequenzgangkorrektur (Entzerrung). Darüber hinaus dient sie auch als Rechenzentrum für die Lautstärkeeinstellung sowie die bei allen Modellen vorhandenen Bass- und Höhensteller.

Zweiter elementarer Funktionsbereich der nuPro Plattform sind die Leistungsverstärker in Class-D-Schaltungstechnik. Es gilt: Zweiwege-nuPros enthalten zwei, Dreiwege-Lautsprecher dagegen drei Leistungsendstufen.

Und je nach Modell fallen diese zwar unterschiedlich kräftig aus (genauere Angaben sind bei den jeweiligen Einzeltests zu finden), gemeinsam ist ihnen jedoch eine konstruktive Besonderheit: Sie verarbeiten die von der DSP-Sektion angelieferten Musiksignale auf direktem digitalem Wege, was eine qualitätsmindernde D/A-Wandlung überflüssig macht.

Der Vorteil dieser Methode äußert sich vor allem in einem exzellenten Rauschabstand – ein kritischer Aspekt bei Aktivboxen, besonders bei geringen Hörabständen.

Anschlussterminal
Allen nuPro Modellen gemeinsam ist auch das rückseitige Anschlussfeld mit Eingängen für analoge und digitale Tonquellen – hier bei der nuPro A-300 (Foto: J. Schröder)

Einigkeit herrscht bei den nuPro Modellen auch in Sachen Anschlussmöglichkeiten. Das gilt sogar im wahrsten Wortsinn: Jede einzelne Box verfügt über das gleiche, vollausgestattete Anschlussfeld. Somit lassen sich die nuPros nicht nur als Paar, sondern auch einzeln oder im Verbund als Kette betreiben.

Nubert nuPro Anschluss-Vielfalt mit Wireless-Optionen

Die gewünschte Betriebsart lässt sich dabei in der Menü-Option „Setup“ festlegen, wobei im Pair-Modus (Stereo-Wiedergabe) gilt: Die linke Box übernimmt die Master-Funktion. An sie werden alle Tonquellen angeschlossen – egal, ob analog oder digital.

Für die rechte Box ist dann ebenfalls der Pair-Modus zu wählen: Sie erhält ihr Signal verlustfrei via (beigepacktem) S/P-DIF-Signalkabel über den Link-Ausgang der Master-Box. Einmal verlinkt, gehorchen nun beide den Kommandos der IR-Fernbedienung.

Von Haus aus bieten alle nuPro Modelle Eingänge für eine analoge sowie drei digitale Tonquellen. Im Digitalbereich steht ein koaxialer sowie ein optischer S/P-DIF-Eingang zur Verfügung, wobei beide Abtastraten bis maximal 96 Kilohertz verarbeiten – dieser Wert entspricht übrigens auch der nuPro internen Sampling-Frequenz.

Als dritter Digitaleingang dient ein USB-B-Anschluss: Der beschränkt sich zwar auf Abtastraten von maximal 48 Kilohertz, musiziert dafür aber dank Class-Compliant-Modus mit allen erdenklichen Quellen, die USB-Tonsignale ausgeben können.

Recht geschickt löste Nubert auch das Thema Drahtlos-Anbindung. Obwohl von Haus aus nicht nativ Wireless-fähig, lassen sich die nuPros mit optional erhältlichen Zusatzmodulen passend zum vorhandenen Zuspieler erweitern.

Aktuell verfügbar sind Empfangsmodule für die proprietäre, in CD-Qualität übertragende Funkstrecke (nuFunk), des Weiteren für Bluetooth-Quellen (blueLino) sowie Apple oder WLAN-Zuspieler (AirLino).

Eigens zur Stromversorgung solcher extern anschließbarer Empfängermodule ist die aktuelle Generation aller nuPro Aktivlautsprecher mit einer rückseitigen USB-A-Buchse versehen, die die erforderliche Betriebsspannung von 5 Volt bereitstellt.

nuFunk-Modul
Wireless optional: Alle nuPro Lautsprecher lassen sich mit extern erhältlichen Modulen für Bluetooth- Airplay- oder das proprietäre nuFunk System (im Bild) erweitern. Die Stromversorgung erfolgt dabei über eine zusätzliche 5V-USB-A-Buchse (Foto: Nubert)

Um auch mit solchen Tonquellen zu harmonieren, die nur eine geringe Signalspannung am Ausgang abgeben (beispielsweise portable CD-Spieler oder ältere PC-Soundkarten), ist der Analogeingang der Nubert nuPro Serie mit 300 Millivolt (-10dBV) relativ empfindlich ausgelegt.

Eine automatisch arbeitende Verstärkungseinstellung sorgt dafür, dass der interne Analog/Digital-Wandler stets im optimalen Pegelbereich angesteuert wird: Zum einen bewirkt das einen guten Störabstand, zum anderen werden Übersteuerungen dadurch sicher vermieden.

Auch in diesem Punkt hat Nubert bei der aktuellen nuPro Generation nachgelegt: Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen lässt sich die automatische Verstärkungseinstellung im Setup-Menü nunmehr deaktivieren – sehr nützlich für alle Anwender, die ihre Lautsprecher mit kalibriertem Lautstärkepegel betreiben möchten, beispielsweise nach dem K-System von Mastering-Ikone Bob Katz.

Ein letztes, gemeinsames Merkmal schließlich betrifft das optische Erscheinungsbild: Alle nuPro-Modelle sind ausschließlich im seidenmatten Schleiflack-Finish Schwarz oder Weiß erhältlich.

Nubert nuPro Familie: Geschickt gestaffelt

Bei der nuPro Familie ist die gebotene Qualität keine Frage von Preis und Größe der Lautsprecher. Egal, ob Mini-Monitor nuPro A-100 oder Standbox-Schwergewicht nuPro A-700: In Sachen Look & Feel herrscht absoluter Gleichstand.

Da das wie schon beschrieben ebenso für Ausstattung und Technik gilt, kann man bei der Modell-Auswahl also bedenkenlos die räumlichen und akustischen Gegebenheiten des geplanten Umfeldes als Entscheidungsgrundlage heranziehen – was beim Kauf von Lautsprechern ohnehin der klanglich sinnvollste Weg ist.

Eine Größe ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig – nämlich die akustische Reichweite von Lautsprechern. Für diese gilt: Je pegelfester ein Lautsprecher, desto größer seine akustische Reichweite (näheres zu diesem spannenden Thema finden Sie in unserem Hintergrundbeitrag zur neuen Multiton-Messung).

Die Pegelfestigkeit von Lautsprechern wird ursächlich bestimmt durch ihr Verzerrungsverhalten. Darum haben wir eben dieses bei den nuPro Modellen mit unserer neuen Multiton Messmethode untersucht. Die Ergebnisse haben wir auf der nächsten Seite in zwei Slide Shows aufgeführt, und zwar absteigend von größtem (nuPro A-700) zu kleinstem Modell (nuPro A-100).

Seite 1    Nubert nuPro Familie: Hintergrund, Konzept, Technik, Anschlüsse
Seite 2    Messungen, Modell-Übersicht und -Vergleich, Klang, Fazit, Bewertungen, Einzeltests

Autor: Jürgen Schröder

Jürgen Schröder
Tonmeister, Mess-Chef und technische Gewissen von LowBeats. Kümmert sich am liebsten um Wissens-Themen, Kopfhörer und den spannenden Bereich zwischen Studio und HiFi.