T+A Pulsar R20 Aufmacher2
Die T+A Pulsar R20 ist die schönste Box aus dem T+A Programm und nun – dank üppiger Preissenkung – für deutlich unter 1.000 Euro pro Paar zu haben (Foto: H. Biermann)

Kauftipp der Woche: T+A Pulsar R20

Man wird keinem deutschen HiFi-Hersteller zu nahe treten, wenn man aus diesem Zirkel zwei Marken als besonders strahlkräftig herausstellt: Burmester in Berlin und T+A in Herford. Beide repräsentieren „High End Made in Germany“ noch ein bisschen stärker als die anderen, meist erheblich kleineren Manufakturen. Doch anders als die Nobel-Schmiede aus Berlin bieten die Herforder auch highendige Produkte an, die für einen breiten Kreis von Musikfreunden erschwinglich sind. Darunter fallen beispielsweise die Lautsprecher der Pulsar-Serie, die nicht nur bei LowBeats als das Hübscheste gelten, was T+A je im Schallwandlerbereich angeboten hat. Als wir die kleine T+A Pulsar R20 im Test hatten (Februar 2018), kostete sie noch sehr reelle 1.400 Euro pro Paar. Nun haben die Hifi Profis in Darmstadt die letzte Charge der hübschen 2-Wege Kompaktboxen aufgekauft und bieten sie zum verführerischen Preis von 900 Euro pro Paar an. Wir würden sagen: ein superber Kauftipp…

T+A Pulsar R 20 Abdeckung
Die T+A Pulsar R20 im LowBeats Wohn-Hörraum: ein hübscher, aber elegant dezenter Lautsprecher. Mit Abdeckung fällt er fast gar nicht mehr auf (Foto: H. Biermann)

Die Idee der T+A Pulsar R20

Auf eines kann man sich bei T+A unbedingt verlassen: Die Produkte sind technisch und verarbeitungsmäßig immer erstklassig. Und das gilt auch unbedingt für diesen „Einsteiger-Lautsprecher“ der Herforder. Was bedeutet: das Lack-Finish ist perfekt, die Schallwand ist frei von hässlichen Schrauben und die Seitenwangen sind hübsch geschwungen. Wie die T+A Schreiner das hinbekommen? Sie nehmen einfach 30 mm starke Platten für die Seitenwände und fräsen die Rundung heraus – ein hoher Aufwand.

T+A Pulsar R 20 Shape
Die Form der Pulsar ist elliptisch. Das sieht gut aus und verbessert den Klang, weil die Seitenwände unterschiedlich dick sind und die Resonanzen so besser verteilt werden (Foto: H. Biermann)

Da hat man zwar im Inneren ausschließlich parallele Wände (erhöht die Gefahr stehender Dröhnwellen), aber weil die Wände unterschiedlich dick sind, werden deren Resonanzen besser verteilt. Auch das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

T+A Pulsar R20 Farben
Das Lack-Finish ist edel: die im Preis gesenkte T+A Pulsar R20 ist in zwei Farben (Hochglanz Schwarz und -Weiß) zu haben (Foto: T+A)

Für die Bestückung der 2-Wege-Box bediente sich T+A Lautsprecher-Entwickler Jochen Fabricius aus der deutlich teureren Talis-Serie. Rein optisch sehen die Treiber jedoch aus, als seien sie speziell für die Pulsar gemacht; vor allem die feine Prägung der Aluminium-Membranen korrespondiert sehr elegant mit dem noblen Pulsar-Design.

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T+A Pulsar R 20 Tweeter
Die 25 Millimeter große Hochtonkalotte ist aus sehr steifem Magnesium und durch die sternförmige Prägung versteift und bedämpft (Foto: H. Biermann)
T+A Pulsar R 20 Tiefmitteltöner
Die Größe des Tiefmitteltöners mit 15 cm Durchmesser ist allgemein eher selten. Er wurde der großen Schwester ST 20 entliehen, für die R20 aber sehr viel tiefbasstauglicher ausgelegt (Foto: T+A)
T+A Pulsar R 20 Anschluss
Ein Single-Wiring-Anschluss mit soliden Kontakten sorgt für besten Anschluss (Foto: H. Biermann)
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Wer mehr über das technische Konzept der T+A Pulsar R20 lesen möchte, der sei hier noch einmal auf unseren recht umfangreichen Test verwiesen. Wir hatten die R20 (wie fast alle Test-Lautsprecher) über mehrere Wochen in der Redaktion und konnten so alle erdenklichen Aufstellungs-Varianten und Verstärker-Kombinationen ausprobieren. Punkt Eins: Die kleine Pulsar ist von ihrer Impedanz und der Phasenlage weitgehend anspruchslos. Das heißt: Sie ist auch mit kleineren Verstärkern problemlos zu betreiben. Punkt Zwei: Sie macht sich auf dem Ständer weit vor der Rückwand natürlich sehr gut. Doch ein echter Vorteil ist, dass die R20 im Bass-/ Grundtonbereich so trocken und präzise abgestimmt ist, dass man sie ohne Reue auch ins Regal (sie trägt das „R“ für Regal ja auch im Namen) oder auf das Sideboard stellen kann. Und zwar ohne, dass sie im Bass zu mächtig klingt; dies ist nicht bei allen Kompaktboxen so.

Klangliches…

Schon in den ersten Sekunden macht die R20 klar, dass sie eine waschechte T+A ist: Das Klangbild ist sehr lebendig und minimal hell abgestimmt – genau richtig für eine Position auf dem Sideboard oder im Regal. In der Testphase erzielten wir seinerzeit beste Ergebnisse mit dem Magnat Röhrenhybrid RV4 und dem Rega Brio 2017. Doch vor allem der Magnat ist vor dem Hintergrund der Preissenkung im Verhältnis natürlich deutlich zu teuer. Nach den Testerfahrungen der letzten Wochen würde ich dieses Sonderangebot heute entweder mit dem Cambridge Audio CX61 oder dem ebenfalls gerade recht günstig angebotenen Rotel A11 kombinieren. Bei beiden bekommt man sehr viel Klang fürs Geld. Und beiden passen bestens zur günstigen T+A.

Denn wenn alles passt, kann man mit diesem Lautsprecher wunderbar Musik hören. Die Abbildung in die Tiefe ist bei anderen Lautsprechern dieser Größen- und Preisklasse häufig ausgeprägter, Stimmen und Holzinstrumente müssen ohne schönfärberischen Beiklang auskommen, welchen viele Kompaktboxen gern den Aufnahmen beimischen. Aber diese nüchterne Stringenz der T+A hat eben auch was: Vor allem ihre Antrittsschnelligkeit und Genauigkeit sind verblüffend. Kleine Jazz-Ensembles zelebriert sie mit all den feinen Details, auch impulsive Elektropop-Aufnahmen bekommen mit ihr viel Drive. Das macht echt Spaß.

Der Bass ist – wie gesagt – eher trocken und nicht unendlich tief abgestimmt. Warum auch? Es ist eine Kompaktbox. Und doch ist sie weitaus pegelfester, als man dem Schönling zugestehen würde. So ist es bei T+A: Technisch, und das gilt hier auch für die Belastbarkeit, ist das immer erste Sahne.

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Die Pulsar R20 im LowBeats Wohnhörraum – hier neben der Receiver Legende Onkyo TX-2500 aus dem Jahre 1977. Klanglich passte das übrigens besser, als ich gedacht hätte… (Foto: H. Biermann)

Fazit T+A Pulsar R20

Kauftipp der Woche Quad Artera PlayDie T+A R20 ist das, was man von T+A erwarten darf. Ein toll gemachter Kompaktlautsprecher, erstklassig verarbeitet und wunderbar offen und präzise klingend. Bemerkenswert ist die ausgesprochen attraktive Formsprache, die bewusste Abstimmung auf die Nische hin (nämlich für den Einsatz in Rückwandnähe) sowie ihre erstaunliche Pegelfestigkeit. Richtig kombiniert, bekommt man mit diesem Lautsprecher sehr viel hübsches HiFi für gar nicht so viel Geld.

Das war unser Fazit aus dem Test vom Februar 2018. Dem müsste man eigentlich nichts hinzuzufügen. Eigentlich. Denn mit dem Angebot von den Hifi Profis Darmstadt muss es jetzt heißen: Richtig kombiniert, bekommt man mit diesem Lautsprecher sehr viel hübsches HiFi zum extrem günstigen Kurs. Um einen Vergleich aus dem Automobilbereich zu bemühen: Mercedes Qualität zum Chevrolet-Preis. Zuschlagen!

T+A Pulsar R20
2020/10
Test-Ergebnis: 4,8
Überragend
Bewertungen
Klang-Potenzial
Wert-Beständigkeit
Preis/Leistung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Neutral-präziser, frischer Klang
Exzellente Verarbeitung
Unkompliziert bei der Aufstellung
Unkompliziert in der Kombination mit Verstärkern

Angebot:
HiFi-Profis Darmstadt
Grafenstraße 29
64283 Darmstadt
06151 17 100
www.hifi-profis-da.de

Aktionspreis (zeitlich begrenzt):
T+A Pulsar R20: 900 Euro (Paar)

Technische Daten

T+A Pulsar R20
Konzept:2-Wege Bassreflex
Besonderheit:Impedanz-linear
Anschluss:Single Wiring
Bandbreite:40 – 30000 Hz
Farben:Hochglanz Schwarz und -Weiß
Abmessungen (H x B xT):
30 x 19 x 30 cm
Alle technischen Daten
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Autor: Holger Biermann

Holger Biermann
Chefredakteur mit Faible für feinste Lautsprecher- und Verstärkertechnik, guten Wein und Reisen: aus seiner Feder stammen auch die meisten Messe- und Händler-Reports.