Familientest Nubert nuPro Aktivboxen – die Übersicht

Die folgende Slide Show zeigt die jeweiligen Verzerrungsspektren in 1 Meter Abstand bei gleichem Schalldruckpegel von 94 dBspl, was einen direkten Vergleich aller nuPro Modelle untereinander erlaubt.

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Nubert nuPro A-700 tnd nohp 94
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-700 bei 94dBspl/1m: Auch bei gehobener Lautstärke geringe IM-Verzerrungen selbst im Bassbereich (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-600 tnd nohp 94
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-600 bei 94dBspl/1m: IM-Verzerrungen bei gehobener Lautstärke auf ähnlichem Niveau wie bei nuPro A-700, jedoch mit etwas anderer spektraler Verteilung (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-500 tnd nohp 94
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-500 bei 94dBspl/1m: Auch bei gehobener Lautstärke insgesamt noch geringe IM-Verzerrungen. Der Bassfrequenzgang ist nicht so tiefreichend, verläuft aber linearer als bei nuPro A-600 und A-700 (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-300 tnd nohp 94
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-300 bei 94dBspl/1m: Bei gehobener Lautstärken sichtbarer Anstieg der IM-Verzerrungen im Bereich 600 Hz bis 2kHz, verursacht durch den bei 2-Wege-Konstruktionen im Bassbereich erforderlichen Membranhub (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-200 tnd nohp 94
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-200 bei 94dBspl/1m: Bei diesem Pegel liegen die IM-Verzerrungen speziell im Bereich 600 Hz bis 2kHz bereits oberhalb des Grenzwertes, verursacht durch den bei 2-Wege-Konstruktionen im Bassbereich erforderlichen Membranhub (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-100 tnd nohp 94
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-100 bei 94dBspl/1m: Bei diesem Pegel liegen die IM-Verzerrungen im gesamten Bereich zwischen 100 Hz und 2kHz bereits deutlich über dem hörbaren Grenzwert, unter anderem verursacht durch den bei 2-Wege-Konstruktionen im Bassbereich erforderlichen Membranhub (Diagramm: J. Schröder)
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Anders dagegen die Diagramme der nachfolgenden Slide Show: Sie dokumentieren das „Großsignalverhalten“ der jeweiligen Lautsprecher bei einem Schalldruckpegel in 1 Meter Abstand, bei dem die resultierenden Verzerrungsprodukte klanglich gerade noch tolerierbar ausfallen.

Der dabei herrschende Schalldruckpegel, „empfohlener oberer Schalldruckpegel“ genannt, findet sich jeweils unter dem Diagramm im Bildtext.

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Nubert nuPro A-700 rul nohp 105
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-700 beim empfohlenen, oberen Schalldruckpegel (105dBspl/1m): Die hörbare Verzerrungsgrenze wird zunächst bei 800 Hz, dann im Bassbereich unterhalb von 100 Hz erreicht (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-600 rul nohp 102,6
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-600 beim empfohlenen, oberen Schalldruckpegel (103dBspl/1m): Die hörbare Verzerrungsgrenze wird bei 800 Hz, im Bassbereich bei 150 Hz erreicht (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-500 rul nohp 98,3
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-500 beim empfohlenen, oberen Schalldruckpegel (98dBspl/1m): Die hörbare Verzerrungsgrenze wird im Bassbereich bei 65 Hz erreicht (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-300 rul nohp 96
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-300 beim empfohlenen, oberen Schalldruckpegel (96dBspl/1m): Die hörbare Verzerrungsgrenze wird zuerst im Bereich 1000 bis 2000 Hz erreicht (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-200 rul nohp 88
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-200 beim empfohlenen, oberen Schalldruckpegel (88dBspl/1m): Die hörbare Verzerrungsgrenze wird zuerst im Bereich von 1500 Hz erreicht (Diagramm: J. Schröder)
Nubert nuPro A-100 rul nohp 84
Intermodulationsspektrum Nubert nuPro A-100 beim empfohlenen, oberen Schalldruckpegel (84dBspl/1m): Die hörbare Verzerrungsgrenze wird breitbandig im Frequenzbereich 150 bis 2000 Hz erreicht (Diagramm: J. Schröder)
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Was diese Diagramme genau besagen und wie man sie interpretiert, haben wir in diesem Beitrag zum neuen Messverfahren beschrieben.

Für den Nubert nuPro Familientest sind zunächst mal die Schalldruckpegel-Angaben unter den obigen Diagrammen von Bedeutung.

Zum schnellen Überblick seien die jeweiligen Werte aller nuPro Lautsprecher für den empfohlenen oberen Schalldruckpegel hier noch einmal in der Übersichtstabelle zusammengefasst.

Nubert nuPro ModellA-100A-200A-300A-500A-600A-700AW-350
 Bass-Bestückung1 x 12 cm 1 x 15 cm 1 x 18 cm 3 x 12 cm 1 x 22 cm 2 x 18 cm1 x 18 cm
max. Hörabstand (Freifeld) 1,8 m 2,8 m 7 m 9 m 16 m 20 m k. A.
 Maximalpegel84 dBspl 88 dBspl 96 dBspl 98,3 dBspl 102,6 dBspl 105 dBspl k. A.
 Abmessungen (H x B x T) 27 x 16,5 x 16,5 cm33 x 19,5 x 19,5 cm 37 x 22,5 x 27,5 cm 98 x 17 x 17 cm60 x 26,4 x 32 cm 110 x 22,5 x 27,5 cm39 x 24 x 24 cm
 Paarpreis 570 Euro 690 Euro 1.050 Euro 1.790 Euro 1.970 Euro2.530 Euro 445 Euro (Stück)

Der Vergleich lässt unmittelbar erkennen: Der größte Lautsprecher, die nuPro A-700, kann am lautesten spielen. Oder andersherum ausgedrückt: mit den geringsten Verzerrungen bei gegebenem Schalldruckpegel.

Hierbei geht es also weniger darum, welche nuPro den meisten „Alarm“ macht – im Blickpunkt steht vielmehr folgender wichtiger physikalischer Zusammenhang: Der Schalldruckpegel nimmt umgekehrt proportional mit zunehmender Entfernung zur Schallquelle ab (reziprokes Abstandsgesetz 1/r).

Für die Praxis bedeutet das: Mit der Nubert nuPro A-700 kann man selbst aus mehr als 10 Metern Entfernung Musik ohne klangtrübende Verzerrungen bei komfortablem Lautstärkepegel genießen.

Bei der nuPro A-100 hingegen sollte man sich für ein vergleichbares Lautstärkepegel- und Verzerrungsniveau nicht viel weiter als etwa 2 Meter von ihr entfernen.

Eine nuPro A-700 lässt sich also bedenkenlos auch mal zur Beschallung der Gartenparty auf die Terrasse stellen, wohingegen die nuPro A-100 ideale Voraussetzungen für einen Schreibtisch-Arbeitsplatz, zum Beispiel für eine Desktop-Anlage rund um den PC mitbringt.

Wichtig dabei: Alle Angaben beziehen sich auf einen unverzerrten Soll-Schalldruckpegel von 79 dBspl am Hörplatz unter Freifeldbedingungen. Das ist zu Hause am Hörplatz immer noch ganz schön laut…

Vor diesem Hintergrund kann man nur sagen: Alle Achtung – ist doch den Nubert Entwicklern eine nahezu perfekte Skalierung der nuPro Modellreihe gelungen. Wie die Messungen zeigen, findet sich da tatsächlich Passendes für jeden Anwendungsfall.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die einzelnen Modelle keine individuellen Eigenheiten aufweisen – welche das sind, haben wir ausführlich in den Einzeltests beschrieben.

Klangeigenschaften

Bei einem solch umfangreichen Testfeld wie diesem stellt sich natürlich die Frage, ob sich die nuPro Modelle durch eine Art „Familienklang“ auszeichnen. Auf jeden Fall – den haben sie alle bereits in ihren Genen, beziehungsweise den verwendeten Chassis.

Egal, ob Tieftöner, Mitteltöner oder Tiefmitteltöner: Alle hier vorgestellten nuPros verwenden hierfür ausschließlich Tief- und Mitteltöner mit Polypropylen-Membran, während als Hochtöner durchweg Ferrofluid-gekühlte Driver mit Kalottenmembran aus Seidengewebe zum Einsatz gelangen.

Die für die Nubert nuPro Familie verwendeten Membranmaterialien sind allgemeinhin bekannt für Resonanzarmut und ausgeglichene Übertragungseigenschaften, was ein breitbandiges, unverfärbtes Klangbild ohne aggressiven Touch erwarten lässt.

Unterstützt wird dies durch die bei allen nuPro Speakern verrundet ausgeführten, seitlichen Gehäusekanten: Unerwünschte Schallreflexionen, die Frequenzgangwelligkeiten im Mittelhochtonbereich verursachen, werden hierdurch minimiert.

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Mittteltöner
Der 12 Zentimeter große Tiefmitteltöner aus der nuPro A-100 arbeitet mit einer Polypropylen-Membran. Er kommt auch als einer von drei Tieftönern in der nuPro A-500 zum Einsatz (Foto: H. Biermann)
Nubert nuPro A-600 tweeter
Der Ferrofluid-gekühlte Hochtöner, bestückt mit einer 25-Millimeter-Seidengewebekalotte, wird mit Ausnahme der kleinen A-100 von allen nuPro Modellen verwendet – hier im Bild bei der nuPro A-600 (Foto: J. Schröder)
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Besonders bei den drei Kompakt-Monitoren nuPro A-100, A-200 und A-300 offenbart sich jedoch noch ein weiterer familientypischer Charakterzug: Bei einer gegebenen Gehäusegröße kann der Entwickler beim Abstimmen entweder in Richtung Pegelfestigkeit oder aber Basstüchtigkeit tendieren.

Wie die Messwerte zeigen, entschieden sich die Schwaben bei den nuPros für letzteres, nämlich möglichst tiefreichender Frequenzgang auch bei geringem Gehäusevolumen. Das lässt selbst von den kleinsten Familienmitgliedern einen vollreifen, vergleichsweise basstüchtigen Klang erwarten, während es mit den größeren Modellen schon richtig tief in den Basskeller hinabgeht.

Dass die den nuPros vorhersagbaren Klangeigenschaften denn auch voll zutreffen, kann man im LowBeats-Klang Orakel mit eigenen Ohren nachvollziehen: Eigens für die nuPro Familie haben wir eine Playlist erstellt, die den direkten Hörvergleich aller Modelle untereinander einfach per Mausklick ermöglicht.

Auch hier gilt: Obwohl der Familien-Klangcharakter unverkennbar ist, zeigen die einzelnen Mitglieder durchaus individuelle Züge.

Fazit

Anschlussfreudiges Aktivboxen-Pärchen freut sich auf spielfreudige Programmquellen (digital oder analog) zwecks Bildung einer vollwertigen HiFi-Anlage ohne Ballast – dieses Konzept machte die Modelle der nuPro Familie zu Verkaufsrennern im umfangreichen Nubert-Programm.

Da es für praktisch jeden Anwendungsfall ein passendes Modell gibt, kann man nuPro Speaker denn auch überall antreffen, egal, ob als ausgewachsene HiFi-Lösung im Wohnzimmer oder als Nahfeld-Monitor im Projektstudio für den Audio- und Videobereich.

Die Beliebtheit der nuPro Familie ist kein Zufall, bietet sie doch ideale Lösungen für HiFi-Pragmatiker. Flexibilität, Anschlussvielfalt, Bedienbarkeit, Verarbeitungsqualität und Klangeigenschaften gehen hier eine perfekte Balance ein, die attraktive Preisgestaltung tut ein Übriges.

Aus klanglicher Sicht besonders ansprechend empfand ich die nuPro A-200 kombiniert mit dem Subwoofer nuPro AW-350 – eine äußerst stimmige und zudem preisgünstige Kombination für Hörabstände bis etwa 3 Meter. Bei gleichem Klangcharakter um einiges pegelfester, aber auch entsprechend teurer fällt die Kombination nuPro A-300/AW-350 aus.

Wer’s gern mal richtig krachen lässt, große Hördistanzen überbrücken möchte und zudem intensive Tiefbass-Massagen liebt, liegt hingegen mit den Modellen nuPro  A-600 und A-700 goldrichtig: Die beiden „Dickschiffe“ sind nicht nur ordentlich pegelfest, sondern zeigen sich durch ihren separaten Mitteltöner auch im gehörmäßig kritischen Frequenzbereich besonders verzerrungsarm.

Wegen ihrer ausgeprägten Tiefbassentzerrung regen die Modelle nuPro A-700 und A-600, aber auch die kompakte nuPro A-300 tieffrequente Raumresonanzen recht stark an.

In basskritischen Räumen kann deshalb die im Tieftonbereich schlanker abgestimmte Standbox nuPro A-500 die akustisch günstigere Wahl sein. Hierdurch ist sie auch dann eine gute Alternative, wenn die Lautsprecher wand- oder gar ecknah aufgestellt werden müssen.

Bei allen Unterschieden zwischen den einzelnen Modellen kommen wir aber nicht umhin, der gesamten Nubert nuPro Familie ein exzellentes Zeugnis aussprechen: 6 x sehr gut und 2 x überragend sagen eigentlich schon alles. Ein Beispiel nehmen sollten sich andere Lautsprecherhersteller an den allen nuPro-Modellen beiliegenden Bedienungsanleitungen: Sie beschreiben nicht nur ausführlich und sehr genau Anschluss und Inbetriebnahme, sondern geben auch nützliche Tipps in puncto Aufstellung, Betrieb und Raumakustik – da fühlen sich auch Einsteiger bestens aufgehoben.

Alle Bewertungs-Ergebnisse haben wir hier in der Slideshow zusammengefasst. Die tiefergehenden Infos zu jedem Lautsprecher finden Sie in den entsprechenden Einzeltests (siehe unten).

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LowBeats Bewertung A-100

LowBeats Bewertung A-200

LowBeats Bewertung A-300

LowBeats Bewertung A-500

LowBeats Bewertung A-600

LowBeats Bewertung A-700 4,5 überragend

LowBeats Bewertung AW-350

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Die Nubert nuPro Familienmitglieder im Einzeltest:
Test nuPro A-100: die audiophile Aktiv-Lösung
Test nuPro A-200: die audiophile Aktiv-Lösung
Test nuPro A-300: Kompaktbox mit Standboxen-Bass
Test nuPro A-500: die smarte Aktiv-Standbox
Test nuPro A-600: viel Substanz aus üppigem Gehäuse
Test nuPro A-700: enormer Tiefgang, große Klangreife

Test nuPro AW-350: Kleiner Subwoofer mit großem Auftritt

Im Beitrag erwähnt:
nuFunk: Nuberts Funksystem

Direkter Hörvergleich aller nuPro Modelle im Klang Orakel Familientests

Alle getesteten Nubert Aktivboxen wurden mit dieser ergänzenden Messmethode auf  ihre Belastungsgrenzen und auf optimale Hörabstände geprüft:
Mehr zum neuen Multiton Lautsprecher-Messverfahren bei LowBeats Tests

Die Nubert Soundbars mit gleicher Technik-Plattform:
Test nuPro AS-450: reduziert auf das Maximale
Test nuPro AS-250: Stereo Soundbar für fast alle Zwecke

Weitere Details auf der Produktseite von Nubert.

Autor: Jürgen Schröder

Jürgen Schröder
Tonmeister, Mess-Chef und technische Gewissen von LowBeats. Kümmert sich am liebsten um Wissens-Themen, Kopfhörer und den spannenden Bereich zwischen Studio und HiFi.