Teufel Boomster auf dem Tisch
Der neue Teufel Boomster ist eine kleine Stereo-Anlage mit Bluetooth-Schnittstelle. Preis: 370 Euro (Foto: S. Schickedanz)

Test BT-Speaker Teufel Boomster: herausragend gut. Und in Stereo noch besser…

Nach der Überarbeitung sieht der Teufel Boomster nicht nur anders aus, er hat auch wie man es von der Modellpflege bei Autos kennt, an Gewicht zugelegt. Statt 3,35 wiegt er jetzt 3,75 Kilogramm. Außer bei der Tragbarkeit sollte man diese Gewichtszunahme aber durchaus positiv sehen. Der Teufel hat offensichtlich nicht am Detail gespart…

Das Gehäuse besteht aus robustem Kunststoff und erfüllt jetzt die IPX5-Norm (Schutz gegen Strahlwasser aus allen Richtungen), kann also im Outdoor-Betrieb gut bestehen. Hier musste der Vorgänger passen. Außerdem gibt es den Teufel Boomster 2021 auch in Sandweiß, während der weiterhin zum verringerten Preis angebotene Vorgänger nur in Schwarz erhältlich war.

Die Bluetooth-Norm bekam ein Upgrade von 4.0 auf 5.0, AptX ist selbstverständlich mit an Bord für Wireless-Wiedergabe in CD-Qualität. Was in der Praxis besonders zählt: Der Neue Boomster lässt sich dank Bluetooth True Wireless Stereo (TWS) mit einem zweiten Gerät seiner Art als richtiges Stereo-Paar mit zwei diskreten Boxen betreiben. Aus diesem Grund haben wir uns auch zwei Teufel Boomster besorgt, um ihn auch in diesem Power-Play zu beurteilen.

Doch auch schon auf sich allein gestellt, macht das One-Box-Stereo-System etwas her. Dank des Teufels Raumklang-Technologie „Dynamore“ erzeugt das 2.1-Sound-System einen großen Raumeindruck. Dazu später mehr im Hörtest.

Teufel Boomster: fast alles neu erdacht

Obwohl Teufel der 2.1-Konfiguration treublieb, änderte sich vieles am Treiber-Konzept. Der Tieftöner des integrierten Subwoofers wanderte auf die Vorderseite in die Mitte der vergitterten Schallwand und hat jetzt einen Durchmesser von 11 statt bisher 9 cm. Im alten Boomster saß er nach unten gerichtet auf der Oberseite eines breiten Spalts unter der Schallwand. Die Formate der Hoch- und Mitteltöner blieben mit 2 respektive 6,5 cm unverändert. Als Unterstützung setzt Teufel im Boomster 2021 noch zwei Passiv-Membranen für den Bass ein.

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Teufel Boomster
Der neue Teufel Boomster besitzt ein praktisches Tastenfeld auf der Oberseite, das allerdings mit bedruckten Tasten besser zu erkennen wäre – gerade drinnen bei Dämmerlicht (Foto: S. Schickedanz)
LED-Anzeige des Teufel Boomster
Die Leuchtanzeige hinter der gelochten Schallwandabdeckung liefert visuelles Feedback (Foto: S. Schickedanz)
Leuchtanzeuge des Teufel Boomster
Bei längeren Begriffen, wie Sendernamen läuft die Anzeige wie im Stadion durch (Foto: S. Schickedanz)
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Veränderungen gab es in Sachen Akku, die man mit einem lachendem und einem weinenden Auge sehen kann: Die Kapazität reicht jetzt für 18 Stunden, also beinahe doppelt so lang wie bisher. Allerdings entfiel die mit einer Münze zu öffnende Klappe auf der Rückseite, die es ermöglichte, die Lithium-Ionen-Akkus herauszunehmen und durch acht gewöhnliche AA-Batterien zu ersetzen.

Das war aber auch schon der einzige Stich, den der alte Boomster gegen seinen Nachfolger anbringen kann. Eine Fernbedienung hatte er seinerzeit noch nicht. Was blieb, sind die DOT-Matrix-Anzeige hinter der Schallwandabdeckung und der AUX-Eingang. Auch konnte er bereits als Power-Bank zum Laden von Smart-Devices via USB-Buchse verwendet werden und er wurde auch schon mit einem externen Netzteil ausgeliefert. Die Möglichkeit, gleichzeitig zwei Smartphones drahtlos zu koppeln, hat allerdings nur der Teufel Boomster 2021.

Keinen Unterschied zwischen beiden Boomster-Generationen gibt es beim 3,5-mm-Klinkenbuchsen-Eingang und der Möglichkeit, mit der Teleskopantenne UKW und DAB+ zu empfangen, wobei die Zahl der Speicherplätze von fünf auf drei zurück ging.

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf, außer vielleicht im Dämmerlicht eines Partykellers, wo sich die in eine Gummischicht eingelassenen Tasten auf der Oberseite nicht optimal erkennen lassen, weil sie nur durch eine Prägung, aber nicht durch farblich abgehobene Symbole gekennzeichnet sind.

Praktisch: Eine Bass-Taste gewährt Zugriff auf den Subwoofer, der sich anschließend über die Lautstärke-Tasten im Pegel nach Geschmack anpassen lässt. Außerdem ist via Bluetooth-Verbindung die Sprachsteuerung der Wiedergabe über ein Amazon-Echo-Gerät mit Alexa oder per Google Assistant mit einem Google-Home-Gerät möglich.

Hörtest: Viel zu entdecken

Im Hörtest kristallisierte sich schnell eine Hackordnung heraus: UKW klang etwas undynamisch und wenig transparent. Auch die Empfangsleistung haute zumindest an den Hängen des Stuttgarter Kessels nicht unbedingt vom Hocker. DAB+ gewährleistete zwar zuverlässig stabilen, rauschfreien Empfang, fiel aber in Sachen Dynamik, Spritzigkeit, Punch und Transparenz klar hinter Bluetooth zurück. Immerhin hatte der Sound etwas nostalgisch Warmes und wirkte sehr rund – perfekt als Hintergrundbeschallung mit stündlichen Nachrichten.

Mit Bluetooth ging es dagegen zünftig zur Sache. Hier konnte der Teufel Boomster seine beachtlichen Fähigkeiten in Dynamikumfang, Attacke, Basspunch und Auflösung ausspielen. Insgesamt wirkte der Klang im Stimmbereich eine Spur rauer und kühler – allerdings innerhalb eines Rahmens, der für den moderaten Preis immer noch als sehr ordentlich durchgeht. Am Bass gibt es nichts zu meckern: Er verbindet Tiefgang mit Kick und Kontur. Der Griff zur Bass-Taste dürfte daher nur für hartgesottene Hip-Hopper in Frage kommen.

Teufel Boomster 2021 in Schwarz und Weiß
Der Teufel Boomster 2021 ist in Schwarz und Weiß erhältlich. Wir koppelten die beiden zu einem TWS-Stereo-Paar für exzellente Raumwiedergabe (bei entsprechender Aufstellung) und mehr Punch (Foto: S. Schickedanz)

Dynamore sorgt dabei für eine – gemessen an den geringen Abständen der beiden 2-Wege-Systeme des linken und rechten Kanals – für eine erstaunlich breite Bühnenabbildung. Doch auch die ließ sich genau wie die Maximallautstärke noch steigern, als wir unseren schwarzen Teufel Boomster via TWS mit der Berliner Weißen zum Stereo-Paar koppelten.

Zunächst ist dafür der Blick in die Bedienungsanleitung nötig. Und etwas Mitdenken:  „Zum Aktivieren des TWS-Kopplungsmodus drücken Sie die Bluetooth-Taste und die +-Taste gleichzeitig an beiden BOOMSTER-Lautsprechern“, heißt es dazu in der online verfügbaren ausführlichen Version. Okay, ein Klammeraffengriff geht ja noch in Ordnung. Aber zwei gleichzeitig? Die gute Nachricht: Es geht zum Glück auch, wenn man die Tasten-Kombinationen an beiden Geräten hintereinander drückt. Dann erscheint auf dem Display „TWS“ und nach einem anfänglichen Pfeifen aus einem Lautsprecher spielen beide dann als richtiges Stereo-Boxen-Paar. Und das klang in unserem Test einfach begeisternd.

Zwar blieb mit TWS die leichte Rauigkeit im Stimmbereich, aber Dynamik, Bassvolumen, Punch und vor allem die Räumlichkeit der Wiedergabe liegen dann auf einem Niveau, das man bei Stereo-Anlagen aus Einzelkomponenten mit passiven Lautsprechern zum gleichen Preis wohl lange suchen muss. Die Ortbarkeit und der Fokus etwa, bei Lead-Vocals wie „Sing It Back“ von Moloko verblüfften regelrecht. Auch der Kick und das Volumen im Bass fielen bei Stücken wie diesem beeindruckend aus. Der Pegel lässt sich dabei ganz bequem synchron vom Smartphone oder mit der Infrarot-Fernbedienung steuern.

Leider lässt sich diese Pracht nur mit Bluetooth als Quelle erleben. Nicht etwa, weil selbst DAB+ klanglich nicht herankommt, sondern weil sich die anderen Quellen immer nur über ein Gerät wiedergeben lassen. Wer allerdings nur mehr Pegel und Punch möchte, kann immerhin mit UKW oder DAB+ Doppel-Mono wiedergeben. Das Gleiche gilt für AUX, wenn man ein entsprechendes Verteiler-Kabel besitzt.

Fazit: Teufel Boomster

Wenn Boomster, dann bitte den von 2021: Für den Preis von unter 400 Euro hat Teufel mit diesem Mobilspeaker ein höllisch heißes Eisen im Feuer. Von der Ausstattung mit Radio-Tuner, mitgeliefertem Netzteil, Tragegriff, der Konnektivität, Power-Bank-Funktion und vor allem auch vom satten Klang, gerade mit echtem TWS-Stereo, wo zwei dieser All-in-One-Systeme auch ausgewiesene HiFi-Fans echt verblüffen können…

 

Teufel Boomster
2021/10
Test-Ergebnis: 4,7
überragend
Bewertung
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Ausgewogener, satter Klang, der sich gut vom Lautsprecher löst
Mit TWS exzellente Stereo-Wiedergabe mit zwei Boomstern via Bluetooth
Ausgezeichnete, durch Regler anpassbare Basswiedergabe
UKW und DAB+ mit Senderspreicher

Vertrieb:
Lautsprecher Teufel
Bikini Berlin,
Budapester Str. 38-50
https://teufel.de

Preis (Hersteller-Empfehlung):
Teufel Boomster: 370 Euro

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Autor: Stefan Schickedanz

Schneller testet keiner. Deutschlands einziger HiFi-Redakteur mit Rennfahrer-Genen betreut bei LowBeats den Bereich HiFi im Auto sowie die Themengebiete Mobile- und Smart-Audio.