Home / Test / Einbox-Systeme / Bluetooth-Box / Test Bluetooth-Speaker Teufel Rockster Go: der Draußen-Seiter
Teufel Rockster Go
Gipfelstürmer: Der Teufel Rockster Go ist der Chuck Norris unter den Bluetooth-Lautsprechern. (Foto: S. Schickedanz)

Test Bluetooth-Speaker Teufel Rockster Go: der Draußen-Seiter

Unter den niedlichen Bluetooth-Lautsprechern, die alle irgendwie mehr oder weniger nach Dosen aussehen, ist der Teufel Rockster Go so etwas wie der Chuck Norris im Taschenformat. Der Naturbursche unter den BT-Boxen ist mit allen Wassern gewaschen beziehungsweise darf nach der strengen IPX7 Norm mit allen Wassern gewaschen werden.

Der 0,7 kg schwere Rockster Go wurde von Teufel sogar für störungsfreien Betrieb bei bis zu -10 Grad zertifiziert und dient sich damit Snowboardern an. Die besonders Kühnen unter ihnen können das mit einem sehr schlagsicheren Gehäuse ausgestattete Gerät durch den beiliegenden Trageriemen am Arm befestigen. Allerdings sollte man einkalkulieren, dass vor allem der freiliegende Passiv-Radiator trotz Aluminium-Membrane bei einem Sturz schnell Schaden nehmen könnte.

Teufel Rockster Go kann was ab

Neben dieser Bass-Unterstützung, die mit ihrem aufgeprägten „T“ das optische Erscheinungsbild des Iron-Man-Lautsprechers prägt, sitzt unter der Frontbespannung auf jeder Seite ein Breitbänder mit Aluminium-Membran. Die Ansteuerung über eine 2-Kanal Stereo-Endstufe in Class-D-Technik soll in Verbindung mit Teufels Dynamore-Technik für eine größere Klangwolke sorgen als bei den Mitbewerbern des Rockster Go. Der integrierte Akku ist für bis zu zwölf Stunden mobile Musikwiedergabe gut. Danach muss der Lautsprecher mit den beiliegenden USB-Kabel aufgeladen werden. Ein Netzteil liegt nicht bei. 

Teufel Rockster Go
Der Teufel Rockster Go verfügt über einen zentralen, freiliegenden, passiven Bass-Radiator aus Aluminium. Die beiden Breitband-Treiber sitzen hinter einer schützenden gewebebezogenen Schallwand (Foto: Stefan Schickedanz)

Es gibt allerdings noch einen anderen Grund, den Teufel Rockster Go über USB an einen Computer anzuschließen. In Verbindung mit einem Mac oder einem PC mit den Windows-Versionen 7/10 lässt sich das Gerät als externe Soundkarte nutzen. Dieses Feature verleiht dem kantigen Bluetooth-Speaker eine Sonderstellung in diesem Segment.

Doch es gibt noch mehr Gadgets. Wer die Mikrofon-Taste auf der Oberseite drückt, kann den Teufel Rockster Go nicht nur als Freisprecheinrichtung für sein Smartphone verwenden. Sofern man ein iPhone besitzt, wird man durch diese Taste mit dem Sprachassistenten Siri verbunden. Auch mit Amazons Sprachassistenten Alexa und dem Google Assistant lässt sich das Gerät verwenden.

Das ist längst nicht alles: wer für eine Party mehr Pegel benötigt, kann über Bluetooth zwei Teufel Rockster parallel schalten. Allerdings handelt es sich dabei um  keine Stereo- sondern um eine Doppel-Mono-Wiedergabe. Man kann den Lautsprecher sogar über ein Schraubgewinde im Boden an einem Stativ befestigen, wie man es etwa zum Fotografieren verwendet. Und wer den kleinen Lautsprecher nicht über Bluetooth betreiben möchte, findet unter einer schützenden gummierten Klappe auf der Rückseite auch einen AUX-Eingang für analoge Quellen mit 3,5-mm-Mini-Klinke.

Teufel Rockster Go
Der Teufel Rockster Go ist bis -10 Grad zertifiziert und wasserfest nach IPX7 (Foto: S. Schickedanz)

Der Teufel Rockster Go wirkt sehr solide und durchdacht und ist auch sehr gut ausgestattet. Lediglich die auf der Oberseite und hinten ins gummierte Gehäuse integrierten Tasten finde ich trotz ihrer Größe nicht ganz ideal gelungen. Die in dem matten Material ausgeformten Symbole lassen sich je nach Lichteinfall nicht sonderlich gut erkennen – ein Problem, dass sich bereits durch einen vom Kontrast her gut abgesetzten Aufdruck bequem lösen ließe.

Hat den nötigen Drive

Klanglich machte mir der Teufel Rockster Go allerdings sehr viel Freude. Da stachen zunächst einmal die sehr ansprechende Feindynamik und der immense Detailreichtum heraus. Bei guten Aufnahmen konnte man sogar heraushören, wenn die Sängerin oder der Sänger Luft holte. Auch die Atmosphäre von Live-Aufnahmen kam besser herüber als mit den meisten anderen Lautsprechern dieser Gewichtsklasse. Allerdings war die Wiedergabe nicht nur sehr luftig, sondern auch etwas kühl. Ausgesprochen gut gelang dem Teufel Rockster Go die Bass-Bewältigung. Er kam erstaunlich tief in den Frequenzkeller. Das äußerte sich sehr schön bei Songs wie „Fall“ von Eminems Kamikaze-Album oder „Olè (Hugel Remix) von Addam Trigger. Selbst die Präzision in den tiefen Tönen ließ absolut nichts zu wünschen übrig.

Vorwärts Zurück
Teufel Rockster Go
Die gummierten Tasten auf der Oberseite des Teufel Rockster Go sind zwar groß, aber nicht farblich gekennzeichnet, welshalb die Funktionen schlecht zu sehen sind (Foto: S. Schickedanz)
Teufel Rockster Go
Auf der Rückseite des Teufel Rockster Go befinden sich zusätzliche Funktionstasten, die ebenfalls nicht ideal gekennzeichnet sind (Foto: S. Schickedanz)
Vorwärts Zurück

Auch in der Räumlichkeit erteilte der kleine Berliner den meisten Mitbewerbern eine Lektion. Ich würde zwar nicht von richtigem Stereo sprechen, was in solchen Fällen von Werbung und Presse schnell mal attestiert wird. Aber der Klang löste sich viel besser vom Gehäuse und verteilte sich viel besser im Raum als bei den meisten anderen dieser Art. Weil der Teufel Rockster Go auch sehr dynamisch und ganz schön laut spielen kann, ohne plärrig zu werden, ist er in meinen Ohren so ziemlich der beste Lautsprecher in seiner Preisklasse. Was die Größenklasse betrifft, muss er sich eigentlich nur knapp dem B&O Play A1 geschlagen geben, der allerdings um einiges teurer ist. Der Däne profitiert davon, dass seine Entwickler kein Stereo-Konzept verfolgten, sondern eine konsequente Mono-Auslegung mit einem recht hochwertigen 2-Wege-System bevorzugten.

Fazit: Teufel Rockster Go

Bis auf die Tasten, mit deren Erkennung ich mir bei diffusem Licht etwas schwer tat, gibt es für meinen Geschmack am Teufel Rockster Go nichts Wesentliches zu verbessern. Besonders überzeugen mich die ausgesprochen solide Machart und die vielen nützlichen Features. Welchen Mitbewerber kann man schon auf ein Stativ schrauben oder als PC-Soundkarte verwenden? Und auch wenn man den Preis durch die Masse dividiert, entpuppt sich das ausgesprochen outdoor-taugliche Gerät als faires Angebot.

Mehr von Lautsprecher Teufel:
Test Rockster Air: Bluetooth-Party-Box 4.0
Test Event-PA-Sound-System Teufel Rockster
Test All-In-One Lautsprecher Teufel One M: So wertvoll wie eine kleine Anlage
Test Soundbar Teufel Cinebar 52 THX: Bar jeder Kompromisse
Test Teufel Cinesystem Trios 5.1-Set L: Soundbar + Funk-Rearspeaker
Test Teufel Varion: Das fast unsichtbare 5.1 TV-Set
Test 2.1 Set für TV Teufel Ultima 20 Complete

Test Home Cinema Teufel LT 5 licensed by Dolby Atmos

Teufel Rockster Go
2019/02
ÜBERRAGEND
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Detailreicher, stimmiger Klang, der sich gut vom Lautsprecher löst
Tiefe, saubere Basswiedergabe
Tolle Verarbeitungsqualität
Kennzeichnung der Tasten nicht ideal

Vertrieb:
Lautsprecher Teufel

Bikini Berlin,
Budapester Str. 38-50

Preis (Hersteller-Empfehlung)
Teufel Rockster Go: 150 Euro