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Test Vollverstärker IOTAVX SA3 mit Endstufe IOTAVX PA3

Damit wird es Zeit für ein kleines Zwischenfazit: Der SA3 hat von der Ausstattung her fast alles, was man braucht. Und er hat Leistung – vor allem in Kombination mit der PA3. Die stabile Leistung aber ist der Schlüssel zu günstigen, gebrauchten Lautsprechern, die zwar super klingen, aber elektrisch anspruchsvoll sind: etwa die früheren Isophon Lautsprecher mit Bandpass, die früheren Canton Speaker mit DC-Filterung oder sogar größere Infintiy Kappa Lautsprecher à la 8.2 oder 9.2. Mit diesem „Leistungspaket“ schiebt sich der IOTAVX SA3 vor alle anderen Verstärker seiner Preisklasse.

So klingt der IOTAVX SA3

Für die Hörtests hatten wir verschiedene Lautsprecher zur Auswahl: von der schon erwähnten Canton A55 (Paarpreis: 4.400 Euro) über die Monitor Audio Silver 100 (Paarpreis 950 Euro) bis hin zur Nubert nuBox 383. Die meiste Zeit hörten wir mit der Monitor Audio – einfach, weil auch die Vergleichsverstärker (Cambridge Audio AXA35 (350 Euro) und Exposure 1010 S2 (650 Euro) besser mit ihr zurechtkamen. Erstaunlicherweise klangen Cambridge und IOTAVX recht ähnlich: sehr musikalisch, unaufgeregt, minimal bedeckt, angenehm. Der Exposure geht ebenfalls in diese „britische“ Klangrichtung, bietet aber in den Mitten mehr Offenheit und Transparenz.

Doch Feinheit und Transparenz enden schnell, wenn es mal etwas lauter wird. Da wurde die Kraft des SA3 wieder spürbar: wie er den Druck von unten noch mächtiger aufbaute. Das immer wieder gern genommene „Crying“ von James Blood Ulmer war bei kleinen Pegeln mit dem Exposure lebendiger und erlebnisreicher. Stand der Lautstärkeregler aber jenseits von 13 Uhr, hatte der IOTAVX alle Hörer auf seiner Seite. Sein minimal bedeckter Charakter kam ihm nun zugute: Es wurde einfach nicht harsch.

James Blood Ulmer
Die Aufnahme trennt mit ihrer großen Dynamik schnell die Spreu vom Weizen: James Blood Ulmer Live At Bayerischer Hof (Cover: Amazon)

Natürlich haben wir auch den Phono-Eingang ausprobiert; im Hörraum steht für solche Fälle immer der Elac Miracord 70 mit einem Ortofon 2M Blue bereit. Das Ergebnis war erfreulich, wenngleich die Wiedergabe mit dem Cambridge Audio AXA35, der ebenfalls eine gute MM-Phonostufe eingebaut hat, etwas luftiger und feiner war.

Das gleiche Bild beim eingebauten DAC, einem Wolfson WM8524 von Cirrus logic. Als „Referenz“ nutzten wir hier den erstaunlich guten CD-Player Cambridge Audio AXC35 (350 Euro). Klassisch über Cinch verbunden klang die Kombi aus SA3 und AXC35 tadellos. Nutze ich aber den Cambridge nur als Laufwerk und ging vom Digitalausgang auf den IOTAVX, klang es ebenfalls ordentlich, aber das Klangbild wurde etwas heller und gröber. Jedenfalls nicht besser. Die klassische Verbindung ist hier also vorzuziehen und die Digitaleingänge empfehlen sich nur, wenn es keinen anderen Weg gibt.

IOTAVX SA3 mit PA3 und CA AXC 35
Eine empfehlenswerte Kombination: CD-Player AXC35 von Cambridge Audio mit SA3 (hier auf der PA3). Im Hintergrund die exzellente Monitor Audio Silver 100 (Foto: H. Biermann)

Und dann kam die PA3 ins Spiel. Die oben schon angeführte Variante mit zwei Mono-Endstufen ist bei großen Lautsprechern mit vielen oder großen Bässen immer die erste Wahl. Bei kleineren Lautsprechern wie der Monitor Audio Silver 100 aber klingt die Variante mit Bi-Amping-Ansteuerung noch besser. Glücklicherweise hatten alle Testlautsprecher Bi-Wiring-Terminals und so konnten wir nach Herzenslust ausprobieren. Mit der PA3 und dem Bi-Amping-Modus kam noch etwas mehr Offenheit und Lebendigkeit in die Stimmwiedergabe. Wer den hohen Pegel der gebrückten Monos nicht braucht, findet hier eine wunderbar audiophile Lösung für weit unter 1.000 Euro.

Fazit SA3 und PA3

Der IOTAVX Vollverstärker ist ein großer Wurf. Mehr Ausstattung und mehr Leistung geht kaum. Aber der SA3 ist flexibel, hat aber – eigentlich nur zu verständlich bei diesem Preis – an verschiedenen Stellen noch Luft nach oben. Das heißt: Man kann beruhigt mit dem Vollverstärker einsteigen und dann nach und nach ausbauen: mit einem externen DAC, einer externen Phonostufe und natürlich mit der hauseigenen Endstufe PA3. Auch dieses Kraftwerk ist eine Sensation. Wo sonst bekommt man eine so rauscharme Mono-Endstufe mit knapp 200 Watt für 350 Euro?

LowBeats Bewertung IOTAVX

Machen wir es kurz und schmerzlos: Wir vergeben hier eine ganz dicke Empfehlung – für Voll- und Endverstärker!

IOTAVX SA3
2019/07
Test-Ergebnis: 4,5
ÜBERRAGEND
Bewertungen:
Klang
Praxis
Verarbeitung

Gesamt

Die Bewertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
Klingt ausgewogen-britisch, wenig spektakulär
Umfassende Ausstattung
Klassen-ungewohnt hohe & stabile Leistung
Mono-brückbar

Vertrieb:
Hifi Pilot
Höhenstr. 7
75239 Eisingen
www.hifipilot.de

Preis (Hersteller-Empfehlung)
IOATVX SA3: 449 Euro