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LowBeats Familientest Soundsmith High Output Tonabnehmer
Sechs auf einen Streich: Im LowBeats Familientest hatten wir alle High Output Systeme von Soundsmith unterhalb 4.000 Euro im Test (Foto: P. Schüller)

Soundsmith Familientest: 6 High Output MI-Tonabnehmer

De Firma Soundsmith aus dem New Yorker Norden hat eine Vielzahl von Tonabnehmern im Programm, insgesamt sechzig, heißt es. Interessant sind alle, aber die interessantesten unter ihnen sind unserer Meinung nach die High-Output-Systeme der Amerikaner. Im Soundsmith Familientest hatte LowBeats gleich sechs von ihnen im Vergleich: das Otello, das Carmen Mk II, das Zephyr III, das Aida, das robuste UltimateX und das klanglich herausragende The Voice. Ein stattliches Angebot zwischen 600 und 4.000 Euro. Im High-Output-Bereich, also für den Anschluss an einem MM-Phono-Eingang, ist das preislich schon die absolute Oberklasse.

Wie üblich bei LowBeats Familientests gibt es diese Übersicht über alle Besonderheiten der Familie sowie separate, ausführliche Einzeltest zu jedem Mitglied der Testfamilie (siehe unten).

Und neben den sehr ausführlichen Messreihen stellen wir Aufnahmen aller Testkandidaten ins LowBeats Klang Orakel Tonabnehmer zur Verfügung, damit man sie online hören und untereinander oder auch mit bereits vorher getesteten Mitbewerber vergleichen kann.

Den „Klangschmied“ Soundsmith alias Peter Ledermann gibt es schon seit über 40 Jahren und im Wesen ist die Firma eigentlich eine renommierte Reparatur-Werkstatt für Audio Research, Revox, Bang & Olufsen, Nakamichi, Tandberg, Halcro, DartZeel, Jeff Rowland und McIntosh sowie für fast alle HiFi Geräte, die ihm vorbeigebracht werden.

Soundsmith Familientest: Peter Ledermann
Firmengründer, Mastermind, Querdenker: der New Yorker Peter Ledermann baut bei Soundsmith die größeren Tonabnehmer selbst von Hand auf (Foto: Soundsmith)

Aber in unseren Breiten ist Soundsmith vor allem für seine hervorragenden Tonabnehmer-Systeme bekannt. Die Soundsmith Palette ist dabei ziemlich breit: Es gibt das Strain Gauge System, das technisch mit der Vorstufe entwickelt wurde und das weltweit einen hervorragenden Ruf genießt. Und es gibt die quasi unzerstörbaren IROX (X)-Abtaster, die selbst rüden Einsatz überstehen sollen.

Aber es gibt vor allem die vielen, vielen Fixed Coil Tonabnehmer mit bewegtem Eisenjoch (Moving Iron). Beim MI-Abtaster bewegt sich kein Magnet und keine Spule, sondern nur ein von der Abtastnadel bewegtes Stück Blech, dass den Magnetfluss eines feststehenden Magneten im Takt der Rillenauslenkungen moduliert und dabei in der ebenfalls feststehenden Generator-Spule die gewünschte Spannung induziert.

Vom Konzept her soll die bewegte Masse dabei geringer sein als bei klassischen Moving-Coil- oder Moving-Magnet-Abtastern. Diese Tonabnehmer basieren auf dem MMC-Prinzip von B+O.

Ihr Vorteil: Der feststehende Magnet kann gegenüber normalen MM-Systemen mit bewegtem Magnet größer und kräftiger sein, was eine Reduzierung der Windungszahl der Generatorspule erlaubt – mit dem Vorteil, dass die elektrische Höhenresonanz kaum noch eine Rolle spielt.

Die (High Output-) Abtaster aus diesem Soundsmith Familientest erzielen eine ähnlich hohe Ausgangspannung wie die MM-Systeme – siehe auch Übersichtstabelle:

 Soundsmith Otello Carmen Mk II Zephyr III Aida UltimateX The Voice
 Output  2,6 mV  2,5 mV  2,3 mV  2,9 mV  2,7 mV  2,2 mV
 empf. Tonarm  leicht – mittelleicht  mittelleicht leicht – mittelleicht  mittelleicht leicht – mittelleicht  mittelleicht
 empf. Auflage  1,4 gr  1,4 gr  1,6 –2,0 gr  1,3 – 1,6 gr  2 – 2,5 gr   1,3 – 1,6 gr
 empf. Abschluss-Impedanz ≥ 47 kΩ  ≥ 47 kΩ ≥ 47 kΩ  ≥ 47 kΩ  ≥ 47 kΩ  ≥ 47 kΩ
 Preis (Euro)  600  1.250  1.850  2.500  2.500  3.750

Die Induktivitäten dieser speziellen Tonabnehmer betragen nur noch ein Drittel des üblichen Wertes, was sie Abschlusskapazitäten gegenüber recht unempfindlich macht.

Es wundert daher nicht, dass alle Soundsmith MI-Tonabnehmer einen mehr oder weniger weit über 20 Kilohertz hinausreichenden Frequenzgang aufweisen – siehe auch die Messwerte der Einzeltests.

Soundsmith Familientest: die Besonderheiten

Optisch kommen alle Modelle, also auch die aus dem Soundsmith Familientest, recht rustikal daher und erinnern an die Elac-Abtaster 793 bis 796, die in der 1970er und 1980er Jahre sehr populär waren. Da wirken die Verpackungen schon etwas wertiger…

Soundsmith Familientest Verpackungen
Die Verpackungen sind aus Holz und geben eine Idee davon, dass ihr Inhalt gar nicht billig ist… (Foto: P. Schüller)

Auf der anderen Seite hat das Kantige aber auch ein Gutes: Dadurch lassen sich die Soundsmith Tonabnehmer leicht einbauen, weil man sich gut an den Parallellinien der Einbauschablonen orientieren kann.

Der Anschluss eines High Output Soundsmith ist simpel: nämlich an eine möglichst gute MM-Vorstufe mit einem – wenn einstellbar – 47 Kilo-Ohm-Abschluss.

Die vergleichsweise hohe Ausgangsspannung erlaubt den Anschluss auch an ältere MM-Eingänge, was allerdings vor dem Hintergrund der hohen klanglichen Qualität gar nicht so ratsam erscheint. Aber es ist halt möglich.

Auffällig ist das vergleichsweise niedrige Auflagegewicht, das Ledermann für die Modelle in diesem Soundsmith Familientest empfiehlt. Doch wie in den Einzeltests deutlich wird, könnte man hier und dort auch noch eine Schippe drauflegen – die Abtastfähigkeit würde es einem danken…

Die technischen Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen liegen vor allem in der effektiv bewegten Masse und in den Materialien des Diamanten und des Nadelträgers; so erstaunt es nicht, dass das neueste System der Familie, das Zephyr III, mit nur 28 Milligramm die geringste Masse hat.

Aus diesen – selbst für den geneigten Betrachter winzigen – Details ergeben sich die Messwert-Differenzen und auch klangliche Unterschiede. Und die sind recht gut hörbar. Mit jedem Preissprung kommt etwas mehr Offenheit und/oder Klangfarbenpracht hinzu.

Eine Ausnahme macht das UltimateX, das nicht ganz auf dem Niveau seiner gleichteuren Geschwister spielt. Aber welcher Tonabnehmer der 2.500 Euro Klasse kann schon von sich behaupten, eine quasi unzerstörbare Abtasteinheit zu haben…?

Klanglich, das war in diesem Soundsmith Familientest schnell hörbar, ist jedes Modell eindeutig als Soundsmith Abtaster erkennbar.

Ihnen allen gemein ist eine sehr natürlich-feine, offene und druckvolle Wiedergabe. Und wo klassische MM-Systeme gerade im Hochton öfter einmal ihre Probleme haben, sind die MI-Modelle des Peter Ledermann beeindruckend linear.

Das MI-Prinzip, das zeigte der Soundsmith Familientest, ist MM fraglos überlegen und MC mindestens ebenbürtig. Selbst im Vergleich mit dem besten und teuersten bislang bei LowBeats getesteten MC, dem Rega Apheta2, gaben sich die Soundsmith MIs keine Blöße.

Soundsmith Familientest: das Fazit

Gute Messwerte, gute Praxisnoten, hohe Ausgangsspannungen und ein exzellenter Klang: Im Soundsmith Familientest werden die High Output Abtaster der New Yorker ihrem guten Ruf gerecht und sind ein starkes Plädoyer für das Moving Iron (MI) Prinzip.

Doch bei Tonabnehmern jenseits der 1.000 Euro ist die Preis/Leistungs-Relation immer etwas schwierig. Das gilt natürlich auch für die Soundsmith Familie der High Output Abtaster.

Die Einzeltests und die Ergebnisse aller Testkandidaten aus dem Soundsmith Familientest hier in der Übersicht:
Test Soundsmith Otello (600 Euro), Ergebnis: sehr gut
Test Soundsmith Carmen Mk II (1.200 Euro), Ergebnis: überragend
Test Soundsmith Zephyr III (1.850 Euro), Ergebnis: sehr gut
Test Soundsmith Aida(2.500 Euro), Ergebnis: sehr gut
Test Soundsmith UltimateX (2.500 Euro), Ergebnis: gut
Test Soundsmith The Voice (3.750 Euro), Ergebnis: gut – sehr gut

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