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HIGH END 2018: die Messe-Highlights

Music Line hatte mit seinen beiden wichtigsten Marken Focal und Naim Audio erneut den großen Raum unterhalb des Dachs belegt. Die große Fläche ermöglichte, gleich zwei veritable Anlagen aufzustellen: Die erste aus aus dem Bereich „noch bezahlbar“, mit meinem derzeitigen Lieblingslautsprecher aus dem Focal Programm, der Kanta No2. Sie spielte an einer kleineren Naim-Kette aus Streamer NDX2, Vorstufe NAC 202 und Endstufe NAP 200 DR.

Focal Kanta No2 auf der HIGH END 2018
Die Focal Kanta No2 wurde auch auf der HIGH END 2018 in all ihren Farbausführungen vorgestellt (Foto: R. Vogt)

Die zweite Kette beinhaltet so ziemlich das Größte, was beide Hersteller zu bieten haben: „all in“ quasi. Genauer heißt das: die brandneue Focal Grande Utopia EM in der EVO-Ausführung (180.000 Euro), den noch neueren Streamer ND555 (16.000 Euro), der aber ohne das entsprechende Zusatznetzteil PS 555 (8.700 Euro) eigentlich gar nicht lebensfähig ist…

Naim Streamer ND 555 plus Netzteil PS 555 (unten) für zusammen 24.700 Euro
Zur HIGH END 2018 erstmals einer größeren Öffentlichkeit vorgeführt: der Naim Streamer ND 555 plus Netzteil PS 555 (unten) für zusammen 24.700 Euro feierte in München seine Europa-Premiere (Foto: Naim Audio)

…sowie die ultimative Vor-/Endstufenkombination Statement (205.000 Euro). Die Statement ist so selten, dass man sie sich natürlich immer ansehen (beziehungsweise anhören) muss, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Naim Audio Statement
Die imposante Vor-/Endstufen-Kombination Statement für 205.000 Euro (Foto: Naim Audio)

Auch, wenn die akustischen Bedingungen hier unterm Dach alles andere als optimal waren, bekam man doch einen Eindruck davon, wie gut HiFi heute spielen kann und dass hier mit das Beste spielt, was für Geld und gute Worte zu bekommen ist. Das lag vor allem an diesem spektakulär unspektakulärem Bass. Der kam, wenn die Aufnahme dies erforderte, sauber und schnörkellos aus einer unglaublicher Tiefe und bereicherte die Musik um eine selten gehörte Farbigkeit im Bass. Das war beeindruckend – wie auch die Luftigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der diese Kombination jede Art von Musik fast mühelos in den Raum stellte

Focal Grande Utopia EM in der EVO Ausführung auf der HIGH END 2018
Focal Grande Utopia EM in der EVO Ausführung auf der HIGH END 2018 (Foto: H. Biermann)

Und doch fand ich die Kombination aus Kanta No2 plus kleiner Vor-/Endstufen-Kombination fast noch sympathischer. Dieser Lautsprecher hat einen unglaublichen Groove, eine lebensbejahende Lässigkeit, die einfach Spaß macht. Die Vor-/Endstufenkombi NAC 202 plus NAP 200 DR sorgt für das richtige Maß an Präzision und Ordnung und dafür, dass alles in den richtigen Bahnen läuft Das passt einfach ungemein gut zusammen.

 

Gauder Akustik hatte gemeinsam mit Westend Audio wieder einen ganz starken Auftritt. Nicht nur, weil der Jazz-Experte Thomas Hintze erneut vier Tage lang fantastische Vorführmusik bot – es klang auch wie gewohnt extrem habhaft und überzeugend.

HIGH END 2018 Roland Gauder, DARC 60
Dr. Roland Gauder mit der DARC 60 für 20.000 Euro pro Paar (Foto: H. Biermann)

Aber Dr. Roland Gauer hatte vor allem deshalb gut Lachen, weil seine neue DARC-Serie auf der Messe zum echten Publikums-Magneten wurde. Kein Wunder: Die aus massiven Aluminiumrippen bestehenden Gehäuse haben eine wirklich gelungene Form und das extrem steife (und schwere) Aluminium bietet beste Gewähr für eine Wiedergabe ohne störende Gehäuse-Einfärbungen. Auf der HIGH END 2018 klang es wie gesagt sehr überzeugend. Doch ich hatte das Glück, die kleine DARC 60 bereits bei meinem Nachbarn Stefan Trog (Besitzer des HiFi-Laden 3.Dimension) länger hören zu können. Danach war ich erst einmal baff. Denn seit 1991 habe ich so gut wie alles, was Roland Gauder zuerst unter Isophon, später dann unter Gauder Akustik veröffentlich hat, gehört. Das meiste fand ich gut oder sehr gut. Doch ich habe das ziemlich sichere Gefühl, dass dieses DARC 60 das Beste ist, was Roland Gauder bislang ersonnen hat. Ein LowBeats Test in Bälde soll aus dem Gefühl Gewissheit machen…

Genuin Audio flog bei LowBeats immer etwas unter dem Wahrnehmungsradar. Völlig zu Unrecht, wie sich spätestens hier auf der Messe herausstellte. Die Komponenten sind allesamt mit viel Herz und noch mehr Sachverstand entwickelt und die Vorführung der Genuin Audio Kette mit der Standbox NEO lag in der Wertung der LowBeats Scouts ziemlich weit vorn. Einen ausführlicheren Bericht zur Genuin Audio NEO lesen Sie hier…

Genuin Audio NEO High End 2018
Auch die Genuin Audio NEO ist eine vollaktive, digital entzerrte Standbox für 17.500 Euro und wurde im LowBeats Kreis zu einem DER Messe-Highlights gekürt (Foto: R. Vogt)

Am Stand Heco und Magnat gab es in diesem Jahr nicht ganz so viele Neuheiten. Aber eine davon ragte weit heraus: Der Magnat MTT 990 ist der einzige Plattenspieler aus Deutschland, der für seine 1.000 Euro einen Direktantrieb bietet. Man kann zum Direktantrieb stehen wie man will, aber der Aufwand um den Motor ist natürlich sehr viel höher als bei einem Riementriebler, bei dem viele Vibrationen und Motorgeräusche allein schon über den Riemen weggefiltert werden. Den ausführlichen Bericht zum Magnat MTT 990 finden Sie hier…

Magnat MTT 990 mit AT95
Der Magnat MTT 990 ist die derzeit günstigste Möglichkeit, die Faszination Direktantrieb zu erleben. Er kostet mit Tonabnehmer AT 95 keine 1.000 Euro (Foto: Magnat)

Ein weiteres Highlight am Stand war eine Bluetooth-Box aus der genialen Heco Direkt Serie, die LowBeats schon komplett im Test hatte. Die Direkt 800BT hat noch Vorserienstatus, zeigt aber, dass die Rheinländer mit Direkt noch einiges vorhaben. Die doppelte 2-Wegebox ist aktiv angetrieben und klanglich auf den sehr direkten und kernigen Sound der größeren Schwestern abgestimmt. Das Anschhlussfeld auf der Rückseite erlaubt den Anschluss von zwei Digitalquellen und einem Analogzuspieler, wobei der sogar ein Plattenspieler mit MM-System sein kann. Da hat einerwohl an eine Kombinattion mit dem Magnat MTT 990 gedacht. Super.

HIGH END 2018 Heco Direkt BT
Die Heco Direkt 800BT ist eine klangstarke, aber recht große Bluettoh-Box (Foto: H. Biermann)

Plattenspieler-Eingang, Größe und Gewicht der 800BT wollen gar nicht erst den Eindruck erwecken, als sei dies irgendwie eine weitere mobile BT-Box für den Musikspaß am Strand. Und auch der Subwoofer-Ausgang unterstreicht den Ansatz, dass die Heco Direkt 800BT wohl eher ein (fast) vollständiger Ersatz für eine klassische Musikanlage sein soll. Der Erscheinungstermin der außergewöhnlichen Heco steht noch nicht fest, wohl aber ihr Preis: 599 Euro.

Die sympathischen Norweger von Hegel (hierzulande im Vertrieb vom GP Acoustics (u.a. KEF) hatten einen sau-spannenden neuen Verstärker dabei: den H590. Wer sich ein bisschen in der Hegel Nomenklatura auskennt, ahnt, dass dies das Flaggschiff der Verstärker-Flotte ein muss; das bisherige Top-Modell hieß H360., der Neue müsste also weit darüber liegen.

HIGH END 2018 Hegel 850 Front
Der Hegel H590 in voller Pracht und mit der Hegl-typischen geschwungenen Frontplatte (Foto: H. Biermann)

Und so ist es auch. Voll symmetrischer Aufbau, stabile Netzteile und 2 x 300 Watt sinus an 8 Ohm sollte für jeden Lautsprecher am Weltmarkt ausreichend kräftig sein, mein Hegel Entwicklungsleiter Bent Holter dazu – der allerdings auf schiere Leistung gar nicht so viel Wert legt, sondern viel mehr auf den gänzlich neu geschaffenen DAC und der Möglichkeit des H590, auch mit MQA-Signalen (über USB) umzugehen. Der H590 kann quasi alles, außer Bluetooth – da verzieht Holter das Gesicht. „Nein, nein. Ein Bluetooth-Modul hat in einem High End-Verstärker nichts verloren.“

HIGH END 2018 Hegel 850 Bent Holter
Hegel Entwicklungsleiter Bent Holter am H590 (Foto: H. Biermann)

So viel Leistung und Hightech wie hier geboten wird, kosten auch in Norwegen Geld: der H590 wird knapp unter 10.000 Euro liegen. Das ist ein Menge Geld. Aber wie sagte Produktmanager Frank Eschholz? „Wir haben jetzt endlich einen Vollverstärker für Blade & Co. Und tatsächlich lief in der KEF Demo die Blade am H590 und ich hatte den Eindruck, dass er die Bässe der Blade absolut im Griff hatte…

 

Die Lake People aus Konstanz am Bodensee haben eine Neue Marke kreiert: Niimbus. Die Niimbus-Serie  ist ein Synonym für das Beste unter dem Lake-People Dach, umfasst aber bislang nur ein Gerät: den Niimbus Kopfhörerverstärker mit allem, was sich der anspruchsvolle Kopfhörerfreund nur wünschen kann

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HIGH END 2018 Lake People Nimbus
Der Niimbus Kopfhörerverstärker ist so etwas wie die Top-Line von Lake People. Entsprechend ist der Preis: 5.000 Euro (Foto: H. Biermann)
HIGH END 2018 Lake People Nimbus rear
Auf der Rückseite des Niimbus gibt es diverse Eingänge, die per Mäuseklavier in Bezug auf Eingangs- und Ausgangsspannung angepasst werden können (Foto: H. Biermann)
HIGH END 2018 Lake People Nimbus Pegelregler
Auf das Lautstärkepoti des Niimbus ist man bei Lake People besonders stolz: es soll höchste Kanaltrennung gewährleisten (Foto: H. Biermann)
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Dass ich das noch erlebenf durfte! Aus meinem Faible für Magico Lautsprecher (hierzulande im Vertrieb von Audio Components) habe ich nie ein Hehl gemacht. Aber die preisliche Entwicklung der Kalifornischen Nobelspeaker in den letzten Jahren, konnte ich nicht gutheißen – die meisten Magico Modelle waren einfach viel zu teuer. Nun hat Magico Chef Alon Wolf das Ruder rumgeworfen und mit der Standbox A3 einen absoluten vollwertigen Magico-Standlautsprecher im Noch-bezahlbar-Bereich vorgestellt: mit extremen Gehäuse-Aufwand, Beryllium-Hochtöner, den klassischen Magico Konustreibern und das zu einem Preis unter 13.000 Euro. Natürlich war ich erst einmal spektisch. Bis zu dem Moment, in dem ich die Magico A3 am Pass INT 60 Vollverstärker gehört habe: Ein Traum. Eine der besten Vorführungen der HIGH END 2018.

HIGH END 2018 Magico A3, Peter MacKay
Peter MacKay (hier neben der Magico A3) brachte lange Zeit die Krell Komponenten an den Mann. Nun macht er sich auch für günstigere Magico Lautsprecher stark. Im Hintergrund sieht man den Pass INT 60 (Foto: F. Borowski)

 

Heiner B. Martion ist einfach in keine Schublade zu stecken. Immer wieder fällt dem Hornspezialisten was nettes Neues ein. Hauptsache es ist pegelfest, einigermaßen neutral und alle haben Spaß. Auf der HIGH END 2018 hat der Wahlberliner nicht nur einen sensationellen Satellitenlautsprecher im Röhren-Look (LOLA), sondern auch noch einen Horn-Subwoofer mit angeflanschtem Sofa vorgestellt. Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier…

HIGH END 2018 Martion
Der Mann hat Spaß: Heiner Martion hinter seinem Hornsubwoofer mit Sofa namens LowFa (Foto: H. Biermann)

 

McIntosh (im Vertrieb von Audio Components) hat im letzten halben Jahr im Grunde das gesamte Sortiment ausgewechselt/erneuert. Im Mac-Showroom auf der HIGH END 2018 blitze und funkelte es aus vielerlei neuen Komponenten verführerisch blau. Stellvertretend haben wir hier nur die neue MC 1.25 KW abgebildet. Zum ausführlichern Bericht der Super Mono-Endstufe geht es hier…

HIGH END 2018 McIntosh MC 1.25 KW
McIntosh MC 1.25 KW – ein Kraftpaket mit mehr als 1.000 Watt Leistung und einem Stückpreis von 16.900 Euro (Foto: H. Biermann)

 

Nubert auf der HIGH END ist immer ein Phänomen. Dass die Vorführungen durchgehend immer proppevoll sind, ist ein klares Votum dafür, dass auch die Besucher der HIGH END gern mal etwas Bodenständiges und Bezahlbares hören wollen. In diesem Jahr war es etwas anders: Die Vorführungen waren zwar alle überfüllt, aber Nubert spielte auch die außergewöhnliche und mit 12.000 Euro für Nubert ungewöhnlich teure nuPyramide 717. Konsequenterweise stand der Rundumstrahler fast in der Mitte des Raumes. Da kam der Effekt besonders gut zur Geltung.

HIGH END 2018 Nubert Demo
(Foto: H. Biermann)

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