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HIGH END 2018 Atrium
Die Messehallen kurz vor dem großen Ansturm: die HIGH END 2018 war bis zum letzten Platz ausgebucht (Foto: F. Borowski)

HIGH END 2018: die Messe-Highlights

So voll war es noch nie: 530 Aussteller auf 30.000 Quadratmeter Fläche gaben der HIGH END 2018 ein noch größeres Gewicht, als der Welt größte HiFi-Messe sowieso schon hatte. Alle vier Messetage, also vom 10. – 13. Mai, schwärmten die LowBeats Redakteure aus, um die Neuheiten zu sichten und das Interessanteste und Spannendste der nächste Monate und Jahre herauszufiltern. Und obwohl wir dieses Jahr die ganz teuren Dinge außen vor ließen (weil einen die Spanne zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei diesem Absurd-HiFi echt zur Weißglut treiben kann…), haben wir doch vieles gefunden, was das HiFi-Herz auch im Noch-Bezahlbar-Rahmen echt erfreuen kann. Unser Messerückblick:

Es ist beinah wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. In der amerikanische Komödie durchlebt Bill Murray täglich die gleiche Geschichte. Und ein bisschen ist es so auch bei der HIGH END im Münchener M.O.C. 2015 freuten wir uns über die größte HIGH END aller Zeiten. 2016 dann wieder. Die Messe war noch einmal gewachsen. 2017 wieder. Und die HIGH END 2018? Sie ahnen es. Sie ist mit 560 Aussteller auf über 30.000 Quadratmetern wieder die größte HIGH END – so groß, dass sie gar nicht mehr wachsen kann. Oder anders herum: diese Messe platzt aus allen Nähten.

Messe-Chef Stefan Dreischärf kam während der Pressekonferenz der High End Society daher wieder einmal aus dem Grinsen nicht heraus und konnte Superlativ zu Superlativ addieren. Nichts neues also: die HIGH END ist und bleibt die mit Abstand wichtigste und größte Messe ihrer Art. Und doch erlebten die Besucher dieser Pressekonferenz zwei außergewöhnliche Momente. Zum einen hielt das Gesicht dieser Messe, die norwegische Singer Songwriterin Kari Bremnes, eine kleine Rede. Frau Bremnes war dieser Planet, auf dem sie sich da befand (männlich, jenseits der 50, eindeutig Technik-minded), ziemlich fremd – das war ihr anzumerken. Aber sie schlug sich wacker.

HIGH END 2018 HES PK Kari Bremnes
Kari Bremnes auf der Pressekonferenz der High End Society (Foto: H. Biermann)

Der andere Moment war noch größer: Still, wie es seine Art ist, gab Kurt Hecker seinen Rücktritt vom Vorstand der High End Society e.V. bekannt. Viele Leser werden Kurt Hecker womöglich gar nicht kennen. Doch Hecker lenkte die Geschicke des Verbandes über 30 Jahre. Das ist – vor dem Hintergrund der vielen unterschiedlichen Interessen der Mitglieder – eine große Leistung. Nach so langer Zeit mache er nun Platz für Jüngere, wie er sagt. Diese „Jüngeren“ werden in den Vorstandswahlen im Juni bestimmt. LowBeats wünscht Kurt Hecker für dieses nun neue Leben – ganz ohne Verbandsarbeit – alles erdenklich Gute.

HIGH END 2018 AVM Lautsprecher
Gab lange den Kurs an: High End Vorstand Kurt Hecker (Mitte) leitete die Pressekonferenz zum letzten Mal (Foto: H. Biermann)

Ein Trend auf dieser HIGH END 2018 wurde schon auf der Pressekonferenz deutlich: die Anbieter nutzten wieder vermehrt Hörkabinen. Weil ja in den Atrien nicht genügend Räume zur Verfügung standen, war das Angebot der HIGH END – nämlich Hörkabinen zu mieten – kein schlechtes. Man muss natürlich auch so eine Hörkabine akustisch tunen. Aber mit etwas Mühe kann das wirklich gut klingen. Dafür gab es etliche Beispiele.

530 Aussteller also. Wir haben versucht, bei allen vorbeizuschauen – unmöglich. Und doch kam einiges zusammmen. Um die Übersicht zu behalten, haben wir die längeren, separaten Beiträge hier aufgeführt und die weiteren Highlights der Messe in diesem Beitrag alphabetisch geordnet.

– Cambridge Audio Edge: Next Generation Technoloy
– Elac: ungebrochene Neuheitenflut
– Fink Team Borg: die beste Zweiwegebox der Welt?
– Genuin Audio: die hellsten Köpfe versammelt
– Magico A3: lang ersehnte Einsteigerbox des Nobelherstellers
– Martion: der geniale Hornsubwoofer
– T+A CTL: die neue Criterion mit Transmissionline

Die Highlights der HIGH END 2018 in alphabetischer Reihenfolge

Ascendo hatte wieder einmal den Größten. Klingt despektierlich, stimmt aber trotzdem. Nachdem die Heimkino-affinen Highender (Ascendo hat mit AIA ja auch noch einen professionelle Heimkino-Anbieter als Schwesterfirma) letztes Jahr einen 50 Zoll Subwoofer mit Namen SMSG50 präsentierten (mit dem sie sich bei den Mitausstellern keine Freunde machten, weil der SMSG 50 selbst 5 Hertz noch mit vollem Pegel wiedergeben kann), hielt sich die Mannschaft um Stefan Köpf in diesem Jahr etwas zurück und ließ den neuen SMSG32 – das ist immer noch ein Durchmesser von über 80 (!) Zentimeter – während der Vorführung nur leise mitlaufen. Dennoch erahnte man das unglaubliche Tieftonpotential…

Ascendo auf der High End 2018 (Foto: R. Vogt)
Müsste gar nicht so verdrießlich dreischauen: Ascendo CEO Stefan Köpf bereichert derzeit mit beeindruckenden Riesen-Subwoofern die Szene. Hier posiert er mit dem gigantischen SMSG32, rechts im Bild der „kleine“, aber immer noch furchteinflößende Bruder SMSG24 (Foto: R. Vogt)

Kleines Detail am Rande: Die Kräfte, die bei echten Tiefbässen an der Membran zerren, sind so groß, dass eine einfache Verklebung nicht reicht. Wir kennen das aus dem Bereich großer Carhifi-Subwoofer in kleinen Gehäusen: Membran und Sicke sind zusätzlich mit einer Naht versehen…

Ascendo auf der High End 2018 (Foto: R. Vogt)
Eine normale Klebung reicht nicht, um bei diesen gigantischen Kräften die Membran an der Sicke zu halten. Daher die doppelte Jeans-Naht (Foto: R. Vogt)

Zu sehen war auf der HIGH END 2018 auch der etwas kleinere SMSG24 – mit über 60 Zentimeter Durchmesser immer noch einer der größten Woofer am Markt. Ascendo hat hier mit den Riesen-Woofern eine echte Marktlücke entdeckt.

Natürlich stellt man sich so einen Brecher nicht neben das Sofa. Aber in die Wand eines Heimkino eingebaut, sieht das schon besser aus. Und wer je so einem Bass gehört hat, wird verstehen, warum die Devise „Fläche ist durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Fläche“ auch heute noch ihre Berechtigung hat…Es ist einfach ein anderes, viel intensiveres Basserlebnis

Und natürlich hatten die Ascendos auch wieder ihre Hochpegel-Highend-Box Live 15 dabei. LowBeats hatte diesen Ausnahmelautsprecher ja schon in einer Vorserienversion im Test und war schon damit mehr als begeistert. Die finale Version sieht nicht nur deutlich besser aus, sondern klingt auch noch um einiges harmonischer.

Audio Research,hierzulande im Vertrieb von Audio Reference, hatte in den letzten Jahren ja immer sehr viel Neues aufgefahren. Auf der HIGH END 2018 aber hielten sich die Amerikaner etwas zurück und landeten doch einen Volltreffer: die Röhren-Monoendstufen Reference 160 M mit – erwartungsgemäß – 160 Watt Leistung pro Block. Bestückt ist der Bolide im GS-Design mit vier KT150 Leistungsröhren und zwei 6H30 Vorstufenröhren. Ich habe die Reference 160M auf der HIGH END 2018 zwar hören, aber nicht ausprobieren können: Es heißt, man könne sie auch auf Triodenbetrieb umschalten und dann soll sie immer noch stolze 75 Watt bringen. Das wäre natürlich bärenstark. Was aber ebenfalls super ist: Das Tube Hour Meter zeigt auf Wunsch an, wie lange die einzelnen Röhren bereits im Einsatz sind. Der gut Halbzentner-schwere Monoblock soll im Paar unter 40.000 Euro kosten.

Audio Research REference 160M
Ein echter Hingucker: Audio Research Reference 160M: Mono-Endstufen mit mehr als 150 Watt (Foto: H. Biermann)

Audio Trade by Peter Mühlmeyer feierte auf der HIGH END 2018 seinen 40. Geburtstag – ein rauschendes Fest mit mehr als 150 geladenen Gästen. Peter Mühlmeyer hat in diesen vier Jahrzehnten, das muss man an dieser Stelle einfach mal bewundernd festhalten, mit viel Näschen, Gespür und Beharrungsvermögen viel bewegt. Unseren Glückwunsch!

Peter Mühlmeyer auf der High End 2018
Jubilar Peter Mühlmeyer (rechts) mit Anette Heiss von Einstein Audio Foto: (R. Vogt)

Viele, viele Marken durchliefen in den 40 Jahren den ATR Vertrieb und einige haben dort auch heute noch ihre Heimat. Doch in den letzten Jahren hat sich ATR vor allem um den  Vertrieb des ständig wachsenden Pro-Ject Programms verdient gemacht. Kein Wunder also, dass das 40-Jahre-Jubiläums-Gerät natürlich ein Plattenspieler aus der Pro-Ject Fertigung ist. Aber nichts von der Stange: Der Jubiläums-Spieler ist so gekonnt, geschmackvoll und nett gemacht – da müssen echte  Ästheten am Werk gewesen sein.

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HIGH END 2018 ATR 40 Jahre Jubi-Plattenspieler
Das Sondermodell zum 40. Jubiläum becirct durch geschmackvolle Farben und eine attraktive Ausstattung. Es soll um die 2.500 Euro kosten (Foto: H. Biermann)
HIGH END 2018 ATR 40 Jahre Jubi-Plattenspieler
Teil des Jubi-Plattenspielers ist das Ortofon SPU ATR C40. Allein das verspricht schon höchsten Klanggenuss (Foto: R. Vogt)
High End 2018 (Foto: R. Vogt)
Auch die Verarbeitung des ATR Sondermodells ist absolut top (Foto: R. Vogt)
HIGH END 2018 Thorens TD 126 mit Hadcock 40 Jahre ATR
Auch das war mal ATR: ein gepimpter Thorens TD 126 mit Hadcock Einpunktlager-Tonarm. Eine ganz schön wackelige Angelegenheit war das… (Foto: H. Biermann)
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